BMW S 1000 XR - Vierzylinder-Adventure-Bike im Fahrtest

Ob die BMW S 1000 XR sowohl mit supersportlicher Fahrleistung als auch Tourentauglichkeit überzeugen kann, haben wir getestet.
BMW S 1000 XR Fahrbild
Verkleidung und Handprotektoren bieten ordentlichen Schutz bei schlechtem Wetter. Helm und Schultern bieten dem Fahrtwind jedoch Angriffsfläche.
Große Fahrer genießen auf der BMW S 1000 XR viel Platz. Mit meinen 1,86 m darf ich sogar die Zehen ein bisschen strecken, will ich mit beiden Füßen gleichzeitig den Boden erreichen. Montiert ist die Sitzbank mit mittlerer Höhe. Spielraum zur Anpassung bieten höhere und niedrigere Sitzbänke, die BMW ab Werk anbietet. Für mich ist die Standardbank nahezu perfekt.
BMW S 1000 XR Cockpit
Der Halter der BMW-Navigation ist über dem Cockpit platziert.
Ihre stark ausgeformte Kontur und das straffe Polster geben Halt und fördern eine aktive Sitzposition. Entspannt fällt der Griff zum breiten Lenker aus, ebenso die Positionierung der Fußrasten, bei denen BMW den idealen Kompromiss aus Komfort und Schräglagenfreiheit fand. Vor Winddruck schützt die Verkleidung mit ihrer hohen Scheibe recht ordentlich. Turbulenzen am Helm lassen sich aber nicht vermeiden, egal ob man den Windschild in hoher oder niedriger Position arretiert. Verstellen lässt er sich einhändig. Auch während der Fahrt ist der zugehörige Hebel gut erreichbar.
BMW S 1000 XR Display
Selbst in sommerlicher Mittagssonne ist das Display gut ablesbar.
Die S 1000 XR ist mit einem elektronisch einstellbaren Fahrwerk ausgestattet. Ihr „Dynamic ESA“ bietet die drei vorgegebenen Fahrmodi Rain, Road und Dynamic. In „Dynamic Pro“ speichert der Fahrer auf Wunsch seine eigenen Einstellungen. Satt liegt die S 1000 XR auf der Straße, fällt schon bei leichtem Zug am breiten Lenker spielerisch in Schräglage und ermöglicht weit mehr, als ich auf öffentlichen Straßen auszuloten vermag. Ungeplante Kurskorrekturen oder das Bremsen in Schräglage setzt sie mit beeindruckender Gleichgültigkeit um. Lediglich auf groben Verwerfungen, zum Beispiel über Bahnübergänge hinweg, reicht die BMW manch harten Stoß an den Fahrer weiter.
BMW S 1000 XR Sitzbank
BMW bietet die stark konturierte Sitzbank in unterschiedlichen Höhen an.

Quickshifter und Bremse auf Supersport-Niveau

Unterstützt wird der Weg durchs Getriebe von einem Quickshifter, der kupplungsfreies Hoch- und Runterschalten ermöglicht. Die BMW bevorzugt dabei klare Impulse. Mit beherztem Tritt funktioniert der Quickshifter perfekt. Feingefühl fordert sie im Gegensatz dazu bei der Leerlaufsuche. Die Bremse stünde hingegen so manchem Supersportler gut zu Gesicht. In Sachen Wirkung und Dosierbarkeit bewegt sie sich auf Topniveau. Bereits ab Werk stattet BMW die S1000XR mit Stahlflexleitungen aus.


Ein halbes Buch ließe sich über die Ausstattungsdetails schreiben. Griffheizung, Handschützer, Navi-Halterung und einen massiven Hauptständer gibt es ab Werk. Adaptives Kurvenlicht bietet BMW als Option an. Es ist jeden Cent der 195 Euro wert. Völlig kostenlos bietet sie ein angenehm großes Staufach unter der Sitzbank. Das kleine Fach auf dem Tank beantwortet die Frage nach dem „Wohin“ des Keyless-Schlüssels.
BMW S 1000 XR Front
Der Windschild der BMW S 1000 XR ist höhenverstellbar.
Die seitlich öffnenden, teillackierten Koffer der BMW lassen sich intuitiv abnehmen und einhängen. Sie hängen zudem spielfrei in ihren Haltern. Aller­dings gefährden scharfkantige Verschlusshaken der Deckel unachtsame Hände. Im Gegenzug überlässt die BMW es dem Fahrer, ob er die Koffer abschließt oder jederzeit auch ohne Schlüssel öffnen will.

Fazit

Leicht und agil präsentiert sich die BMW S 1000 XR im Test. Ihr Spagat zwischen supersportlicher Performance und tourentauglicher Ergonomie gefällt.
BMW S 1000 XR Fahrbild
Große Fahrer freuen sich über den entspannten Kniewinkel. Die Haltung des Oberkörpers ist leicht vorderradorientiert.
 Pro
  • elastischer Vierzylinder
  • sportliches Fahrwerk
  • Ergonomie für Große
 Contra
  • Windverwirbelungen am Helm
  • scharfkantige Verschlusshaken am Koffer
BMW S 1000 XR 2021
BMW S 1000 XR
2021
Motor
Bohrung x Hub 80 x 49,7 mm
Hubraum 999 ccm
Zylinder, Kühlung, Ventile Vierzylinder, öl-/wassergekühlt, 4 Ventile pro Zylinder
Abgasreinigung/-norm Euro 5
Leistung 165 PS (121 kW) bei 11000 U/min
Drehmoment 114 Nm bei 9.250 U/min
Verdichtung 12,5:1
Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h
Wartungsintervalle Erstinspektion zwischen 500 und 1200 km, danach alle 10000 km
Kraftübertragung
Kupplung Mehrscheiben-Ölbad (Anti-Hopping)
Schaltung 6-Gang
Antrieb Kette
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Aluminiumverbund-Brückenrahmen
Federelemente vorn Ø45 mm Upside-Down-Teleskopgabel
Federelemente hinten Aluminum-Unterzug-Schwinge, Full-Floater Pro, Zentralfederbein
Federweg v/h 150 mm / 150 mm
Radstand 1522 mm
Nachlauf 116 mm
Lenkkopfwinkel 24,9°
Räder Aluminium-Gussränder
Reifen vorn 120/70 ZR 17
Reifen hinten 190/55 ZR 17
Bremse vorn Ø 320 mm Doppelscheibenbremse, Vierkolbenfestsattel
Bremse hinten Ø265 mm Einscheibenbremse, Zweikolben-Schwimmsattel
Maße & Gewicht
Länge 2333 mm
Breite 850 mm
Höhe 1411 mm
Gewicht 205 kg
Maximale Zuladung 224 kg
Sitzhöhe 840 mm
Standgeräusch 94 dB(A)
Fahrgeräusch 76 dB(A)
Tankinhalt 20 Liter
Weitere Baujahre dieses Motorrads 2015-2016,
2017-2020
Fahrerassistenzsysteme
ABS
Traktionskontrolle
Fahrmodi
Fahrzeugpreis 17200 €
Text: Thomas Kryschan , Fotos: Joséphine Eder


#BMW#Sporttourer#Test

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