125er erobern die Straße - die beliebtesten Bikes im Fokus

17.09.2020 19:41

Der 125er-Markt boomt. Grund dafür ist eine Führerscheinreform aus 2019. Infos zur A1 Fahrerlaubnis und die Top10-125er mit Bildergalerie in der Übersicht.

Der Bundesrat hat Ende 2019 einem Gesetzesentwurf von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zugestimmt, der Fahrern die im Besitz einer Fahrterlaubnis B sind gestattet, leichte Motorräder bis 125 cm³ ohne Fahrprüfung zu bewegen. Dies ist seit Anfang 2020 unter folgenden Voraussetzungen möglich:
 

  • Mindestalter von 25 Jahren

  • 5 Jahre im Besitz des PKW-Führerscheins

  • neun Unterrichtsstunden, davon fünf Praxisstunden à 90 Minuten

  • maximal 11 kW (15 PS) bei maximal 0,1 kW/kg Fahrzeuggewicht, max. 125 cm³ Hubraum

Allerdings erfolgt keine offizielle A1-Eintragung in den Führerschein, man erhält lediglich eine Eintragung des Schlüssels 196 als Zusatz zur Klasse B.

(1) Die Fahrerlaubnis der Klasse B kann mit der Schlüsselzahl 196 erteilt werden, für Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum von bis zu 125 cm³, einer Motorleistung von nicht mehr als 11 kW, bei denen das Verhältnis der Leistung zum Gewicht 0,1 kW/kg nicht übersteigt

Auch sollte beachtet werden, dass man ausschließlich im Inland unterwegs sein darf und auch, dass eine Erweiterung auf den „großen“ Motorradführerschein nicht möglich ist. Weder A noch A2 können ohne vollständige Fahrausbildung mit Prüfung erworben werden. Einfach Aufsitzen und losfahren ist also nicht drin. Zudem sollte man wissen, das alle die ihre Fahrerlaubnis schon vor dem 01.04.1980 erhalten haben ohnehin die Möglichkeit besitzen eine 125er zu bewegen. Dies gilt auch für ehemalige Bürger der DDR.
Für alle anderen, die obige Kriterien erfüllen, bietet sich nun also bereits erwähnte Möglichkeit kostengünstiger in den Genuss von ordentlich Zweiradspaß zu kommen. Als reine Spaßmobile sollte man 125er jedoch nicht verstehen. Mit einem Spritverbrauch von teils nur rund zwei Liter, stellen sie eine sparsame Alternative zur Fortbewegung dar. Insgesamt muss mit circa 650,-- Euro an Gebühren gerechnet werden bevor es auf die erste Fahrt gehen kann. Wer einen A1 Führerschein über den "normalen Weg" mit einer Prüfung erwerben möchte muss mit rund 1.500 Euro rechnen. Allerdings ist es damit relativ unkompliziert möglich, zum A2-Führerschein aufzusteigen.


Ansturm auf 125er bedeutet Absatzplus für Motorradhersteller - KTM geht voran

Der durch diesen Boom entfachte Ansturm auf Leichtkrafträder traf einige Hersteller etwas unvorbereitet, andere dagegen freuen sich über ordentlich Absatz. Satte 25.811 Leichtkrafträder wurden in 2020 bereits zugelassen. Das sind knapp 10.000 mehr als im Vorjahr. Absoluter Senkrechtstarter ist die KTM Duke 125, die mit fast schon BMW GS würdigem Vorsprung die Hitliste vor der Honda CB 125 R anführt, obwohl sie mit rund 4.700 Euro Anschaffungskosten kein Schnäppchen ist. Für den Gesamtmarkt "Motorrad" bedeutet das Platz drei für die Absatzstärkste 125er, noch vor den Topmodellen Yamaha MT-07 und Kawasaki Z900.
Ebenfalls unter den Top10 zu finden ist das Kultbike Honda Monkey, deren Fans sich seit über 50 Jahren über eine regelmäßige Pflege des Modells freuen durfen. Wie sich der Klassiker heutzutage fährt, zeigt unser Fahrtest.

Die Top10 der beliebtesten Leichtkrafträder:

# Marke Modelle Zugelassene Modelle (Januar bis August)

1

KTM

DUKE-125

3.436

2

Honda

CB 125 R

1.750

3

Yamaha

MT-125

1.699

4

Aprilia

SX-125

1.457

5

Kawasaki

Z 125

1.415

6

Yamaha

YZF-R 125

1.220

7

KSR MOTO

BX 125

1.220

8

Betamotor

RR ENDURO 125 LC

998

9

Honda

MONKEY

832

10

Kawasaki

NINJA 125

778

Text: Alexander Klose , Fotos: Hersteller

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