M&R-PlusWillinger Runde – jenseits vom Sauerland

M&R Archiv
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Die traumhafte Willinger Runde startet mitten im stets gut besuchten Partyort, und zwar am Abzweig von der B 251 zum Diemelsee. Zunächst folgt man allerdings der Bundesstraße in Richtung Usseln, wo man dann auf kleinere Straßen wechselt, die die wunderschöne Kurventour letztlich auch charakterisieren. Über Düdinghausen, Medebach, Küstelberg und Dreislar kurvt man dann nach Frankenberg, wo man eine erste Pause einlegen könnte. Immerhin bietet die um 1233 von Landgraf Konrad von Thüringen gegründete und wunderhübsche Fachwerkstadt eine echte Möglichkeit, den Gleichgewichtssinn nach dem zuvor erlebten Kurvendorado wieder zu beruhigen. Vor allem könnte man sich so das Wahrzeichen der Kleinstadt anschauen, und zwar das Rathaus, welches in seinen zehn Türmen, die einst zehn ortsansässigen Zünfte repräsentiert.

Von Frankenberg zum Edersee

Von Frankenberg aus steuert man anschließend den Edersee an. Allerdings wartet auf dieser Strecke wieder ein ganzer Schwung Kurven, die für fantastische Schräglagen sorgen, bevor an der Staumauer des Edersees sicher die nächste Pause fällig wird.
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Hinter der 48 Meter hohen Staumauer findet sich eine Wasserfläche von bis zu knapp zwölf Quadratkilometern. Das Fassungsvermögen beträgt 199,3 Millionen Kubikmeter. Damit ist der Edersee der flächenmäßig zweit- und volumenmäßig drittgrößte Stausee in Deutschland.

Etwa 900 Menschen wurden wegen des Baus der Talsperre umgesiedelt. Kosten hatten sie dadurch keine. Die Dörfer Asel, Berich und Bringhausen beispielsweise wurden an höher gelegenen Stellen oberhalb des neu entstehenden Edersees recht aufwendig und liebevoll neu errichtet. Wie auch immer, heute reihen sich am bekannten Motorradtreff immer ein Schwung Moppeds auf. Ob deren Fahrer alle wissen, dass sie hier an einer Stelle stehen, wo ein ganz düsteres Kapitel deutscher Geschichte stattfand? Es geht dabei um den erfolgreichen Versuch eines englischen Bomberpiloten, der im Zweiten Weltkrieg, und zwar in der Nacht des 17. Mai 1943, die Staumauer mit einer speziellen Bombe zerstörte. Um die Abwehranlagen an der Talsperre zu umgehen, wurde eine speziell für diesen Zweck konstruierte Rollbombe eingesetzt, die durch Eigendrehung auf dem Wasser über die Abwehrnetze in Richtung Staumauer sprang. Durch die Explosion wurde die Staumauer zerstört, pro Sekunde traten etwa 8.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus. Es bildete sich eine bis zu acht Meter hohe Flutwelle, die sich bis ins Wesertal ergoss und dabei viele Menschen in den Tod riss. Das ist eine der traurigen Geschichten des Edertals, aber es gibt gottlob auch andere, wie das Thema Goldrausch, den es hier lange vor der Talsperre gab. Damals spannten die Anwohner des Flusses jedes Frühjahr Felle oder Leinentücher auf Pflöcke, um damit feine Goldflitter aus dem Ederwasser zu filtern. Muss wohl eine ziemlich mühsame Arbeit gewesen sein, denn unter der Herrschaft des Landgrafen Karl, war es sogar möglich, eine verhängte Turmhaft gegen diese Arbeit einzutauschen. Da fahren wir lieber mal weiter, und zwar hinauf nach Waldeck. So erlebt man den Edersee, der sich wie ein mächtiger Krake in Haupt- und Nebentälern ausstreckt, aus der Vogelperspektive.
Edersee
Pause am Edersee

Weiterfahrt zur Diemeltalsperre

Aber auch Motorrad fahren macht hier Spaß. Wir zirkeln durch wunderbare Kurven, gleiten über bewaldete Hügelketten, rollen durch hübsche Dörfer und kommen so zur Staumauer der Diemeltalsperre, deren Baubeginn im Jahr 1912 datiert. Der Stausee dient mit seiner Talsperre der Wasserregulierung der heutigen Bundeswasserstraßen Weser und Mittellandkanal, dem Hochwasserschutz, der Wasserkrafterzeugung und natürlich der Erholung. Er verfügt über eine Wassertiefe von maximal 34 Metern und eine Uferlänge von insgesamt 16 Kilometern. Über Padberg und Bleiwäsche nähert man sich auf wiederum höchst kurvenreicher Strecke anschließend der Aabachtalsperre. Der recht kleine Stausee wurde von 1975 bis Mai 1978 erbaut. Bei Vollstau kommt er auf eine Fläche von maximal 1,8 Quadratkilometern, was einer Wassermenge von maximal 20 Millionen Kubikmetern entspricht. Unsere Tour führt über den Damm weiter nach Fürstenberg, das heute zu Bad Wünnenberg gehört. Dort schwenken die Scheinwerfer dann langsam aber sicher wieder Richtung Süden. Bald steht auch die Fahrt durch das idyllische Almetal an, die letztlich auch ein Stück des Weges nach Olsberg weist. So nähern wir uns wieder zügig den Höhen des Rothaargebirges inmitten derer auch das quirlige Willingen liegt. Dort geht diese flotte Runde mit unendlich vielen Kurven zu Ende und so hat man nach der Tour auch reichlich zu erzählen.

Motorradtour Willinger Runde – Jenseits vom Sauerland – Infos

Motorradtour Willinger Runde – Jenseits vom Sauerland
Wer dem Rothaargebirge beziehungsweise dem Sauerland seine Aufwartung macht, dem sei auch diese Tour empfohlen, die einiges an Sehenswertem, wie Talsperren beispielsweise, aber auch jede Menge Traumkurven bietet.

Allgemeine Infos

Sauerland, das ist ein weiter Be­griff. Gestandene Rheinlän­der bezeichnen damit nämlich möglicherweise oft nur die Gegend zwischen Dortmund und Winterberg. Aus hessischer Sicht dagegen erstreckt sich das Land der „Tausend Berge“ eher vom lieblichen Eder­tal bis - wiederum nach Winterberg. Aber, was ist denn nun richtig? Beides, denn zu dieser wunderschönen und waldreichen Region gehören das in Hessen gelegene Wal­deck´sche Upland, das über 800 Meter hohe Rothaargebirge, die aussichtsreiche Winterberger Hochfläche, Lenne- und Ebbe­gebirge, sowie Arns­berger Wald und Homert.

Anreise

Den Start findet man mitten im quirligen Willingen - gut über die A 44 Kassel - Dortmund zu erreichen – und zwar am Abzweig von der B 251 in Richtung Diemelsee.

Beste Reisezeit

Zwischen April und Oktober hat man jedenfalls die größten Chancen auf tolles Mo­tor­rad­wet­ter im Sauerland.

Verpflegung

Die Sauerländer Küche be­sticht oft durch reichlich re­gio­nale Leckereien. Wie wäre es mit „Zaun­stickel“. Das sind in knusprigem Bier­teig ausgebackene Spargel­stan­gen, mit einem gebackenen Bärlauch­blatt garniert und an einer Kräuter-Buttersauce an­gerichtet. Dazu gibt es etwas Salat und echten Knochen­schinken. Eine ganz tolle Sache ist auch die “Pott­hucke”, eine Kar­toffel­pastete mit Speck und Mettwurst ge­backen. Le­cker.

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