Erster Fahreindruck BMW F 900 R & XR

27.01.2020
| Lesezeit ca. 3 Min.
BMW Motorrad hat im Hinterland von Almeria seine brandneuen Mittelklassemodelle F 900 XR und F 900 R präsentiert. Mit der XR (ab 11.400,-- Euro) erweitern die Bayern ihre F-Baureihe um ein drittes Modell: Die kleine Schwester der 60 PS stärkeren Vierzylinder-Rakete S 1000 XR schließt die Marketing-Lücke zwischen Roadster und GS samt Adventure-Ableger. Und stellt BMW's Mid-Range-Käuferschar künftig vor die Wahl: Naked-Bike, Reise-Enduro oder „Performance-SUV“.

In puncto Fahrspaß ist die lütte XR eine echte Alternative zur F 850 GS, die vorerst mit dem „alten“ 95-PS-Motor im Programm bleibt: breiter Lenker, aufrechte Sitzposition, optionales elektronisches Fahrwerk (Dynamic ESA) – wer entspannt-rasant Strecke machen will und nicht gleich zum Hindukusch muss, ist hier richtig. Die Sitzhöhe variiert je nach Sitzbank und Fahrwerkseinstellung zwischen 775 und 870 mm (F 900 R: 770-865 mm). Da sollte für so ziemlich jede Körpergröße was dabei sein. Zusätzlich gibt es noch eine Lenkererhöhung und für die F 900 R alternativ einen höheren Lenker.
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BMW F 900 R
BMW F 900 R

Der aufgebohrte Zweizylinder leistet mit jetzt 895 ccm Hubraum (statt 853 ccm) vorzeigbare 105 PS und wie gehabt 92 Nm. Zwischen 4.500 und 8.500 Umdrehungen liegen permanent über 87 Nm an. Von null auf 100 km/h spurtet die F 900 XR in 3,6 Sekunden, die F 900 R gönnt sich eine Sekunde mehr. Geschenkt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden jenseits der 200-km/h-Marke.

Legal darf man die auf Spaniens Straßen natürlich nicht ausreizen. Aber nun, Zweifel an der Vmax-Tauglichkeit kommen zu keinem Zeitpunkt auf. Zwischensprints von Kurve zu Kurve erledigen die F-900-Sisters mit der erwarteten Dynamik. Das Fahrwerk ist ausgezeichnet. Gleiches gilt für die beherzten, sehr gut dosierbaren ABS-Bremsen. Dynamic Brake Control (DBC) und Motorschleppmoment-Regelung (MSR) sorgen serienmäßig für mehr Sicherheit bei Gefahrenbremsungen oder abrupter Gaswegnahme.
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BMW F 900 R
BMW F 900 R

Alle Testmaschinen hatten das optionale Dynamic ESA an Bord. Das elektronische Fahrwerk macht wie üblich einen an Perfektion grenzenden Job. Die Rückmeldung ist bei beiden Modellen ausgezeichnet. Kurven sind ein großer Spaß – auf dem Roadster und der XR. Im Präsentations-Eldorado Andalusien gibt es bekanntlich sensationelle Strecken, auf denen um diese Jahreszeit kaum jemand unterwegs ist. Über die BMW Motorrad Connected App lassen sich die Routen lückenlos tracken und teilen, inklusive Schmankerln wie Schräglagenwinkel, DTC-Aktionen sowie G-Kräften beim Bremsen und Beschleunigen. Ein großer Spaß, der zeigt, was geht. Ich werfe hier mal auf der F 900 R 49 Grad links und 54 Grad rechts in den Schräglagen-Schale. Damit sollten weitere Fragen zur Fahrdynamik der Bikes beantwortet sein.

  • 2.600,-- Euro liegen zwischen XR und R (ab sportlichen 8.800,-- Euro). Ein recht happiger Aufpreis für technisch identische Bikes. Wie sich die deutlich teurere, neue BMW S 1000 XR schlägt, verraten wir am 02. März 2020. Bis dahin gilt auf die ersten Fahreindrücke aus Almeria ein Embargo.
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