Ihr Warenkorb
0.00 €

Karwendel-Runde

10.05.2016 16:08

Die Karwendelumrundung bietet einiges an Insider-Strecken. Von Bruck am Ziller führt das Roadbook durchs Inntal über Schwarz nach Volders, wo bald an der schönen Karlskirche ein ultimativer Schwenk mit Bergluft ansteht. Auch denen die auf dem Weg nach Südtirol sind, sei diese Strecke bei schönem Wetter empfohlen. Denn so meidet man die sündteure Maut der Brennerautobahn sowie ein gutes Stück der radarverseuchten Brennerbundesstraße.
 

Also düsen wir über Tulfes, Patsch und Pfons nach Matrei am Brenner. Gerade das letzte Stück dieser Panoramstraße bietet wegen der Höhenlage und der geringen Fahrbahnbreite ein kleines Abenteuer, bei dem man feuchte Hände bekommen kann. Etwas leidet die Geldbörse auf der Brennerbundesstraße, die für ein kurzes Stück befahren wird. Hier blitzt es häufig – natürlich um für Sicherheit auf dieser Strecke zu sorgen. Allerdings beschleicht uns der Verdacht, dass man jene Leute angemessen am Staatshaushalt der Alpenrepublik beteiligen möchte, die sich die gebührenpflichtige Brennerautobahn sparen möchten. Wie auch immer, wir verlassen diesen Brennpunkt bald und kurven über Mutters und Axams nach Sellrain.
 

Wieder bietet die schmale Straße eine sensationelle Aussicht, dieses Mal über das Inntal hinweg. Das Ganze erinnert an die Sicht aus einem Flugzeugcockpit im Landeanflug, während man bergab fährt. Über Kematen geht es nach Telfs, wo man nach Grundberührung auf der Innbrücke wieder Richtung Himmel durchstartet. Ein paar kernige Kehren warten dabei auch, bevor man Mittenwald erreicht. Es liegt mitten in der Tour, da lohnt der Einkehrschwung. Nach dem Boxenstopp weist der Oberlauf der Isar den Weg durchs Risstal, wo man zur Kasse gebeten wird. Mangels sichtbarer österreichischer Grenze könnte man glauben, man sei in Austria, aber nix da, Maut gibt es auch in Bayern! Natürlich gibt es Argumente, warum man hier Kasse macht. Aber es nervt, wenn man als Motorradfahrer ständig die Geldbörse heraus- und anschließend wieder hineinfummeln muss. Sei es drum. Bis man am Sylvensteinsee den nächsten Stopp einlegt, dürfte das alles schon wieder vergessen sein. Hier beeindruckt die smaragdgrüne Farbe des angestauten Gewässers inmitten einer wilden Bergwelt vielmehr. Wer solche Landschaftsbilder mag, wird die Fahrt am Achensee sicher genießen.
 
 

Fjordartig erstreckt er sich im Tal zwischen Karwendel und Rofan. Allerdings sollte man wissen, dass er wegen seiner Tiefe nur ganz selten über badetaugliche Temperaturen verfügt. Man kann also gleich weiter Richtung Inntal kurven, dass wieder á la Landeanflug angesteuert wird. Alle, die genug Tageskilometer erlebt haben, könnten nun zurück nach Bruck fahren, würden dann aber ein paar wundervolle Teilstrecken nicht kennenlernen. Die Erste davon führt von Kramsach über Mariastein nach Wörgl und die Zweite über Brixlegg, Hygna und den Bruckerberg ins Zillertal zum Ausgangspunkt in Bruck.
 



 
Text: Frank Klose , Fotos: Frank Klose