KTM 1290 Super Duke – Evolution der herzoglichen Super-Familie

Vor knapp einem Jahr bekam die „Super Duke“-Familie mit der „Super Duke R Evo“ ihr jüngstes Mitglied, nun steht ein Update der gesamten Modellreihe an. GT-Fans müssen sich aber noch etwas gedulden.
30.01.2023
| Lesezeit ca. 4 Min.
Michael Praschak
Bernhard M. Hoehne
Die „Super Duke“ ist zweifelsohne das Flaggschiff in der KTM-Modellpalette. Seit 2005 im Programm, haben die Mattighofener ihren Über-Herzog der Straßen kontinuierlich weiterentwickelt. Das letzte größere Update gab es 2020, das im Frühjahr 2022 um das „Super Duke R Evo“-Modell mit semiaktivem Fahrwerk erweitert wurde. Nun sind Bilder im Umlauf, die eine fast serienreife Ausbaustufe der nächsten Generation der „Super Duke R“ zeigen, die vermutlich noch in diesem Frühjahr offiziell vorgestellt wird.
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Neue Maske, neuer Look

Hier lassen die ersten Bilder erwarten, dass die Neuerungen hauptsächlich optischer Natur sind. Die augenscheinlichsten Änderungen sind die neu gestaltete und nun etwas größere Verkleidung sowie die massiv überarbeitete Lampenmaske, die dem 2023er-Modell ein völlig neues Gesicht gibt. Statt der bekannten „Split-Face“-Optik befinden sich Fern- und Abblendlicht jetzt in Form von runden LED-Leuchten zentral in der Maske und werden von den vier Lichtleisten des Tagfahrlichts eingerahmt. Die neue Lampenmaske wird auch die neue 950 Duke prägen, die in Anlehnung an die erste „Super Duke“-Generation aus dem Jahr 2005 eventuell auch 990 Super Duke heißen könnte und ebenfalls noch in diesem Frühjahr vorgestellt wird.
Dieses seriennahe Testmotorrad zeigt das neue Gesicht der Super Duke. Auffällig sind die unterschiedlich großen Blinker
Dieses seriennahe Testmotorrad zeigt das neue Gesicht der „Super Duke“. Auffällig sind die unterschiedlich großen Blinker
Während die 950er einen neuen Heckrahmen bekommt, lassen die Bilder vermuten, dass sowohl Rahmen als auch Rahmenheck der 2023er „1290 Super Duke R“ weitgehend unberührt geblieben sind. Dafür hat sich bei den Anbau- und Verkleidungsteilen einiges getan. So zieht sich das Plastikleid jetzt auch seitlich über den Kühler, der Kennzeichenhalter ist weiter nach oben gewandert und wurde durch die Version der „Super Duke RR“ ersetzt, die Rücklicht und Blinker in einer Einheit kombiniert. In Summe wirkt die neue „Super Duke“ jetzt deutlich stämmiger.
Rahmen und Rahmenheck scheinen unverändert, die Verkleidung erstreckt sich jetzt aber bis zum unteren Rand des Kühlers
Rahmen und Rahmenheck scheinen unverändert, die Verkleidung erstreckt sich jetzt aber bis zum unteren Rand des Kühlers
Auch einige technische Änderungen lassen die Bilder erkennen. Hier sticht vorwiegend die Abgasanlage mit dem nun deutlich voluminöseren Sammler ins Auge, der sicher der nächsten Entwicklungsstufe der Euro-5-Norm und den damit einhergehenden Vorgaben zu Geräuschemissionen Rechnung trägt. Rund um den Motor fällt das überarbeitete Lichtmaschinengehäuse ins Auge. Die Änderungen am Antrieb scheinen aber gering auszufallen, was das Leistungsniveau auch bei der neuen im Bereich von 180 PS halten dürfte. Fahrwerksseitig zeigt das abgelichtete Modell die voll einstellbaren Komponenten, die auch im aktuellen Modell zum Einsatz kommen. Es ist aber anzunehmen, dass bei der offiziellen Vorstellung, die noch im Frühjahr erwartet wird, auch ein überarbeitetes EVO-Modell mit semiaktivem Fahrwerk präsentiert wird.
Die Abgasanlage der kommenden Super Duke R besitzt nun einen voluminöseren Sammler
Die Abgasanlage der kommenden Super Duke R besitzt nun einen voluminöseren Sammler

Neue KTM 1290 Super Duke GT ab 2024

Noch etwas länger müssen sich vermutlich Fans der GT-Variante gedulden. Auch hier sind bereits erste Prototypenbilder des neuen Modells aufgetaucht, da die verbauten Elemente noch sehr provisorisch wirken, ist das finale Serienmodell eher erst für 2024 zu erwarten. Klare Rückschlüsse lassen die Aufnahmen aber dennoch zu. So lässt sich erkennen, dass die Verkleidung des kommenden Modells nicht nur deutlich massiver ausfallen wird, sondern auch mit einer höheren Scheibe und einem raffinierten Spoilerwerk kommen wird. Ziele sind hier sicher besserer Windschutz und damit erhöhter Fahrkomfort.
Der Prototyp der neuen 1290 Super Duke GT zeichnet sich vor allem durch ein neues Verkleidungsdesign aus
Der Prototyp der neuen 1290 Super Duke GT zeichnet sich vor allem durch ein neues Verkleidungsdesign aus
Ein weiterer Vorteil der ausladenderen Verkleidung ist zusätzlicher Raum für den Tank, der zukünftig mehr Tankvolumen aufweisen und somit ebenfalls die Touringtauglichkeit des Modells weiter erhöhen könnte. Daneben scheint auch ein radargestützter Abstandstempomat in Arbeit zu sein, dessen Sensor seinen Platz mittig unter dem Windschild finden könnte.
Die größere Seitenverkleidung umschließt den ebenfalls größeren Kühler des neuen GT-Modells
Die größere Seitenverkleidung umschließt den ebenfalls größeren Kühler des neuen GT-Modells
Wie bei der Naked-Bike-Schwester wird auch bei der GT-Version die Seitenverkleidung weiter nach unten wachsen, um den ebenfalls deutlich größeren Kühler zu verdecken. Die zusätzliche Kühlleistung wird durch eine neue Evolutionsstufe des LC8-V2-Triebwerks nötig, wie man es schon aus der Super Duke R kennt. Wie in der R-Variante wird sich auch hier die Leistung im Bereich von 180 PS bewegen. Auch Rahmen, Schwinge sowie das semiaktive Fahrwerk werden weitestgehend aus der R übernommen, was auch bei der GT den Wechsel auf ein progressives Hebelsystem am Federbein bedeuten würde. Komplett neu konstruiert scheint der Heckrahmen, der in Zukunft wohl aus Alu-Guss gefertigt wird und an dem bis zu drei Koffer befestigt werden können.
Der Heckrahmen der kommenden 1290 Super Duke GT ist neu konstruiert und soll bis zu 3 Koffer tragen können
Der Heckrahmen der kommenden „1290 Super Duke GT“ ist neu konstruiert und soll bis zu drei Koffer tragen können
Als Zielgruppe visiert KTM hier wohl diejenigen an, die zwar gern und viel mit dem Motorrad reisen, denen die hierfür typischerweise genutzten Großenduros aber nicht sportlich genug sind. Für diejenigen, die es noch sportlicher mögen und schon für die aktuelle Saison ein neues Motorrad suchen, aber eher mit einem Mittelklassemodell liebäugeln, bringen die Mattighofener noch im Frühjahr die neue „KTM 990 Super Duke“ oder „KTM 950 Duke“.
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