M&R-PlusRübezahl's Runde – Kurvenspaß im Riesengebirge

Das Riesengebirge (polnisch Karkonosze, tschechisch Krkonoše) erreicht in der Schneekoppe eine Höhe von 1.602 Metern.
Frank Klose
Frank Klose
Drumherum finden sich eiszeitliche Gletscherkare, kristallklare Bergseen und steile Felswände. Diese Zutaten passen wundervoll zu den oft sehr alpin geprägten Gebirgsstraßen dort, die sich wie Regenwürmer im Ködereimer eines Anglers winden. Rudi Malis und Frank Klose kamen deshalb auch völlig begeistert von dieser Tour zurück. Schon lange haben wir den Blick nach Osten geworfen, ganz nah an die Grenze zu Polen und Tschechien. Genau in diesen Nachbarländern eröffnen sich Traumtouren, die in jeder Hinsicht begeistern können.
Eine davon führt durch das weithin bekann­te und oben schon angesprochene Riesengebirge, dessen Grenzkamm zwischen Tsche­chien und Po­len fast alpine Ausmaße erreicht. Immerhin reckt sich die weithin sichtbare Schneekoppe (tschechisch: Sněžka, polnisch: Śnieżka) auf über 1.600 Meter in den oft blau­en Himmel, da das Wetter hier meist schon mehr trockenen kontinentalen als feuchten atlantischen Einflüssen unterliegt. Die Höhenlage von Karpacz (früher: Krummhübel) zu Füßen der Schneekoppe beginnt bei rund 480 Meter Seehöhe. Kurzum: Die Höhenunterschiede in dieser Region eröffnen al­so tatsächlich alpine Verhältnisse, die beispielsweise denen des bekannten Nobelortes Kitzbühel in Tirol sehr ähnlich sind.
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Los geht es aber in Zittau, das dagegen gerade mal 230 Meter über dem Spiegel der Weltmeere liegt. Zunächst wird dann der Grenz­übergang Friedensstraße nach Polen passiert. Kontrollen gibt es da allerdings genauso we­nig, wie ein paar Kilometer weiter, wo es dann von Polen nach Tschechien geht. So kommen wir auch bald nach Liberec, eine turbulente Stadt, die vor allem vom Wintersport her gut bekannt ist. Sie liegt nämlich in einem Talkessel, der vom Isergebirge (polnisch: Góry Izerskie, tschechisch: Jizerské hory) im Nordosten und dem Jeschkengebirge (tschechisch: Ještědský hřbet) im Südwesten begrenzt wird. Der unübersehbare Hausberg von Liberec ist der schon 1.012 Meter hohe Jeschken (tschechisch: Ještěd).
Wir kurven zur Elbe
Wir kurven zur Elbe
Dort finden sich auch die Skischanzen von Liberec, die immer wieder Austragungsort für Weltcupspringen beispielsweise sind. Da locken uns Motorradfahrer auch schon die Berge, aber wir folgen zunächst dem Verlauf der Lausitzer Neiße (tschechisch: Lužická Nisa) und rollen so über Tannvald in Richtung Vrchlabi, das dann allerdings an der Elbe (techisch: Labe) liegt. Wir überlegen, ob wir der Elbe nach Spindlermühle (tschechisch: Špindlerův Mlýn) beziehungsweise in Richtung ihrer Quelle folgen. Landschaftlich wäre das Binnental sicher sehr reizvoll. Wir entscheiden uns dieses Mal dagegen und kurven lieber am Südabhang des Riesengebirges entlang. Dabei bremsen uns zwei Straßensperrungen mit Baustellen ein
Kurzer Stopp im Riesengebirge
Kurzer Stopp im Riesengebirge
Normalerweise lassen wir uns durch so etwas nicht wirklich bremsen, also schau­en wir uns den jeweiligen Grund für die Sperrungen natürlich an. Im ersten Fall fehlt ein komplettes Stück Straße zwischen schroffer Felswand und wild dahin sprudelndem Bach – keine Chance für ein irgendwie geartetes Durchkommen. Im zweiten Fall eröffnet sich dagegen eine Option. Rudi findet für die wegen umfassender Teerarbeiten definitiv nicht passierbare Straße ohne Fußweg – schieben der KTM’s war also auch nicht möglich – eine Umfahrung. Und was für eine: Er will nämlich einen schlammigen Weg über eine Skipiste hinunterfahren. Da der mittlere Teil aber recht steil wirkt und von oben aus nicht richtig einsehbar ist, verzichten wir letztlich auf dieses Abenteuer und fahren etliche Kilometer retour. Was soll’s, so erreichen wir das hübsch gelegene Schatzlar (tschechisch: Žacléř) am Ostrand des Riesengebirges eben etwas später, aber mit intakten Motorrädern.
Im reizvollen Riesengebirge
Im reizvollen Riesengebirge
Von dort ist es dann auch nicht mehr weit bis zur polnischen Grenze, die man nur noch anhand von andersfarbigen Ortstafeln bemerkt. Für Reisende gestaltet sich das vereinte Europa als sehr angenehm. Bemerkenswert sind aber auch die Straßen in Polen, wobei hier nicht die großen Überlandstraßen gemeint sind, sondern schmale, aber immerhin stets durchgängig geteerte Fahrwege, die uns und unsere KTM’S so richtig schmecken. Außerdem sind wir hier mit unseren Motor­rädern so ziemlich allein, jedenfalls bis wir Karpacz erreichen. Das ist nicht nur ein quirliger Touristenort, sondern hier findet sich auch die schöne Holzkirche Wang aus dem 13. Jahrhundert. Die wollten wir vor Jahren schon mal besichtigen. Damals wurde sie ein Op­fer unserer äußerst angenehmen Motorrad-Tröde­lei durchs Riesengebirge. Wir wer­den die 1844 in Nor­wegen demontierte und als Touristen­attrak­­tion nach Krummhübel (heute: Kar­pacz) gebrachte Stab­kirche aber auch dieses Mal nicht zu Augen bekommen. Rudi und ich können von den Kurven, derer es hier in jeder denkbaren Form einfach nur reichlich gibt, nicht genug bekommen.
Es weiter nach Skzlarska Poreba
Es weiter nach Skzlarska Poreba
An Hirschberg (heute: Jelenia Góra) vorbeifahren wir weiter nach Oberschreiberhau (heute: Szklarska Poręba), ein unübersehbar beliebter Urlaubsort. So nähern wir uns auch schon wieder der tschechischen Grenze. Rudi meint, dass das ja früher eine Katastrophe gewesen sein muss, wenn man an einem Tag soviele Passkontrollen hätte über sich ergehen lassen müssen. Recht hat er, gibt’s aber nicht mehr und schon deswegen kommen wir zügig über den 886 m hohen Neuweltpass (polnisch: Przełęcz Szklarska, tschechisch Novos­větský) in die Nähe von Harrachov (deutsch: Harrachsdorf). Abstecher, ja oder nein, das ist hier die Frage? Immerhin hat der heute vorwiegend wegen seiner Ski-Sprungschanzen bekannte Wintersportort auf viele Menschen eine ungeheure Anziehungskraft. Auf uns auch, also fahren wir bis zum Fuß der Schanzen.
Auch große KTMs kommen sich im Angesicht der Schanzen von Harrachov recht klein vor
Auch große KTMs kommen sich im Angesicht der Schanzen von Harrachov recht klein vor
Dort denken wir erst einmal darüber nach, wie viel Mut es braucht, um über eine Skiflugschanze zu gehen. Uns gruselt es, also kümmern wir uns lieber um die Geschichte der Gemein­de Harrachsdorf, die seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert ist und die letztlich aus der Gründung einer Glashütte hervorgeht. Technikfreaks wird sicher vielmehr interessieren, dass Har­rachov an der 1902 eingeweihten Eisenbahnstrecke von Tanvald (deutsch: Tannwald) nach Jelenia Gora (deutsch: Hirschberg) liegt, die früher als Tannwalder Zahnradbahn bekannt war. Diese Strecke ist – außerhalb der Schweiz – eine der letzten regelspurigen Zahnradbahnen Eu­ro­pas. Allerdings wurde der Betrieb auf dem Streckenabschnitt zwischen Harrachov und dem früher schlesischen Jelenia Góra (Hirschberg) im Jahr 1945 eingestellt. Seit 1992 steht die Strecke als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.
Unter Schutz, dieses Mal ist allerdings umfassender Naturschutz gemeint, steht auch der nächste Landstrich, den wir erreichen. Von Harrachov fahren wir nämlich hinüber nach Hejnice und kommen dabei durch das weitläufige Natur­schutzgebiet des Isergebirges.
Dort müssen wir uns die teils recht schmale Asphaltpiste zeitweise mit Radfahrern und Inline­skatern teilen. Das stört aber ge­nau­so wenig, wie eine kurzzeitige Ge­schwin­dig­keits­be­gren­­­zung auf 40 km/h. So kann man sich in der üppigen Natur wenigstens richtig „satt“ sehen, bevor sich das wieder breitere Teerband in zahlreichen Kurven und Serpentinen verliert. Wir sind begeistert und stoppen erst wieder an der wunderschönen Wall­fahrts­kir­che von Hejnice (deutsch: Haindorf), bevor wir den Rückweg nach Zittau angehen.
Der führt dann über das noch tschechische Frýdlant (deutsch: Friedland) mit seinem wunderschönen Schloss nach Bogatynia (deutsch: Reichenau), das früher zur Oberlausitz, also zu Sachsen, seit 1945 aber zu Polen gehört. Hier hat man alle Berge hinter sich gelassen. Dafür fährt man durch eine Gegend mit riesigen Braunkohlegruben, die sich bis nach Zittau – die deutschen Braunkohletagebaue wurden 1991 stillgelegt – erstreckt. Dort endet unsere Traumtour.

Motorradtour Rübezahl's Runde – Kurvenspaß im Riesengebirge – Infos

Motorradtour Rübezahls Runde – Kurvenspaß im Riesengebirge
Das Riesengebirge (polnisch Karkonosze, tschechisch Krkonose) erreicht in der Schneekoppe eine Höhe von 1.602 Metern. Drum herum finden sich eiszeitliche Gletscherkare, kristallklare Bergseen und steile Felswände. Diese Zutaten passen wundervoll zu den oft sehr alpin geprägten Gebirgsstraßen dort, die sich wie Regenwürmer im Ködereimer eines Anglers winden. Rudi Malis und Frank Klose kamen deshalb auch völlig begeistert von dieser Tour zurück.

Allgemeine Infos

Das Riesengebirge (polnisch: Karkonosze, tschechisch: Krkonose) befindet sich heute als Folge des 2. Weltkriegs auf tschechischen und polnischen Staatsgebiet. Es erreicht mit der Schneekoppe eine maximale Gipfelhöhe von bis zu 1.602 Meter. Der alpin wirkende Hauptkamm des Gebirges verläuft dabei überwiegend in west-östliche Richtung. Die Gesamtfläche des Gebirges beträgt auf der tschechischen Seite 454 km² und auf der polnischen Seite 177 km². Charakteristisch ist der subalpine Charakter des Gebirges mit eiszeitlichen Gletscherkaren, Bergseen und den steilen felsigen Flanken der Berge. Nahe am Kamm bei Spindlermühle (Spindleruv Mlyn) befindet sich in fast 1.400 m Höhe die Quelle der Elbe. Dieser bedeutende Fluss gehört natürlich genauso zum Gebirge, wie der sagenhafte Berggeist Rübezahl (tschechisch: Krakonos, polnisch: Liczyrzepa), der im Riesengebirge seine Heimat hat.

Anreise

Die beschriebene Strecke startet in Zittau, ganz weit im wunderschönen Osten Deutschlands. Der Startpunkt liegt südlich dem Verlauf der A 4 von Dresden nach Görlitz, die man über die Abfahrt Bautzen verlässt und dann der B 96 in Richtung Zittau folgt.

Beste Reisezeit

Zwischen Anfang Mai und Ende September lohnt sich eine Tour durch das Riesengebirge.

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