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Fahrtest: Motorrad auf drei Rädern - Polaris Slingshot SL 

#1 von mandyg am 29.11.2016 11:02
Eigentlich sind ja motorisierte Dreiräder nichts Neues. Ob das so ist, weil vielen so ein Fahrzeug bereits in frühster Jugend jede Menge Spaß gemacht hat? Nun, der Slingshot SL des amerikanischen Herstellers Polaris ist anders, als alle anderen Dreiräder. Im Gegensatz zu konventionellen Trikes ist die Anordnung der Räder genau umgekehrt – vorne zwei und hinten eines. Der Slingshot sieht zudem cooler aus, er fährt sich eher wie ein Auto, er ist sportlicher und er macht ganz einfach noch mehr Spaß.

Der Polaris Slingshot SL in der Frontansicht
Der Polaris Slingshot SL in der Frontansicht



Anmutungen eines Sportwagens


Mit den stechenden Knopfaugen-Scheinwerfern und den freistehenden Rädern könnte der Slingshot in der Frontansicht durchaus als neuste Kreation einer italienischen Sportwagen-Manufaktur durchgehen. Knapp zwei Meter breit und lediglich 132 Zentimeter hoch ist er aus dieser Perspektive dem X-Bow von KTM recht ähnlich. Und durch die fehlenden Türen stiehlt er jedem zig-fach teureren Sportwagen klar die Show. Ganz anders ist allerdings der Heckbereich, der mit der schwarzen, senkrecht abfallenden Plastikwand ausschaut, als hätten sich die Designer vorzeitig in die Ferien verabschiedet.

Die schwarze, senkrecht abfallende Plastikwand am Heck wirkt unpassend
Die schwarze, senkrecht abfallende Plastikwand am Heck wirkt unpassend






Eine Kombination aus Auto und Motorrad


In konstruktiver Hinsicht ist der Slingshot eine Kombination aus Auto und Motorrad. Wie bei einem Töff bildet ein einfacher Stahlrohrrahmen das Grundgerüst. Daran angeflanscht sind vorne der Auto-Motor und die beiden Radaufhängungen, hinten die motorradtypische Einarmschwinge mit Zahnriemen-Antrieb und dem imposanten, 255 Millimeter breiten und 20 Zoll großen Antriebsrad. Dazwischen eingebettet ist der Fahrgastraum, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine große Plastikwanne mit zwei Sitzen, zwei Cupholdern dazwischen, zwei Staufächern dahinter sowie einem Handschuhfach und einem schlichten Cockpit davor. Zum Fahren ist der Motorradführerschein (Klasse A) nötig.

Das Cockpit ist eher schlicht, der Fahrgastraum minimalistisch
Das Cockpit ist eher schlicht, der Fahrgastraum minimalistisch



Eingeschränkte Verkehrsübersicht


Klettern wir also in den Fahrersitz, der erfreulicherweise bequemer ist als es das kantige Design auf den ersten Blick vermuten lässt. Durch die Verstellbarkeiten von Sitz und Lenkrad ist die ideale Position schnell gefunden. Das komplett aus Kunststoffen gefertigte Interieur ist schlicht, modern und funktionell. Weil der Slingshot auch kein Dach hat ist dies alles vollumfänglich wetterfest. Abflusslöcher im Boden verhindern, dass bei einem Platzregen der Innenraum zur Badewanne wird.

Man sitzt tief im Slingshot, sehr tief sogar. Zuweilen kommt das Gefühl auf, bei jeder Bodenwelle mit dem Allerwertesten direkt auf dem Asphalt zu schleifen. Entsprechend eingeschränkt ist die Verkehrsübersicht. Im Kolonnenverkehr ist vorausschauendes Fahren schwierig. Permanent ausreichend Abstand halten ist unumgänglich. Dazu kommt, dass aufgrund der breiten Front auch die seitlichen Abstände stets gut kalkuliert sein wollen. Den Blick zurück gibt's lediglich durch die drei Rückspiegel und beim Rückwärtsfahren via Kamera auf dem 4,3 Zoll großen Bildschirm im Cockpit.

Der 4,3 Zoll große Bildschirm im Cockpit
Der 4,3 Zoll große Bildschirm im Cockpit


Starkes und emotionales Fahrgefühl


Zündung einschalten, den Startknopf drücken und der Reihenvierzylinder brabbelt in sonorer Akustik munter los. 175 PS aus 2,4-Liter Hubraum sind eine eher bescheidene Ausbeute. Durch das satte Drehmoment (max. 227 Nm) und das relativ geringe Fahrgewicht (789 kg) ist jedoch immer mehr als genug Leistung da, zumal das Hinterrad beim Kickdown Mühe bekundet die Leistung auf die Straße zu bringen. Die relativ spät eingreifende Stabilitäts- und Traktionskontrolle erweisen sich dabei als sinnvolle Assistenzsysteme. Ist letztere ausgeschaltet, kann man den Antriebsreifen mit einem Kavalierstart effektvoll rauchen lassen und fette schwarze Streifen in den Asphalt brennen.

Nach kurzer Angewöhnung wächst das Vertrauen in die exotische Konstruktion und die einzigartig sportlichen Fahreigenschaften. Direkte Lenkung, tiefe Sitzposition, Geräuschkulisse und Fahrtwind bewirken ein starkes emotionales Fahrgefühl. Meist flitzt man gefühlt wesentlich schneller um die Ecken, als der Tacho signalisiert. Sicherheitsgurte ermöglichen das Fahren ohne Helm. Wer jedoch schmerzlich an die Stirn klatschende Insekten vermeiden will fährt empfehlenswerter weise dennoch mit. Der Polaris Slingshot SL ist definitiv kein Alltagsgefährt, aber eines, das enorm viel Spaß macht, und dadurch wahrscheinlich so manchen Fahrer an die frühsten Jugendjahre erinnert.

Der Polaris Slingshot SL ist kein Alltagsgefährt, aber macht enorm Spaß
Der Polaris Slingshot SL ist kein Alltagsgefährt, aber macht enorm Spaß

Text: Hanspeter Küffer

Polaris Slingshot SL


Motor

4-Zylinder-Reihenmotor, wassergekühlt, 4-Takt, DOHC
Bohrung x Hub 88mm x 98mm
Hubraum 2384ccm
Nennleistung 175PS (129kW) bei 6400/Min
max. Drehmoment 227Nm bei 4700/Min
Verdichtung 10,4:1


Kraftübertragung
Kupplung hydraulisch betätigte 1-Scheiben-Trockenkupplung
Getriebe Fünfgang + Rückwärtsgang
Sekundärantrieb karbonfaserverstärkter Zahnriemen


Fahrwerk und Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen aus Stahl
Radstand 2667mm
Räder Zehnspeichen-Schmiederäder
Reifen vorne 225/45R18
Reifen hinten 255/35R20
Bremsen vorne innenbelüftet, 298 Ø
Bremsen hinten innenbelüftet, 298 Ø


Maße/Gewicht
Länge 3800mm
Breite 1971mm
Höhe 1318mm
Bodenfreiheit 127mm
Leergewicht 789,3 kg
Trockengewicht 764 kg
Tankinhalt 37,1 Liter

Fahrzeugpreis ab 29.990,-- EUR

Weitere Infos unter: polarisslingshot.de



Fotogallerie - Polaris Slingshot SL





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