100 Jahre Moto Guzzi

16.03.2021 16:21

Einhundert Jahre ist es her, seit in Genua im Jahre 1921 eine Firma unter dem Namen Moto Guzzi registriert wurde.
Als Zweck der „Società Anonima Moto Guzzi“ wird seinerzeit „die Herstellung und der Verkauf von Motorrädern sowie alle sonst zur Metallverarbeitung und zum Maschinenbau gehörigen oder damit verbundenen Tätigkeiten“ angegeben. Eine neue Motorradmarke war geboren. 
 

Drei befreundete Kammeraden haben die Idee, nach Kriegsende innovative Motorräder zu bauen

Die drei Gesellschafter des Unternehmens sind Carlo Guzzi, Giorgio Parodi, sein Freund und Kamerad aus dem Ersten Weltkrieg, sowie dessen Vater Emanuele Vittorio Parodi, ein bekannter Reeder aus Genua. In Gedenken an ihren Freund Giovanni Ravelli, der wie Giorgio für die königliche Luftwaffe flog und bei einem Testflug tödlich verunglückte, fällt die Wahl des Firmenlogos auf den Adler mit den ausgebreiteten Schwingen.
 

Bis heute werden alle Moto Guzzi in Mandello del Lario gefertigt

Unter diesem Logo werden in den Hallen des Firmensitzes in Mandello del Lario seither die Motorräder von Moto Guzzi gefertigt. 1928 entstand hier die GT 500 Norge, mit der Giuseppe Guzzi, der Bruder von Carlo, bis zum Polarkreis fuhr. In der Nachkriegszeit machten Maschinen wie die Airone 250 von 1939 und die Galletto aus dem Jahr 1950 die Bevölkerung mobil. Moto Guzzi war 1950 der erste Hersteller, der einen modernen Windkanal baute. Die Rennabteilung, bestehend aus Ingenieuren wie Umberto Todero, Enrico Cantoni und Giulio Cesare Carcano, erarbeitete sich schnell einen legendären Ruf.
 
Moto Guzzi Otto Cilindri mit V8-Motor
Die Moto Guzzi Otto Cilindri mit V8-Motor, gebaut von 1955 bis 1957, war bis zu 285 km/h schnell.
 

Bis zu 285 km/h schnell: die Otto Cilindri mit V8-Motor

Es entstehen Rennmaschinen wie die Guzzi Otto Cilindri mit V8-Motor. Ihr wassergekühlter 500er leistete 78 PS bei 14.000 U/min und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 275 bis 285 km/h – je nachdem welcher Quelle man glauben möchte. Zwischen 1935 und 1957 stellte Moto Guzzi fünfzehn Geschwindigkeitsrekorde auf, errang vierzehn Weltmeistertitel und holte elf Siege bei der Tourist Trophy. Dann beendete der italienische Hersteller sein Engagement im Rennsport.
 

Der legendäre Guzzi-V2

Den 90-Grad-V2-Motor mit Kardanwelle, für den Moto Guzzi heute bekannt ist, präsentierten die Italiener in den 1960er-Jahren. Auf seiner Basis entstanden legendäre Modelle wie die California, die Le Mans und die V7, die erst kürzlich komplett überarbeitet wurde und mit dem Motor der Klassik-Reiseenduro V85 TT mehr Hubraum bekam. (Testbericht der neuen Moto Guzzi V7 mit V85-Motor)
 

Sondermodelle zum 100-jährigen Jubiläum

Inspiriert von den Farben der legendären Otto Cilindri wird es nur im Jubiläumsjahr 2021 die Modelle V7 Stone, V9 Bobber und V85 TT in einer Special Edition geben. In mattem Silber und mattem Grün lackiert sowie mit einem braunen Sitzbankbezug ausgestattet, tragen sie den goldenen Adler auf den Flanken ihrer Tanks.

 
Text: Thomas Kryschan , Fotos: Hersteller

Newsletter

Immer informiert bleiben über unseren kostenlosen M&R Newsletter:

Neues auf motorradundreisen.de