Klimaneutral bis 2040 – baut Honda bald nur noch elektrisch?

Auf einer Pressekonferenz verkündet Honda sein Streben nach Klimaneutralität für Motorräder bis zum Jahr 2040. Doch wie genau soll das erreicht werden?
Honda strebt die Verwirklichung von Klimaneutralität für alle Produkte und Unternehmensaktivitäten bis zum Jahr 2050 an. In der Zweiradsparte soll das Ganze jedoch etwas zügiger vonstattengehen. Genauer gesagt, bis 2040.

Fokus auf Elektroprodukte, aber Symbiose mit Weiterentwicklung von Verbrennern

Um die Anforderungen und Bedürfnisse von Kunden weltweit zu erfüllen, bietet Honda eine breite Palette von Motorrädern an, vom kleinen Pendler-Modell – in den Schaubildern als Commuter bezeichnet – bis zu großen Modellen im Hobbybereich. Insbesondere dort, wo Kunden auf ihr Motorrad als Fortbewegungsmittel im Alltag vertrauen, stellt der Umstieg auf elektrische Modelle in Bezug auf Aspekte wie Gewicht und Preis eine Herausforderung dar. Auch hängt die Anschaffung eines Elektromotorrads neben dem Bedarf einer ausreichenden Reichweite auch stark von staatlichen Anreizen, Vorschriften sowie verfügbarer Ladeinfrastruktur ab. Unter Berücksichtigung dieser Umstände will Honda die Elektrifizierung von Motorrädern als primären Fokus seines Motorradgeschäfts beschleunigen und zeitgleich die Weiterentwicklung seiner Verbrennungsmotoren vorantreiben, um Klimaneutralität bei Motorradprodukten in den 2040er-Jahren zu erreichen.

Ethanolmotoren in Massenmärkten als Weg zum Ziel

Um Klimaneutralität zu erreichen und gleichzeitig Kundenanforderungen und Nutzungsbedürfnisse zu erfüllen, setzt Honda Initiativen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen von Verbrennungsmotoren fort und wird gleichzeitig Modelle entwickeln, die mit kohlenstoffneutralen Kraftstoffen wie Benzin-Ethanol-Mischungen betrieben werden.
Zusätzlich zu den bereits in Brasilien erhältlichen Flex-Fuel-E100-Modellen plant Honda auch in Indien, einem seiner wichtigsten Motorradmärkte, die Einführung von Flex-Fuel-Modellen. Zunächst ist vorgesehen, ab 2023 Flex-Fuel-E20-Modelle auf den Markt zu bringen. Ab 2025 soll es auch dort Honda-E100-Zweiräder geben. E100 steht für 100 Prozent Ethanol und E20 für 20 Prozent Ethanol. In Deutschland gibt es bislang Kraftstoffe mit einem Ethanolanteil von maximal 10 %.

Zehn neue Honda-Elektromodelle bis 2025

Honda Elektro Bikes
Nicht weniger als zehn elektrisch betriebene Modelle will Honda bis 2025 auf den Markt bringen

In Erwartung eines wachsenden Marktes wird Honda Elektromotorräder einführen, die eine Vielzahl von Kundenanforderungen abdecken. Mit der Einführung von Pendler- und Hobbymodellen wird Honda mehr als zehn neue Elektromotorradmodelle bis zum Jahr 2025 auf den Markt bringen.

Verkaufserwartung Elektrobikes Honda
Heftig – Honda rechnet mit 3,5 Millionen verkauften Elektrozweirädern bis 2030

Mit einem jährlichen Verkaufsziel von einer Million Einheiten innerhalb der nächsten fünf Jahre und 3,5 Millionen Einheiten bis zum Jahr 2030 sieht sich Honda weit entfernt davon, kleine Brötchen backen zu wollen.

Honda e: Business Bike Modelle für asiatische Postzusteller

Die Nachfrage nach Elektromotorrädern für den gewerblichen Einsatz ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Um diese Nachfrage zu bedienen, hat Honda die Honda e: Business Bike Modelle in das Angebot aufgenommen und den globalen Verkauf von Elektromotorrädern für den gewerblichen Einsatz vorangetrieben. Zusätzlich zu den Honda e: Business Bike Modellen für die Japan Post und die Vietnam Post Corporation, welche die Modelle für den Auslieferungsservice nutzen, führt Honda derzeit Tests mit der Thailand Post durch. Für den privaten Gebrauch plant Honda, zwischen 2024 und 2025 zwei elektrische Pendlermodelle in den Märkten Asien, Europa und Japan einzuführen. Unter Berücksichtigung der zukünftigen Marktentwicklung, des Nutzungsverhaltens und der technologischen Entwicklungen erforscht das Unternehmen eine Reihe von zukünftigen Modellen für den privaten Gebrauch, die neben austauschbaren Batterien auch mit einer anderen Energiequelle ausgestattet sind. So interessant wie diese Formulierung klingen mag, was damit genau gemeint ist, sagt Honda leider nicht.

Elektroroller

Honda Elektroroller und E-Bikes
Bis 2024 sollen fünf elektrisch betriebene Elektrofahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von weniger als 50 km/h entwickelt werden
Über 90 Prozent des derzeit weltweiten Marktes für elektrisch betriebene Zweiräder – rund 50 Millionen Einheiten – bestehen aus Rollern und E-Bikes. Da der Markt weltweit stetig wächst, plant Honda, bis zum Jahr 2024 fünf kompakte und erschwingliche Modelle mit Höchstgeschwindigkeiten zwischen 25 und 50 km/h in Asien, Europa und Japan einzuführen.

Elektrospaß für Groß und Klein

Honda Fun EV
Naked Bikes, Tourer und Kidsbike – auch zukünftig soll der Spaßfaktor soll nicht zu kurz kommen
Neben Gebrauchsgegenständen will Honda auch weiterhin Motorräder entwickeln, bei denen der Spaß am Fahren im Vordergrund steht. Zwischen 2024 und 2025 sollen drei große Elektrobikes in Japan, den USA und Europa auf den Markt kommen. Dazu soll es ein weiteres Modell für Kinder geben, um den Fahrspaß und die Faszination „Zweirad“ an die nächste Generation weiterzugeben.

Smarte Nutzung von Elektromotorrädern

Initiativen zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur und zur Standardisierung von Batterien

Honda Next-generation-Batteries
Motorradbatterien der nächsten Generation sollen nicht nur standardisiert sein, sondern auch austauschbar
Eine gut entwickelte Ladeinfrastruktur und die Standardisierung von Batteriespezifikationen sind wesentliche Faktoren für den großflächigen Umstieg auf Elektromotorräder. Um die Ladeinfrastruktur zu verbessern, arbeitet Honda an der breiteren Anwendung von austauschbaren Batterien.


Austauschbare Batterien – Japaner arbeiten zusammen

Honda ist in Indonesien, einem der größten Motorradmärkte, ein Joint Venture eingegangen, um einen Dienst austauschbarer Batterien zu betreiben. In Indien plant Honda bis Ende dieses Jahres den Start eines Batterie-Sharing-Services für Elektrorikschas. Ebenso strebt das Unternehmen die Ausweitung des Batterie-Sharings auf weitere Länder in Asien an. In Japan gründeten unter anderem die vier großen japanischen Motorradhersteller Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha ein Unternehmen namens Gachaco, das sich zum Ziel gesetzt hat, einen Batterie-Sharing-Service im Motorradbereich für standardisierte austauschbare Batterien anzubieten. Der reibungslose Austausch von Batterien wäre im Elektrobereich bahnbrechend und würde jegliche Reichweitensorgen ad acta legen.

Gemeinsamer Batteriestandard

Außerdem haben die japanischen Motorradhersteller eine Vereinbarung über einen gemeinsamen Standard für austauschbare Batterien getroffen, basierend auf der sogenannten JASO TP21003*5 Richtlinie.

Fazit

Neben der Weiterentwicklung der Verbrenner setzt Honda gemeinsam mit den großen japanischen Zweiradproduzenten auf austauschbare Batterien und einen einheitlichen Batteriestandard. Somit soll das Ziel der Klimaneutralität unter Berücksichtigung von Komfort und praktischen Lösungen für Pendler und Zweiradfans erreicht werden. Sicherlich nicht der schlechteste Ansatz.
Text: Alexander Klose, Honda, Fotos: Honda


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