KTM 125 Duke 2024 – die Kleinste ganz groß

Zum Geburtstag bekommt die 125er-Duke zahlreiche Modifikationen spendiert, die das 5.500,-- Euro teure Nesthäkchen moderner und gleichzeitig erwachsener machen.  
KTM 125 Duke 2024 – die Kleinste ganz groß
KTM 125 Duke 2024 – die Kleinste ganz groß Gut sichtbar verleiht ein neuer Stahl-Gitterrohrrahmen mit angeschraubtem zweiteiligem Aluguss-Heck dem Ganzen mehr Halt und Komfort
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05.06.2024
| Lesezeit ca. 4 Min.
Thilo Kozik/SPX
RKM
Dreißig Jahre ist es her, dass sich die österreichischen Hard-Enduristen von KTM aus ihrer Offroad-Nische wagten und 1994 mit der ersten Duke für Irritationen im Straßenlager sorgten. Mit einer Ergonomie und einem Styling irgendwo zwischen Supermoto und Streetfighter, versehen mit der rohen Kraft eines großvolumigen Einzylinders, betrat erstmals ein kompromissloses, unverkleidetes und auf die wesentlichen Aspekte reduziertes Motorrad die Bühne der Zweiradwelt. Inzwischen umfasst die Duke-Familie gleich sechs Modelle, und zum Geburtstag bekommt die 125er-Duke zahlreiche Modifikationen spendiert, die das 5.500,-- Euro teure Nesthäkchen moderner und gleichzeitig erwachsener machen.

Die 125er kommt daher wie eine Große

Notwendig ist das eigentlich nicht, denn der kleinste Herzog kopiert die hauseigenen Vorbilder haargenau: Auch die Kleine kommt in der frech-aggressiven Optik der gesamten Baureihe. Ins Auge fallen natürlich die weit nach vorn unten gezogenen Verkleidungsteile, die wie Lefzen unter der zweigeteilten LED-Frontmaske für den typisch dukig-aggressiven Touch sorgen. Besonders beeindruckend in der neuen Farbvariante Electronic Orange, die im Mehrschicht-Nasslack aufgetragen eine geradezu leuchtende Brillanz erreicht. Von Weitem ist kaum ein Unterschied zu den leistungsstarken Duke-Modellen auszumachen, und wäre nicht der 125er-Schriftzug auf der Flanke, würde die 125er glatt für ein wesentlich größeres und leistungsstärkeres Motorrad durchgehen – nettes Prestige-Upgrade für A1-Lizenzler.
KTM 125 Duke, Aluguss Heck
Gut sichtbar verleiht ein neuer Stahl-Gitterrohrrahmen mit angeschraubtem zweiteiligem Aluguss-Heck dem Ganzen mehr Halt und Komfort
Gut sichtbar verleiht ein neuer Stahl-Gitterrohrrahmen mit angeschraubtem zweiteiligem Aluguss-Heck dem Ganzen mehr Halt und Komfort: Im Zuge der 2024er-Überarbeitung sinkt die Polsterhöhe auf locker beherrschbare 800 mm. Über eine schmalere Sitzbankkontur gibt’s üppigere Platzverhältnisse und einen noch besseren Kontakt zum Untergrund, an der grundsätzlich angriffslustigen Ergonomie bei akzeptabel kompaktem Kniewinkel wurde indes nicht gerüttelt.

Neues Fahrwerk

Zum komplett runderneuerten Fahrwerk gehören eine 43er-USD-Gabel sowie eine gebogene Fachwerk-Aluschwinge, die ein seitlich versetztes Mono-Federbein direkt beaufschlagt. Das schafft Platz für einen größeren Luftfilterkasten und den neuen Endschalldämpfer und fördert als ästhetischer Nebeneffekt wiederum den sportlichen Anspruch. Neuerdings großzügige 150 mm Federweg vorn wie hinten verschaffen der kleinen KTM zusammen mit einem längeren Radstand und leichteren Rädern ein noch erwachseneres Fahrverhalten. Mühelos lassen sich die lässigen 154 Kilo zum Kurventanz bewegen, auf schmalen Siebzehnzöllern vom Typ Michelin Road 5 flitzt die Österreicherin behände und jederzeit nachvollziehbar ums Eck. Dabei sorgen die in Thailand gefertigten Pneus für ein neutrales Fahrverhalten samt erstaunlicher Haftung.
KTM 125 Duke
Die Duke von KTM gibt es inzwischen in diversen Leistungsstufen. Mühelos lassen sich die lässigen 154 Kilo zum Kurventanz bewegen
Ungeachtet der erfrischenden Agilität liefert die Duke eine außergewöhnliche Präzision und Fahrstabilität in allen Dynamiklagen, auch auf weniger gnädigen Untergründen. Selbst unter mutwilligem Gezappel zieht sie stets souverän und stabil ihre Bahn, bleibt bestens kontrollierbar. Stellt sich dann doch mal ein blümerantes Gefühl ein, sorgt der Griff an den einstellbaren Bremshebel schnell für eine ausgeglichene Gefühlswelt: Größere Bremsscheiben vorn und hinten halten den Vortrieb bestens dosierbar und angenehm ungiftig im Zaum, erfreulicherweise sogar in Schräglage: Die 125 Duke zählt zu den ganz wenigen Leichtkrafträdern, die sich eines sicherheitsfördernden Kurven-ABS rühmen können.
LC4c Einzylinder Motor, KTM 125 Duke
Beim Motor handelt es sich um den LC4c genannten Einzylinder, der mit neuem Zylinderkopf Gewicht einspart

Fahrassistenzsysteme

Weitere herzögliche Raritäten sind die Antihopping-Kupplung, die beim Runterschalten vor der Kurve das Hinterradstempeln verhindert, und das elektronische Ride-by-wire-System. Dank diesem erfreut sich die kleine Duke einer Traktionskontrolle, die den Druck des neuen Motors reguliert. Dabei handelt es sich um den LC4c genannten Einzylinder, der mit neuem Zylinderkopf Gewicht einspart und aus immer noch 125 Kubik die maximal erlaubte Leistung von 15 PS erlöst. Diese transferiert ein überarbeitetes, gleichwohl etwas knarziges Sechsganggetriebe ans Hinterrad, dem für 425,-- Euro ein Quickshifter auf die Sprünge hilft. Spontan und gut dosierbar setzt der Motor die Vortriebswünsche um, beim Antritt dominiert indes Gleichförmigkeit über Spritzigkeit – mit ein wenig Anlauf stehen echte 105 km/h auf der Uhr. Zu den tadellosen Manieren gehört ein sehr sorgsamer Umgang mit Sprit, die 2,4 Liter Durchschnittsverbrauch können sich sehen lassen.
infotainment

Das TFT-Farbdisplay

5-Zoll-TFT-Farbdisplay
Das 5-Zoll-TFT-Farbdisplay ist ein Muster an Ables- und dank neuem 4-Wege-Menüschalter Bedienbarkeit
Ebenfalls im Blick liegt ein elektronisches Highlight: Das 5-Zoll-TFT-Farbdisplay ist ein Muster an Ables- und dank neuem 4-Wege-Menüschalter Bedienbarkeit. Neben den Motoreinstellungen und umfangreichen Fahrzeuginformationen lässt sich das Layout auf einen Track-Modus mit Laptimer umstellen und das Handy koppeln, womit auch eine Pfeilnavigation möglich wird. Auch die automatische Blinkerrückstellung ist ein praktisches Feature, das im 125er-Kosmos äußerst rar gesät ist. Dass so viel Motorrad dank der Produktion bei Bajaj in Indien für rund 5.500 Euro zu haben ist, freut nicht nur den Motorradnachwuchs.
#KTM#Michelin#Test
Technische Daten KTM 125 Duke 2024
Motor
Bohrung x Hub 58 x 47 mm
Hubraum 125 ccm
Zylinder, Kühlung, Ventile Einzylinder, flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile pro Zylinder
Abgasreinigung/-norm Euro 5
Leistung 15 PS (11 kW) bei 9.500 U/min
Drehmoment 12 Nm bei 7.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 125 km/h
Kraftübertragung
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt
Schaltung 6-Gang
Antrieb Kette
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen, pulverbeschichtet
Federelemente vorn 43-mm-Upside-Down-Gabel
Federelemente hinten WP APEX-Federbein
Federweg v/h 142 mm/150 mm
Radstand 1.357 mm
Lenkkopfwinkel 25°
Räder Gussräder
Reifen vorn 110/70-17
Reifen hinten 150/60-17
Bremse vorn 300-mm-Radial montierter 4-Kolben-Bremssattel,
Bremse hinten 230-mm-1-Kolben-Bremssattel, schwimmend gelagert
Maße & Gewicht
Gewicht 156 kg
Sitzhöhe 830 mm
Tankinhalt 13,4 Liter
Weitere Baujahre 2008,
2011-2012,
2013-2016,
2017-2020,
2021-2022
Fahrerassistenzsysteme
Kurven-ABS
Traktionskontrolle
Fahrzeugpreis ab 5.499,-- Euro
Sonstiges Das in Deutschland meistverkaufte Motorrad der 125er-Klasse. Aggressives Design, sportlicher Motor und außerordentlich beliebt. Wer sich nach einer sportlichen 125er umschaut, wird an der KTM 125 Duke nicht vorbeikommen. Gerade jüngere Fahrer und Einsteiger fühlen sich auf Anhieb wohl, denn Motor, Ergonomie und Auftritt lassen keinen Zweifel an den sportlichen Wurzeln und den Anleihen bei den großen Naked-Schwestern 690 Duke und 1290 Super Duke.
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Kommentare (2)
WernerV
16.06.2024 15:56


Erstaunlich, was heutzutage in die 125er Klasse gepackt wird. Früher undenkbar, jetzt fast Standard. Da kommt Freude auf!
RoadRider64
16.06.2024 09:54


Tolles Update für den Einstiegsbereich, Preis-Leistung stimmt absolut!