Test-Telegramm Cake Bukk

Der schwedische E-Motorradbauer Cake präsentiert sein neues Topmodell: Die Cake Bukk ist ein A2-Crosser und kommt auf Wunsch mit Straßenzulassung. Erste Fahrt.
Test-Telegramm Cake Bukk Ab durch die schwedische Walachei: Die „Cake Bukk“ fühlt sich im Gelände am wohlsten. Im Vergleich zur relativ moderat gefederten „Cake Kalk“ fährt sie sich wie ein echtes Gelände-Motorrad. Sehr breite Fußrasten sorgen für einen sicheren Stand beim Fahren im Stehen
Test-Telegramm Cake Bukk Ein Klick hinten an der Sitzbank, einer vorn – schon kann die gesamte Sitzkonstruktion abgenommen werden. Darunter wartet der Akkublock auf Austausch: einfach raus heben, geladener Zweitakku rein, gut is’. Oder halt rund zwei Stunden laden (0–80 %), dann geht es weiter
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25.04.2023
| Lesezeit ca. 3 Min.
Albin Jonsson/CAKE
Manche Bikes lassen dich einfach nur mit offenem Mund zurück, giggelnd und jauchzend und auf positive Weise fassungslos. Die Cake Bukk ist so ein Fall. Der puristische Elektro-Motocrosser aus Schweden ist das erste A2-Bike der Stockholmer E-Manufaktur. 16 kW (knapp 22 PS) beträgt die Peak-Leistung. Klingt übersichtlich, raubt dir aber die Sinne und stellt die Fahrerlebniswelt auf den Kopf. Meine zumindest.

Das will sie

Die Elektromobilität vorantreiben – in allen Belangen. „Mit der Bukk-Plattform bringt Cake unübertroffene leichte elektrische Leistung dorthin, wo die Käufer sie nutzen möchten – entweder auf der Straße, auf dem Trail oder auf der Rennstrecke“, sagt Stefan Ytterborn. Der Gründer und CEO von Cake ist überzeugt: „Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit ist es uns gelungen, den absolut besten und ausgewogensten Elektromotor mit radialem Kraftfluss für Effizienz und Leistung zu erschaffen. Das Ergebnis ist der fortschrittlichste luftgekühlte Antriebsstrang der Branche.“ Sein Name: Jante. Das steht in den nordischen Ländern unter anderem für die Idee, dass kein Individuum wichtiger ist als die kollektive Gruppe. Frei übertragen auf den neuen Antrieb also, dass die Summe der einzelnen Teile das große Ganze ausmacht.
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Das bietet sie

Unverwechselbares Design, komplett neu entwickelten Antrieb, beeindruckende Agilität, hohe Geschwindigkeiten in freier Wildbahn und beste Flugfähigkeit, „ohne dabei ihre Umgebung zu belasten“, wie Cake betont. Stuntfahrer wie Albin Jonsson, einer unserer Begleiter, bewegen die Bukk meist auf einem Rad. Zwei skalierbare Versionen listet Cake auf: die A1-taugliche Bukk Superlight mit nominal 8,5 kW (ab 10.270,-- Euro) und die A2-Variante Bukk Powerlight mit bis zu 16 kW (nominal 11 kW, ab 11.070,-- Euro). Die drei Fahrwerkskombinationen mit Komponenten von Öhlins, WP oder Formula sind frei wählbar. Das Beleuchtungs-Kit für die straßenzugelassene Version kostet 700,-- Euro extra.

Das kann sie

Sauschnell und sehr robust durchs Gelände und über Schotterpisten jagen. 300 mm Federweg vorn und hinten, 335 mm Bodenfreiheit, 955 mm Sitzhöhe, 1340 mm Radstand – die kompakte und leichte Bukk (69 kg ohne Batterie) fegt über Stock und Stein wie ein fliegender Teppich. Die Sitzbank erstreckt sich fast bis zum Lenkkopf. Das erlaubt engste Zirkel in schnellen Offroadkurven. Mit zwei Handgriffen ist die komplette Sitzbank samt Verkleidung entfernt. Darunter schlummert der 20 kg schwere Akku, der ruckzuck ausgetauscht werden kann gegen eine volle Batterie. Die Ladezeit von 0 bis 80 % gibt Cake mit 1:55 Stunden an, 0–100 % soll 2:45 Stunden dauern. Die Reichweite bei Trail- und Endurofahrten soll drei Stunden betragen.

Das bleibt in Erinnerung

Der unfassbare Schub, den Cakes neuer Antrieb Jante (Alu-Gehäuse, doppelt gelagerte Welle) entwickelt. Drei Powerstufen (R1 bis R3) und drei Rekuperationsstufen (B1 bis B3) können munter gemischt werden. Von null auf 45 km/h sprintet die Bukk in 2,15 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Cake mit „+90 km/h“ an. Mangels Straßenzulassung unserer Testmaschine konnten wir nur im Gelände und auf nicht öffentlichen Nebenstraßen fahren. Bis 85 km/h holst du auf R3 gefühlt nicht einmal Luft. Was Jante mit seinen „nur“ 16 kW für ein Antriebsfeuerwerk abbrennt auf der höchsten Leistungsstufe – emissionsfrei und nahezu lautlos –, ist aberwitzig. Und im Gelände nur etwas für echte Profis. Mir langte R1 auf unseren Test-Trails. Bei der höchsten Bremskraftrückgewinnungsstufe (B3) kann man sich den Griff zur Vorder- oder Hinterradbremse (links am Lenker) meist schenken.
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Fazit Cake Bukk

Heidewitzka – was für ein Spaß! Schon die kleine Schwester Kalk, das erste Modell von Cake, lässt eher erdverbundene Fahrer wie mich auf dem Hinterrad durchs Gelände pesen. Die optisch ähnliche Bukk legt in allen Belangen noch einen drauf.
Technische Daten Cake Bukk 2023
Motor
Leistung 22 PS (16 kW)
Drehmoment 456 Nm
Höchstgeschwindigkeit über 90 km/h
Kraftübertragung
Antrieb Kette
Batterie
max. Reichweite 1,50–2,45 Stunden
Kapazität 2,9 kWh
Ladezeit 3 Stunden
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Aluminium-Rahmen
Federelemente vorn 43-mm-WP-Cone-Gabel
Federelemente hinten Stoßdämpfer
Federweg v/h 300 mm/300 mm
Radstand 1.340 mm
Reifen vorn 70/100-19
Reifen hinten 3.00-18
Bremse vorn 260-mm-Doppelscheibenbremse
Bremse hinten 220-mm-Scheibenbremse
Maße & Gewicht
Gewicht fahrfertig 89 kg
Sitzhöhe 955 mm
Fahrerassistenzsysteme
ABS
Fahrmodi
Fahrzeugpreis ab 10.270,-- Euro
Sonstiges Darf es ein bisschen mehr sein? Die Cake Bukk ist quasi die Weiterentwicklung der Cake Kalk. 300 mm Federweg vorn und hinten, 335 mm Bodenfreiheit, Federkomponenten wahlweise von Öhlins, WP oder Formula oder jeweils zwei davon, bis zu 16 kW Maximalleistung (A2) oder nominal 8,5 kW (11,6 PS) als A1-/B196-Variante. Da geht was. Start: Sommer 2023. 

A1-taugliche Bukk Superlight mit nominal 8,5 kW ab 10.270,-- Euro
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