Ersteindruck: Indian FTR 1200 S

06.05.2019 11:00


Seit zwei Jahren gewinnt und dominiert Indian Motorcycle die amerikanische Flat-Track-Meisterschaft. Zur Würdigung dieser Erfolge lässt die US-Marke jetzt den ersten Flat Tracker für die Straße anrollen. Im hügeligen Hinterland der kalifornischen Küste bei Malibu nutzten wir die Gelegenheit der neuen Indian FTR 1200 S erstmals auf den Zahn zu fühlen.

Die neue FTR interpretiert den authentischen Look der erfolgreichen Flat-Track-Werksrennmaschinen. Gitterrohrrahmen, V2-Motor, breiter Lenker, flache Front, kurzes Heck, viel Bodenfreiheit garniert mit 19 Zoll großem Vorderrad und grobstolliger Bereifung – die optische Nähe zu den Racebikes ist verblüffend. Das gilt sowohl für das Basismodell FTR 1200 als auch für die von uns gefahrene, hochwertiger ausgestattete S-Version.

Unter der vermeintlichen Tankverkleidung befindet sich die Airbox. Der Treibstoff wird, schwerpunktmäßig optimiert, in einem bananenförmigen Behältnis unter dem Sattel gebunkert. Die Sitzposition im sanft abgestuften Sattel, ist zunächst etwas ungewohnt, vermittelt jedoch ein gute Übersicht und ist soweit bequem. Auf eine schlüssellose Zündung verzichtet Indian, doch bis die Anzeigen im Farb-LCD-Display aufgebaut sind dauert es relativ lange.

Um so größer ist die Freude wenn es endlich losgeht. Der 1.203 ccm große V-Twin beschleunigt ab Standgas souverän und reißt ab rund 3.000 U/min richtig kraftvoll an. Die maximale Leistung von 123 PS erreicht er bei 8.250 U/min. Selbst Innerorts kann im Sechsten gefahren werden. Durch den breiten Drehmomentbereich reduzieren sich Gangwechsel, obschon diese exakt und mit kurzen Schaltwegen perfekt funktionieren.

In leicht geduckter und nach vorn geneigter Haltung im rhythmischen Flow sportlich durch Wechselkurven zu schwingen macht wirklich Freude, zumal das gut abgestimmte Fahrwerk mit komfortablen 150 Millimetern Federwegen vorne und hinten selbst auf weniger gut asphaltierten Straßen kaum Wünsche offen lässt. Ähnliches gilt für die großzügig bemessene Schräglagenfreiheit sowie für die grobstolligen DT3-R-Reifen von Dunlop.

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