Warum ich am 01.06.22 nicht tanken fahren sollte.

Clickbait und Panikmache bestimmen die Artikel rund um die Spritpreisbremse. Ob es Grund dazu gibt und wie ich mich clever verhalte...
Keine Neuerung ohne die dazu passende Gerüchteküche. Davon bleibt auch die vom 01.06.2022 bis 01.09.2022 gültige Spritpreisbremse nicht verschont. Von Unterversorgung und Benzinknappheit ist die Rede und sicher kommen pünktlich zum Start die ersten Abzocke- und Ölkartell-Artikel online.

Gründe, die gegen einen sofortigen Preisnachlass zum 01.06.2022 sprechen

Die Steuer auf Benzin wird fällig bei der Raffinierung. Das heißt, dass Benzin, das derzeit an Tankstellen und in Lagerstätten vorrätig ist, bereits versteuert ist. Somit befindet sich vielerorts immer noch das „teure“ Benzin im Lager. Natürlich könnten die Tankstellen dieses zügig günstig abverkaufen, um steuerreduzierte Ware nachzukaufen, aber bei den zu erwartenden Panikkäufen und Schlangen von „Sparwütigen“, die den Tank bis auf den letzten Tropfen leer gefahren haben, weil sie sofort auf günstiges Benzin setzen, wird wohl kein Konzern anfangen die Preise auf Ware zu senken, die er sowieso problemlos los wird. Dies wird erst passieren wenn ein entsprechender Wettbewerb in Gang gekommen ist.

Gründe, die für eine Unterversorgung sprechen

Das können wir so halten wir beim Klopapier. Keine. Dennoch werden wir vermutlich eine Überlastung der Lieferkapazitäten erwarten, wie wir es bereits bei einigen Artikeln erlebt haben. Sobald sich das Konsumverhalten der Hamster normalisiert, erholen sich auch die Lagerbestände. Mitunter wird es durchaus möglich sein, dass Tankstellen ausverkauft sein werden, während sich vor anderen Schlangen bilden, da diese im Zuge dessen überlastet sind. Schuld ist hier aber weder der Preis noch eine Benzinknappheit, sondern einfach das veränderte Konsumverhalten der Gesellschaft.

Wie verhalte ich mich clever?

Clever verhalte ich mich, indem ich mich nicht an den Spekulationen beteilige. Diese bezahlen wir ohnehin teuer genug durch die gestiegenen Ölpreise, die man zu großen Teilen auf Spekulanten zurückführen kann. Natürlich spielt hier auch der Ukraine-Konflikt eine Rolle, aber ohne diejenigen, die diesen ausnutzen und davon profitieren, wäre das bislang sicher nicht in diesem Ausmaß zu spüren. Öl-Ambargo hin oder her. Dementsprechend sollte ich mich keinesfalls abhängig machen, sodass ich gezwungen bin direkt Anfang Juni zu tanken. Bei vielen reicht eine Tankfüllung für eine Woche oder deutlich länger. Das Sparpotential bei einem normal großen Tank beläuft sich ohnehin auf nur wenige Euro. Auch wenn der Benzinpreis die Halsschlagader des Preisbewusstseins ist, würde normalerweise wohl niemand so ein hohes Risiko gehen seine persönliche Freiheit einzuschränken für einen so niedrigen Betrag. Habe ich schon jetzt ausreichend Reichweite im Tank und sehe in den kommenden Tagen ein günstiges Angebot kann ich immer noch zuschlagen. Bis dahin sollte ich aber auf jeden Fall unabhängig bleiben und so Preisabsprachen einen Riegel vorschieben. Denn diese klappen am besten, wenn Not und Bedarf ausgenutzt werden können. In diesem Sinne, gute Fahrt!
Text: Alexander Klose


Dieser Beitrag gehört zu einer mehrteiligen News
Ampelkoalition beschließt Spritpreisbremse und Einmalzahlung

Neues auf motorradundreisen.de