Motorrad oder Fahrrad? Das BMW i Vision AMBY will beides sein

Die Konzepte BMW i Vision AMBY und BMW Motorrad Vision AMBY könnten auf der Straße bis zu 60 km/h schaffen und, auf 25 km/h begrenzt, auch Radwege nutzen dürfen.
Neben der teils eingeschränkten Reichweite und der noch nicht flächendeckend vorhandenen Infrastruktur an Schnellladestationen stehen Elektrofahrzeuge im Hinblick auf ihre Gesamt-Ökobilanz in der Kritik. Die Förderung der Rohrstoffe – insbesondere für die Akkus der elektrischen Antriebe – gilt als extrem umweltschädlich. Zukünftig sollen deshalb die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, von den Zulieferern, über die Produktion bis zur Entsorgung betrachtet werden.

BMW plant den verstärkten Einsatz recycelter Materialien

Bezogen auf die Zahlen des Jahres 2019 hat sich BMW nun zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus eines Fahrzeugs bis zum Jahr 2030 um mehr als 40 Prozent zu reduzieren. Dazu gehört auch die Wiederverwendung der eingesetzten Rohstoffe. Einen durchschnittlichen Sekundärmaterialeinsatz von bis zu 50 Prozent plant BMW für die Zukunft. Aktuell kommen bei der Produktion neuer Fahrzeuge nicht mehr als 30 Prozent recycelter Materialien zum Einsatz.

Secondary First

Wo immer es möglich ist, soll es daher heißen: ‚Secondary First‘. Das gilt auch für eine neue Generation von Feststoffbatterien, die laut BMW zu 100 Prozent recyclingfähig sind und nahezu vollständig aus Materialien hergestellt werden, die aus dem Recyclingkreislauf stammen. Gleichzeitig sollen sie bei reduziertem Ressourceneinsatz eine deutlich höhere Energiedichte aufweisen. Wann diese Technologie zum ersten Mal in einem rein elektrisch angetriebenen Motorrad zum Einsatz kommen könnte, ist bisher nicht bekannt.

BMW E-Offensive: zehn Millionen Fahrzeuge in zehn Jahren

Mittlerweile scheint jedenfalls die Frage nach der Massentauglichkeit elektrisch angetriebener Fahrzeuge keine mehr zu sein. Das Liefervolumen für Batteriezellen hat BMW im Rahmen der E-Offensive fast verdoppelt. Innerhalb von zehn Jahren will der Hersteller rund zehn Millionen vollelektrische Fahrzeuge produzieren.
 BMW i Vision AMBY und BMW Motorrad Vision AMBY
Links mit Pedalen: BMW i Vision AMBY, rechts das motorradähnliche Vision AMBY von BMW Motorrad mit Fußrasten und Gasgriff

Motorrad oder Fahrrad? BMW i Vision AMBY

Insbesondere in urbanen Ballungsräumen sollen sie zum Einsatz kommen. Neben dem jüngst präsentierten CE 04 will BMW mit drei elektrischen Design-Studien die etablierten Fahrzeugkategorien aufbrechen. Neben dem 15 PS starken CE 02, der ganz klar der Klasse der Leichtkrafträder zuzuordnen ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Motorrad und Pedelec bei den Konzepten BMW Motorrad Vision AMBY und BMW i Vision AMBY. Während das fahrradähnliche i Vision AMBY von BMW Pedale besitzt, beschleunigt das BMW Motorrad Vision AMBY per Gasgriff und besitzt Motorrad-typisch Fußrasten. Beiden sollen die Vorzüge eines Motorrads mit denen eines Fahrrads verbinden und automatisch erkennen, ob sich das Fahrzeug auf der Straße oder auf einem Radweg befindet.

Die Vision: Legales Fahren auf dem Radweg dank gedrosselter Höchstgeschwindigkeit?

Eine automatisierte Geschwindigkeitsbegrenzung könnte die maximale Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h mittels Geofencing-Technologie nur im öffentlichen Straßenverkehr freigeben, während sie beim Befahren von Radwegen auf 25 km/h begrenzt wird. Das Motorrad wird dadurch zum E-Bike. Da rechtliche Rahmenbedingungen für ein solches Fahrzeugkonzept bisher nicht existieren, wollen BMW und BMW Motorrad mit den Design-Studien neue Denkanstöße geben.
Text: Thomas Kryschan , Fotos: BMW


#BMW#Elektro

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