MR-Alex
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Da in M&R auch viele Leser TomTom Navigationsgeräte besitzen und auch nach Seminaren usw. gefragt haben (welche wir zwischenzeitlich auch angeboten haben) habe ich mir die Mühe gemacht und noch einmal einen ausfürhlichen Fahrtest vorgenommen.
Gefahren wurde mit einem Handgerät mit aktuellem Kartenmaterial. Da meines Wissens die Routenberechnung der TomTom-Geräte identisch ist sollte das Modell keinerlei Rolle spielen.
Die Aufgabe:
Ziel war ein Ort in Südwest Thüringen an der Grenze zu Bayern. Vom Startort Osterode im Harz gibt es keine vernünftige Autobahnverbindung bzw. nur eine, die mit einem erheblichen Umweg verbunden ist.
Das Wetter war grausig, daher war das klar erklärte Ziel -> bitte auf schnellstem Weg.
Die Strecke beträgt auf kürzestem Weg ca. 140 km (Landstraße).
Die Aufgabe für das Gerät demnach:
- Bitte schätze ab welcher Weg der schnellste zum Ziel ist unter Berücksichtigung aller möglichen Verbindungen und bring micht zu einem mir nicht bekannten Ziel.
Die Bedinungen:
- auf der Hinfahrt wird strikt die Strecke gefahren, die das Navigationsgerät empfiehlt - auf der Rückfahrt suche ich mir meine Route selber aus. Trotz fehlender Ortskenntnisse orientiere ich mich lediglich an Straßenschildern und meiner Geographiekenntnisse. - auf beiden Fahrten wurden Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten und ein etwa identischer Fahrstil gewählt.
Das Ergebnis:
Navigationsgerät: Erschreckend! Das Navigationsgerät lies zunächst die Eingabe der Hausnummer nicht zu, sondern kannte lediglich Hausnummer von 1-15. Ich allerdings suchte ich nach der 26. Die Streckenführung erschien mir zunächst logisch. Auf kürzestem Weg zur nächstgelegenen Autobahnauffahrt. Dann ging es die A7 Richtung Süden, was mir soweit auch einleuchtend erschien. In Bad Hersfeld ging es ab auf die A4 und Richtung Osten. Soweit so gut! Jetzt ging es allerdings los. Ich fuhr rund 60 Kilometer Autobahn bis mich das Navigationsgerät von dieser abfahren lies. Zur großen Überraschung ging es nun über Landstraßen rund 20 km wieder zurück Richtung Bad Hersfeld. Bei Betrachtung anschließend an den Test konnte festgestellt werden, dass ich die letzten 60 km einen großen Kreis zum Ziel gefahren bin, aber dazu später mehr. Letztendlich im Zielort angekommen lotze mich das Gerät zur ausgewählten Hausnummer 15. Der Ort war sehr verbaut. So befand sich gegenüber der Hausnummer 15 zu allem Übel die Hausnummer 4. Ein richtiges System bei der Vergabe der Hausnummern blieb mir verborgen. Ich fuhr demnach die Straße komplett durch und konnte das genannte Haus nicht finden und musste, da es sich um eine Einbahnsstraße handelte in die nächste Straße einbiegen. Von meinem Beifahrer wurde das Navigationsgerät derweil neu gestartet, damit es uns wenigstens zur gesuchten Straße zurückführen möge, allerdings verweigerte dieses komplett den Dienst, da es für sich empfand, dass wir weiterhin am Ziel angekommen wären.
Ich fuhr also einmal im Kreis zurück zu der Straße, auf die ich dieses mal auf Grund einer durchgezogenen Linie nicht einbiegen durfte und fuhr ca. 100m weiter, um einen geeigneten Ort zum Drehen zu finden. Zu unserem Erstaunen mussten wir feststellen, das dort die Straße auf der anderen Seite weiterging. Mehr zufällig als wirklich "hingeführt" bogen wir in die Straße ein und haben wenige Sekunden unser Ziel erreicht.
Reine Fahrzeit: 2:45 Minuten Strecke: ca. 195km
Mensch: Der ein oder andere bringt jetzt sicher Verständnis für mein Verhalten auf und denkt sich "das kann ich besser" und genauso ging es mir, womit die Idee zu diesem Test entstand.
Ich habe behauptet: In spätestens 2 Stunden sind wir zu Hause und ein Besuch bei einer bekannten Fast-Food-Kette ist auch noch drin!
Also fuhren wir los. Vielleicht war ich ein wenig aufgeregt, aber auf jeden Fall bog ich direkt an der ersten Kreuzung falsch ab... dachte ich zunächst. Wenige Meter später leuchtete ein blaues Autobahnschild auf und einige hundert Meter später befanden wir uns direkt auf der Autobahn. Die erste Feststellung des Tages -> Das TomTom zog in diesem Fall 20 km auf der Landstraße rund 10 km auf der A4 vor.
Das ging ja gut los. Kaum 30 Minuten Fahrtzeit und schon 15 Minuten und rund 10 km gespart. Allerdings sollte die Herausforderung noch auf mich zukommen. Wie oben erwähnt wäre es vermutlich für jeden einfach auf direktem Weg auf der Autobahn nach Hause zu kommen. Da ist aber noch der Umweg. Der direkte Weg auf der Autobahn wären sicher 220 km, also 70 km Umweg gewesen, daher musste ich früher oder später aus dem Bauch heraus entscheiden, wann ich von der Autobahn abbiege. Hinweisschilder gab es dort keine, die mir weiterhelfen würden. Außerdem wollte ich in diesem Fall schon einen Großteil auf der Autobahn verbringen, allerdings müsste die Schleife Richtung Osten abgekürzt werden, da die A4 viel zu weit südlich verläuft.
Ich musste also ohne großartige Ortskenntnisse und Landkarte einen Weg zur A7 finden. Was mir schwer vorkam stellte sich am Ende als ganz einfach raus. Ich blieb einfach pauschal 25 km weniger auf der A4, als es das Navi auf der Hinfahrt tat und fuhr ab. Wenige Meter darauf leuchtete ein Schild A7 - Homberg(Efze) auf. Weitere 5-10 km auf einer 4-spurigen Schnellstraße führten mich zur A7 und Richtung Heimat.
Um es kurz zu machen: Wir erreichten inklusive kurzer Futterpause nach 1:55 h und 160 Kilometern unsere Redaktion auf einer definitiv auch nicht optimalen Route, sondern einer die nur nach Schätzungen per Gehirn berechnet wurde.
Fazit:
Ich finde es unglaublich, dass es einem orts_un_kundigem Menschen auch nur möglich ist ohne Landkarte eine computergestütze Berechnung für mehrere hundert Euro, die auf Routen bzw. Kartenmaterial zurückgreifen kann, so vernichtend zu schlagen.
Ich bin der letzte, der Navigationsgeräte anderer Hersteller als fehlerfrei empfindet, aber das war an diesem Tag wirklich der Gipfel. Ich persönliche benutze ein Garmin zumo 500 und kann sicher nicht behaupten, dass dies keine merkwürdigen Vorschläge machen würde, allerdings in einem kleinerem Umfang und auch so, dass die meissten mit gesundem Menschenverstand auszumerzen wären und man sich quasi daran gewöhnt hat. Damit Sie mich richtig verstehen. Ich versuche hier niemanden ein Garmin unterzujubeln oder bin weder von Garmin animiert noch bezahlt, noch wären Sie (Werbe-)Partner des Magazins. Ganz im Gegenteil. Wir erhalten nicht einmal wirkliche Unterstützung für unsere Seminare, die wir komplett auf Eigeninitiative anbieten. Es geht hier lediglich um Erfahrungen in eigener Sache, da ich einfach enorm viele Empfehlungen für das verwendete Gerät gelesen habe und finde, dass dort anderen Herstellern, wie Data Becker, Medion, Pearl, Garmin und wie sie alle heißen unrecht getan wird!
Das schlimme daran ist, dass die Routenberechnung für vorgefertigte Routen zwischen den einzelnen Punkten so verlaufen dürfte wie die Navigation von A nach B, dass ich mir berechtigte Sorgen mache, ob unsere Touren am Ende auf der Strecke wirklich so aussehenen wie sie es in der Vorschau tun.
Wir haben uns mit Vergleichstests von Navigationsgeräten bisher enorm zurückgehalten, aber ich weiß, dass mein verwendetes Gerät in einigen "seriösen" Magazinen mit Abstand Testsieger wurde. Ein Gerät, welches bei ähnlichem Preis schon ab Werk einen geringeren Funktionsumfang anbietet und ohne Routensoftware ausgeliefert wird, was mir da bereits durchaus merkwürdig vorkam. Ich möchte hier am Ende nur geraderücken, dass dies absolut nicht der Fall ist. Ein perfektes Navigationsgerät gibt es nicht, das ist klar, aber ein Gerät was so krasse Mängel im Routingverhalten bei einer simplen Navigation von A nach B aufweist ist für mich persönlich "NICHT empfehlenswert" und nichts anderes!
Freuen würde ich mich über andere Nutzer, die ein TomTom verwenden und Ihre Erfahrungen kundtun möchten. Selbstverständlich oder besonders sind auch positive Erfahrungen erwünscht. Besonders wichtig wäre uns auch, wie sich unsere angebotenen GPS-Touren auf dem TomTom nachfahren lassen. Wir sind auch einige Touren mit dem TomTom Rider 2 nachgefahren und konnten da nur geringe Abweichungen von den ursprünglich geplanten Routen feststellen.
P.S. Exakt dieser Test wird mit einem Zweiten Navigationsgerät Anfang Februar wiederholt. Alles dazu an dieser Stelle.
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Update Teil 2 - Garmin zumo 660
Ich möchte das Ganze an dieser Stelle etwas kürzer halten. Dieselbe Strecke, derselbe Test.
Das zumo stellte sich dabei keineswegs perfekt an, aber konnte dennoch das TomTom klar schlagen. Es kam auf knapp über 2 Stunden Fahrzeit und rund 170 km. Perfekt ist wirklich etwas anderes, war es auch in diesem Versuch schwächer, als eine eigene Routenplanung, allerdings waren hier die Unterschiede "akzeptabel". Wenn man quer durch Deutschland fährt und auf einer Strecke von rund 150 km gerade einmal 10 Minuten verliert ist das für mich kein Drama, da häufig im Vordergrund steht ohne Sucherei ans Ziel zu kommen, allerdings kann man natürlich auch sagen, dass man in der heutigen Zeit erwarten könnte dass die Technik wirklich die beste Strecke findet.
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