Verkaufsverbot von Batteriesäure

Der Verkauf von Batteriesäure an Privatpersonen ist seit dem 01.02.2021 ausnahmslos verboten.
Der Verkauf von Batteriesäure an Verbraucher ist seit dem 01.02.2021 ausnahmslos verboten.
Das Verkaufsverbot von Batteriesäure an Endverbraucher dürfte vor allem Selbstschraubern sauer aufstoßen. Betroffen sind von der neuen Regelung auch Starterbatterien, die bisher mit einem separaten Säurepack verkauft wurden. Zwar werden Motorradbatterien weiterhin von den bekannten Zubehörfirmen angeboten, im Kleingedruckten heißt es jedoch: „Die Batterie wird ohne Batteriesäure verkauft. Für die Befüllung wende dich bitte an eine Fachwerkstatt deiner Wahl.“

EU-Verordnung über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe

Der Grund für diesen Unsinn ist eine EU-Verordnung vom 11. Juli 2019 „über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe“. Irgendjemand kam auf die Idee, Privatpersonen könnten aus so manchem Ausgangsmaterial Sprengstoffe herstellen und damit terroristische Anschläge verüben. Welche Ausgangsstoffe gefährlich sind, wurde in der EU-Verordnung 2019/1148 aufgelistet. Leider zählt auch Schwefelsäure ab einer Konzentration von 15 Prozent zu den Stoffen auf der schwarzen Liste. Und da Schwefelsäure ein wichtiger Bestandteil der Batteriesäure ist, kaufen wir Motorradfahrer – nach Ansicht der EU – keine Starterbatterie, sondern einen Ausgangsstoff, um Bomben zu bauen.

Sparsam mit Bremsenreiniger haushalten! Aceton ist ein meldepflichtiger Stoff

Wer das Papier aufmerksam liest, wird außerdem über Aceton auf der Liste der meldepflichtigen Stoffe stolpern. Alle die bisher auf Bremsenreiniger als Multitalent im Schrauberalltag schwören, könnten demnächst also in Erklärungsnöte kommen, wenn sie ihren Jahresvorrat beim Großhändler bestellen.

Das Verkaufsverbot gilt seit 1. Februar 2021

Seit 1. Februar 2021 ist all das kein Hirngespinst mehr, sondern traurige Realität. Starterbatterien können von Privatpersonen zwar gekauft werden, befüllen muss sie aber ein Fachbetrieb. Betroffen sind davon alle Motorradbatterien mit Verschlussstopfen und wartungsfreie Batterien, die mit Säurepack ausgeliefert und erst nach der Befüllung versiegelt werden.

Notlösung für Selbstschrauber: Gel- oder Trockenbatterie kaufen

Selbstschraubern bleibt dennoch ein Ausweg: Modernere Batterietypen wie Gel- oder Trockenbatterien werden bereits versiegelt und ohne einzeln verpackte Säure verkauft. Sie sind also sofort einsatzbereit – auch ohne Umweg über die nächstgelegene Werkstatt. Gerade bei alten Motorrädern verträgt sich die Ladespannung der Lichtmaschine allerdings nicht immer mit den modernen Akkus. Im Zweifel bleibt nur der Ausweg, die neue Batterie beim Händler um die Ecke zu kaufen, statt im Zubehör- oder Versandhandel.
Text: Thomas Kryschan , Fotos: Pixabay (Capri23auto)

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