Ducati Hypermotard 698 Mono – FÜR DIE SAURAUSLASSER

Das gab es noch nie bei Ducati: Die Italiener bringen ihre erste Einzylinder-Supermoto. Mehr Karamba-Karacho-Krawall geht nicht auf öffentlichen Straßen.
Ducati Hypermotard 698 Mono – FÜR DIE SAURAUSLASSER Hooooch das Rad und schräg raus aus der Kurve. Für solche Stunts hat die neue Ducati Hypermotard 698 Mono eine speziell angepasste Wheelie Control mit vier Stufen.
Ducati Hypermotard 698 Mono – FÜR DIE SAURAUSLASSER Eine neue Ducati mit Einzylindermotor – dass wir das noch erleben dürfen. Die Hypermotard 698 Mono bringt 77,5 PS auf die Straße. In der Basisversion kostet sie 12.390,-- Euro. Markteinführung ist Anfang 2024.
14 Bilder
03.11.2023
| Lesezeit ca. 4 Min.
Weltpremiere Nummer fünf von sechs bei Ducati im Vorfeld der EICMA 2023: Die High-Performance-Spezialisten aus Borgo Panigale lassen ihre erste Einzylinder-Supermoto auf die Menschheit los. Fulminante 77,5 PS bei 10.250 Touren und 63 Nm bei 8.000 Touren packen die Italiener ihrer Hypermotard 698 Mono in den einen Zylinder. Heidewitzka! Quer geht mehr, lautet unverhohlen die wohlvertraute Botschaft. Die ersten Pressebilder lassen bereits erahnen, was da auf die Menschheit zukommt: ein Saurauslasser erster Güte!

Nervenkitzel hoch zwei mit nur einem Zylinder

Ducati Hypermotard 698 Mono

Die technischen Lösungen der Einzylinder-Ducati in puncto Motor, Elektronik und Fahrwerk stammen allesamt aus der Panigale-Welt. Damit ist klar: Die „Lütte“ meint es ernst! Muss sie auch, denn Ducati betritt mit der Hypermotard 698 Mono neues Terrain, genau genommen ein neues Segment: Nervenkitzel mit nur einem Zylinder. Bislang hat Ducati in der Supermoto-Klasse stets zwei Kolben als Rambazamba-Antrieb auserkoren. Lange vorbei sind die Zeiten einzylindriger Spaß-Scrambler mit 350 oder 450 ccm Hubraum.

„Sichere“ und reproduzierbare Drifts

Ducati Hypermotard 698 Mono

„Immer im Drift“ – das ist die Devise, wenn es um die Haltungsnoten in Kurven geht bei Supermotos. Hinterrad ausfahren first. Damit das auch ohne Egon-Müller-Begabung so sicher und spektakulär wie möglich klappt, spendiert Ducati seiner Mono-Motard ein speziell abgestimmtes Kurven-ABS, das dank ausgeklügelter Elektronik „reproduzierbare Drifts“ ermöglichen soll. Das Ziel ist klar: maximaler Fahrspaß. Ducati verspricht: „Mit der Hypermotard 698 Mono können sich auch weniger geübte Fahrer dank der ausgefeilten Elektronik sicher an den Supermoto-Stil herantasten.“ Enduro-Stunts auf Asphalt. Na denn.

Fahrhilfen der Panigale V4

Das Elektronik-Paket ist laut Ducati „das kompletteste des Segments“. Zahlreiche Fahrhilfen stammen aus der Panigale V4 und wurden speziell für die Hypermotard 698 Mono weiterentwickelt. Dazu gehören neben dem Kurven-ABS unter anderem die Ducati Wheelie Control (vierstufig), die Ducati Traction Control, der Ducati Power Launch, die Engine Brake Control und der Ducati Quick Shift (DQS) Up/Down. Letzteren gibt es serienmäßig bei der sogenannten RVE-Version (ab 13.390,-- Euro) und als Zubehör bei der 1000,-- Euro günstigeren Standardversion.


Maximale Performance auf Asphalt

Ducati erklärt den neuen „Superquadro Mono“ mit breiter Brust zum „fortschrittlichsten und leistungsstärksten Einzylinder-Straßenmotor, der je gebaut wurde“. Der neue Einzylinder stammt vom Zweizylinder-Motor der Panigale 1299 ab, von dem er die Titan-Einlassventile und Stahl-Auslassventile übernimmt sowie den Kolben samt Bohrung (116 mm), den Brennraum und die desmodromische Ventilsteuerung. Damit greift er auf die gleiche Technologie zur Steuerung der Ventile zurück, die Ducati auch in der MotoGP verwendet.

Design gleicht der großen Schwester

Ducati Hypermotard 698 Mono

Optisch ist die Single-Duc natürlich ganz nah dran an der 114 PS starken „großen Schwester“ Hypermotard 950. Fast gerade Sitzbank vom Heck bis zur Mitte des Tanks, hohes Frontschutzblech, tragend eingebauter Motor, aggressive Front im Raubvogelschnabel-Style – die Hypermotards versprühen aus jedem Blickwinkel den gewünschten Attacke-Modus. Ab Januar 2024 soll die 698 Mono bei den Ducati-Vertragshändlern in zwei Looks aufschlagen: im klassischen Ducati Red mit pulverbeschichtetem Rahmen und als RVE mit spezieller Grafik, schwarzem Rahmen und serienmäßigem DQS (Schaltautomat).
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Leichtgewicht mit Schwergewicht-Punch

Trocken wiegt die neue Hypermotard 698 Mono gerade einmal 151 Kilogramm. Der Gitterrohrrahmen steuert lediglich 7,2 kg davon bei, die voll einstellbare Marzocchi-USD (45 mm) nur 8,1 kg. Die 17-Zoll-Felgen tragen Pirelli Diablo-Rosso-IV-Reifen. Die Bremsen stammen naturgemäß von Brembo. Vorn greift eine 330 mm große Bremsscheibe mit M4.32-Radialsattel ins ungestüme Treiben ein, hinten eine 240 mm große Bremsscheibe. Wer die beiden richtig fordern will, ordert den optionalen Termignoni-Rennauspuff. Damit steigt die Leistung um 7 PS auf 84,5 PS, ein weiterer Rekordwert für einen Einzylinder, konstatiert Ducati.

Vier Fahrmodi, drei Powermodi

Sport, Road, Urban und Wet heißen die vier Riding Modes der Hypermotard 698 Mono, denen individuell die drei Power-Modes High (Rennstrecke), Medium (Landstraße) und Low (gedrosselt auf 58,5 PS) zugeordnet werden können. Welcher aktiv ist, zeigt das 3,8-Zoll-Display mit weißer Schrift auf schwarzem Grund an.



Am Schluss sei noch ein Warnhinweis an alle Eltern erlaubt: Die Hypermotard 698 Mono gibt es auch als A2-Version (43,5 PS) für A1-Aufsteiger. Nein, lieber nicht mal daran denken, auch wenn die „Monomoto“ als erste Ducati über vier ABS-Stufen verfügt und Ducati mit Blick auf die „Slide by Brake“-Funktion verspricht: „Einfach bremsen, in die Kurve legen und die Elektronik kümmert sich um den Rest.“
Ducati Hypermotard 698 Mono 2023-2024 Ducati Hypermotard 698 Mono RVE 2023-2024
Motor
Bohrung x Hub 116 x 62,4 mm 116 x 62,4 mm
Hubraum 659 ccm 659 ccm
Zylinder, Kühlung, Ventile Superquadro Mono, flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor, 4 Ventile Superquadro Mono, flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor, 4 Ventile
Abgasreinigung/-norm Euro 5 Euro 5
Leistung 78 PS (57 kW) bei 9.750 U/min 78 PS (57 kW) bei 9.750 U/min
Drehmoment 63 Nm bei 8.000 U/min 63 Nm bei 8.000 U/min
Verdichtung 13,1:1 13,1:1
Wartungsintervalle alle 15.000 km oder alle 24 Monate/Ventilspiel-Kontrolle 30.000 km alle 15.000 km oder alle 24 Monate / Ventilspiel-Kontrolle 30.000 km
Verbrauch pro 100 km 4,8 Liter 4,8 Liter
Kraftübertragung
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung, hydraulisch mit Anti-Hopping-Funktion Mehrscheiben-Ölbadkupplung, hydraulisch mit Anti-Hopping-Funktion
Schaltung 6-Gang 6-Gang
Antrieb Kette Kette
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Stahl-Gitterrohrrahmen Stahl-Gitterrohrrahmen
Federelemente vorn 45-mm-Upside-Down-Gabel 45-mm-Upside-Down-Gabel
Federelemente hinten progressiv angelenktes Federbein, Aluminium-Zweiarmschwinge progressiv angelenktes Federbein, Aluminium-Zweiarmschwinge
Federweg v/h 215 mm/240 mm 215 mm/240 mm
Radstand 1.443 mm 1.443 mm
Nachlauf 108 mm 108 mm
Lenkkopfwinkel 26.1° 26.1°
Räder 5-Speichen-Alufelgen 5-Speichen-Alufelgen
Reifen vorn 120/70 ZR17 120/70 ZR17
Reifen hinten 160/60 RZ17 160/60 RZ17
Bremse vorn 330-mm-Scheibenbremse mit Aluminium-Innenring 330-mm-Scheibenbremse mit Aluminium-Innenring
Bremse hinten 245-mm-Bremsscheibe, Einkolben-Schwimmsattel 245-mm-Bremsscheibe, Einkolben-Schwimmsattel
Maße & Gewicht
Länge 2.195 mm 2.165 mm
Breite 920 mm 900 mm
Höhe 1.240 mm 1.240 mm
Gewicht 151 kg (160 kg fahrbereit) 151 kg
zul. Gesamtgewicht 355 kg 355 kg
Maximale Zuladung 195 kg 195 kg
Sitzhöhe 904 mm 904 mm
Standgeräusch 92 db(A) 92 dB(A)
Fahrgeräusch 76 db(A) 76 dB(A)
Tankinhalt 12 Liter 12 Liter
Fahrerassistenzsysteme
Kurven-ABS
Wheelie-Kontrolle
ABS
Traktionskontrolle
Fahrmodi
Slide-Control
Schaltassistent
Fahrzeugpreis ab 12.390,-- Euro 13.390,-- Euro
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