BMW Motorrad DC Roadster – 2026 kommt der eDragster

Auf dem "Pure & Crafted"-Festival hat BMW Motorrad den neuen CE 02 enthüllt. Und verraten: Jetzt wird es richtig elektrisch – über alle Baureihen!
11.07.2023
| Lesezeit ca. 4 Min.
Statische Modell-Präsentationen haben durchaus ihren Reiz. Zwar vermitteln sie keine ersten Fahreindrücke, von einer Sitzprobe mal abgesehen, aber dafür liefern sie meist „en passant“ interessante Neuigkeiten. So war es auch bei der Präsentation des neuen BMW CE 02. Der neue „eParkourer“ von BMW Motorrad startet bekanntlich im Frühjahr 2024 als 45 km/h schnelles E-Moped (ab 7500,-- Euro, AM-Führerschein) und als 95 km/h schnelle E-125er (ab 8500,-- Euro, Klasse A1). Zwei Jahre später kriegt der hippe CE 02 dann richtig schnelle Gesellschaft: „2026 kommt unser elektrischer Roadster“, verkündete Markus Schramm, Chef von BMW Motorrad, im Launch-Darkroom auf dem „Pure & Crafted“-Festival, dem „loud & cool“-Event im Rahmenprogramm der BMW Motorrad Days in Berlin (7.–9. Juli 2023).

100.000 elektrische BMW Motorräder

Und damit nicht genug: „2030 wollen wir 100.000 elektrische BMW Motorräder verkaufen“, so Markus Schramm. Alle 18 bis 24 Monate soll ein neues elektrisches Bike auf den Markt kommen, hieß es bereits 2021 beim Produktionsstart des E-Großrollers CE 04. Bedeutet: Nach den urbanen Baureihen werden weitere elektrifiziert – spätestens 2030 (oder schon 2028?) dürfte wohl auch die heilige GS-Kuh an die Reihe kommen. Aber erst mal wird es schnell. Schramm ist bekennender Doppel-RR-Fan. Beschleunigung, Drehmoment und Highspeed bedeuten ihm viel. Wenn Schramm also sagt: „Glauben Sie mir: In Sachen Beschleunigung wird unser elektrischer Roadster völlig neue Dimensionen erreichen“, dann dürfen wir uns auf eine Art E-Dragster mit Straßenzulassung freuen.

Radikale Sitzposition, radikales Design

Im Juni 2019 gab es erste Bilder vom BMW Motorrad Vision DC Roadster. Ein extrem futuristisch anmutendes, radikales Speedbike, dessen E-Motor ausfahrbare Kühlöffnungen hat. Funktional und optisch übertragen sie die Boxermotor-Anmutung in die Ära der E-Mobilität: Auch Elektroantriebe verlangen nach möglichst effizienter Kühlung. „Der Boxermotor ist das Herzstück von BMW Motorrad, ein Charakter-Urgestein. Das Vision-Bike zeigt, wie wir die Identität und das ikonische Aussehen von BMW Motorrad in einer eigenständigen Ausprägung weiter beibehalten können – und gleichzeitig eine aufregend neue Variante von Fahrspaß zeigen“, erklärte Edgar Heinrich, Leiter Design BMW Motorrad, bei der DC-Vision-Vorstellung.

Neue Generation von Akkuzellen

Bleibt BMW Motorrad seinem bisherigen Rhythmus treu, dürften 2025 erste Fotos und Fakten zum seriennahen DC Roadster folgen. Der E-Roadster wird das erste elektrische „Berlin Built“-Modell, das auch auf Landstraßen und Autobahnen überzeugen und performen soll. Möglich macht es eine neue Generation von Akkuzellen, die wie beim CE 04 von den Autokollegen der BMW Group stammen – und in puncto Zweirad-E-Mobilität für deutlich mehr Reichweite sorgen sollen. Bislang sind die häufigen und oft langwierigen Ladestopps Totschlagargument Nummer eins bei Gegnern elektrischer Motorräder.

Wegbereiter BMW C evolution

Vor zehn Jahren brachte BMW Motorrad als erster und bislang einziger Hersteller einen elektrischen Großroller auf den Markt. Sechs Jahre lang, von 2014 bis 2020, lieferte der BMW C evolution – ein Ableger der 2012 gestarteten, konventionellen Roller C 600 Sport und C 650 GT – wichtige Erkenntnisse übers elektrische Zweiradfahren in Metropolen. Mehr als die Hälfte der bis Ende 2021 verkauften 8700 Einheiten ist im Großraum Paris unterwegs – und fuhr selten mehr als 20 Kilometer am Tag. Der Nachfolger CE 04 ist leichter, leistungsstärker, wegweisender. „So viel Design-Freiraum, wie heute die Elektromobilität bietet, hatten wir die letzten 50, 60 Jahre nicht“, so Heinrich. Durch den Wegfall der Verbrennungstechnik sei jetzt ganz viel möglich. Seine Kreationen CE 04 und CE 02 sind die besten Beweise dafür.
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Designvorbild BMW CE 04

Frei stehendes Hinterrad, schwarze Scheibenräder, schwebendes Sitzbügelbrett: Der CE 02 setzt unübersehbar auf die abgefahrenen Designelemente des CE 04 – ohne ein Roller zu sein. Der „eParkourer“ ist vielmehr eine Art modernes Bonanza-Rad ohne Rückenlehne. Endlässig und voll auf hippe (junge) Großstädter zugeschnitten. Ein Hingucker und fahrendes E-Gadget, das es so bislang nicht gibt – und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Spree-Bayern in puncto E-Mobilität. On top gibt es smarte Gadgets wie die Connected SmartGlasses, die künftig allen Fahrern einer BMW ab Baujahr 2015 – mit Ausnahme der R nineT – auf Wunsch Routenhinweise und/oder Fahrparameter aufs rechte Auge spiegeln kann, ganz im Stil der bei Autos populären Head-up-Displays. Voraussetzung ist ein Smartphone samt BMW Motorrad Connected-App.
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