M&R-PlusTauerngold – Motorradparadies rund um den Großglockner

Die traumhafte Bergkulisse der Hohen Tauern prägen schroffe Gipfel, ewiges Eis, wundervolle Kurvenpisten und sprudelnde Bäche, wo man noch Gold finden kann.
Jost Martin & Nick Lass
Jost Martin & Nick Lass
Goldrausch in Österreich? Glücksritter fallen ins Salz­burger Land ein!? Nein, nein, das sind kei­ne dieser Schlagzeilen aus einem Boulevardblatt, sondern wirklich nur eine klitzekleine Ü­bertreibung. Unsere Goldsucher entpuppen sich in Wirklichkeit nämlich als ganz normale Menschen: Handwerker, Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, Selbstständige und Freiberufler, die eine ge­meinsame Leidenschaft miteinander verbindet – das Motorradfahren. Zum Glück,
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welches man reichlich erlebt, wenn man mit seiner Maschine durch die unzähligen Kurven der Hohen Tauern schwingt, gesellt sich bei die­ser Reise noch ein Hauch von Gold­rausch. Aber der Reihe nach.
Alle Gruppenmitglieder, die an der Motorradwoche unter dem Motto „Tauerngold“ teilgenommen haben
Alle Gruppenmitglieder, die an der Motorradwoche unter dem Motto „Tauerngold“ teilgenommen haben
Anfang September ‘08 treffen sich die besagten Glücksritter also in Saal­bach. Antonia und Georg vom Hotel Sonnegg haben eine Motorradwoche unter dem Motto „Tauerngold“ angeboten und viele Fans des motorisierten Zweirades sind dem Ruf ins Salzburger Land gefolgt. Nun warten sie mit Spannung darauf, was die wundervolle Region rund um den weithin bekannten Großglockner – sie bildet den östlichen Teil der mächtigen Zentralalpen – zu bieten hat.
Am Sonntag starten wir zur ersten Tour zum Jägersee. Mit etwa 170 Kilometern eignet sich dieser Turn be­stens, um sich ein wenig kennenzulernen und – vor allem für unsere Alpenneulinge – sich auf die anstehenden Kurvenorgien ange­mes­sen ein­zu­­stim­men. Über Saal­felden, vorbei an Maria Alm, nehmen wir die ersten Kehren hinauf zum Filzensattel unter die Räder. Unterhalb des Hochkönigs, der sich leider in den Wolken versteckt, geht es weiter über den Dientner Sattel durch unzählige Kurven hinunter nach Bi­schofshofen. Wie sehr es allen Spaß ge­macht hat, kann man an den Ge­sichtern ablesen. Das allgemeine Grin­sen strahlt gewissermaßen durch die Helme. Über St. Johann im Pongau und Wagrain fahren wir anschließend in das hübsche Seitental ein, pas­sieren Kleinarl, und erreichen mitten in der Szenerie der Hohen Tauern schließlich den Jä­ger­see. Dieser idyllisch gelegene Berg­see nimmt uns mit seiner Ruhe und Abgeschiedenheit gefangen und ein Gasthaus lädt uns zu einer Pause ein. Schade nur, dass uns die Sonne im Stich lässt und sich hinter grauen Wolken versteckt. Nachdem wir uns dann ge­stärkt – Motorradfahren macht eben hungrig – haben, machen wir uns auf den Rückweg. Über Wagrain und St. Johann im Pongau wäh­len wir dann den Weg entlang der Salzach. Auf der gut ausgebauten Bundesstraße kommen wir zügig vor­an. Allerdings passen wir gut auf, denn Georg warnt immer vor dieser Strecke: Sie steht bei den österreichischen Einsatz­kräften im Hinblick auf Geschwin­digkeits­kontrollen hoch im Kurs. Aber so ist das eben: Gefahr bekannt – Gefahr ge­bannt – und so kommen wir ohne „teures Foto“ zurück in unser sehr gepflegtes Quartier in Saalbach.
Großglockner-Hochalpenstraße
Großglockner-Hochalpenstraße
Dort startet am nächsten Tag eine anspruchsvollere Runde in die Radstädter Tauern. Um bei der Anfahrt ein wenig Zeit zu sparen, rollen wir bis St. Johann im Pongau – natürlich ohne geblitzt zu werden – wieder flott durch das schon bekannte Salzachtal und dann weiter über Wagrain bis nach Radstadt. Vor dort aus geht es dann hinauf auf die Tauernpasshöhe. Die Temperaturen dort oben präsentieren sich alles andere als sommerlich und so proben wir den Einkehrschwung: Eine heiße Suppe, Kakao oder Kaffee wärmt uns wieder auf. So lässt sich die Abfahrt ein wenig besser ertragen und gut gelaunt erreichen wir die Burg in Mauterndorf. Diese wurde im 13. Jahrhundert – früh übt sich eben … – als Mautstelle begonnen und im 15. Jahrhundert erweitert. Heute beherbergt sie das Lun­gauer Landschaftsmuseum und man kann dort auch „Lust auf das Mittelalter“ bekommen. Wirklich, sehr sehens­wert. Die Freude am Fahren steigert sich dazu ab Tamsweg. Wir verlassen die bisher meist recht brei­ten Bundes­straßen und düsen über eine schma­le wie kurvenreiche Ne­benstraße hinauf zum Preber-See in den süd­lichen Schladminger Tauern. Hier en­det der Teer vorübergehend. Die allgemeine Sympathie für die nun nicht staub­­freie Oberfläche erreicht bei den Tourteilnehmern unterschiedliche Werte. Allerdings dau­ert das „Vergnügen“ nur kurz, bei dem Örtchen Seebach wechseln wir wieder auf glatten Teer und auf die­sem nähern wir uns unserem näch­sten Zwischenziel, dem Sölkpass. Die reichlich vorhandenen Kurven dort lassen unsere Herzen dann viel höher schlagen. Allerdings gibt es auf der Südrampe ein paar heftige Rhythmusstörungen in Form von einigen Schlag­löchern.
Nach kurzer Pause auf dem 1788 Meter hohen Sölkpass – die schmale Straße trägt hier den Namen „Erzherzog-Johann-Straße“ – schwingen wir wieder bergab, und zwar bis Gröbming. Von dort aus würde es sich trotz Maut lohnen, hinauf auf den Stoderzinken zu fahren. Hier gibt es flüssige Kurven und besten Asphalt. Außerdem erreicht man so eine der größten Hochflächen Europas, mit Teich- und Sommeralm. Wird heute aber nichts draus, da wir noch einen recht weiten Rückweg haben. Ab Haus im Ennstal wartet zudem noch eine wirklich zauberhafte Stre­cke abseits der Bundesstraße, die über Ramsau und Filzmoos in Richtung Westen führt und wo man die Landschaft unterhalb der Dach­steingruppe, die durch fast 3000 Meter hohe Gipfel gekrönt wird, einfach nur genießen kann. Über Bischofshofen, den Dientner Sattel und den Filzensattel – dieses Mal in umgekehrter Richtung – er­rei­chen wir schließlich nach rund 350 Traumkilometern Saalbach. Alle sind ein wenig erschöpft, aber begeistert von den fantastischen Eindrücken dieser Tour.
Nachts starten wir am Sonnegg, um den Sonnenaufgang auf der Edelweißspitze zu erleben
Nachts starten wir am Sonnegg, um den Sonnenaufgang auf der Edelweißspitze zu erleben
Morgens, irgendwann zwischen Vier und Fünf klingeln im Sonnegg die Wecker. Aufbruchstimmung in einer sternenklaren Nacht. Kurz darauf star­­ten die Motoren. Unter der Füh­rung von M&R Hotelier Georg, ausgestattet mit Lunchpaketen und Thermoskannen mit hei­ßem Kaffee, star­ten rund 30 Motorräder. Über Zell am See fahren wir gemeinsam in Richtung Großglockner-Hochalpen-Stra­ße und auf der weiter zur Edelweißspitze. Gerade noch rechtzeitig vor dem Son­­nenaufgang erreichen wir den Parkplatz dort in luftiger Höhe und stellen fix unsere Motorräder ab.
Obwohl die Sonne selbst noch gar zu se­hen ist, sind die umliegenden Gipfel schon in ein warmes, rötliches Licht ge­taucht. Was danach passiert, lässt sich nur mit Wor­ten kaum be­schreiben – man muss es selbst erleben. Die aufgehende Son­ne er klimmt zügig die Gipfel im Osten und während sie immer mehr an Höhe gewinnt, zau­bert sie ein ungläubiges Stau­nen in unsere Gesichter. Minu­tenlang verharren wir und genießen einfach nur still die­ses wundervolle Naturschauspiel, bei dem die Tau­ern­gipfel vorübergehend optisch vergoldet werden.
Was für ein Start zu unserem nächsten Touren-Tag. In einer kleinen Gruppe fahren wir weiter zur Franz-Josefs-Höhe. Zu so früher Stunde sind noch nicht allzu viele unterwegs, sodass wir uns dort in aller Ruhe den Pasterzengletscher anschauen können. Darüber thront so richtig majestätisch Ö­ster­reichs höchster Gip fel, der 3798 Meter hohe Großglockner. Das alles schauen wir uns noch ein wenig länger an, bevor wir dann aus dem Nationalpark Hohe Tauern hinab nach Kärnten schwingen. Bei Winklern folgen wir anschließend so flott unserem nächsten Ziel entgegen. Über Ober­vellach fahren wir al­so Richtung Millstädter See, schwen­ ken dort wieder nach Norden und biegen in Krems dann in den Nationalpark Nockberge ab.
Nockalm
Nockalmstraße
Die Nockalmstraße dort hat noch das gewisse Etwas, denn sie stammt aus einer Zeit, als man in Österreich noch die Straßen an die Natur anpasste und nicht umgekehrt. So reiht sich Kurve an Kurve und im heißen Rhythmus die­ser tanzen wir hinauf bis zum höchsten Punkt, genießen dort kurz den Blick über die herrliche Landschaft und stürzen uns anschließend wieder hinab ins Tal. Dort wartet al­lerdings schon der nächste Höhepunkt, es geht hinauf auf 1783 Meter, und zwar zur Turracher Höhe. Der einst wegen seiner Steilheit gefürch­tete Alpenpass zwischen der Steiermark und Kärnten, beziehungsweise Predlitz und Ebene Reichenau prä­sentiert sich für uns Alpenfahrer aber als locker fahrbar, obwohl die maximale Steigung noch immer satte 23 % beträgt.
Auf der Passhöhe gönnen wir unseren Motorrädern dennoch eine Pau­­se – und uns heißen Kaffee samt lecke­rem Apfelstrudel. Anschließend dü­sen wir über den Tauernpass­ zu­rück nach Saalbach, wo der Ein oder Andere noch ein wenig in der Sauna oder im haus­ei­genen Pool entspannt, bevor Antonia ein vorzügliches Vier-Gang-Menü servie­ren lässt.
Kurze Pause bei einer wunderschönen Aussicht
Kurze Pause bei einer wunderschönen Aussicht
Am nächsten Tag ist es dann endlich so weit. Der Titel dieser Geschichte wird endlich zum Programm und das Goldfieber erreicht so den Höhe punkt. Ge­org, der M&R Hotelchef, führt uns über Bruck und Taxenbach ins Rauriser Tal. Die Gruppe löst sich plötzlich auf dem Weg durch das idyllische Seitental auf. Einigen kann es eben nicht schnell genug gehen: Gold! Vom Parkplatz am Ende der Straße sind dann nur noch einige Me­ter zu Fuß zurückzulegen, ehe wir endlich den Goldwaschplatz am Ufer der Hüttenwinkl-Ache erreichen. Dort erwartet uns ein Profi, der erst ein­mal erklärt, wie Gold überhaupt gewa­schen wird. Und dann geht es los: Ärmel und Hosenbeine werden so gut es geht aufgekrempelt, die Goldsu­cher steigen bewaffnet mit Waschpfannen ins Was­ser. Gold! Wer findet die ersten Nuggets? Das Goldfieber lässt – logisch – keinen kalt. Okay, gro­ße Goldklumpen findet zwar kei­ner, aber schon der Fund einiger Gold­splitter las­sen kleine Jubel­schrei­e erschal­len. Als wir uns viel später auf den Rückweg zu unseren Motorrädern machen, sind sich alle einig: Das war eine Mordsgaudi und hat Rie­sen­spaß gemacht.
Auf der Suche nach Gold im Rauriser Tal
Auf der Suche nach Gold im Rauriser Tal
Begeistert verlassen wir das Rauriser Tal, fahren an der Kitzlochklamm vorbei hinunter ins Salzachtal und von dort nach Schwarzach. In Schwarz­ach biegen wir Richtung Goldegg ab und erreichen schließlich den Böndl­see. An diesem kleinen, in die umliegende Bergwelt perfekt eingebetteten Gewässer machen wir Pause und stärken uns nach der anstrengenden Goldsuche am Vormittag. Über eine steile Abfahrt geht es dann hinunter ins Tal der Dientner Ache, dem wir dann über eine kurvenreiche Straße bis hinauf nach Dienten folgen. Blickfang ist das Wahrzeichen von Dienten, eine Bergkirche, die schon im Jahre 1506 zu Ehren des Heiligen Nikolaus geweiht wurde. Wenn man, wie wir, Dienten von Sü­den her anfährt, bildet sie zusammen mit dem schroffen Massiv des da­hinter aufragenden Steinernen Mee­res ein wundervolles Bild. Dann geht es über den Filzensattel und Saalfelden zurück in Saalbach.
Unterwegs in Dienten
Unterwegs in Dienten
Der nächste Tag ist fast so etwas wie ein Ruhetag. Die Einen fahren nach Lo­fer, wo es einen hervorragenden Kai­ser­schmarrn geben soll, die anderen besichtigen die sehenswerten Krimmler Wasserfälle. Heute also nur zu viert, erkunden wir das nahe gelege­ne Stubachtal. An dessen Ende findet sich die Kraftwerksanlage Enzingerboden. Die Straße dorthin ist schmal und kurvenreich – und auch wir finden eine alte, urige Jausenstation, wo es einen leckeren Kaiserschmarrn gibt.
Der letzte Tag unserer tollen Tourenwoche bricht an. Für den verheißt der Wetterbericht nichts Gutes: Am Nachmittag soll es regnen. Wir werden se­hen und für eine kurze Tour reicht die Zeit bis dahin allemal. Über Saal­felden, Leogang und den Grie­ßen­pass (der eigentlich keiner ist) führt unser Weg ins Pillerseetal. Wunderschön. Danach rollen wir über Waid­ring und Kirchdorf ins Kaiserbachtal, mit dem mächtigen Wilden Kaiser da­rüber. Noch schöner! Vorbei an St. Jo­hann und Kitzbühl führt uns die Tour dann über den Pass Thurn hinunter ins Salzachtal und von Mittersill zurück nach Saalbach. Der prognosti­zierte Regen bleibt aus. Es wird im­mer besser! Für unseren Doc der Mo­torradgruppe endet der Tag deshalb auch noch nicht gleich. Mit dem Motorrad fährt er zu seiner Pfifferlingstelle. Diese edlen Pilze – hei­ßen in Salzburg Eierschwammerl – gibt’s dann am Abend als Zugabe zum köstlichen Menü im Sonnegg.
Der Abend wird noch lang, denn am nächsten Tag reisen wir alle ab. Es war eine tolle Woche mit supernetten Leuten, wunderschönen Touren in beeindruckender Landschaft und au­ße­rgewöhnlichen Erlebnissen neben dem hier süchtig machenden Motorradfahren. Mit ein wenig Wehmut beginnt dann für die meisten auch der Heimweg, teils auf eigener Achse und teils mit dem DB-Autozug. Und mir bleibt nur zu sagen: Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, wenn im Juli das Motto lautet: Tauerngold!

Motorradtour Tauerngold – Motorradparadies rund um den Großglockner – Infos

Motorradtour Tauerngold – Motorradparadies rund um den Großglockner
Goldrausch in Österreich? Glücksritter fallen ins Salzburger Land ein!? Nein, das sind keine Schlagzeilen aus irgendeinem Boulevardblatt. Unsere Goldsucher entpuppen sich als ganz normale Menschen, die eine gemeinsame Leidenschaft miteinander verbindet – das Motorradfahren. Nun warten sie mit Spannung darauf, was die wundervolle Region rund um den weithin bekannten Großglockner zu bieten hat.

Allgemeine Infos

Die Bergwelt der Hohen Tauern ist ein Motorradparadies schlecht­hin. Den Besuch lohnt allein schon die Großglocknerhochalpenstraße, aber auch die umliegenden Gebirgszü­ge eröffnen großes Motorradvergnügen.

Sehens- und erlebenswert
Neben der traumhaften Landschaft bietet sich in Kaprun ein Besuch der Sigmund-Thun-Klamm an. Außerdem dürften die Stauseen im Talende oberhalb Kapruns recht interessant sein.
Anfang der Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts startete das Projekt Glocknerhochalpenstraße als Arbeits­beschaffungsmaßnahme. Nach fünfjähriger Bauzeit wur­de die 50 Millionen Euro teure Hochalpenstraße 1935 eröffnet. Nachdem sie früher als wichtiger Ver­kehrsweg zwischen Nord- und Südeuropa diente, ist sie heute mehr eine Sightseeingstrecke: 1,2 Millionen Besucher sind es jeden Sommer. In der restlichen Zeit ist die Trasse meterhoch verschneit.

Anreise

Nach Saalbach: A8 München-Salzburg an der Abfahrt Siegsdorf verlassen. An­schließend fährt man über Inzell und Lofer in Richtung Zell am See. Kurz hinter Saalfelden biegt man dann nach Saal­bach Hinterglemm ab. Ab München kommen etwa 170 Kilometer zusammen.
Zum Iselsberg: Liegt etwas nördlich von Lienz (Osttirol), und zwar auf der Straße Richtung Großglockner.
Tourstart Bischofshofen: Liegt an der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Spittal.

Beste Reisezeit

Zwischen Mai und Ende Oktober, die Großglocknerhochalpen­stra­ße öffnet meist am Muttertag.

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