Bayerischer Wald – Drei Burgen

M&R Archiv
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Die Streckenlänge dieser außergewöhnlichen Tour beträgt nur rund 175 Kilometer. „Boaah“, werden da einige sagen, „da sind doch gerade mal die Reifen warm!“ Na ja, ganz so ist es dann doch nicht, und es gibt vor allem auch eine ganze Menge zu sehen. Das hätte man vielleicht gar nicht erwartet, gilt der Bayerische Wald doch eher als recht dünn besiedelte Gegend, in der sich auch mal Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen. Der Vorteil dabei: Der Autoverkehr hält sich sehr in Grenzen und so kann man dem Kurvenspaß meistens ohne „interruptus“ frönen. Außerdem kommen ein paar Insider-Strecken hinzu, die von Sepp – unserem ortskundigen Tourguide – stammen.
Das senkt die Durchschnittsgeschwindigkeit dann abermals. Also gehen wir diese Runde mal an, die sich auch bestens für den ominösen dritten Tag während einer wundervollen Bayerwald-Motorradwoche eignet. Sie beginnt gleich mit einer Menge Fahrspaß, denn Sepp kurvt nicht auf normalem Weg nach Deggendorf, sondern hat ein paar ganz wundervolle Sträßchen in petto. Deggendorf wird anschließend auch flott passiert, wobei mir zunächst nicht ganz klar ist, was Sepp denn nun im Gewerbegebiet will. „Hier gibt es eine richtig kurvige Strecke“, meint er und so verlassen wir die 30.000-Einwohnerstadt mit satten Schräglagen – Jau, das ist es!
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Auf Wald- und Kurvenpisten geht es nach Rusel
Auf Wald- und Kurvenpisten geht es nach Rusel
Dabei gewinnen wir auch schnell an Höhe und kommen bald ins bekannte Wintersportgebiet Rusel, das sich im Sommer als toller Pausenpunkt anbietet. Diese Höhe liegt zwischen Deggendorf und Regen und bietet eine herrliche Aussicht über den Bayerischen Wald und weit hinaus in die Donauebene. Früher war die Rusel eine „Schwaige“, also eine Alm, im Besitz des Klosters Niederalteich. Aber fahren wir mal weiter, über Schaufling, Auerbach und Hengersberg kurven wir nach Eging am See, bestens bekannt wegen der Westernstadt Pullman City. Im Erlebnispark kann man den niederbayerischen „Wilden Westen“ erleben – beim Bogenschießen, Goldwaschen, bei live gespielter Country Musik und Lagerfeuerromantik. Hier kann man zudem einiges über die Siedlungsgeschichte der USA erfahren und Zeit dafür hat man auch, denn die Strecke ist ja – womit ich auf den Anfang dieser Geschichte zurückkomme – recht kurz. Noch tiefer in die Geschichte kann man in Fürstenstein einsteigen, denn hier steht eines der drei Gemäuer im sogenannten Dreiburgenland: Schloss Fürstenstein. Das steht auf einem rund 580 Meter hohen Kristallgranit-Rücken und überrascht durch eine interessante Zweiteilung. Laut einer alten Sage erbauten zwei Riesen im Wettstreit die Burgen Fürstenstein und Englburg. In Wahrheit allerdings sind sie von den Grafen von Hals bei Passau zum Schutz des Bayerischen Waldes im 11. Jahrhundert erbaut worden.
Fürstenstein mit seinem imposanten Schloss
Fürstenstein mit seinem imposanten Schloss
Nach der Zerstörung der Burg (1332) ließen die Bayernherzöge sie wieder aufbauen. Im Jahr 1848 brannte das Gemäuer ab, wurde 1860 aber erneut aufgebaut. Als nächster Platz für eine Pause bietet sich der Dreiburgensee an. Hier kann man sich im Sommer wunderbar abkühlen, wenn man von den ganzen Kurven heißgelaufen ist und ein Handtuch dabei hat. Wer den Badespaß auslässt, kann auch gleich weiter zur Saldenburg fahren. Die heißt im Volksmund wegen des charakteristischen Aussehens des Hauptwohngebäudes „Waldlaterne“. Ihren Namen kann man aber auch mit dem Begriff „Glücksburg“ übersetzen. Wie auch immer, jedenfalls ist sie weithin über Höhen und Täler sichtbar. Außerdem hat sie viele Jahre auf dem Buckel, der Bau begann schon 1368 unter Ritter Heinrich Tuschl von Söldenau. Da ihm seine Frau entfloh, erhielt er den Spottnamen „Ritter Allein“. Früher sollte die Burg der Sicherung einer Handelsstraße nach Böhmen sowie als Grenzbefestigung zum Hochstift Passau dienen, heute wird sie als Jugendherberge genutzt.
Aussichtsreich kurvt man von Saldenburg weiter nach Zenting
Aussichtsreich kurvt man von Saldenburg weiter nach Zenting
Über Entschenreuth und Zenting kurven wir anschließend weiter durch den Bayerischen Wald. Das macht richtig Spaß und der Gleichgewichtssinn kommt ganz schön in Bewegung. Diese Aussage gilt dann genauso für das Teilstück über Kirchberg im Wald nach Bischofsmais. In diesem hübschen Ferienort, dessen Name auf die bischöflichen Grundherren aus Passau hindeutet, die vor rund tausend Jahren die Wildnis urbar machen ließen (maissen = schlagen, reuten, roden). Wir fahren aber weiter nach Bernried, wo man sich auch richtig wohlfühlen kann. Bevor wir den Bernrieder Hof dort wieder erreichen, gibt Sepp nochmal alles. Er kennt nun mal einen tollen Weg, der über Ruhmannsfelden, Achslach und Leithen zurück zum Startpunkt führt. Fazit: Wir haben viel erlebt, haben extrem viel gesehen, sensationelle Kurven vernascht und kaum gemerkt, dass es „nur“ 175 Kilometer waren, die wir heute unter unsere Reifen genommen haben.

Motorradtour Bayerischer Wald – Drei Burgen – Infos

Motorradtour Bayerischer Wald – Drei Burgen
Es gibt viele Touren im Bayerischen Wald. Einige davon haben wir ja schon als Roadbooks veröffentlicht und nun kommt noch eine hinzu. Das ist dann Sepps Dreiburgentour, eine Mischung aus Kultur, kleinen und kleinsten Straßen sowie Superkurven mit megagenialem Fahrspaß!

Allgemeine Infos

Der Bayerische- und Böhmerwald zusammen ergeben im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Österreich einen imposanten Mittelgebirgsstock, der reichlich einsame Straßen in Hülle und Fülle bereit hält. Darüber hatten wir ja schon des Öfteren berichtet und auch ein Roadbooks Bayerischer Wald veröffentlicht. Allerdings gibt es noch einiges an Tourenmöglichkeiten mehr. Sepp hat auch noch seine Touren in petto - und eine davon finden Sie hier!

Sehens & Erlebenswert
Neben der weithin bekannten Westernstadt Pullmann City in Eging bieten sich natürlich die Burg Fürstenstein sowie die Saldenburg für einen Besuch an. Außerdem findet man am Dreiburgensee bestimmt immer ein richtig nettes Plätzchen hinsichtlich Badespaß oder um die Seele einfach mal baumeln zu lassen.

Anreise

Von Süden her erreicht man Bernried bei Deggendorf am schnellsten über die A 92 via Landshut. Der flotteste Weg von Norden oder Westen führt immer über Nürnberg. Dort folgt man dann einfach der A 3 in Richtung Deggendorf. Von den Abfahrten Schwarzach oder Metten ist es dann jeweils nur noch ein Katzensprung bis nach Bernried.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für diese Traumtour liegt in der Regel zwischen April und Oktober, je nach Großwetterlage.

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