Marokko – Motorradreise durch 1001 Nacht

Der Orient vor den Toren Europas ist auch mit dem eigenen Motorrad gut zu erreichen. Vor Ort warten Paläste, Berge, Wälder und ein Meer aus Farben und Gerüchen.
Tal des Dades
Mehr als nur Wüste – in Marokko kommen Motorradfahrer auch fahrerisch voll auf ihre Kosten


In Gibraltar links halten und dann 14 Kilometer geradeaus

Lediglich die Straße von Gibraltar trennt den Süden Spaniens und somit Europa von Marokko in Nordafrika. Die Eurasische und die Afrikanische Kontinentalplatte treffen hier unmittelbar aufeinander. Dies führte über Jahrhunderte hinweg nicht nur zu tektonischer Aktivität, sondern auch zu zahlreichen Scharmützeln auf beiden Seiten der Wasserstraße. An der engsten Stelle trennen Europa gerade einmal 14 Kilometer von Afrika, deren Überwindung schon im Jahr 711 keine Herausforderung für über 12.000 Berberkrieger darstellte, die auf die in Sichtweite liegende Iberische Halbinsel einfielen und die zahlenmäßig weit überlegenen Westgoten besiegten. Um die spanische Exklave Ceuta auf der marokkanischen Seite wird bis heute gestritten.

Cash, Whiskey Berber und Null Promille

Die Marokkanische Währung nennt sich Dirham. Der Wechselkurs schwankt nur wenig und liegt zumeist zwischen zehn und elf zu eins. Zuweilen kann man in zahlreichen Geschäften und im Duty Free nur in Landeswährung zahlen. An Orten mit vielen Touristen kann auch in Euro bezahlt werden. Wir haben einfach Geld in Landeswährung am EC-Automaten abgehoben. So vermeidet man Rechnerei und bekommt sicher den richtigen Kurs. Dafür wird je nach Bank gegebenenfalls eine Abhebegebühr von einigen Euro fällig. Alkohol ist für Einheimische in Marokko gänzlich tabu. Spirituosengeschäfte, Biere und Brauereien gibt es dennoch. Auch ist Marokko ein großer Weinproduzent, weshalb es vor Ort eine üppige Auswahl gibt. Die Verkehrsregeln bezüglich Alkohol sind in Marokko sehr einfach gehalten. Null Promille. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte vielleicht lieber direkt auf den sogenannten Whiskey Berber umsteigen, den man auch unter dem Namen Minztee kennt.
Whiskey Berber
Gebrüht nicht gerührt. Wer beim Whiskey Berber bleibt, bekommt sicher keine Probleme mit der Polizei.

Bonjour, my name is Mohamed

Sprachlich stellt sich die Situation in Marokko diffizil dar. Die beste Chancen vorhandene Sprachkenntnisse aufzufrischen hat man mit entsprechenden Arabischvorkenntnissen. Darüber hinaus wird weitläufig berberisch geredet. Bewegt man sich in gehobeneren Kreisen oder kontaktiert offizielle Stellen, so helfen auch Französischkenntnisse weiter. Auf der Straße oder im Taxi stehen die Chancen dagegen nicht schlecht einen Marokkaner anzutreffen, der kein Wort französisch versteht oder spricht. Verkäufer oder Mitarbeiter in touristischen Einrichtungen sprechen zuweilen auch Englisch oder Deutsch. Touristen werden in der mitunter sehr armen Bevölkerung als Heilsbringer für den Wohlstand betrachtet. Dementsprechend freundlich und hilfsbereit sind die Menschen vor Ort. Nimmt man eine Leistung in Anspruch muss allerdings damit gerechnet werden, dass danach die Hand aufgehalten wird und eine kleines Trinkgeld fällig wird. Wichtige Straßenschilder sind zumeisst zweisprachig gehalten und weisen in lateinischer, wie auch in arabischer Schrift den Weg.

Sahara, Atlantik und Mittelmeer – mehr als nur ein Klima

Das Klima in Marokko ist sehr unterschiedlich. Während es am Atlantik und im Atlasgebirge nicht so heiß wird, steigen die Temperaturen im Landesinneren im Sommer durchaus auf 40 Grad Celsius an. Am heißesten wird es im Juli und August, die für eine Motorradtour eher gemieden werden sollten. Im Herbst und im Frühjahr ist es deutlich angenehmer. Der Hohe Atlas ragt bis weit über 4.000 Meter über dem Meeresspiegel auf. Die Passstraße führt bis auf 2.260 Meter über NN und sorgt für etwas Abkühlung, Abenteuer und ordentlich Fahrspaß.

Kultur, Kultur, Kultur...

Marokko selbst bietet Kultur und Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle. Ob die Königsstadt Fès, der Hohe Atlas, der Souk von Marrakech auf dem Djeemaa el Fna, die Wasserfälle von Ouzoud oder das Cap Spartel, die Liste an Sehenswürdigkeiten und kulturellen Highlights ist endlos. Die eine Sache, die man unbedingt gesehen haben muss, gibt es nicht. Man muss sie alle mindestens einmal besucht haben. Die UNESCO verlieh zahlreichen Stätten den Status des Weltkulturerbes.
Marokko Motorrad Reise Basar Marrakech
Djeema el Fna heißt der zentrale Marktplatz Marrakechs, der früher als Hinrichtungsstätte diente.

In der konstitutionellen Monarchie, dem politischen System Marokkos, herrscht König Mohammed VI. als Regent über das Land und verfügt über zahlreiche Paläste. Abgesehen von der Freundlichkeit der Einheimischen und dem aufregenden Mix aus berberischer und arabischer Kultur, gibt es in Marokko vieles zu entdecken und zu probieren. Couscous, geschmorte Tajinegerichte und Arganöl, das auch äußerlich angewendet werden kann, zählen zu den Spezialitäten des Landes.

Von Deutschland nach Marokko auf dem eigenen Motorrad

Die hier vorgestellte Motorradtour startet in Deutschland und führt durch das Rhônetal und das Ardèche zum Fährhafen nach Sète in Südfrankreich. Ab hier werden Kilometer gespart, schließlich gibt es vor Ort mehr als genug zu erfahren. Die Fähre navigiert entlang der Spanischen Küste, vorbei an den Balearen und bringt uns schon Tags darauf nach Tanger, einer Hafenstadt direkt an der Straße von Gibraltar. Von dort aus geht es über Hügellandschaften in Richtung Fès mit der gleichnamigen Königsstadt für deren Besichtigung wir uns einen Tag Zeit nehmen. Der Besuch des Souks (Basar) gehört in der Königsstadt ebenso dazu, wie eine Visite der weltbekannten Gerberei und ein Stadtrundgang durch die Medina.
Marokko Motorrad Reise Cascades Ouzoud
Achtung nass - insgesamt 110 Meter fällt das Wasser der Cascades Ouzoud bevor es in einen kleinen See mündet.

Steineichen, Stauseen und Schlangenbeschwörer

Durch den mit Steineichen gesäumten Parc National d'Ilfrane führt unsere Route am Oum er-Rbia Stausee vorbei bis nach Beni-Mellal. Am dortigen Stausee Bin El Quidane beziehen wir Quartier. Auf dem weiteren Weg bis nach Marrakech darf ein Besuch der beeindruckenden Wasserfälle namens Cascades Ouzoud keinesfalls fehlen. Übernachtet wird in Marrakech. Die Altstadt von Marrakech wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Neben einer Stadtbesichtigung bietet sich eine Kutschfahrt zum Djemaa el Fna an, dem zentralen Marktplatz in Marrakech. Vor allen in den Abendstunden herrscht hier ein wildes Treiben aus Gauklern, Schlangenbeschwörern, Künstlern und Musikern.
Marokko Motorrad Reise Ouzazate
Beeindruckende Lehmbauten erwarten uns in Ouzazate


Tizi n'Tichka – wir sind über den Berg

Das nächste Highlight findet dann wieder auf zwei Rädern statt. Der höchste Pass des Atlas Gebirges, der Tizi n'Tichka (2.260 m) steht samt dazugehöriger Passstraße auf dem Programm und führt uns zu den so genannten Straßen des Kasbahs und dem Weltkulturerbe Aït-Ben-Haddou, einer riesigen befestigten Stadt aus Lehmbauten.
Marokko Motorrad Reise Aït-Ben-Haddou
Seit 1987 Weltkulturerbe: Aït-Ben-Haddou
Anschließend führt unsere Route durch Ouarzazate, dem Handelszentrum der Region und das Tal des Dades in die Oasenstadt Boumalne.
Marokko Motorrad Reisen Boumalne - Dades
Nahe der Oasenstadt Boumalne


Wir kommen nicht zum Palmen zählen

Weiter geht es auf der Straße der Kasbahs auf atemberaubenden Routen und durch bizarre Landschaften durch die Wüste bis nach Erfoud. Auf dem Weg dorthin unternehmen wir einen Abstecher in die einzigartige Toghda Schlucht. Hier fallen die Felswände bis zu 300 Meter steil ab. Erfoud ist das Zentrum eines großen Oasengebiets am Rand der Sahara. Dieses umfasst über 700.000 Dattelpalmen. Von hier aus können Ausflüge zu den Sanddünen von Erg Chebbi unternommen werden, einer vom Wind geformten Dünenlandschaft mit bis zu 150 Meter hohen Sanddünen.
Motorrad Reise Marokko Dromedare
Umsatteln – für die Sandhighways zur Erg Chebbi stehen Wüstenschiffe zur Verfügung, die in Marokko allgegenwärtig sind


Vor der Rückreise noch ein letzter Zipfel

Tags darauf befinden wir uns schon längst auf dem Rückweg in Richtung Tanger und unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Vorher will aber der mittlere Atlas noch bezwungen werden. Auf 2.178 Meter über den Meeresspiegel führt die Straße über den Col du Zad bis nach Fès. Von dort geht es zurück zum Fährhafen. Bevor wir Marokko verlassen, steht aber noch ein letztes Highlight auf dem Plan. Das Cap Spartel ist nur wenige Kilometer von Tanger entfernt und bildet den nordwestlichsten Zipfel Afrikas. Dort vereinen sich Mittelmeer und Atlantik und man erhascht aus rund 300 Metern Höhe einen unvergesslichen Ausblick auf die Straße von Gibraltar.
Cap Sparten Marokko Motorrad Reise
Der Leuchtturm am Cap Spartel weist den Weg ins Mittelmeer


Organisierte Motorradreisen nach Marokko

Zahlreiche Reiseangebote diverser Veranstalter für Traumtouren in Marokko findet ihr in unserer Übersicht: Reiseangebote Marokko.

Achtung: Für die hier beschriebene Tour gibt es noch Restplätze für den Termin im September!
Infos und Buchung: 19 TAGE: MAROKKO MOTORRADREISE DURCH 1001 NACHT

Bildnachweis: Whiskey Berber(KajzrPhotography.com), Tal des Dades(Ryzhkov Oleksandr), Ourzazate(Aymeric), Boumalne/Dades(ivoha), Cascades Ouzoud (mitzo_bs), Dromedare (majonit), Cap Spartel(pszabo), Aït-Ben-Haddou(olenatur),Djemaa el Fna(Visual Intermezzo) - stock.adobe.com
Text: Alexander Klose , Fotos: Adobe Stock / Bildnachweis


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