Tempo 60 – aber nur für Motorräder

28.07.2020 15:46

In Deutschland gilt mancherorts Tempo 60, ausschließlich für Motorradfahrer, während Autos freie Fahrt haben.

Ein Beispiel für eine solche Beschilderung ist die Kreisstraße 18 bei Wermelskirchen. Am letzten Wochenende demonstrierten rund 400 Motorradfahrer gegen das Messen mit zweierlei Geschwindigkeitsmaß.
Ausschließlich für Motorradfahrer gelten auch die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Staatsstraße 42 am Tonale- und Mendelpass und auf der Landesstraße 31 am Manghenpass. Nur noch 60 km/h sind Krafträdern hier seit letztem Wochenende erlaubt. Solche Regelungen sind nicht nur diskriminierend, sie bergen auch eine Gefahr. Geht es dem hinterherfahrenden Autofahrer nicht schnell genug, sind riskante Überholmanöver und dichtes Auffahren die Folge. Fühlt sich der bedrängte Motorradfahrer unwohl und sucht die Flucht nach vorn, ist er bei Tempo 100 seinen Führerschein los, während der drängelnde Autofahrer straffrei weiterfährt.
Vor diesem Hintergrund ist beinahe als fair zu bezeichnen, was am Wochenende in den Dolomiten umgesetzt wurde.

Tempolimit 60 nur für Motorräder. In Wermelskirchen ist die Geschwindigkeitsbegrenzung so ausgeschildert.
 


Tempo 60 auf Dolimitenpässen – für alle

Seit Samstag gilt auf den beliebtesten Pässen der Dolomiten ein Tempolimit von 60 km/h für alle Verkehrsteilnehmer, wie die Tageszeitung Alto Adige meldet. Betroffen von der Regelung sind das Sellajoch, das Grödner Joch, das Pordoi-Joch und der Rolle-Pass.

Im Trentino gilt Tempo 60 auf der Landesstraße 85 am Monte Bondone, auf der Landesstraße 25 von Garniga, auf der Landesstraße 3 am Monte Baldo sowie auf der Staatsstraße 240 von Loppio und dem Ledrotal auf dem Abschnitt der Val d'Ampola.


Ein Experiment - testweise für einen Sommer

Die Verordnung der Trentiner Landesregierung nennt Landeshauptmann Maurizio Fugatti ein „Experiment“, das vorerst bis zum Ende der Sommersaison gilt. Er deutete aber bereits an, dass es möglichweise im Anschluss nahtlos durch eine neue Regelung abgelöst wird.

Die Polizei ist angewiesen die Einhaltung der Geschwindigkeit zu kontrollieren und bei Verstößen Strafen auszusprechen.


Südtirol weigert sich bisher

Südtirol gab daraufhin bekannt, dem Beispiel seiner Nachbarprovinz nicht folgen zu wollen. Man setze lediglich auf verstärkte Kontrollen an den Wochenenden, um Raser aus dem Verkehr zu ziehen, erklärte Landesrat Daniel Alfreider. Des weiteren werde man zunächst Verkehrsstatistiken erheben und Lärmmessungen durchführen.

Text: Thomas Kryschan , Fotos: M&R

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