HONDA X-ADV: MEIN ERSTER WINTER AUF ZWEI RÄDERN (3)

M&R Redakteur Ralf Bielefeldt bestreitet eine komplette Wintersaison auf Hondas X-ADV. Von Dezember bis Februar bleibt das Auto stehen.

Honda X-ADV LED-Licht, Front

Wie jetzt – die Tage werden schon wieder länger?

Und schon ist sie da, die Wintersonnenwende. Um 11:02 Uhr verkündet der Radiomoderator gelassen: „Ab sofort werden die Tage wieder länger.“ Wir schreiben den 21.12.2020. Und fast ist mir etwas wehmütig ums Herz: Mein Honda X-ADV hat wirklich gutes LED-Licht. Gestern Abend erst, beim Umfahren einer Sperrung auf der Verbindungsautobahnetappe zur Verwandtschaft ersten Grades, dachte ich so bei mir: Och, gar nicht schlimm, diese Ausweichrouten über Wald-und Wiesenwege bei völliger Dunkelheit (es war kurz nach 17 Uhr).
LED-Scheinwerfer machen die Nacht taghell, wissen Autofahrer. Auf Motorrädern hingegen ist es oftmals so eine Sache mit der Beleuchtung – so zumindest mein Empfinden. Und ich gebe hiermit offen zu: Als Vertreter der Generation Ü50 leide auch ich an einer gewissen Altersschwachsichtigkeit (heißt wirklich so!). Soll heißen: Wird es dunkel, sehe ich ohnehin schlechter. Altersbedingt. Betrifft nicht alle Menschen, dieser Verschleiß, aber so ziemlich jeden, den ich kenne in meinem Alter (oder leicht drunter). Untrügliches Erkennungszeichen in Restaurants, nebenbei: Speisekarte lesen mit Smartphone-Strahler. Winter-Fahrtest: HONDA X-ADV

Lichttechnologie bei Motorrädern lässt oft zu wünschen übrig

Machen wir uns nichts vor: Im Dunkeln auf'm Bike kann je nach Strecke ganz schön blöd sein, auch ohne Altersschwachsichtigkeit. Erstens senken miese Lichtverhältnisse das lebensbejahende Durchschnittstempo ungemein. Und zweitens strengt das konzentrierte Gucken auf Dauer ganz schön an. Wie ein verschmiertes oder zerkratztes Visier. Selbst das Fahren mit Fernlicht macht es nicht immer besser. Hand aufs Herz: Auf älteren Maschinen fällt der Unterschied eh kaum auf. Und selbst bei neueren nervt das ewige Umschalten von Fern- auf Abblendlicht – auch, weil altersschwachsichtige Augen nun mal etwas brauchen, um sich an veränderte Lichtverhältnisse zu gewöhnen.
Autoscheinwerfer sind da in der Regel schon sehr viel weiter. Bei Neuwagen blenden sie heutzutage größtenteils automatisch auf und ab, sobald sich Gegenverkehr nähert. Oder bleiben auf Fernlichtmodus und sparen nur das entgegenkommende Auto aus. Sobald man ein Ortsschild passiert, wird auf Abblendlicht umgeswitcht. Fährt man wieder raus aus dem Stadtgebiet, wird automatisch aufgeblendet, so keiner entgegenkommt. Kurvenlicht bieten mittlerweile selbst Kleinwagen.

Automatische Leuchtweitenregulierung in allen Klassen – das wär’s

Bei Motorrädern dauert diese Entwicklung sehr viel länger – und ist zugegebenermaßen komplizierter, allein schon wegen der Schräglagen. Immerhin: Es tut sich was. Adaptives Kurvenlicht, Tempo- und schräglagenabhängig, ist der erste Schritt in Richtung Hightech-Ausleuchtung. Die automatische Regulierung der Leuchtweite in allen Klassen rückt näher. Altersschwachsichtige wie ich freuen sich darauf. Und mal im Ernst: Andere vermutlich auch, wenn ich mich mal so umsehe auf den immer motorradärmeren Straßen im Dezember.
Es gab schon Tage während meines Winterdauertests mit dem Honda X-ADV, da war ich gefühlt der einzige Biker im Norden. Dabei war es gar nicht mal sooo kalt oder regnerisch. Abends – im Dunkeln – fällt die Abstinenz weiterer Winterfahrer umso mehr auf. Scheinwerfer kommen mir in der Regel immer paarweise entgegen. Und wenn es doch mal nur einer ist, ist die Lichtausbeute oftmals echt dürftig. Drum preiset Motorräder mit LED-Scheinwerfer (und modernem Tagfahrlicht). So schnell werden die Tage nun auch nicht wieder länger.
Text: Ralf Bielefeldt , Fotos: Ralf Bielefeldt


#Honda#Roller#Test

Dieser Beitrag gehört zu einer mehrteiligen News
Wetterapp und Glatteiswarnung zerren an den Nerven

Umfrage
Hat die Motorradwelt auf die neue Honda NT1100 gewartet?
Hat die Motorradwelt auf die neue Honda NT1100 gewartet?

Newsletter

Immer informiert bleiben über unseren kostenlosen M&R Newsletter:

Neues auf motorradundreisen.de

Produkte & Downloads zum Thema
2021/103 Ausgabe M&R
2021/103 Ausgabe M&R e-Paper zum Download
116 Seiten, u. a. mit folgenden Themen:
Motorräder: Ducati Monster, Yamaha Ténéré, Harley-Davidson Neuheiten 2021, Indian FTR-Modellreihe, KTM 1290 Super Adventure S, Husqvarna 701 Enduro & 701 Supermoto, Triumph Speed Triple 1200 RS, Triumph Trident, BMW F 850 GS, KTM 125 Duke & 390 Duke, KTM 890 Duke, BMW K 1600

Reisen: Pays de la Loire: La Vendée; Enge Flusstäler in Schwaben: Lauter-, Lachert- und Donautal; Großglockner: Der höchste Pass Österreichs