Fahrtest: BMW R 1200 GS

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres durften wir den neuen Wasserboxer einem Praxistest unterziehen.
BMW R 1200 GS Fahrbild
Als der Vorhang auf der letzten Intermot fiel, dachten sich wahrscheinlich einige, dass auf den ersten Blick kein großer Unterschied zur alten R 1200 GS ins Auge sticht. Aber warum auch, denn ein funktionierendes System soll man bekanntlich ja auch nicht grundlegend ändern. Schon der zweite Blick bringt dann aber doch einige Veränderungen zum Vorschein. Mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres nahmen wir die neue R 1200 GS in Spanien einmal genau unter die Lupe und testeten das Modell auf Herz und Nieren. Mit Roger Plath können wir dafür auf einen Testfahrer zurückgreifen, der einem Motorrad wirklich auch noch das Letzte abverlangt. Die Kriterien für unseren Praxistest richten wir an den von BMW formulierten Entwicklungszielen für das neue Modell aus. Dabei geht es um die erneute Steigerung der Performance unter Beibehaltung der bewährten Tugenden: Perfektionierung der Tourentauglichkeit, Steigerung der Geländetauglichkeit, souveräne Antriebs- und Fahrleistungen im Reiseenduro-Segment und darüber hinaus Zukunftssicherheit unter anderem in Bezug auf Geräusch- und Abgasemissionen. Auch das Fahrwerk soll mit einem Top-Handling, optimaler Traktion und gesteigerter Offroad-Performance punkten. Zum erklärten Ziel definierte der Hersteller dann noch die Erhöhung der aktiven und passiven Sicherheit sowie jenen Punkt, den man sofort bestätigen kann, ein unverwechselbares, GS-typisches Design.
BMW R 1200 GS Boxermotor
Unter der Vorgabe der genannten Ziele wurde die R 1200 GS und insbesondere ihr Antriebskonzept vollständig neu definiert. Die angestrebte Performance sowie die Einhaltung zukünftig zu erwartender Anforderungen hinsichtlich Geräusch- und Abgasemissionen werden unter anderem durch die Umstellung des Kühlsystems sichergestellt. Der Motor des neuen BMW Modells setzt zwar weiterhin auf eine Luft-/Flüssigkeitskühlung, jedoch wurde das Kühlmedium Motoröl durch ein Glycol-Wasser-Gemisch ersetzt. Dieses sorgt durch eine höhere Wärmeaufnahmefähigkeit der Kühlflüssigkeit für einen effizienteren Abtransport der überflüssigen Wärme. Bei der neuen so genannten Präzisionskühlung werden, ähnlich wie in der Formel 1, ausschließlich die thermisch stark beanspruchten Elemente durch die Flüssigkeit gekühlt.

Der Motor vertraut weiterhin im Wesentlichen auf Luftkühlung, wodurch das Erscheinungsbild des Boxermotors erhalten bleibt und der gern verwendete Name „Wasserboxer” eigentlich nicht der Wahrheit entspricht. Die beiden Kühler sind klein und unauffällig in das Gehäuse integriert. Die Durchströmung erfolgt für bessere Füllung nun in vertikaler, statt wie bisher in horizontaler Richtung, und das Motorgehäuse integriert das Sechsgang-Getriebe sowie eine Ölbadkupplung mit Anti-Hopping-Funktion an Stelle der bisherigen Trockenkupplung. Darüber hinaus liegt der Sekundärantrieb mit der bewährten Kardanwelle nun auf der linken Seite. Mit 125 PS bei 7.700 Umdrehungen / Minute und 125 Nm bei 6.500 Umdrehungen / Minute bietet das neue Herzstück souveräne Antriebs- und Fahrleistungen im Reiseenduro-Segment.
BMW R 1200 GS Fahrbild
In der Praxis bietet die vertikale Einspritzung gerade für größere Personen Vorteile, da diese dann nicht mehr mit dem Fuß an die entsprechenden Bauteile stoßen. Auch der Seitentausch des Antriebs und des Auspuffs bietet ganz praktische Vorteile. Jetzt lässt sich das Motorrad noch besser schieben, da man nicht mehr darauf aufpassen muss den Auspuff auf der linken Seite zu zerkratzen. Aber die Veränderungen am Motor zeigen sich nicht nur in der erhöhten Leistung, sondern auch während der Fahrt. Kannte man von den Vorgängermodellen noch die boxertypische Seitenbewegung, so fällt diese in den neuen Modellen deutlich geringer aus. Die Seitenbewegung und Vibrationen werden sich aufgrund der Boxer-Bauweise nie ganz vermeiden lassen, allerdings zeichnen diese eben auch das Motorrad aus. Generell besticht BMWs GS durch einen durchzugstarken Charakter bereits aus dem Drehzahlkeller bis hinauf in die höchsten Drehzahlen. Besaß das Vorgängermodell noch eine Schwäche bei niedrigen Drehzahlen, so lässt es sich jetzt sauber heraus beschleunigen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das erstmals verbaute E-Gas-System hingewiesen. Dabei wird der Fahrerwunsch direkt vom Gas-Sensor an die Motorelektronik weitergegeben, die dann die Drosselklappe entsprechend ansteuert. Durch das E-Gas-System konnten die Dosierbarkeit und das Ansprechverhalten verbessert werden.
BMW R 1200 GS Cockpit
Zudem erhält der Fahrer die Möglichkeit, die Motorcharakteristik - optional - anhand von verschiedenen Fahrmodi an die jeweilige Fahrsituation anzupassen. Natürlich muss man sich zunächst einmal an dieses System gewöhnen, denn es gibt eben nicht mehr die 2-3 Millimeter Spiel, wenn man am Gasgriff dreht. Das Motorrad spricht direkt auf jede Veränderung an. Aber auch das verinnerlicht man innerhalb eines Tages ohne Probleme. Zur optimalen Anpassung an die individuellen Bedürfnisse des Fahrers und den jeweiligen Einsatzzweck bietet die neue BMW als Sonderausstattung ab Werk erstmals fünf frei wählbare Fahrmodi, die mit drei unterschiedlichen E-Gas-Abstimmungen und damit Motorcharakteristiken hinterlegt wurden.
Daran koppelt der Hersteller auch die automatische Stabilitätskontrolle ASC - Automatic Stability Control - mit einer speziellen Endurokonfiguration. Entscheidet man sich für diese Sonderausstattung, werden auch das BMW Motor- rad ABS, das ASC und, wenn vorhanden, das semiaktive Fahrwerk auf die jeweiligen Einsatzprofile dieser fünf Modi abgestimmt. Ein weiterer Vorteil einer Ride-by-Wire-Ansteuerung bietet der optional erhältliche Tempomat oder elektronische Geschwindigkeitsregelung, wie es der Hersteller nennt. Diese ermöglicht gerade auf langen Autobahnetappen eine gleichmäßige Geschwindigkeit. Im normalen Touren- oder Offroadeinsatz kommt man kaum in die Gelegenheit diese Funktion ausgiebig zu nutzen.
BMW R 1200 GS Vorderrad
Bewähren konnten sich dagegen die verschiedenen Fahrmodi, die ganz einfach über den Modustaster am rechten Lenkerende angewählt werden. Um den Wechsel dann zu bestätigen, muss man nur während der Fahrt bei geschlossenem Gasgriff den Kupplungshebel ziehen. Der jeweils aktive Modus wird von der GS im Display angezeigt. Beim Neustart des Motorrads bleibt die zuletzt ausgewählte Einstellung erhalten. Die Sonderausstattung umfasst auch die bereits erwähnte automatische Stabilitätskontrolle ASC mit einer speziellen Endurokonfiguration für die Modi „Enduro“ und „Enduro Pro“. Ebenfalls beinhaltet das Paket eine spezielle Endurokonfiguration für das serienmäßige BMW Motorrad ABS, das in den Modi „Enduro“ und „Enduro Pro“ zur Anwendung kommt. Zusätzlich integriert BMW auch das optional erhältliche Dynamic ESA in die verschiedenen Modi. Der Praxistest beweist auch hier wieder, dass der Hersteller nicht zu viel verspricht. Die verschiedenen Modi bieten eine optimale Abstimmung aller Komponenten für die jeweilige Gelegenheit. Bei Fahrten auf nasser Strecke und schwierigen Gripverhältnissen erhält der Fahrer im „Rain“-Modus ein besonders weiches Dosier- und Ansprechverhalten, verfügt aber dennoch über das volle Drehmoment- und Leistungspotenzial. Das elektronische Regelsystem ASC spricht früher an als im „Road“-Modus. Besitzt die GS die Sonderausstattung Dynamic ESA, so stellt sich die Dämpfung der Federbeine vorne und hinten entsprechend den Verhältnissen weich ein. Im „Road“-Modus werden die Regelsysteme so eingestellt, dass man die optimale Performance auf trockener Straße erreichen kann. Dieser Modus stellt eine spontane und lineare Gasannahme bereit und vereint gute und geschmeidige Dosierbarkeit mit homogenem Drehmomentaufbau. Im „Dynamic“ Modus lässt die neue BMW R 1200 GS ihr sportliches Temperament für die Straße aufblitzen. Eine noch spontanere und direktere Gasannahme, zurückhaltender Eingriff des ASC, sowie im Falle der Sonderausstattung Dynamic ESA eine straffe Dämpfung bringen das volle Potenzial des Motorrads auf die Straße.
Im „Enduro“-Modus zeigt sich die R 1200 GS im Gelände von ihrer besten Seite. Weiche Gasannahme, zurückhaltender Regeleingriff des Enduro-ASC, sehr gute Bremsverteilung und ideales ABS-Regelverhalten machen die BMW zusammen mit dem traktionsstark abgestimmten Dynamic ESA bereit für neue Enduroabenteuer. Damit kommen auch Fahrer mit weniger Enduro-Erfahrung im Gelände schnell mit dem neuen Motorrad zurecht und können den gesamten Fahrspaß auskosten.
BMW R 1200 GS Fahrbild
BMW optimiert den Betrieb übrigens auf die Serienbereifung Conti TrailAttack 2. Ambitionierten Endurofahrern bietet BMW Motorrad den “Enduro Pro”-Modus. Dieser - mit sehr spontanem Ansprechverhalten des Motors - sollte tatsächlich nur bei Betrieb mit Stollenreifen ausgewählt werden. Mit einem Tritt auf den Fußbremshebel deaktiviert sich die ABS-Funktion am Hinterrad. Das optionale Dynamic ESA stimmt der Hersteller auf Traktion und optimales Durchschlagsverhalten ab.
Im professionellen Enduromodus lässt die Stabilitätskontrolle dann auch deutlich mehr Schlupf zu. So kann man festhalten, dass die GS in dieser Konfiguration ihr sportliches Temperament im Gelände eindrucksvoll beweist. Der erfahrene Endurist kann sich so dank besserer Beherrschung der Maschine auch weit abseits der Straßen eine ordentliche Portion Fahrspaß erschließen. Alles in allem kann sich der Fahrer in jeder Situation auf das Motorrad verlassen.
BMW R 1200 GS Lenkergriff rechts
Aber auch das Serienfahrwerk kann sich sehen lassen und bietet ordentliche Fahreigenschaften. Das Fahrwerk baut dann auf einem neu entwickelten, durchgehenden Stahlrohr-Brückenrahmen mit angeschraubtem Rahmenheck auf. Zusammen mit der Neuauslegung des Telelever vorne und des EVO Paralever hinten konnten die Torsionsstabilität und damit die Fahrstabilität samt der Präzision weiter steigen. Die Handlingqualitäten werden durch die verfeinerten geometrischen Fahrwerksdaten effektiv optimiert, während eine längere Schwin­ge nun für noch bessere Traktion, gerade auch bei Geländeeinsätzen, sorgt. Im Praxiseinsatz erweisen sich beide Varianten als äußerst handlich. Auch hier spürt man schon beim Schieben des Motorrads einen deutlichen Unterschied zum Vorgängermodell. Einmal in Fahrt möchte man gar nicht mehr stoppen, denn die BMW scheint Kehren zu lieben. Dabei spielt es keine Rolle, ob enge Spitzkehren oder weite, langgezogene Biegungen warten. Das Motorrad lässt sich einfach nur butterleicht durch jede Art von Kur­ve bewegen. Hier kann man erneut von einem Quantensprung im Vergleich zum Vorgängermodell sprechen. Auch der Leistungszuwachs fällt spürbar auf. In diesen Situationen verlässt man sich dann auch auf die umfassend überarbeitete Bremsanlage. Wie bei allen BMW-Modellen verfügt die neue GS natürlich auch serienmäßig über eine ABS-Anlage. So kommen nun radial verschraubte Monobloc-Bremssättel von Brembo mit 32 Millimetern Kolbendurchmesser zum Einsatz.
BMW R 1200 GS Lenkergriff links
Der Durchmesser des Geberzylinders der Handbremspumpe reduzierte sich von 16 auf nun mehr 15 Millimeter. Der Durchmesser der beiden schwimmend gelagerten Bremsscheiben beträgt wie bisher auch weiter 305 Millimeter. Die hintere Einscheibenbremse verfügt über einen Zweikolben-Schwimmsattel mit 28 Millimeter Kolben und einen Bremsscheibendurchmesser von 276 Millimeter. Neben dem Fahrwerk entscheiden auch aerodynamische Faktoren, ob sich ein Motorrad am Markt behaupten kann. Genau das wissen natürlich auch die Ingenieure von BMW ganz genau und investieren daher viel Zeit in die Entwicklung einer entsprechenden wirkungsvollen Verkleidung mit Windschild. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet nicht nur unser Testfahrer Roger.
Noch besseren Wind- und Wetterschutz bei gleichzeitig verringerten Windgeräuschen bietet das neu entwickelte Windschild der BMW. Die Verstellung erfolgt einfach per Einhandbedienung über ein ergonomisch sinnvoll positioniertes Einstellrad. In der Praxis lässt sich das auch während der Fahrt ganz einfach anpassen. Für den bequemen Sitzkomfort verfügt die GS über erweiterte Justiermöglichkeiten an der Sitzbank. So lässt sich der Fahrersitz nun in Höhe und Neigung und der Soziussitz für den richtigen Abstand zwischen Fahrer und Beifahrer in der Längsposition verstellen. Außerdem fällt der Fahrersitz etwas schmaler aus, was noch mehr Bewegungsfreiheit bietet. Der neue Lenker lässt sich unkompliziert nach oben verstellen. In Verbindung mit dem Knieschluss im Tankbereich steht der Fahrer bei Geländefahrten damit noch sicherer in den Fußrasten. Eine hohe und eine niedrige Sitzbank sowie eine verstellbare Fußrastenanlage und Fußhebel, die sämtlich als Sonderzubehör erhältlich sind, runden die individuellen Anpassungsmöglichkeiten ab. Die maskuline Ausstrahlung der Verkleidung verspricht hohe Robustheit, großes Durchhaltevermögen und sehr gute Funktionalität. Qualitäten, die sie zur etablierten Größe im Motorradmarkt machen, wenn es um ausgedehnte Touren und das Erkunden entlegener Regionen geht. Durch die aufrechte Sitzposition lässt die GS sich besonders bequem fahren. Dank großer Bodenfreiheit kann das Motorrad dann auch in jedem Gelände eingesetzt werden. Mit den zahlreichen Möglichkeiten zur Unterbringung von Gepäck steht dann auch längeren Reisen nichts mehr im Wege. Beim Entwurf von Karosserie und Design der neuen BMW galt es, die bewährten Tugenden der GS mit Boxermotor zu bewahren, sie aber gleichzeitig für die zukünftigen Jahre optimal weiterzuentwickeln.
BMW R 1200 GS Fahrbild
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber die Entwicklungsziele auch in Bezug auf den Wiedererkennungswert wurden mehr als erreicht. Besonders ins Auge sticht aber sofort der überarbeitete Scheinwerfer. Der Halogen-Hauptscheinwerfer baut nicht nur wesentlich leichter als bisher. Vor allem bei der Fahrbahnausleuchtung erreichen Abblend- und Fernlicht ein hohes Niveau. Aufgrund intensiver Tests im Lichtkanal wurden Lichtwerte erreicht, die im Vergleich mit dem Wettbewerb bei gleicher Lichtaustrittsfläche signifikant bessere Ergebnisse in puncto Wahrnehmbarkeit und Sicht bei Nachtfahrten ermöglichen. Ein Fakt der sich auch in der Praxis beweist und die Sicherheit des Fahrers und Sozius noch einmal steigert. Als Sonderausstattung ab Werk bietet der bayerische Premiumhersteller ein zusätzliches Tagfahrlicht in LED-Technik an. Das Tagfahrlicht lässt andere Verkehrsteilnehmer das Motorrad deutlich differenzierter wahrnehmen und bietet so ein massives Plus an Sicherheit.
Darüber hinaus zeichnet sich die Technologie durch einen geringeren Energieverbrauch und sehr lange Lebensdauer aus.
Die LEDs lassen sich wahlweise automatisch über einen Lichtsensor oder manuell mit dem Taster - Tagfahrlicht - anstelle des Hauptscheinwerfers einschalten. Bei eintretender Dunkelheit oder bei Einfahrt in einen Tunnel erfolgt dann automatisch die Umschaltung auf den Hauptscheinwerfer, der dann die Fahrbahn effektiv ausleuchtet und dem Fahrer so beste Sicht beschert. Seit Jahrzehnten gilt BMW als Vorreiter, wenn es um die Sicherheit beim Motorradfahren geht. Jüngstes Beispiel für die Innovationsstärke des Herstellers in diesem Bereich, der erstmals im Serienmotorradbau als Sonderausstattung verfügbare Voll-LED- Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht. Weltweit einzigartig leuchtet dieser LED-Hauptscheinwerfer die Fahrbahn mit einem bis dato unerreichten Licht aus. Auffällig anders und stark in der Leuchtkraft erscheinen die LED des Fernscheinwerfers mit ihren Doppellinsen aus Glas. Zusätzlich gehört eine Rückleuchte, die mit ihren Leuchtstegen eine noch hochwertigere Heckansicht bietet, ebenfalls zum optionalen Lichtpaket. Auch in der Praxis erkennt man den Unterschied sofort. Einmal mit dem Voll-LED-Scheinwerfer unterwegs gewesen, möchte man diesen nie wieder missen. Aber damit nicht genug. Ab sofort lässt sich für die R 1200 GS der gleiche Multi Controller, wie er in der Vergangenheit an der K 1600 GT und GTL Premiere feierte, ordern.
BMW R 1200 GS Front
Soll die BMW mit einem Navigationsgerät ausgerüstet werden, empfiehlt sich die Bestellung der Sonderausstattung „Vorbereitung für Navigationsgerät“. Das Fahrzeug erhält dann automatisch den so genannten Multi-Controller, mit dem der BMW Motorrad Navigator IV intuitiv bedient werden kann. Er ist an der Innenseite des linken Lenkergriffs angebracht und damit stets erreichbar. Die Bedienung erfolgt durch Drehen nach oben/unten sowie durch Kippen nach links/rechts. So können die wichtigsten Funktionen wie Zoomen oder Wiederholung der Sprachansage bequem bedient werden. Verfügt der Fahrer über eine Kommunikationsanlage im Helm, lässt sich über die Steuerung auch die Lautstärke der Sprachausgabe regeln.
Der ebenfalls als Sonderzubehör erhältliche Navigator IV verbindet sich dann noch mit dem Bordnetz und synchronisiert die wichtigsten Daten. So übermittelt das Navigationssystem zum Beispiel automatisch Datum und Uhrzeit an die Instrumentenkombination oder schlägt bei der Tankreserve die nächstgelegene Tankstelle vor. Aber die Anbindung an das Fahrzeugbordnetz bringt noch weitere Vorteile. So wird die Fahrgestellnummer zur automatischen Entsperrung des Navigator IV übertragen. Die zum Diebstahlschutz erforderliche Eingabe einer vierstelligen PIN entfällt, wenn man das Navigationsgerät in Verbindung mit einem bereits hinterlegten und damit bekannten Motorrad verwendet. Bis zu fünf Fahrzeuge können hinterlegt werden.
Was kompliziert klingt, erweist sich nach kurzer Eingewöhnungsphase in der Praxis als sehr leicht bedienbar. Aber auch ohne Navi bietet das Cockpit bereits eine Fülle an Informationen. Die Instrumentenkombination verfügt über einen analogen Tachometer und Drehzahlmesser sowie ein Informationsdisplay. Die Beleuchtung der Instrumenteneinheit passt sich automatisch an die Umgebungshelligkeit an. Als Weiterentwicklung der bisherigen Anzeigendarstellung besitzt die Kombination der neuen GS zwei Bereiche rechts oben und unten, die der Fahrer individuell mit Informationsanzeigen belegen
kann. Diese beiden Anzeigen werden mit der Tastenwippe am linken Lenkerschalter bedient. Der Bordcomputer zählt bei der neuen GS zum serienmäßigen Lieferumfang. Optional lässt sich der Funktionsumfang noch deutlich erweitern. Erwerben kann man BMWs R 1200 GS in der Basisausstattung ab 14.100,-- Euro, allerdings sollte man beim Kauf etwas mehr Geld mitbringen, denn der Hersteller lässt sich viele sinnvolle Extras zusätzlich bezahlen.
BMW R 1200 GS Fahrbild

Fazit des Praxistests

Die neue GS erfüllt alle Erwartungen und präsentiert sich als äußerst handliches Motorrad in jeder Lebenslage. Damit legt der bayerische Premiumhersteller die Messlatte für die Mitbewerber richtig hoch. Eine Schwachstelle suchten wir in unserem Praxistest vergeblich. Prädikat: Empfehlenswert!
BMW R 1200 GS 2013-2016
BMW R 1200 GS
2013-2016
Motor
Bohrung x Hub 101 x 73 mm
Hubraum 1170 ccm
Zylinder, Kühlung, Ventile Zweizylinder, Luft-/Flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile pro Zylinder
Leistung 125 PS (92 kW) bei 7750 U/min
Drehmoment 125 Nm bei 6500 U/min
Verdichtung 12,5:1
Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h
Kraftübertragung
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Anti-Hopping-Funktion
Schaltung 6-Gang
Antrieb Kardan
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Stahlrohr-Brückenrahmen
Federelemente vorn Telelever
Federelemente hinten Paralever
Federweg v/h 190 mm/200 mm
Radstand 1507 mm
Nachlauf 99,6 mm
Lenkkopfwinkel 27°
Räder Speichenräder
Reifen vorn 120/70 R19
Reifen hinten 170/60 R17
Bremse vorn Hydraulische 305-mm-Doppelscheibenbremse
Bremse hinten 276-mm-Scheibenbremse
Maße & Gewicht
Länge 2207 mm
Breite 953 mm
Gewicht 238 kg
Maximale Zuladung 215 kg
Sitzhöhe 850 / 870 mm
Tankinhalt 20 Liter
Weitere Baujahre dieses Motorrads 2004-2007,
2008-2009,
2010-2012,
2017-2018
Fahrerassistenzsysteme
ABS
Text: M&R , Fotos: M&R, BMW


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