Spidi 4Season H2Out: Test der mehrlagigen Ganzjahreskombi

03.04.2021 07:00

Die Ausstattung der Spidi 4Season H2Out lässt kaum Wünsche offen. Im Praxistest zeigt die Textilkombi, was sie auf dem Motorrad kann.
„Technische Motorrad-Jacke mit wasserdichter und atmungsaktiver Membrane H2Out“. Die Einstiegsbeschreibung der 4Season-Kombi auf der Webseite von Spidi liest sich etwas sperrig, bringt es aber auf den Punkt: Spidis „Vier-Jahreszeiten“-Kombi ist ein stilsicheres Mehrlagen-Gewand, das verlässlich gegen alle Wind- und Wetterkapriolen schützt beziehungsweise diese erträglich macht – sei es Hitze, Kälte oder Dauerregen. SPIDI 4Season H2Out

Kaum ein Wunsch, der offen bleibt

Wasser- und winddicht dank herausnehmbarer Liner, atmungsaktiv, Weitenregulierung im Hosenbund, verstellbarer Kordelzug und Taillenverschluss, fixierbare CE-Protektoren, flexibles Kragenverstell- und Befestigungselement: Die Ausstattung der 4Season lässt eigentlich keine Wünsche offen.
Rote Applikationen setzen bei der getesteten 4Season im Look Eis/Rot farbige Akzente an den Armen. Zudem sind die sichtbaren Reißverschlüsse der beiden vorderen und der hinteren Belüftungsklappe wie bei der schwarzen Variante in Rot gehalten. Alternativ gibt es die auffällige Alternative „Leuchtgelb“. Quer über der linken Brust und auf dem Rücken weist ein weißer Spidi-Schriftzug auf die Abstammung der dezent, aber durchaus dynamisch designten Kombination hin.
 

Leichtes Tragegefühl

Wie es sich für eine hochwertige Textilkombi gehört, trägt sich die Spidi 4Season vergleichsweise leicht. Das liegt auch an dem hohen Anteil luftdurchlässigen Mesh-Gewebes, das Jacke und Hose gleichermaßen flexibel und anschmiegsam macht. Breite Reißverschlüsse an den Waden erleichtern den Einstieg und erlauben das Tragen von Motocross-Stiefeln unter der Hose. Wen es nach Ventilation gelüstet, der kann an den Oberschenkeln, den Armen, der Brust und am Rücken großflächig Frischluft hereinlassen. Letzteres funktioniert nur vor Fahrtantritt, es sei denn, ein freundlicher Beifahrer fühlt sich berufen, das mal flugs zu übernehmen.
 

Variabler Einsatz

Bein-, Brust- und die Rückenlasche können jeweils eingerollt und mit Druckknöpfen befestigt werden. Aus leidvoller Erfahrung sei hier erwähnt: Vor jedem Fahrtantritt sollte man kurz checken, ob die Rückenlasche geöffnet ist. Sollte die Wetter-App die Möglichkeit kurzer Schauer suggerieren, unbedingt dichtmachen. Andernfalls schleicht sich selbst unter einem Rucksack die Nässe in die Unterwäsche...
Das luftige Material vor der Brust, an den Beinen und am Rücken ist im Frühjahr und Sommer eine Wohltat. Auch wenn es draußen Richtung 30 Grad plus geht, findet der Fahrtwind seinen Weg unters Protektorengewand. Das macht die 4Season voll wüstentauglich. Sobald die Temperaturen sinken, schützen die herausnehmbaren Layer verlässlich gegen Kälte und Nässe. Das wattierte 100-Gramm-Futter und der H2Out-Liner können klitzeklein im Gepäck verschwinden, wenn es verlässlich in die Sonne geht.  SPIDI 4Season H2Out


Die Spidi 4Season H2Out ist weiter aufrüstbar

Die Protektoren an Schultern und Ellenbogen sowie Knien und Hüfte sind im Preis inbegriffen, die für zwei Größen ausgelegte Rückentasche erlaubt das Nutzen eines schon vorhandenen Protektors. Für die Brust gibt es optional den „Warrior Chest“: Der Brustschutz wird mit je zwei Knöpfen rechts und links vorm Brustbein fixiert. Das schützt bei Stürzen und hält zudem schön warm im Brustbereich. Die beiden größeren der vier Außentaschen der Jacke sind wasserdicht, die Innentasche links ist es leider nicht, ebenso wenig wie die Rückentasche. Wer mit drei Lagen reist, nutzt die Innentasche des Steppliners für Papiere, die trocken bleiben sollen: Der darübergezogene  H2Out-Windbreaker macht sie wasserdicht.
 

Verbindung nur über Stripes

Kleines Manko: Jacke und Hose können bei der 4Season nicht über einen sturzsicheren Reißverschluss miteinander verbunden werden. Immerhin gibt es zwei „Stripes“ – dehnbare Verbindungs-Strippen, die per Klippverschluss Jacke und Hose zusammenhalten und so Wind und Kälte zuverlässig aussperren; Zugluft hat keine Chance, solange man einen der optionalen Spidi-Rückenprotektoren nutzt. Alternative Lösungen von Drittanbietern können gern mal dieses gewisse Stück zu lang sein. Dann sucht sich auf langen Fahrten die Kälte ihren Weg unter den Dreilagen-Allwetter-Panzer.
 

Fazit: sehr gut

Die Spidi 4Season H2Out überzeugt als voll wettertaugliche Textilkombination. Bei widrigen Witterungsbedingungen hält sie schön warm und trocken und auch die Ventilation bei sengender Hitze ist hervorragend.

Bezug und Preisvergleich für die Spidi 4Season H2Out
Text: Ralf Bielefeldt , Fotos: Peter Musch, Spidi

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