Bisher waren die BMWs nicht so cool – Interview mit Doro Pesch

Anlässlich des neuen Albums hatten wir Gelegenheit, mit Doro Pesch über Wacken, Musik und Motorräder zu reden.
09.09.2023
| Lesezeit ca. 5 Min.
Janine Sturm, Doro Pesch
W:O:A, Nuclear Blast Metal Musik, Doro Pesch
Hallo Doro, vielen lieben Dank, dass du dir für uns Zeit nimmst. Wir haben uns natürlich dein neues Video „Time for Justice“ – zu Deutsch: Zeit für Gerechtigkeit – angeschaut und dort auch die „Wasteland Warriors“ vom Wacken Open Air gesehen, die fahren ziemlich krass modifizierte Bikes. Wie stehst du denn generell zu Motorrädern, oder fährst du selbst?
Ich habe damals eine Yamaha gehabt, als ich ca. 15 Jahre alt war. Damit sind wir immer die Sandberge rauf und runter und ich liebte es! Damals war es aber so, ich bin ja ziemlich klein, und für kleine Frauen oder kleine Menschen gab es kaum ein Motorrad, mit dem man den Motorradführerschein hätte machen können. Das war noch in den 80ern. In der Fahrschule hatten die nur eine große Honda, ich kam mit den Füßen nicht auf den Boden und mit den Händen nicht an die Bremse. Dann hat der Fahrschullehrer gesagt: „Weißt du was? Besser nur Auto!“ – obwohl ich mich für beides angemeldet hatte. Aber damals die Mokick-Zeiten, das war so eine Yamaha so ein Motocrosser – ach, das war geil! Damals, im Teenager-Alter, ging alles! Berge hoch, Berge runter!
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Also warst Du richtig offroad unterwegs?
Ja klar, ich habe richtig Gas gegeben. Nun bin ich seit 40 Jahren auf Tour und es hat sich dann leider nicht mehr ergeben, dass ich den Führerschein nachholen konnte, leider! Aber ich fahre gerne mit. Mit meinen ganzen Kumpels natürlich.

Tatsächlich fällt es schon auf, wenn man schaut, wo du spielst, dann sieht man dich auch häufig auf größeren Motorradtreffen. Wie kommt es dazu?
Wenn man zu solchen Veranstaltungen eingeladen wird und die Leute Bock haben, dann ist das super! Wir haben schon fast überall auf Motorradfestivals gespielt. Dafür haben wir immer ein bisschen das Programm umgestellt, weil ich weiß, die mögen lieber die Highlights. Also hab‘ ich jetzt nicht jede B-Seite von uns gespielt, die vielleicht nur die Fans kennen und hab ein Programm gemacht mit vielen Sachen, die jeder kennt, wie z. B. „All We Are“ und „Für immer“. Das ging richtig gut ab, die Leute sind total ausgeflippt vor Freude und es war eine Freude! Ich bin ja sowieso Motorradfan. Ich liebe Motorräder und alle meine Freunde haben Motorräder. Das ist natürlich nichts Fremdes, und ich liebe es. Auch die ganzen Motorradfahrer, bei denen ich immer mitgefahren bin. Wir haben auch manchmal Motorradtouren gemacht – ich habe noch nie einen Motorradurlaub gemacht – aber kürzere Strecken innerhalb Deutschlands schon und das war immer großartig. Sogar meine Sturzhelme sind noch alle unten im Keller. Wenn du so oft auf Tour bist, hast du leider kaum mehr die Gelegenheit. Freizeit hab ich sowieso eigentlich nie. Aber ich liebe es, wie es ist – das ist ja auch kein Job für mich, es ist es wirklich echte Erfüllung. Aber Zeit für was anderes hab ich eigentlich gar nicht.
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Hast du denn auch eine Lieblings-Motorradmarke?
Ich wohne ja in den USA und habe seit über 30 Jahren die grüne Karte. Harley Davidsons mag ich so gerne, vor allem, wenn die dann noch so schön aufgemotzt und poliert sind. Und da ich damals eine Yamaha hatte, mag ich die natürlich auch immer noch sehr gerne. Aber auch die neuen BMWs finde ich super! Bisher waren die nicht so cool, aber die neuen Modelle schauen super aus.

Du meinst den Bigboxer, die R 18?
Ja genau! Und die alten MotoGuzzis, die sind auch geil. Aber die Yamaha-Cross-Karren in meiner Jugendzeit, die fand ich am geilsten. Ich hatte ja nur die kleine Ausführung, aber das hat schon gereicht, um sich in den Sandbergen ordentlich weh zu tun.

Welches ist das Lied, das dir persönlich am meisten bedeutet von einer neuen Platte?
Da gibt es einen Song, der heißt „Lean Mean Rock Machine“. Der ist für die ganzen Motorradfahrer da draußen. Dazu wird auch gerade ein richtig cooles animiertes Video produziert. Das ist einer meiner Lieblingssongs. Und es geht auch um einen „Heißen Ofen“. „Children Of The Dawn“, das ist der Opener der Platte, die beiden Duetts mit Rob Halford, die sind super – einmal „Living After Midnight“, der kam jetzt gerade raus, als wir in Wacken gespielt haben, ein alter Judas Priest Klassiker, und dann wird es noch eine Single geben von „Total Eclipse Of The Heart“, die ist so schön geworden. Und dann haben wir noch ein Duett gemacht mit Sammy Amara von den Broilers, das heißt „Bond Unending“, ein Song über Freundschaft. Und ich liebe Balladen. „Fels in der Brandung“ erinnert mich ein bisschen an „Für immer“, unseren ersten deutschen Song. Der ist damals ein riesen Hit geworden! Den spiele ich nach wie vor weltweit, auch wenn die Leute kein Deutsch verstehen, egal, die singen alle mit! „Time For Justice“ war einfach richtig cool gemeinsam mit den Wasteland Warriors. Die habe ich vor 10 Jahren in Wacken kennengelernt und wir wollten schon immer etwas zusammen machen. Als wir die erste Single ausgewählt hatten, dachte ich mir „jetzt rufst du sie an, jetzt machen wir das“, und dann haben wir das Video gemacht. Und die haben ihre ganzen geilen Karren mitgebracht und selbstgebastelte Autos und es war super wild! Wir haben schon letztes Jahr bei der Serie „Legend of Wacken“ zusammengearbeitet. Eine Serie, wie sich das alles so entwickelt hat, mit ganz dramatischem Ende.

Doro, vielen lieben Dank und viel Erfolg mit deinem neuen Album!
Liebe Motorradfahrer, ich wünsche euch ganz, ganz viel Power, viel Glück, dass immer alles gut geht! Ich freue mich, wenn wir uns wieder sehen. Ich liebe Motorräder, ich liebe die Motorradfestivals und ich hoffe, dass wir uns auf einem Festival sehen und alles Gute und Liebe! Keep on Rocking! Bis ganz bald und auf ein ganz baldiges Wiedersehen!
Von ganzem Herzen, eure Doro!
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