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Vollgas im Luftkurort!

#1 09.05.2016 13:00
Ich ziehe gerne am Kabel! Die volle Kraft meiner Maschine zu spüren, die sagenhafte Beschleunigung, die jeden 100.000 Euro Sportwagen zur Bedeutungslosigkeit im Rückspiegel schrumpfen lässt, die unfassbare Bremswirkung auszureizen um mit funkenden Kniepads über den Asphalt zu schraddeln - einfach nur geil (Entschuldigung) ein bisschen Show gehört schließlich auch dazu! Noch ein paar Faxen für den Fotografen und nochmal den Motor bis in den Begrenzer jagen - saugut!

Den Kumpel vor mir bekomme ich auch noch, spätestens in der nächsten Linkskurve, da bin ich etwas stärker - ich liebe Linkskurven. Vielleicht kann ich noch ein paar Meter später ankern? Das Wetter spielt mit, der Asphalt ist griffig, die Reifen auf Temperatur - Vollgas!! Am Ende des Tages habe ich wenigstens 5 Liter Wasser getrunken und war nicht einmal auf Toilette, vollkommen nass geschwitzt und komplett fertig, fühle ich mich wie Valentino Rossi - ich kann einfach alles gewinnen! Auch wenn es dieses Mal nicht ganz für meinen Kumpel gereicht hat.

Ab auf die Rennstrecke mit Euch!


Wollt Ihr auch richtig Spaß haben, die Grenzen ausloten und vielleicht auch darüber hinaus gehen? Dann tut das wie ich, auf diversen Rennstrecken. Und damit sind nicht der Kyffhäuser oder das Sudelfeld gemeint, sondern richtige Motorsportzentren. Ihr merkt schon, ich baller ganz gerne mal über eine Rennstrecke. RENNSTRECKE! Verdammt nochmal! Dazu gehören KEINE Luftkurorte mit tüdeligen Rentnern, KEINE Nebenstrecken mit unsäglichen Rennradfahrern und auch NICHT die Bundesstraßen. Natürlich juckt es in der rechten Hand, wenn die ersten Kilometer bei strahlendem Sonnenschein im Frühling absolviert werden. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Hinzu kommt eine geradezu unheimliche Medienpräsenz in sozialen Netzwerken - Hans und Franz wollen die ersten sein, die ihre "genialen" Youtube-Videos online stellen. Die meisten Likes um jeden Preis!? Nicht selten wird dann der eigene Unfall für die Hinterbliebenen aufgezeichnet. Vielen Dank auch...
Versteht mich bitte nicht falsch, auch ich gebe gerne mal richtig Gas, aber seitdem ich mich auf einigen Rennstrecken austoben darf, bin ich im normalen Straßenverkehr viel gelassener und entspannter unterwegs. Zusätzlich trainiere ich auf Rundkursen die Fahrzeugbeherrschung im Grenzbereich, um im Alltag auf alles mögliche vorbereitet zu sein. Lange Rede, kurzer Sinn: Warum müssen einige von Euch unbedingt mit 120 Sachen an einem Spielplatz vorbeiorgeln? Warum werde ich in einer 70er Zone überholt, als ob es kein Morgen gäbe? Warum muss man am Anfang der Saison gleich wieder auf 110% unterwegs sein, obwohl die Straßen, winterbedingt, in einem schlechten Zustand sind, die Dosenlenker uns noch gar nicht wieder auf dem Schirm haben und die Anwohner an diversen Ausfallstraßen gerade wieder anfangen im Garten zu sitzen ... um gleich darauf von einer Horde Durchgeblitzter, natürlich ohne DB-Killer, vom Kaffeetisch vertrieben zu werden?! Ausgerechnet von denjenigen, die sich anschließend am lautesten über irgendwelche Streckensperrungen aufregen.

Respekt vor anderen Verkehrsteilnehmern!


Leute, ich habe eine Bitte: Auch wenn es mitunter schwer fällt, schraubt Euren Übermut ein bisschen zurück, den Auspuff wieder dran und fahrt sinnig! Genießt einfach das Motorradfahren, die Landschaft, die Gerüche der Saison, die herrlichen Aussichten und natürlich die sagenhaften Kurven, vorzugsweise auf den ausgewählten Touren von Motorrad & Reisen!

DLzG

Foto: Joachim Mottl





#2 09.05.2016 19:11
Sonst kann es passieren, dass auf der Strasse ein Krankenwagen und zwei Polizeifahrzeuge mit Blaulicht stehen. Rechts unter der Leitplanke mit 2 abgerissenen und verbogenen Trägern liegt eine geschrottete Maschine - in einem 70er Bereich. So gesehen am letzten Donnerstag im Odenwald kurz vor unserem Ziel Lärmfeuer.



#3 10.05.2016 11:33
Ja, leider. :(
Und man muss ja noch nicht einmal Schuld haben. Die Dummheit der Anderen kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Ich denke quasi immer für andere Verkehrsteilnehmer mit, aber ausschließen kann man Zwischenfälle eigentlich nie.
Allerdings minimiert man das Risiko von Landwirten und ihren Hinterlassenschaften, Sonntagsfahrern und Ölflaschenwerfern doch erheblich, wenn man in kontrollierter Umgebung mal so richtig die Sau raus lassen kann - ohne lebensgefährliche Leitplanken, mit Sanitätern (im Falle eines Falles) und echten Könnern, die einem zeigen wie es richtig geht. Einige Freunde fahren gar nur noch auf Rennstrecken, alles andere ist denen mittlerweile suspekt.



#4 11.05.2016 10:17
Wichtiger Beitrag von Dir Hagen! (y)
Danke dafür! Solche Zeilen kann es aus meiner bescheidenen Sicht nicht oft genug geben.
... und wir wissen alle, wie schwer es manchmal fällt, sich auf der Strasse zurückzuhalten! Ich kann nur Jedem raten mal ein Kurventraining bei einem guten Veranstalter zu machen.
Gelle Hagen, das hätten wir viel früher machen sollen!
Man kann immer dazu lernen auch nach Jahren noch, aber vorallem hat man irre viel Spass die eigenen Grenzen auszubauen und sich mehr an die Grenzen zu bewegen, die das eigene Motorrad vorgibt.
... und die Grenzen des Motorrades sind meist deutlich weiter weg, als man meinen mag! ;)

PS: Darf ich deinen Beitrag auf unserer FB-Seite verlinken? (inlove)



#5 11.05.2016 15:50
He Rico, klar darfst Du den Beitrag verlinken - würde mich freuen!
Gerne denke ich an unser erstes Training zurück, mit all den anderen Bekloppten.
Meine Güte, wie viele Jahre ist das jetzt schon wieder her? :o
Aber die Empfehlung bleibt - ein Kurventraining mit einem guten Veranstalter macht nicht nur unheimlich viel Spaß, sondern bringt einen auch viel weiter als man denkt.
Außerdem lernt der eine oder andere schonend mit den Anbauteilen umzugehen *hust* 8=)



#6 13.05.2016 18:03
Woah, eben mit'm Hund unterwegs gewesen und es geht wieder los. Ich sach mal - keine 5 Meter vom Wanderweg knallt da einer mit sicher 160 Km/h den Berg hoch... man kanns auch übertreiben. Bei dem stellt sich nicht die Frage ob er sich um die Leitplanke wickelt - nur wann - und dann ist das Geschrei groß. Wie heißt das so schön? Lernresistent?



#7 18.05.2016 08:53
Ich würde jetzt mal ganz böse behaupten: natürliche Auslese.
Das ist ziemlich fies, ich weiß. Aber letztendlich trifft es des Pudels Kern.
Es leiden immer Unbeteiligte, sei es nun andere Verkehrsteilnehmer, oder aber die Rettungskräfte. Von den Hinterbliebenen mal ganz zu schweigen.
Vor Fahrtantritt einfach mal kurz nachdenken, schadet sicher niemanden.

...nicht das ich jetzt als "Moralapostel" da stehe! Wer mich kennt, der weiß was läuft. Allerdings handhabe ich es so, dass ich auch gerne mal eine Strecke vorher inspiziere, bevor wir da ein Fotoshooting veranstalten. Dabei gehts noch nicht mal ums "rasen" sondern eher darum, dass vielleicht mal wieder die Forst einen Haufen Dreck genau im Scheitelpunkt der nächsten Kurve hinterlassen hat.... ;)



#8 23.05.2016 17:47
Am Sonntag waren die meissten Fahrer und Gruppen, die ich auf meiner Runde getroffen habe, glücklicherweise sehr gesittet unterwegs... aber es war eben auch Sonntag Nachmittag, wo der Standard "Wochenendausflügler" schon wieder auf dem Heimweg ist. Samstag muss es - Noteinsatzwagentechnisch - ziemlich die Hölle gewesen sein. Aber wichtig zu sagen bleibt dann, dass für diverse Unfälle eben wiedermal nicht die Zweiradfahrer verantwortlich waren während die Berichterstattung der Gazetten eben extrem subjektiv und sensationsgeil zu beschreiben ist und diese sich vollends auf die schwarzen Schafe eingeschossen haben. Mich schüttelt es jedes mal, wenn einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen wird und das Ganze dann als "Raserunfall" abgetan wird.



#9 05.06.2016 16:20
Sehr weise Herr Hagen
Hätte ich eine Renn- oder Teststrecke nur einigermaßen
in der Nähe sodass nicht immer ein ganzes Wochenende für
solch ein Event drauf gehen würde...
Letztendlich bleibt mir als Alternative die von dir erwähnten
Bundes- und Landstraßen um Spaß zu haben.
Das geht auch halbwegs Gesetzeskomform mit einer Gefühlvollen Gashand.
Natürlich verurteile ich die von euch erwähnten " Rossis" genauso.
Nur ist der Hauptgrund für Streckensperungen mittlerweile die Lärmbelästigung.
Ich fahre meine Lieblingsstrecken auch gern mehrmals rauf und runter.
Übrigens mit Serienauspuff. Und nicht mit einer Klappe in der
Jekyl und Hyde Tüte. Na klar, hat ja ein ABE und nach Schallpegel auch nicht zu laut, wichtig ist aber viel mehr das Empfinden des Lärms.
Ich finde einen sportlichen Sound auch geil, müsste ich mir sowas aber den ganzen Tag anhören würde ich da wahrscheinlich anders drüber denken. Denkt mal drüber nach, bevor weiter Werbung für Zubehör Tüten macht die sich per Knopfdruck "öffnen" lassen.

Kopfschüttelten Grüße

Michael




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