Schwedens Elektropioniere haben auf der EICMA 2022 ihre vierte Modellreihe präsentiert: Der elektrische Leichtbau-Vollcrosser CAKE Bukk tritt in der A2-Klasse an und soll im Gelände eine aberwitzige Performance abliefern.
Stefan Yettborn, CEO und Gründer des schwedischen Elektromotorrad-Herstellers CAKE, ist überzeugt: „Konsequenter Leichtbau und die Kunst des Weglassens – das ist der Weg in die elektrische Zukunft, anstatt einfach den Antriebsstrang von Verbrennung auf Elektro umzustellen, wodurch die Motorräder am Ende noch schwerer sind als ihre Vorgängermodelle.“ Ein klarer Seitenhieb auf Wettbewerber, die elektrische Motorräder immer noch denken, aussehen lassen und bauen wie klassische Motorräder – mit sehr viel technischem und optischem Ballast.
Der neue E-Crosser CAKE Bukk wiegt nur 85 kg
Schwedisches Design: weniger ist mehr. Das Leistungsgewicht der CAKE Bukk soll im Gelände „achterbahnähnliche“ Beschleunigungsmomente ermöglichen – bei bester Kontrollierbarkeit. Der Name Bukk stammt von der Insel Gotland, wo CAKE testet, und bedeutet „Gewitterwolke“ Ganz anders die Puristen aus Schweden: Radikal reduzierte E-Modelle wie die CAKE Kalk haben bereits gezeigt, dass an modernen Elektromotorrädern sehr viel weniger dran sein muss, als man es von Verbrenner-Bikes kennt. Die neue Bukk treibt es jetzt auf die Spitze: Schlappe 85 Kilo bringt der schlanke Leichtbau-Vollcrosser auf die Waage. Drei konfigurierte Fahrmodi und ein individuell programmierbarer Modus sollen optimale Traktion auf unterschiedlichen Untergründen ermöglichen. Hinzu kommen drei Brems-Modi: ohne Motorbremse, mittleres Motorbremsmoment mit Rekuperation und hohe Motorbremswirkung mit Rekuperation, also Bremsenergie-Rückgewinnung für zusätzlichen Antriebsstrom.
Aufstieg in den A2-Olymp: Batterie, Rahmen, Fahrwerk und Antrieb des 16 kW (22 PS) starken Leichtbau-Hardcrossers wurden komplett neu entwickelt. Erstmals tritt CAKE damit oberhalb der 11-kW-Klasse an Die neue Offroad-Plattform wurde laut CAKE speziell für den anspruchsvollen Track- und Trail-Einsatz konzipiert. Rahmen, Geometrie und Aufhängung hat CAKE nach eigenen Angaben von Grund auf neu entwickelt. „Die Komponenten werden mit neuartigen Werkzeugen aus den leichtesten und sorgfältigsten Legierungen hergestellt und definieren ein neues Qualitätslevel in der elektrischen Premiumklasse“, erklärt Yettborn. Die Bukk sei 25 Prozent leichter als vergleichbare konventionelle Motocross-Modelle, aber deutlich belastbarer. Das progressive Profil des elektrischen Antriebsstrangs gleiche einem achterbahnähnlichen Beschleunigungserlebnis. „Man muss scheinbar Widersprüchliches unter einen Hut bringen: ein crazy Drehmoment mit einem superleichten Rahmen und Fahrgestell“, so Yettborn
22 PS und kurzzeitig aberwitzige 420 Nm am Hinterrad
Hightech-Federung: speziell für die CAKE Bukk abgestimmtes Fahrwerk von WP und Öhlins. Die Bodenfreiheit beträgt stattliche 350 mm, die Sitzhöhe amtliche 965 mm. Radstand: 1.360 mm Der neu entwickelte Antriebsstrang befördert CAKE in die A2-Klasse; bislang war bei 11 kW (15 PS) Schluss. Der neue A2-Antrieb soll mit 72-Volt-Batterie und 16-kW-Motor (22 PS) 70 Nm Drehmoment haben und am Hinterrad kurzzeitig ein aberwitziges Drehmoment von 420 Nm abliefern. Die Höchstgeschwindigkeit des Leichtgewichts gibt CAKE mit „mehr als 100 km/h“ an. Die Abstimmung der Federelemente erfolgte in Zusammenarbeit mit WP und Öhlins und soll der Bukk bestmögliche Performance auch auf schwierigen Tracks und Trails bescheren – „leise und ohne die Umwelt zu belasten“, versichert Yettborn.
2,9 kWh Akkuleistung sollen für drei Stunden Fahrspaß reichen
Die 2,9-kWh-Batterie (40 Ah) besteht aus 21.700 klitzekleinen Lithiumzellen und wiegt nur 21 kg. Sie soll an der Haushaltssteckdose in 100 Minuten von null auf 80 Prozent laden. Für 100 Prozent veranschlagt CAKE 2,5 Stunden Die 2,9-kWh-Antriebsbatterie soll rund drei Stunden Offroad-Fahrspaß ermöglichen. Exakt 50 Modelle werden von der streng limitierten Bukk-Erstauflage produziert. Alle 50 Editionsmodelle werden im Gelb-Weiß-Look der Rennserie von CAKE gefertigt, dazu kommt viel sichtbares Aluminium. Ab dem 8. November 2022 sind die spartanischen Editionsmodelle für 14.970 Euro plus Mehrwertsteuer über ridecake.com bestellbar. Eintrittshürde: 1.000,-- Euro Anzahlung.
Darf es ein bisschen mehr sein? Die Cake Bukk ist quasi die Weiterentwicklung der Cake Kalk. 300 mm Federweg vorn und hinten, 335 mm Bodenfreiheit, Federkomponenten wahlweise von Öhlins, WP oder Formula oder jeweils zwei davon, bis zu 16 kW Maximalleistung (A2) oder nominal 8,5 kW (11,6 PS) als A1-/B196-Variante. Da geht was. Start: Sommer 2023.
A1-taugliche Bukk Superlight mit nominal 8,5 kW ab 10.270,-- Euro Reichweite: 1,50–2,45 Stunden