M&R-PlusHusqvarna Vitpilen und Svartpilen – Große Schwäne 2.0

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Husqvarna greift wieder in der Mittelklasse an. Die Design-Modelle Vitpilen und Svartpilen kehren mit Zweizylindermotoren von KTM zurück.
Optisch waren die Modelle Vitpilen 701 und Svartpilen 701 echte Hingucker, als sie 2017 und 2018 präsentiert wurden. Die als Roadster und Scrambler konsequent auf Straßennutzung ausgelegten Modelle von Motocross-Spezialist Husqvarna wurden für ihren puristisch-futuristischen Style gefeiert. Nur: kaufen wollte sie keiner. Die Zulassungszahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, trotz der kernigen Einzylindermotoren aus den 690er-Maschinen von Konzernmutter KTM. 
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Rückkehr als 801 oder 901

2021 zogen die Österreicher den Stecker für die 700er-Modelle ihrer schwedischen Tochter. Aktuell sind nur noch die Vitpilen 401 sowie Svartpilen 401 und 125 im Programm. Auch hier kommt KTM-Technik zum Einsatz. Aber Verstärkung naht: Die Erlkönigjäger von BMH haben die nächste Generation der großen Schwäne erlegt. Vitpilen („weißer Schwan“) und Svartpilen („schwarzer Schwan“) kehren unübersehbar zurück – dieses Mal mit zwei Zylindern. Ob als 801 oder 901, bleibt abzuwarten. Feststehen dürfte hingegen: Die Serienversionen sehen wir wohl noch dieses Jahr auf der Straße. Tarnung ist quasi nicht vorhanden an den abgelichteten Bikes. Bis auf Lackdetails dürfte es sich weitgehend um die Serienversionen handeln. Als Präsentationszeitraum wird der Herbst 2023 gehandelt.

Happy Familiy mit der Norden 901?

Die Übernahme des Twins (Typ LC8e), wie er beispielsweise in der KTM 790 Duke zum Einsatz kommt, bedeutet vermutlich 95 PS aus 799ccm Hubraum. Damit ließe sich eine „801“ für A2-Führerscheininhaber auf maximal 48 PS drosseln; eine durchaus interessante „Zweitverwertung“. Homogener mit Blick auf eine künftige Mittelklasse-Familie von Husqvarna wären Vitpilen & Svartpilen 901 – analog zur erfolgreich etablierten Reiseenduro Norden 901. Das würde bedeuten: Zweizylinder-Reihenmotor mit 889 ccm Hubraum, circa 105 PS Leistung und rund 100 Nm Drehmoment. 

Respektabstand zu den Duke-Skalpellen

Damit lägen die Designhappen aus Schweden leistungsmäßig vor frisch gestarteten Mittelklasse-Rennern wie „Honda CB750 Hornet“ und „Suzuki GSX-8S“ – und hielten gleichwohl einen gewissen Respektabstand zu ihren Duke-Geschwistern von Mama KTM. Die schickt ihre 890 Duke mit 115 PS und 92 Nm respektive 121 PS und 99 Nm als 890 Duke R auf die Straße. Die 790 Duke leistet 95 PS und 87 Nm. Irgendwo dort oder dazwischen werden die Schweden-Schwäne landen.

Technik und Komponenten von 890 Duke und Norden 901

Mit Blick auf die Erlkönige stammen der Stahlrohrrahmen und der Großteil des Fahrwerks wie Hinterradschwinge, WP-Federung und Dämpfung sowie die J. Juan-Bremsen aus der 890 Duke. Die einstellbare Federgabel wird anscheinend von der 890 Duke R übernommen. Front- und Hecklampen ähneln der Norden 901. Der Tank im Flugzeugträger-Style sowie das Design des jetzt höher verlegten Endschalldämpfers und der Heckrahmen sind von den Ur-Modellen bekannt.

Das Design wirkt muskulöser und gefälliger

Insgesamt wirken beide Bikes muskulöser und gefälliger als ihre Vorläufer. Untereinander unterscheiden sich beide Modelle offenbar nicht mehr so eindeutig wie bislang. Die Svartpilen wird sich zwar auch künftig etwas von der Vitpilen absetzen mit ihrem höheren Lenker, der etwas bequemer gepolsterten Sitzbank, dem angedeuteten Alu-Motorschutz und der grobstolligeren Bereifung (Pirelli MT60). Der Federweg der Vorderradgabel hingegen unterscheidet beide Modelle jedoch nur minimal. Sportlicher aufgestellt wird wie bislang die Vitpilen. 
Text: Ralf Bielefeldt, Fotos: BMH Images


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