Die 11 Ländertour
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| 29.01.2008 16:52 #1 | |
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Am 29.01.2008 um 16:52:56 schrieb Veronika & Klaus Panzer:
Reisebericht von Veronika und Klaus Panzer Die 11 – Ländertour durch Deutschland- Österreich-Slowenien-Kroatien-Bosnien-Montenegro – Albanien – Mazedonien – Türkei – Griechenland und Italien http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild1.jpg Am 30.06.2005 ging es los, zum Treffen der Bavarian Winger . Es war ein sehr schönes Treffen und der Einstand für unsere Tour . Sonntag ging es bis Kufstein auf der AB. Dann durch das schöne Österreich bis nach Treßdorf bei Hermagor. Es regnete in Strömen und es war ganz schön kalt, aber es sollte ja in den warmen Süden gehen. Also fuhren wir am Morgen über den Vrsic Pass, es waren genau 50 Kehren und alle mit Kopfsteinpflaster aber es war ja Gott sei Dank noch trocken. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/vrsic.jpg Die Betonung liegt bei trocken. Eigentlich wollten wir über Pula nach Rijeka fahren, aber es fing an zu regnen, es wurde kalt und ein Wind kam auf, also ging es auf direktem Weg nach Rijeka, wo wir uns auf die sonnige Küstenstrasse freuten. Pustekuchen der Regen wurde stärker, der Wind wurde Sturm und das Thermometer viel auf 9 Grad , wir waren begeistert. Trotzdem machten wir einen Abstecher nach Plitvicka, wo in einem Talkessel 16 Seen durch Wasserfälle, die teilweise bis zu 78 Meter in die Tiefe stürzen, miteinander verbunden sind. Ein kleines Naturwunder. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild2.jpg Zurück an der Küste, ging es die ca. 600 km über Split, wo wir gedacht haben die Welt geht unter, nach Dubrovnik. Hier machten wir in strömenden Regen wenigstens ein Bild. Eine kleine Fähre bei Budva war uns bei dem Wetter sehr willkommen, um den Weg nach Ulcini der Grenze zu Albanien abzukürzen. Hier suchten wir uns ein Quartier. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/kueste.jpg Am nächsten Morgen kam unsere Angststrecke ( Albanien ). Viele hatten uns davon abgeraten, aber durch den Kosovo wollten wir nicht unbedingt fahren. Wir hatten uns vorgenommen die Strecke an einem Tag zu schaffen und wünschten uns, bitte ohne Regen, denn es sollten schlechte Strassen und keine Hinweisschilder geben. Was wir wussten war, das wir in der Mitte von Albanien bei Tirane links abbiegen mussten. Navi haben wir keins, aber mit dem Kompass von meinem Tauchcomputer sollte es auch gehen. Nun denn los. Wir hatten Glück es war trocken. Der Weg zur Grenze war einfach super. An dem kleinen Grenzübergang waren alle freundlich und wir brauchten auch nicht durch das Entseuchungsbad zu fahren (für Autos ist das Pflicht) eine cirka 3 mal 4 Meter lange und ca 0.50 cm tiefe Grube, die eher wie eine Jauchegrube aussah. Nun ging es über einen besseren Feldweg weiter bis nach Skoder. Wäre das so weitergegangen hätten wir wohl 3 Tage für die Durchfahrt gebraucht. Ob die Mopeds das ausgehalten hätten, wage ich zu bezweifeln. Aber nach Skoder wurde die Strasse wie eine Autobahn und laut Kompass blieb es die gleiche Richtung bis Tirane. Ein Ort den wir besser nie durchfahren hätten. Die Stadt war ein einziges Enduro- Gelände, wo auch ab und zu mal Teerflecken zu sehen waren. Löcher bei denen man im Regen hätte baden können, waren keine Seltenheit. Die Autos kamen hupend von allen Seiten und wir dirigierten uns über Funk an den Löchern vorbei. Ein Loch war so tief, dass ich eine Beule im Auspuff als Andenken mit nach Hause nahm. Natürlich gab es keine Hinweisschilder Richtung Mazedonien. Also auf Fragen, Orientierung und Kompass verlassen. Am Ortsausgang kam dann das Chaos, sechs Spuren nebeneinander, alles in eine Richtung incl. der Gegenfahrbahn. Alle wollten über eine einspurige Brücke, die so aussah als wäre sie gerade bombardiert worden. Jeder wollte der Erste sein. Wir hatten wohl einen Schutzengel und kamen wieder auf die gut ausgebaute Strasse, die uns dann problemlos bis nach Mazedonien führte. An der Grenze mussten wir allerdings ca. 3 Std. warten, bis man die 4 Autos und uns abgefertigt hatte. Wir wollten noch eine Stunde fahren und uns dann ein Zimmer suchen, aber es kam nichts. Gegen 22 Uhr und 15 Stunden Fahrt wollte Veronika nicht mehr weiter und wollte auf dem Moped schlafen. Ich fuhr dann alleine los und fand in einer Seitengasse doch noch ein Quartier für uns. Wegen der Kälte ging es am nächsten Tag in Thermo weiter über Thessaloniki und Kavala an die türkische Grenze. Endlich wurde es dann langsam wärmer. Der Weg führte uns über Kesan nach Kilidürbahir wo wir mit einer Fähre nach Canakkale übersetzten. Hier bekamen wir das erste Mal zu spüren, dass die Türkei kein preiswertes Land ist. Für die Überfahrt ca. 30 Min. mussten wir 46 Euro berappen, aber sonst hätte wir über Istanbul fahren müssen. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild4.jpg Weiter ging es dann nach Troja, wo wir uns das berühmte Pferd ansahen. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/Troja.jpg Na ja, man hat es gesehen und kann mitreden. Nun kam vom Fahren her für uns der langweiligste Teil unserer Tour. Immer geradeaus, 4 Spuren, alles bis Izmir eine einzige Baustelle, überall 30 km/h erlaubt und alle fahren 100 km/h, selbstverständlich wie bei uns, alle fahren links. Der Abstecher nach Pamukkale ca.200 km von der Küste entfernt hat sich dann wirklich gelohnt Leuchtend weiß schimmern Pamukkales Kalkterrassen über dem Lykos Tal. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/kalk.jpg Zurück ging es dann auf der Landstrasse über Mugla nach Bodrum, wo wir eine kleine Autofähre (1 Std. Fahrzeit für 130,-Euro !!!!) buchten. Eine andere Möglichkeit nach Griechenland zu kommen, gab es nicht. In Bodrum war Massentourismus hoch drei, also freuten wir uns auf die Insel Kos wo Norbert und Marita Guse von den GWF Neuss am Kai auf uns warteten. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild5.jpg Wir waren aber so schnell noch nicht vom Schiff, die Ladeklappe zum Kai ging je nach Welle ca. 30 cm hoch und runter, nachdem ich mich dem Takt angepasst hatte, fuhr ich im Blitzstart nacheinander beide Wings von Bord. Wir erledigten die Formalitäten und blieben wie angewiesen dort stehen und warteten darauf, dass man uns vom Gelände lässt. Nach ca. 30 Min mussten wir feststellen, man hatte uns einfach vergessen und alle hatten Feierabend. Nach langem Suchen fanden wir noch jemanden mit Schlüssel zum Tor. Nobby und Marita hatten für uns in ihrer Unterkunft ein wunderschönes Zimmer mit Meerblick besorgt. Zwei Tage fuhren wir vier mit den Wings über die Insel, da die Beiden schon eine Weile da waren, kannten sie einige schöne Flecken Erde, die GL 1800 stand ihnen super zu Gesicht. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/nobby.jpg Die Fähre nach Pireas ( Athen ) 12 Std für 100,- Euro war schon ein Schnäppchen. Von dort aus ging dann zum Kanal von Korinth, der 6,3 km lange, 24 m breite und 45 m tiefe Graben verbindet seit 1893 den korinthischen mit dem saronischen Golf und verkürzt die Schifffahrt zum ionischen Merr um 325 km. Einfach Irre. Weiter ging es nach Epidauros wo das von Olivenhainen umgebene Amphitheater ( 3.Jh.v. Chr ) zu bewundern ist. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild6.jpg Nun führte unser Weg an der Küste entlang durch Leonido Richtung Githio, dann kam eine Umleitung, wir mussten durch den Ort Kosmas. Zur Ortmitte gelangten wir nur über eine in Felsen gehauene, wie eine Rutschbahn abfallende, Strasse. Heil unten angekommen mussten wir uns erst einmal erholen. Wir wollten gerade weiter und freuten uns wieder auf eine normale Strasse zu kommen, wo auch das Hinweisschild hinzeigte. Doch da kam ein Einwohner, drehte das Schild, steckte den Nagel wieder rein und meinte, wir müssen rechts herum fahren, Jetzt kam der Schock. Eine ca.1,5 km lange, 3 Meter breite, steil nach oben, in Fels gehauene Strasse mit Kurve und Gegenverkehr. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild7.jpg Ich bin dann die Strecke abgelaufen, habe mir die Schlaglöcher gemerkt, die Wings noch oben gefahren und muss sagen, hier war die Grenze für eine Wing erreicht. Wir wurden aber wieder belohnt. Es war eine traumhaft schöne kurvenreiche Strecke über Kalamanta Pilos bis Kalo Nero. Hier ging es wieder auf eine Bundesstrasse nach Patras. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild9.jpg Dann kam die neue Brücke zum Festland und anschließend die Küstenstrasse bis Itea, wo wir ins Landesinnere nach Kalambaka (Meteora Klöster) fuhren. Von den früher 23 Klöster, die ab dem 14 Jh dort auf den Felsspitzen von Mönchen erbaut wurden sind noch 6 von Mönchen und Nonnen bewohnt und gut erhalten. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild8.jpg Früher kam man nur mir Hilfe von Seilen und Netzen in die hohen Klöster. Diese muss man einfach gesehen haben. Nun ging es weiter über den sehr schönen Kataras Pass nach Igoumenitsa, wo wir für 170,-- Euro die Fähre nach Ancona nahmen, ein annehmbarer Preis. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild10.jpg In Ancona angekommen wollten wir die Küstenstrasse lang bis Venedig fahren, hatten aber nach ein paar km Stopp and Go und 30 Grad die Nase voll und zogen wir es vor auf der AB bis zum Gardasee zu fahren. Hier verkneifen wir uns einen Kommentar über die 53,- Euro Maut Abzocke für 500 km. Am Gardasee fanden wir dann ein schönes Hotel direkt neben dem Italo Treffen aber dies war noch im Aufbau. Unser Wirt beschrieb uns einen sehr schönen Weg durch die Berge wo wir ein tolles Alpenpanorama vorfinden sollten. http://www.motorradundreisen.de/Images/11Laender/bild11.jpg Etwa 500 Meter vor dem Ziel machten wir an einer sehr schönen Brücke gerade ein Foto als das Handy klingelte. Traurige Gründe zwangen uns, unseren Urlaub sofort abzubrechen. Eine Stunde später waren wir auf der Bahn und nach 15 Std. Fahrt morgens um 3 zuhause. 7.500 km lagen hinter uns und bis auf das Ende war es ein wirklich gut gelungener zu empfehlender Bikerurlaub. Bikergruß Veronika und Klaus |
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