ADAC, die richtige Organisation für Motorradfahrer ?


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30.05.2012 13:48 #15
boomer1964

Hallo MundR !


Bei einer Auslandstour war ich zum 2. Mal mittel-und unmittelbar innerhalb von 4 Jahren auf die Hilfe des ADAC angewiesen und musste nun zum 2. Mal feststellen, dass die Organisation mit der so viel gepriesenen Hilfeleistung im Ausland und speziell für Motorradfahrer völlig überfordert war. Das kann doch wohl kein Zufall sein.


Vor vier Jahren war der Hilfsverein für Autofahrer, nach einem Motorraddiebstahl, völlig überfordert mir die, vom Verein versprochene Hilfsleistung zu gewähren. Die Hilfszentrale, die für Schottland zuständig ist, mit Sitz in Nizza (!) war seinerzeit nicht in der Lage mir ein Ersatzfahrzeug zu besorgen oder zur Verfügung zu stellen, geschweige denn, mir bei den Behördengängen vor Ort behilflich zu sein. Das Ende vom Lied war damals, dass ich mir selbst helfen musste, eine Hilfe vor Ort fand nicht statt. Erst im Nachhinein, als das Fahrzeug wieder
aufgefunden worden ist, hat der ADAC für einen langen Rücktransport (ca. 8 Wochen) mit erheblichen Transportschäden, gesorgt.


Am 20.05.12 war ich als Tourguide mit einer Truppe von 8 Motorradfahrern in Schottland unterwegs. Ein Motorrad viel an einer Landstraße aus, weil der Motor nur noch auf Höchstdrehzahl lief, der Gasdrehgriff funktionierte, aber die Drehzahl ging nicht herunter.
Wir versuchten den Fehler selbst zu beheben, ging aber nicht.


Es war also Hilfe erforderlich. Telefonisch wurde die Notrufzentrale vom ADAC in München
kontaktiert. Es wurden die Koordinaten des Standortes (vom Navi abgelesen) und der Fehler
des Motorrades durchgegeben (Motorrad läuft auf Vollgas). Der Mitarbeiter sagte eine sofortige
Hilfe zu, mit einer kurzen Wartezeit müssten wir rechnen. Diese Info bekam ich um 16.00 Uhr.
Wir befanden uns zu dieser Zeit in der Einsamkeit der Isle of Skye. Die nächste größere Ortschaft war 40 Km entfernt. Unser Standort war aber eine gut befahrbare Landstraße und wir befanden uns in einer Parkbucht. Der Mitarbeiter des ADAC konnte diesen Standort auch via Googleearth offenbar ermitteln, er sagte noch, dass er einen Fluß kurz vor uns erkennen könne, das war auch richtig so.
Als bis 18 Uhr noch keine Hilfe vor Ort war, fragte ich nochmal beim ADAC nach, wann mit einem Abschleppwagen gerechnet werden könne. Der Mitarbeiter meinte, dass das englische Partnerunternehmen irgendwie den Auftrag nicht angenommen habe, dieser wurde nochmals erteilt.
Gegen 19.15 Uhr erhielt ich dann, auf Nachfrage, die Mitteilung, dass das Abschleppunternehmen des AA einen Transport abgelehnt habe, man hätte keine Erfahrung mit gasangetriebenen Motorrädern !?!?!? :o Meine Nachfrage, wieso denn gasangetrieben, meinte der Mitarbeiter des ADAC, das wohl ein Übersetzungsfehler (Voll Gas vielleicht ??) vorgelegen hätte. Die Angelegenheit wäre geklärt. Zwischenzeitlich führte ich noch mehrere Telefonate mit dem ADAC, weil noch immer kein Bergungsfahrzeug vor Ort war.
Gegen 21 Uhr teilte ich dann dem ADAC mit, dass wir nun nach 5 STunden Wartezeit uns langsam auf den Weg ins Hotel zurück begeben müssten, weil es langsam anfängt zu dämmern und wir die Nacht nicht auf der Straße verbringen wollten und wegen dem starken Wildwechsel auch keine Nachtfahrt durchführen wollten. Es wurde mit dem ADAC vereinbart, dass wir das Motorrad auf der Landstraße zurücklassen und wir am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder vor Ort wären. Der ADAC sagte zu, dass um 9 Uhr des nächsten Tages ein Hilfsfahrzeug vor Ort wäre.


Am nächsten Morgen waren wir zeitig vor Ort, aber ein Hilfsfahrzeug war nicht da. Um 9.15 Uhr wurde beim ADAC nachgefragt, wann mit der Hilfeleistung gerechnet werden könne, man teilte uns mit, dass der Auftrag neu vergeben worden sei, man könne sich nicht erklären, warum niemand vor Ort sei.


Der ADAC wurde darüber informiert, dass die Fähre der Reisegruppe um 13.00 Uhr in Richtung
Isle of Harris ablegen würde und das bis spätestens 12.00 Uhr irgendwie etwas passieren müsse.


Gegen 10 Uhr wurde nochmals der ADAC kontaktiert, ich erhielt die Auskunft, dass die Fa. AA ein Bergungsunternehmen beauftragt hätte. Gegen 10.30 Uhr bekam ich ein Anruf aus Frankreich (evtl. die ADAC Zentrale für Schottland), dass man unseren Standort nicht finden könne, die Koordinaten wurden nochmals durchgegeben. Gegen 11.30 Uhr kontaktierte mich ein schottisches Abschleppunternehmen und fragte an, ob wir noch vor Ort stehen würden. Gegen 12.15 Uhr teilten wir dem ADAC mit, dass wir uns nun auf den Weg zur Fähre begeben würden und dass das Fahrzeug doch bitte geborgen werden solle, wir würden es dann auf dem Rückweg von der Isle of Harris wieder in Empfang nehmen. Ich bekam die Auskunft, dass das nicht zulässig wäre, ein Fahrzeug kann nur geborgen werden, wenn der Besitzer vor Ort sei. Da die Fähre, mit nicht unerheblichen Kosten für die gesamte Gruppe gebucht war, entschlossen wir uns das Fahrzeug vor Ort zu belassen und den Abtransport für den nächsten Tag zu organisieren. Der ADAC sagte eine Bergung für den nächsten Tag (22.05.) für 15.30 Uhr zu.
Wir mussten den gesamten Tourverlauf umorganisieren, es erfolgten diverse Umbuchungen der Fähre von Isle of Harris zurück zur Isle of Skye. Die Tour sollte eigentlich in den Norden Schottlands führen. Da uns nun aber 2 Tourtage fehlten mussten wir die Motorradtour frühzeitig abbrechen und zur Isle of Skye zurückkehren.


Am 22.05 wurde dann das Fahrzeug tatsächlich um 15.30 Uhr vom Partnerunternehmen des ADAC geborgen und das Motorrad wurde in die Werkstatt transportiert. Dort stellte man nach rund einer 1/2 STunde fest, dass sich unterhalb der Vergaserbrücke ein Rollsplittsteinchen im Bowdenzuggestänge verkeilt hatte. Kleiner Stein, große Wirkung.


Fazit:
Wenn das Fahrzeug bereits am Montag repariert worden wäre, hätten wir die Tour planmässig fahren können. Aufgrund der ''kompetenten'' Hilfeleistung des großen Automobilclubs war das jedoch nicht mehr möglich. Auf Vorhaltung unsererseits, ob der ADAC mit der Hilfeleistung im Ausland überfordert sei, wurde dieses von einem Mitarbeiter kleinlaut bestätigt, dass ist richtig traurig traurig traurig.


Die gesamte Reisegruppe überlegt derzeit, ob nicht alle ihre Mitgliedschaft beim ADAC kündigen sollen. Offenbar ist der ADAC nicht der richtige Hilfsverein für Motorradfahrer.


Viele Grüße


Stefan L.
Viele Grüße

Stefan

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30.05.2012 14:41 #14
Christian

Das nenne ich mal eine unglaubliche Geschichte. Zum Glück war ich noch nicht darauf angewiesen und wenn ich Deine Erfahrungen so lese, dann möchte ich auch nicht darauf angewiesen sein.

Gruss
Christian
30.05.2012 15:31 #13
Dani

Hallo Stefan!

Diese Geschichte ist ja unglaublich.
Gerade wenn es darauf ankommt wird man so im Stich gelassen!
Da müsste ich nicht lange überlegen sondern hätte die Kündigung schon rausgeschickt!

Ich habe einen Schutzbrief für 5 euro jährlich bei der Versicherung dabei.
Damit ist das Abschleppen in die nächste Werkstatt gesichert, was ich aber zum Glück auch noch nicht in Anspruch nehmen musste...

lg Dani
31.05.2012 12:13 #12
Christian

Stimmt diesen Schutzbrief habe ich auch dabei, dann kann ich jetzt ja mit gutem Gewissen bei den angeblichen gelben Engeln aussteigen.

In der Hoffnung das ich Beides nicht in Anspruch nehmen muss.

Gruß
Christian
31.05.2012 13:33 #11
Stetz

Hallo zusammen

Wie Stefan es schon geschrieben hat war es eine Horror Aktion,da liegen die Nerven schon blank :(
( es war meine Maschine mit dem kleinen Stein)

Bin nur gespannt wie der ADAC das mit der Kostenübernahme hält ( Übernachtungen,verpasste
Fähren,Tel.Kosten u.s.w.)

Halten euch auf den laufenden

Gruß Stefan

Wer später bremst ist länger schnell
22.06.2012 13:45 #10
katila

Christian hat geschrieben

Das nenne ich mal eine unglaubliche Geschichte. Zum Glück war ich noch nicht darauf angewiesen und wenn ich Deine Erfahrungen so lese, dann möchte ich auch nicht darauf angewiesen sein.

Gruss
Christian


Ich denke das dies eine unglückliche Verkettung war. Eine Bekannte "nutzt" diese Organisation fast jährlich. Ob es der Heimtransport der Maschine aus Russland, das verdrehte Knie oder der abgefahrene Zylinder war. Bei ihr ist der ADAC jeden Cent wert! Halt Tourengeschichten der anderen Art...
Zum Glück mussten wir diesen bis dato ebenfalls nicht nutzen.
Es ist schon ein beruhigendes Gefühl wenn der Schrauber mitfährt ;-)

03.07.2012 18:17 #9
VaraderoArmin

Diese Erfahrungen kann ich leider bestätigen - einmal am eigenen Leib und einmal bei einem Freund.

Der einzige Defekt, der bislang an meiner mittlerweile zwölf Jahre alten Varadero aufgetreten ist, war ein defektes Radlager. Leider ist das Problem an einem 2. Juni auf dem Rückweg von Südtirol nach Deutschland auf der Brenner-Bundesstraße passiert. Nichts Böses ahnend rief ich von Sterzing aus den ADAC in München an. Dort sagte man mir, dass dieser Tag der italienische Nationalfeiertag ist und ich daher mit einer langen Wartezeit rechnen müsse. Na - darauf hatte ich nun wirklich keine Lust und so beschloss ich, mit eingeschalteter Warnblinkanlage weiter über die Brennerstraße bis nach Österreich zu tuckern. Dort rief ich dann abermals den ADAC an, der mich dann an den ÖAMTC weiterleitete.

Diese Weiterleitung war das einzige, was wirklich geklappt hat. Die ganze Story in Kurzform:
  • Anruf beim ADAC in München, ÖAMTC angefordert
  • Rückruf ÖAMTC - "der Pannenfahrer kommt"; ich brauche keinen Pannenfahrer, ich brauche einen Abschlepper! "Na, das geht net! Es muss immer erst der Pannenfahrer prüfen, ob eine Reparatur möglich ist"
  • nach einer, zwei und zweieinhalb Stunden Wartezeit kam dann endlich der Pannenfahrer, der aufgrund von Einsätzen auf der nahen Brennerautobahn wohl echt im Stress war. "Des kenn i, die Zentrale will immer Pannenfahrer vor Ort haben, aber Mopedfahrer kennen ihre Maschinen und können scho' das Problem eingrenzen"... exakt so war es! Ein Radlager am Straßenrand zu tauschen kann man im afrikanischen Busch machen, aber sicherlich nicht im österreichischen Outback, oder?
  • eine Dreiviertelstunde später steht die Varadero auf dem Abschleppwagen. Ironie in dieser Situation: exakt dieses Abschleppfahrzeug ist mindestens viermal an mir vorbeigefahren, da der Fahrer in dem Ort wohnte... aber auf die Idee zu kommen, mal den Moppedfahrer zu fragen, ob er vielleicht ein Problem hat, kommt der Fahrer nicht... ein Held!
  • Es geht zurück (!) nach Matrei am Brenner, wo die Fa. Auer ihr Firmengelände hat. Dort bin ich vor derweil fast vier Stunden bereits vorbeigetuckert
  • Man ruft mir ein "Taxi", welches mich nach Innsbruck zur Mietwagenfirma bringen soll - schließlich bin ich (jetzt: WAR ich) ADACplus-Mitglied; also Mopped per Sammeltransport nach Hause und ich dann mit Gepäck und Mietwagen auf vier Rädern weiter
  • dieses sog. "Taxi" war ein grüner VW-Bus, der Fahrer konnte mir keine Quittung ausstellen und ist garantiert schwarz als Taxi unterwegs gewesen. Hat auf nem Butterbrotpapier den Fahrpreis quittiert und mit "Müller" unterschrieben. Ah ja...
  • Zu allem Unglück hat man mich zur Fa. Budget gebracht; diese hat keinen Vertrag mit dem ADAC und somit musste ich nochmals 1 1/2 Stunden warten, bis man aus München das OK hatte, dass der ADAC die Kaution für den Mietwagen übernimmt.
  • Wunder oh Wunder - ich sitze in einem Opel Astra Kombi und fahre los!
  • Nach einem Kilometer zurück zum Vermieter - die haben mir doch glatt keine Autobahnvignette reingeklebt! Oh Mann!
  • Dann geht's endlich gen Heimat, wo ich dann um 3 Uhr nachts angekomme. Toll!
  • Da die Vermietstationen der Fa. Budget dünn gesät sind, darf ich den Astra zum Düsseldorfer Flughafen zurückbringen; sind ja auch nur gute 70 km bis dorthin... meine Frau fährt mit unserem privaten PKW hinterher, irgendwie muss ich ja wieder nach Hause kommen...
  • acht Tage später ruft meine Motorradwerkstatt an - "Deine Varadero ist angekommen. Das glaubst Du nicht! Gestern abend so um 19.30 Uhr hat der Fahrer die einfach ohne Lenkerschloss vor die Werkstatt gestellt und den Umschlag mit Schlüssel und Papieren nicht in den Kasten geworfen, sondern an die Tür geklemmt. Hätte jeder dein Mopped wegfahren können! Glücklicherweise musste ich abends nochmal wegen der Buchhaltung in die Firma und hab die Varadero in den Hof gestellt und abgeschlossen!"
  • Am nächsten Tag bin ich hingefahren - na hurra, danke ihr Transporteure! Seitenständer verbogen und Bagster-Tankhaube abgerissen. Toll gemacht! *kotz*
  • zwischenzeitlich erhalte ich die aktuelle Handyrechnung und mich trifft fast der Schlag! Für die Inkompetenz und Oberflächlichkeit des Callcenters des ÖAMTC stehen dort gut über 30 EUR an Roaming- und Gesprächsgebühren auf der Rechnung!
  • nach diversen unschönen Telefonaten und Faxen hat man sich seitens des ADAC "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" dazu herabgelassen, mir "ausschliesslich aufgrund meiner langjährigen Mitgliedschaft" den Schaden aus Kulanzgründen zu ersetzen und mir darüberhinaus die eingeforderten Mehrkosten für die Rückgabe des Mietwagens sowie die Handykosten für die ständigen Anrufe beim ÖAMTC zu erstatten.

Super, oder? Da kommt man sich vor wie ein Bittsteller und nicht wie ein "Plus"-Mitglied des Clubs! Glücklicherweise hatte ich vor lauter Langeweile während der Warterei in Ösistan mein Mopped aus allen möglichen und unmöglichen Perspektiven fotografiert, wodurch ich problemlos beweisen konnte, dass die Schäden in Österreich noch nicht existierten.

Aus diesen Gründen und wegen der extrem unfreundlichen Art diverser ADAC-MitarbeiterInnen bei der Nachbearbeitung habe ich anschließend umgehend meine Mitgliedschaft gekündigt.



Das Mopped meines Freund hat vor 1 1/2 Wochen auf dem Weg aufs Penserjoch plötzlich laut aus dem Motor geklappert (vermutlich Ventilschaden). Also ADAC angerufen, nach "schon" zwei Stunden ist der Abschlepper da. Mein Freund sitzt aber noch fünf weitere Stunden in einem Gasthaus im Sarntal fest, da der Mietwagen (auch er ist ADACplus-Mitglied) aus Deutschland (!!!) geschickt wird. Gibt es in Italien keine Mietwagen? Was soll denn der Blödsinn?

Zu allem Überfluss "durfte" mein Freund dann noch die junge Fahrerin des Mietwagens wieder zurück an ihren Heimatort Rosenheim fahren. Locker ein Umweg von 150 bis 200 km gegenüber dem direkten Weg in die Heimat (Richtung Aachen/Mönchengladbach). Resultat das ganzen Hickhacks: mein Freund hat trotz Mietwagens eine Zwischenübernachtung machen müssen, die ohne das Zurückbringen der Fahrerin nicht erforderlich gewesen wäre... immerhin war das defekte Mopped nach gerade mal einer Woche zurück am Heimatort.

Naja, bei mir ist das Ende vom Lied, dass ich wie schon erwähnt meine ADAC-Mitgliedschaft gekündigt habe. Mal gucken, ob's bei nächster Gelegenheit der ACE besser kann ;-) Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber ehrlich gesagt bin ich auch nicht versessen darauf, das irgendwann auszuprobieren ;-)


Grüssings aus dem Westen der Republik
Armin
04.07.2012 12:14 #8
Christian

Auch dieser Bericht klingt mir richtig nach Freude... :-( Unglaublich was man da alles erlebt, gerade wenn man auch die Preise bedenkt.

Aber die Probleme bestehen anscheinend wirklich nur bei Pannen im Ausland. In Deutschland kenne ich noch keine solche geschichte -> mal abgesehen von ein paar Schäden beim Transport des Motorrades.

Ist jemand da was bekannt?
Gruß
Christian
04.07.2012 12:53 #7
VaraderoArmin

Hallo Christian,

genau so sieht das aus! Beide Pannen und die haarsträubenden Geschichten sind im Ausland passiert. Bei einer Panne in Deutschland hatte ich noch nie solches Theater, da wurde das Auto (wie gesagt - mein Mopped hatte in zwölf Jahren eine Panne; siehe oben *gg*) aufgeladen und entweder zu mir nach Hause oder zur Werkstatt gebracht. Fertig.

Es waren in meiner obigen Geschichte vorwiegend die ausländischen Partnerclubs des ADAC, die für das Chaos und die Probleme verantwortlich waren. Allerdings hat mir auch die herablassende und besserwisserische Behandlung durch die Münchener Verwaltungsmuckels des ADAC nicht gepasst - man zahlt nen Haufen Geld (ich meine es waren 78 EUR Jahresbeitrag) für die "Plus"-Mitgliedschaft und kommt sich vor wie ein Bittsteller! Da passt etwas nicht zusammen - und daraus habe ich meine Konsequenzen gezogen.

Mittlerweile glaube ich fast, dass der ADAC besser fahren würde (vor allem steuerlich *grins*), wenn er nicht als e.V. sondern als Glaubensgemeinschaft oder politische Partei agieren würde. Wenn man so mal durch die Fernsehprogramme zappt, findet man beinahe täglich auf irgendeinem Sender Klaus Reindl vom ADAC, der in bekannt bayerisch gefärbter Mundart den Standpunkt des "Clubs" (besser: "Unternehmens") zu irgendwelchen weltbewegenden Themen zum Besten gibt. Mich nervt sowas auf Dauer... wie auch immer, habe ja die "Partei" gewechselt und bekomme seither ein Clubmagazin mit vorwiegend rotem statt gelbem Logo geschickt ;-)

Bevor jetzt jemand meint, dass ich hier irgendwie Front gegen den ADAC im Allgemeinen machen will: nein, das ist nicht meine Absicht. Habe halt die oben ausführlich geschilderten schlechten Erfahrungen gemacht, daraus persönlich meine Schlüsse gezogen und entsprechend gehandelt. Das heisst aber nicht, dass der ADAC ein Sch***laden ist oder partout nichts taugt.

Jeder so, wie er/sie mag!


Grüssings
Armin
04.07.2012 21:54 #6
Eckt

Hallo zusammen,

an dieser Stelle möchte ich als ADAC-Nichmitglied (ich habe da auch eine dunkle Vergangenheit)trotzdem einmal für die die gelben Engel sprechen. Vor zwei Wochen war ich mit meinem Freund in Frankreich auf Alpentour. Leider hatte meine Freund mitten im Nichts ein Platten. Der ADAC wurde von meinem Freund (als Gold-Mitglied)angerufen.Nach Aufnahme der notwendigen Informationen, versprach der freundliche Gegenüber sich innerhalb von einer Stunde zu melden. Gesagt, getan. Nach ziemlich genau einer Stunde kam die Rückmeldung, dass ein Abschleppdienst kommen würde und das defekte Motorrad zu einer Werkstatt gebracht werden würde. Es dauerte auch keine halbe Stunde, bis der Abschleppwagen kam, und alles seinen Weg nahm. Leider erwischte der ADAC hier eine völlig untaugliche (Einmann-, mit zwei HiWis)Autowerkstatt (Wo dieser ja wahrscheinlich auch auf die ausländischen Partner angewiesen ist?!), da diese nach 4 Stunden Wartezeit (Mittagspause) weder einen passenden Ersatz-Hinterreifen noch eine Alternative für vorne und hinten herbei zaubern konnte (Aussage: In Frankreich sind die Lieferzeiten bei 4 Wochen!! In Deutschland würde man die Reifen schneller bekommen). Als wir nun endlich verstanden, dass diese Werkstatt uns nicht helfen kann/will, informierten wir den ADAC. Hier gab es wohl einen Schichtwechsel, aber der neue Kollege wußte sofort alles über den Vorgang, so dass ein ausgiebiger Informationsaustausch unnötig war. Neues Ziel des ADAC war nun, den Ersatzreifen aus Deutschland zu besorgen (Sollte über München laufen, da diese Info zum Reifen besorgen erst nach 17.00 vorlag, konnte man an diesen Tag aus Deutschland nichts mehr unternehmen) Auf unserer Suche nach einer geeigneten Unterkunft stießen wir auf ein Motorrad-Hotel, dessen Besitzerin Deutsch sprach. Wir schilderten unser Problem und diese gute Frau konnte uns einen Motorradhändler empfehlen, der ihrer Info nach, die Reifensorte (Metzeler) auf Lager hat. Da unser Französisch mehr als dürftig ist, informierten wir den ADAC über den Kontakt. Der ADAC konnte hier wieder glänzen: Die Motorradwerkstatt holte innerhalb von 2 Stunden (Fahrzeit 1,5 Stunden) das Motorrad ab und zog den neunen Reifen incl. Hinterradreinigung innerhalb 30 Minuten auf.

Das einzige, was man hier dem ADAC vorwerfen kann, ist sicherlich die Wahl der Werkstatt - aber den Rest der Orga (2x Transport, Absprachen mit den Werkstätten)und mein Freund musste nur den Reifen zahlen (zu einem völlig akzeptablen Preis).

Motorradwerkstatt und die freundliche Dame vom Motorradhotel bekommen jedenfalls von uns 5 Sterne für Service und der ADAC eine wohlwollende Prüfung meinerseits, ob ich dem Verein nicht doch wieder beitrete

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Grüße aus dem Lipperland

Eckt




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