M&R-PlusSüdlich des Alpenhauptkamms – Sonnentour über starke Pässe

Frank Klose
Frank Klose
Es ist schon recht praktisch, wenn sich ein Autozug Terminal fast vor der Haustür findet. Das gilt vor allem dann, möchte man Ziele weit im Süden ansteuern. Der Ausgangspunkt unserer Traumtour, die stets südlich des Alpenhauptkamms verläuft, startet so auch in Alessandria im wundervollen Piemont. Über Nacht und sozusagen im Schlaf kommen wir dort an, freuen uns über die Morgensonne und noch viel mehr darüber, dass wir uns rund 1.000 Kilometer Anfahrt
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sparen konnten, die wir sonst im Rahmen einer äußerst depressiven Wetterlage nördlich der Alpen, mehr nass als begeistert, hinter uns hätten bringen müssen. Außerdem findet sich ganz in der Nähe vom Zielbahnhof ein richtig schönes Hotel. Logisch, dass Jost und ich das erst einmal ansteuern. Allerdings wird dabei der Weg zum Ziel und wir erlauben uns den ein- oder anderen Umweg durch die Mittelgebirgsregion der Langhe, die uns mit ihren sensationellen „Achterbahnstraßen“ mal wieder restlos begeistert.

Nach einem üppigen Frühstück starten wir am nächsten Morgen ziemlich zeitig Richtung Alpen. Vor uns liegt aber erst einmal die Hügelregion des Roero und dann muss die Po-Ebene durchquert werden. Vor Jahren erzählte mir ein Chefredakteur einer recht bekannten Motorradzeitschrift, dass er dort nur jemanden hinschicken würde, wenn der diese Strafe verdient hätte. Na ja, vielleicht war er selbst nie da, denn Jost und ich finden dort wundervolle, kleine Sträßchen, die frei von fast allem Vierrädrigen optisch die Alpen zügig näher kommen lassen. Kurz vor Biella erreichen wir dann jenes Gebirge, das Europa in Nord und Süd teilt. Wir möchten natürlich herausfinden, wo es zum Einstieg die besten Kurven gibt. Leider drehen die Navis durch, denn hier verlaufen einfach zu viele Straßen parallel und auch kreuz und quer. Wir erinnern uns an das, was wir in Zeiten vor der Satellitennavigation machten, um die besten Strecken zu finden: Landkarte Maßstab 1:200.000, stets die Himmelsrichtung im Blick haben (gottlob scheint die Sonne) und dem eigenen Gefühl vertrauen.
Natürlich wurde alles getrackt und so sollte auch niemand Probleme haben, den Weg zum Lago d’Orta zu finden. Der liegt schon nahe am viel bekannteren Lago Maggiore und führt in gewisser Weise ein Schattendasein, zumindest was seinen Bekanntheitsgrad nördlich der Alpen angeht. Daher hält sich hier selbst in der Hochsaison (außer August) der Massentourismus im erträglichen Rahmen. Der See selbst breitet sich in der Länge auf etwas über 13 Kilometern aus und ist etwa 2,5 Kilometer breit. Das bis zu 143 Meter tiefe Gewässer entstand während der letzten Eiszeit. Die dabei gebildete Endmoräne sorgt dafür, dass er der einzige See in Norditalien ist, der Richtung Norden abfließt. Letztlich gibt er sein Wasser an den Lago Maggiore ab. Dorthin kurven wir nun auch und erleben, wie es an den Gestaden dort richtig voll wird. Vor allem die Fahrt durch Verbania mutiert zur kleinen Tortour, Jost und ich verlieren uns dabei aus den Augen. An der Fähre nach Laveno treffen wir uns nach gefühlten Stunden wieder, setzen über und kurven weiter nach Lugano, wo wir in Vezia eine Bleibe für die Nacht finden.
Roero
Roero
Dort beginnt der nächste Sonnentag unserer Alpen-Süd-Tour. Bei der Abreise in Lugano erfahren wir noch, dass wir alles gut geplant haben, denn nördlich des Alpenhauptkamms regnet es immer noch, und die Schneefallgrenze hat gerade die 1.500-Meter-Marke geknackt. Die Probleme haben wir nicht, denn die aktuellen Tagestemperaturen, die uns auf der Weiterfahrt zum Comer See begleiten, darf man als hochsommerlich bezeichnen. Eine Fährüberfahrt dort sorgt für die erste kleine Abkühlung. Die Nächsten folgen, als wir wieder festen Boden unter den Rädern haben, denn nun geht’s bergauf und damit so richtig in die Bergamasker Alpen hinein. Östlich des Comer Sees, und zwar zwischen Bárzio und San Giovanni findet sich das abgelegene Kurvenparadies des 1.256 Meter hohen Culmine San Pietro. Die oft recht schmale, aber durchgehend geteerte Passstraße sollte man über Bellano anfahren, da dabei der Blick auf den Comer See immer wieder grandios ist.
Comer See
Comer See

Außerdem entgeht man auf den Bergstrecken bald dem überreichlichen Urlauberverkehr am See selbst und kann sich ganz und gar auf das Motorradfahren konzentrieren. So kommen wir ziemlich durchgeschaukelt in San Pellegrino Terme an, wo die Auffahrt über den 1.056 Meter hohen Passo della Crocetta beginnt. Der stellt dann die Verbindung zum „Passo di Zambla“ dar.
Dieser weitestgehend – in nördlichen Breiten – unbekannte Pass, welcher in einem Bogen um den 2.019 Meter hohen Monte Alben führt, legt eine Trassenführung an den Tag, die Motorradfahrer aller Kategorien jubeln lassen dürfte. Schön ist auch der Blick von der Passhöhe. Den sollte man ausführlich genießen, bevor es dann wieder korkenziehergleich bergab Richtung Clusone geht.
Passo di Zambla
Passo di Zambla

Das Tal bringt dann kurz wieder ein wenig Grund unter die Motorräder, aber eigentlich fühlen wir uns in der Höhe doch viel wohler. Gut, dass wir – noch kurz getankt – da gar nicht lange drauf warten müssen, denn nun folgt die ziemlich unspektakuläre Berganpartie auf der Südwestrampe des Passo della Presolana (1.297 m). Auch die Passhöhe gibt zunächst nicht viel her, aber wenn man dann ein Stück weiter um die Ecke fährt, eröffnet sich ein toller Blick in das Scalve-Tal. Außerdem zwirbelt sich das Teerband nun mit acht Kehren an der steilen Flanke des Monte Visolo (2.454 m) entlang. Das ist genau die richtige Vorspeise für jenes, was danach folgt. Der Hauptgang oder besser Höhepunkt dieser Tagesetappe hat natürlich einen Namen: Passo del Vivione. Dort, wo seine südliche Rampe beginnt, lassen Straßenschilder niemanden in Unkenntnis darüber, wer hier fahren darf und wer nicht: Alles, was größer als ein Pkw ist, muss draußen bleiben!
Kurvenpartie Passo di Zambla
Kurvenpartie

Diese sehr schmale, einsame, kurvige und meist einspurige Passstrecke verbindet Schlipário im Val di Scalve mit Malonno im Val Camónica und gehört zu den absoluten Traumpässen der Alpen.
Der Straßenverlauf hat es allerdings in sich, verlangt wegen enger Kurven und noch engeren Spitzkehren ein grundsolides Fahrkönnen und weiter oben auch einen gewissen Grad an Schwindelfreiheit. Kurz vor der Scheitelhöhe führt die überwiegend einspurige Trasse durch eine Steilwand mit reichlich Tiefblick. Also: Speziell Pässejäger, die mit Reiseenduros unterwegs sind, werden den Passo del Vivione heiß und innig lieben. Für Zweiradtreiber auf Sportlern ist das Ganze aber nichts.
Gigantisch ist auch der Blick auf die Gipfel der Adamello-Gruppe. Den sollte man ausgiebig genießen, bevor die Abfahrt – und die ähnelt der Auffahrt in vielerlei Hinsicht – ins Val Camónica wartet.
Apropos: Val Camónica. Das rund 70 Kilometer lange Tal, welches sich zwischen dem Lago d’Iseo und dem Tonalepass erstreckt, bietet auch etwas ganz Besonders für kulturell Interessierte. Der Name des landschaftlich höchst reizvollen Tals leitet sich von den Camunni ab, einem prähistorischen Volk der Jungsteinzeit, das das Tal um etwa 6.000 vor Christi Geburt besiedelte und eine Vielzahl an Felsgravuren hinterließ, die heute Teil des Weltkulturerbes der UNESCO sind.
Val Camónica
Val Camónica

Diese sind die weltweit größte Fundregion von prähistorischen Petroglyphen. Über 200.000 wurden bisher entdeckt. Die Felsgravuren sind hauptsächlich in der Umgebung der Orte Darfo Boario Terme, Capo di Ponte, Nadro, Cimbergo und Paspardo konzentriert und damit auf einer Strecke von 25 Kilometern entlang des Tals verteilt.
Sie finden sich zwischen dem Talgrund bis weit über 1.000 Meter Seehöhe hinaus. Die steinzeitliche Kunst zeichnet sich im Laufe von etwa 10.000 Jahren durch einen Wandel hinsichtlich Motivwahl und Stil aus. Somit bilden sie auch eine Art spannendes Archiv europäischer Geschichte, das sich von der letzten Eiszeit bis zur Römischen Kaiserzeit erstreckt. In verschiedenen Parks im Val Camónica kann man sich dann auch der Jungsteinzeit annähern und bestaunen, welche Bilder die Cammuni hinterließen. Wie auch immer, jedenfalls steuern wir nun Edolo an und rollen noch ein paar Meter weiter in Richtung Tonale-Pass. Bald bietet sich auch – wir hatten nichts vorab gebucht, da wir nicht wissen konnten, wie weit wir heute kommen – eine akzeptable Bleibe für die Nacht an. Der restliche Abend steht dann ganz und gar im Zeichen „Tourenplanung“, morgen geht’s ja weiter Richtung Osten. Da warten natürlich noch viel mehr Traumstrecken, wie der Mendelpass, der wundervolle Höhenflug über Hafling beziehungsweise Ritten, die immer wieder schönen Dolomiten und ganz zum Schluss Kärnten, wo die Tour dann am Autozug Terminal endet.
Neuer Tag – neues Glück: Nach einem lausigen italienischen Frühstück zirkeln wir flott hinauf zum Tonale-Pass. Die Sonne strahlt, das Verkehrsaufkommen hält sich heute Morgen auch noch in Grenzen. Nur der Kaffee und das viel zu süße Küchlein vom Frühstück rumpeln mir durch den Magen. Aber es ist Rettung in Sicht, denn mit jeder flotten Schräglage kommt Südtirol näher. Zunächst sausen wir aber erst mal auf der ausgezeichnet ausgebauten, aber immerhin kurvenreichen Tonalestraße bergan. Die eröffnet einen schönen Blick zum Adamello-Gletscher. Auf der Ostrampe trifft man zudem auf das Sperrfort Strino aus dem Ersten Weltkrieg. Leider ist die Passhöhe selbst als Wintersportstation vollkommen zugebaut und daher wenig reizvoll.
Panoramablick auf die schneebdeckten Berggipfel
Panoramablick auf die schneebdeckten Berggipfel









Allerdings ändert sich das Bild dann sofort wieder, und zwar auf dem Weg ins Val di Sole. Nomen est omen und so scheint die Sonne weiter um die Wette. Aber da war doch was. Jost hat gelesen, dass die italienische Bezeichnung „Val di Sole“ mit unserer geliebten Sonne möglicherweise gar nichts zu tun hat. Das Ganze könnte nämlich auch auf keltische Wurzeln zurückgehen, wie auf die Wassergottheit Sulis, die wiederum auf Mineralwasserquellen im Tal hinweist. Ist mir aber völlig egal, denn mit „Sole“ assoziiere ich trockenes Geläuf und das ist wichtig. So düsen wir weiter zum „Lago di Santa Giustina“, eine Talsperre ungeheuren Ausmaßes, die von 1946 bis 1951 gebaut wurde, über eine 152,50 Meter hohe Staumauer und ein Fassungsvermögen von über 170.000.000 m³ verfügt. Damit gehört sie auch heute noch zu den ganz großen Talsperren der Erde. Vom See ist es dann auch nicht mehr weit zum Mendelpass, der das nördliche Trentino mit Südtirol verbindet. An der Passhöhe selbst sollte man einen Abstecher zum Penegal (mautpflichtig) einplanen. Immerhin dürfte das einer der schönsten Aussichtspunkte in dieser Ecke der Alpen sein. Alles wunderbar, bis auf unsere Streckenführung an diesem Pass. Während seine Westrampe von Fondo herauf als eher langweilig zu bezeichnen ist, präsentiert sich die Ostrampe als so etwas Ähnliches wie ein Korkenzieher, der sich durch die Steilwand des Mendelkamms hinunter ins Etschtal windet. Rund 1.000 Höhenmeter werden dabei im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet. „Lass uns noch einmal hochfahren“, meint Jost, als wir Eppan erreichen, „den Kurvenspaß möchte ich auch in die richtige Richtung erleben!“ Kein Problem und so muss die nächste Bergpartie eben ein wenig warten. Gemeint ist die Strecke über Hafling beziehungsweise Ritten, die immer wieder die einmaligen Dolomiten ins Bild bringt.
Traumkulisse auf dem Weg zum Grödner Tal
Traumkulisse auf dem Weg zum Grödner Tal

Dabei kommt mir immer wieder das Frühstück in den Sinn, dass wir am Mendelpass noch mit einem Cappuccino und einem Apfelstrudel ergänzen. „Wird Zeit, dass wir zum Hotel kommen“, meint Jost dann auch. Meine Unterstützung hat er und so schwingen wir bald hinauf ins Grödner Tal und freuen uns schon auf das Abendessen. Das erleben wir dann in jeder Hinsicht als völlig lecker, noch ein Glas Rotwein aus dem Etschtal dazu und unsere Welt ist wieder in Ordnung. „Bei uns braucht ihr euch keine Sorgen um das Frühstück zu machen“, erzählt Hausherr Armin später an der Theke, „das ist definitiv motorradgerecht!“ „Ja“, ergänzt Jost, „bei unseren italienischen Freunden fängt Dolce Vita eben erst so richtig nach der Siesta am Abend an!“ „Also in etwa dann, wenn wir üblicherweise schlafen gehen“, füge ich hinzu. Aber bis dahin wird es noch ein richtig netter Abend.
Den nächsten Tag beginnen wir genauso gut gelaunt. Die Sonne scheint auch im Grödner Tal und das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Nachdem wir die letzten Tage ganz schön hohe Werte ins Popometer bekommen haben, beschließen wir unsere Tour – zwecks herrlichem Relaxing mitten in den Dolomiten – für ein paar Sonnentage zu unterbrechen. Jost will zudem die Gegend rund um das Haus erkunden und packt sogar die Wanderstiefel aus. Da ich in Sachen Schuhwerk nicht ganz mithalten kann, beschränke ich mich darauf, ihn nur beim Motorradfahren zu begleiten. Wie auch immer, Jost wird seine ganz eigenen Bike & Hike-Erfahrungen machen.
Aber fahren wir mal weiter. Als Erstes geht es über das Grödner Joch. Dieser Sattel liegt zwischen dem Sellastock im Süden und der Puez-Geisler-Gruppe im Norden. Lässt man den Blick nach Westen schweifen, dann kommt der 3.181 Meter hohe Langkofel mit seiner steilen Südwand ins Bild. Schaut man in östliche Richtung, dann öffnet sich die Aussicht zu den Berggipfeln des Gadertals. Dazu gehört unter anderem die Fanes-Gruppe mit dem Heiligkreuzkofel. Etwas weiter östlich kann man auch den Tofanagipfel bei Cortina d’Ampezzo ausmachen. Übrigens: Die bekannte Dolomitenstraße über das Grödner Joch wurde im Ersten Weltkrieg (1915) von Wolkenstein aus als Nachschubweg gebaut, um die deutsch-österreichische Front bei Arabba im Buchensteintal zu versorgen.
Pustertaler Höhenstraße
Pustertaler Höhenstraße

Gottlob geht es heute in den Dolomiten friedlicher zu. So genießen wir die Abfahrt, die sich hinunter ins Gadertal windet. Dort wird genau wie im Grödner Tal noch Ladinisch gesprochen, eine Sprache, bei der es sich um eine lateinische Sprachform handelt, die entstand, als die Römer den Alpenraum besetzten. Später wurde diese rätoromanische Sprachform durch die bayerische Besiedlung Südtirols zurückgedrängt. Nur in abgelegenen Tälern konnte das Ladinisch bis heute überleben, wie eben im Gadertal. Hier verläuft auch die Gadertalstraße, die während des Ersten Weltkrieges von Kriegsgefangenen erbaut wurde. Nach damaliger Technik wurden die Brücken über die Gader möglichst kurz gehalten, sodass davor und danach oft nahezu rechtwinklige Kurven lagen. Überaus spannend, allerdings wurde die Gadertalstraße inzwischen mit vielen Tunneln und Galerien ausgebaut, sodass diese Strecke für uns nur ein schnelles Verbindungsstück zum Furkelsattel darstellt. Dort kommt wieder ganz großer Motorradspaß auf, denn die recht schmale Strecke windet sich von St. Vigil wie Regenwürmer im Ködereimer eines Anglers am Kronplatz (2.273 m) entlang. Die Abfahrt nach Olang lässt dann auch keine Wünsche offen. Vielleicht sollte man aber etwas mehr Zeit einplanen, denn auch hier sorgen tolle Aussichten dafür, dass man sich richtig satt sehen kann. Ganz anders stellen sich danach die Verhältnisse im Pustertal dar, wo man garantiert immer wieder auf Geschwader Pkws – angeführt von einem Lkw – trifft. Aber es gibt keine Möglichkeit, das zu umfahren. So müssen wir da durch und uns in unendlicher Geduld üben. Kurz hinter Welsberg benötigen wir unbedingt eine Pause von der aufgezwungenen Schleichfahrt, Blinker rechts und ab geht’s zum „Pragser Wildsee“. Das durch einen natürlichen Staudamm infolge eines Murenabgangs aufgestaute Gewässer liegt in 1.494 Meter Höhe und seine Wasserfläche dehnt sich auf 31 Hektar aus. Die maximale Tiefe beträgt 36 Meter. Wir genießen das alles, bevor wir uns erneut dem Pustertal zuwenden. „Vielleicht sind da im Moment weniger Autos unterwegs“, hofft Jost. Mir fehlt der Glaube daran. Aber es ist auch das Ende dieser „Gurkerei“ in Sicht, denn bald wartet die Pustertaler Höhenstaße auf uns. In Abfalterbach ist es so weit, wir biegen links ab und ich denke mir nur: „Tschüss Brummis“. Die von zu viel Dieselabgasen geschwängerte Luft wird im Nullkommanichts von frischer Bergluft – angereichert mit frischen Kräuterdüften – ersetzt. Und das ist es genau, was ich am Motorradfahren so liebe! Kurve um Kurve schrauben wir uns dann weiter bergan und müssen dabei mal wieder attestieren, dass die Pustertaler Höhen die Aussichtsstraße in Osttirol schlechthin ist.
Pragser Wildsee
Pragser Wildsee

Sie ist zudem relativ gut ausgebaut und bietet nur selten echte Engstellen. Das Beste dürften aber die unverbauten Blicke von den Lienzer Dolomiten hin zu den Sextener Dolomiten sein. Außerdem liegt das Sträßchen bei Schönwetter – und uns scheint immer noch die Sonne – nur sporadisch im Schatten: Also die Sonnencréme nicht vergessen. Nach knapp 30 Kilometern Höhenstraße geht es dann wieder bergab, und zwar nach Lienz. Von dort ist es auch nicht mehr weit bis zum Iselsbergpass, wo sich unser Etappenziel befindet. Das recht kleine Hotel liegt auf einer der schönsten Aussichtsterrassen, die man in Sachen Lienzer Dolomiten finden kann. Hier lassen wir also den Tag und damit die Tour einfach ruhig ausklingen. Alles war wundervoll. Das Wetter hat gepasst und die Strecke vom Piemont nach Kärnten darf man guten Gewissens als genial bezeichnen. Am nächsten Tag steuern wir also Villach an. Für die restlichen Kilometer haben wir ganz schön viel Zeit, also trödeln wir über den Gailbergsattel nach Kötschach-Mauthen, gönnen uns dort noch ein Eis und schauen uns das Weltkriegsmuseum 1915–1918 an. Die passenden Außenanlagen dazu finden sich am Plöckenpass. Das lassen wir heute aber und das Gailtal weist den Weg.

Motorradtour Südlich des Alpenhauptkamms - Sonnen-Tour über starke Pässe – Infos

Motorradtour Südlich des Alpenhauptkamms - Sonnen-Tour über starke Pässe
Vom wundervollen Piemont aus führt die Strecke in die Südalpen, dann am Lago Maggiore und Lago di Lugano entlang zum Comer See. Von Como aus geht es dann weiter über Edolo und dem Grödner Tal zu den Lienzer Dolomiten. Klingt sicher schon ganz gut. Aber es wird noch besser, denn dazwischen gilt es immer wieder traumhafte Passstraßen zu meistern. Aber lesen Sie selbst!

Allgemeine Infos

Der erste Teil der Tour, die südlich des Alpenhauptkamms und damit durch das Land des Dolce Vita, des süßen Lebens verläuft, startet in Santa Vittória nahe Alba und damit mitten im Piemont. Das liegt schon in Sichtweite der Alpen und die werden von dort aus direkt angesteuert. Wichtig bei allem ist die Tatsache, dass wir in Südeuropa unterwegs sind, dass vom Alpenhauptkamm hinsichtlich miesen Wetters gut geschützt wird.

Anreise

Alba lässt sich von Deutschland aus am besten erreichen, wenn man die A 7 am Kreuz Allgäu in Richtung Lindau verlässt. Dann weiter nach Bregenz und später über Höchst bis zur Schweizer Grenze fahren. Dann der Autobahn 13 über Chur und den San Bernadino nach Lugano folgen. Hier dann weiter über Varese und Alessándria nach Alba fahren.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit liegt zwi­schen Mai und Mitte Oktober. Allerdings sollte man den August hier wegen der italienischen Sommerferien meiden.

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