Mount Cook und die blauen Seen in Neuseeland

Neuseeland ist in zwei Inseln geteilt – Nordinsel und Südinsel. Aus der Sicht eines Motorradfahrers ist die Südinsel wesentlich interessanter, da es Berge, Seen und die verschiedensten Vegetationszonen gibt.
Dass meine Patentochter Beth ihre Hochzeit in Neuseeland plante, war die perfekte Gelegenheit für unsere Motorradreise auf der Südinsel, von der wir schon so oft geträumt hatten. Nach einem langen Flug mit Zwischenstopp in Singapur kommen wir in Christchurch an, wo wir uns mit Paul und Liz treffen. Unsere guten Motorradfreunde aus Österreich haben beschlossen, uns auf dieser fantastischen Tour zu begleiten.

Der erste Tag: Erinnerung an North Wales

Am nächsten Morgen mieten wir zwei Yahaha MT-09 und eine Honda NC750X bei dem sehr freundlichen Kiwi Motorcycle Rentals außerhalb der Stadt und befinden uns kurze Zeit später bereits auf dem Weg heraus aus dem vom Erdbeben verwüsteten Christchurch. Nach vielen, sehr langen, sehr geraden Straßen durch flaches Ackerland nähern wir uns den Bergen. Auf dem Arthur‘s Pass – er ist der höchste in Neuseeland und unsere bevorzugte Route quer über die Insel zur Westküste – kommen wir erstmals richtig in Kontakt mit den Motorrädern, den Straßen, den einspurigen Brücken und dem Wetter, das uns auf dem Rest der Reise erwarten wird.

Cave Stream Bridge
Cave Stream Bridge
Regen und starker Wind sind für die zweite Hälfte des Tages vorhergesagt, sodass wir nicht zu viele Stopps machen wollen, bevor der Pass überquert ist. Schlechtes Wetter dort oben würde überhaupt keinen Spaß machen! Also fahren und fahren wir, während das Wetter immer trüber wird. Die Strecke hingegen wird immer interessanter. Wundervoll weit geschwungene Kurven und lange Geraden erlauben ein zügiges Tempo, während der starke böige Seitenwind das genaue Gegenteil fordert.

Die Vegetation erinnert an eine Tour durch Nordwales

Die Straße zum und über den Arthur‘s Pass erinnert mich dabei an die Zeiten, als ich Student an der Universität in Bangor war und regelmäßig von den Midlands nach Nordwales durch den Snowdonia-Nationalpark fuhr. Die Straßen in Wales boten ebenfalls schwungvolle Verläufe ohne Haarnadelkurven. Durch weite Täler mit sanft ansteigenden Bergen reichten sie oft bis zu den sich verdunkelnden Wolken hinauf. Apropos, vielleicht ist es ja auch das bedrohliche Wetter in Neuseeland, das zu meinen Erinnerungen an Großbritannien beiträgt.

Auf dem Weg zum Arthur‘s Pass
Auf dem Weg zum Arthur‘s Pass
Die ausladend breiten, von Gletschern geformten Talsohlen Neuseelands werden von einspurigen Brücken mit Richtungsvorfahrt überquert. Einige der längeren Brücken haben weiße, hölzerne Seitenzäune. Wie über eine Wüstenlandschaft aus grauem Kies führen sie hin zu ihrem Mittelpunkt aus türkisblauem Wasser. Sie ähneln Stegen, die von einem Kieselstrand in Richtung eines fernen Ozeans hinausragen. Und dennoch sehen sie aus, als wären es nur temporäre Strukturen in der Erwartung, wiederholt von häufigen überschwemmenden Regenstürmen weggefegt zu werden. Über eine weitere einspurige Brücke erreichen wir das Dorf am Arthur‘s Pass. Man könnte es leicht übersehen. Es überhaupt ein Dorf zu nennen, wäre übertrieben. Ein paar einstöckige Holzgebäude, unter anderem ein Lebensmittelgeschäft, ein Café, das Motel und einige Bars, liegen parallel zur Bahnlinie auf beiden Seiten der Straße verstreut – dann sind wir auch schon durch.

Die Westküste ist bekannt für ihr schlechtes Wetter

Wir fahren von der Höhe des Passes hinunter in Richtung der Westküste, berühmt für ihr nasses Wetter. Währenddessen wird der Wind stärker und der Himmel vor uns immer schwärzer. Ich weiß, dass auf unserer Strecke eine Abzweigung liegt, an der man zu einem spektakulären Aussichtspunkt auf das 440 m lange Otira-Viadukt gelangt. Die elegante Konstruktion wurde 1999 fertiggestellt und erstreckt sich über einen ehemals sehr gefährlichen, lawinengefährdeten Abschnitt unserer Route. Aber aufgrund des schlechter werdenden Wetters steht der Entschluss bereits fest, den Aussichtspunkt auszulassen. Gerade als wir die Abzweigung passieren und uns dem Viadukt nähern, erscheint eine Reihe von orangefarbenen Kegeln auf der Straße vor uns. Wir stehen vor einem Haltepunkt mit einer vorübergehenden Ampel, die gerade eingerichtet worden ist. Sie ist rot. Nach einer scheinbaren Ewigkeit der Inaktivität, in der der Wind immer weiter zunimmt, passieren uns ein paar Lastwagen und Autos aus entgegengesetzter Richtung. Endlich können wir los und rollen vorsichtig über die exponierte Brücke, während wir von heftigen Seitenböen getroffen werden. In diesem Moment freue ich mich, dass niemand aus der entgegengesetzten Richtung kommen kann. Eine Reihe von Leitkegeln zwingt uns auf die Gegenfahrbahn, um den frischen Asphalt der linken Seite nicht zu ruinieren.

Route 73 zwischen Cave Stream Bridge und Lake Pearson
Route 73 zwischen Cave Stream Bridge und Lake Pearson
Der Rest des Tages bleibt ein Wettlauf gegen das sich verschlechternde Wetter. Durch eine zunehmend sattgrüne Landschaft kommen wir schließlich bei strahlendem Sonnenschein und weitestgehend trocken an der Westküste an. Eine sehr angenehme Fahrt entlang der Küstenstraße, vorbei an Bauernhöfen mit weißen Lattenzäunen und Feldern voller Schafe, bringt uns zu unserem Motel in Greymouth an der Westküste.

Der zweite Tag: Regenwald, Flüsse und Brücken in Wiederholung

Nach einem leckeren Frühstück im „Seven Penny Cafe“ in Greymouth am nächsten Morgen nehmen wir den Coastal Highway 6 in Richtung Fox Glacier. Der Tag beginnt bewölkt und die lange gerade Straße ist relativ monoton. Zum Glück wird sich das bald ändern.

Route 73 (West Coast Road) zwischen Cave Stream Bridge und Lake Pearson
Route 73 (West Coast Road) zwischen Cave Stream Bridge und Lake Pearson
Nach etwa 60 km entlang der Küste biegt die Straße ins Landesinnere ab und wir fahren über die Waitaha-Brücke in das Waitaha Scenic-Reservat. Das flache, offene Land an der Küste verwandelt sich plötzlich in dichten, gemäßigten Regenwald, der die Straße auf beiden Seiten überwuchert. Ein wunderbar geschlugener Korridor durch hoch aufragende Bäume, die aus einem undurchdringlichen Unterholz üppiger Farne, Epiphyten, Moose, Orchideen und Flechten emporwachsen. Einfach fantastisch! Das Wort ‚tropisch‘ kommt mir immer wieder in den Sinn, da ich so etwas bisher nur in Malaysien und Papua-Neuguinea gesehen habe. Nur dass dieser hier ein gemäßigter Regenwald mit Laubbäumen und dem dazu passenden Klima ist.

Traumhaft: Auf einspurigen Brücken überqueren wir gletscherblaue Flüsse

Wir haben Glück, denn obwohl diese Region normalerweise nass und regnerisch ist – „Es regnet immer an der Westküste“, ist das übliche Mantra –, bleibt es trocken und gelegentlich blinzeln sogar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke, die leuchtende Schattenmuster auf die Straße vor uns werfen. Nach einer traumhaften Fahrt ohne jeglichen Verkehr durch diesen Disney-ähnlichen Vegetationstunnel kommen wir am Lanthe-See vorbei, der gelegentlich durch die Vegetation zu unserer Rechten zu sehen ist. Als wir aus dem Wald auftauchen, fahren wir entlang des riesigen, flachen Wanganui-Flussbeckens. Ein paar unglaublich lange, einspurige Brücken überqueren gletscherblaue Flüsse, die von den schneebedeckten Bergen zu unserer Linken herabfließen. Sie bringen uns über das Becken in das Dorf Hari Hari, wo wir eine sehr nette Mittagspause im Pukeko Store and Café machen. Neuseeland scheint ein Paradies für Menschen mit Glutenallergie zu sein. Selbst hier draußen, in den kleinsten Cafés der winzigsten Dörfer, gibt es immer eine gute Auswahl an glutenfreien Optionen.

Waitaha-Brückenüberquerung auf dem Hari Hari Highway (Route 6)
Waitaha-Brückenüberquerung auf dem Hari Hari Highway (Route 6)
Während wir unsere hausgemachten Leckereien auf der Außenterrasse essen, stellen wir amüsiert fest, dass viele der Einheimischen Gummistiefel tragen (ich denke, es ist normalerweise nass und schlammig hier draußen), die sie respektvoll ausziehen und ordentlich in einer Linie aufgereiht außerhalb des Cafés stehen lassen.

Kurvig und gewunden wie eine Achterbahnfahrt

Zurück auf der Straße fahren wir kurz darauf wieder im Regenwald und erleben einen der besten Straßenabschnitte des Tages. Genauso üppig wie vorher, aber kurvig und gewunden, ansteigend und abfallend wie eine Fantasie-Achterbahn. Der Straßenzustand in diesem Teil der Südinsel ist im Allgemeinen gut, aber die Oberfläche ist sehr rau. So ist es manchmal schwierig, zu erkennen, ob die sich nähernde Kurve mit losem Kies oder festem Asphalt bedeckt ist.

Nach mehreren Wiederholungen von „Regenwald - Flussbett - einspurige Flussüberquerung“ passieren wir eine Serpentinenstrecke, die bei einem anderen Wetter sicher viel mehr Spaß gemacht hätte. Doch der Himmel verdunkelt sich und es hat angefangen, zu nieseln. Wir schaffen es noch halbwegs trocken bis zum Ende unserer Tagesetappe und checken im Lake Matheson Motel in der Stadt Fox Glacier ein, kurz bevor es zu schütten beginnt.

Die ganze Nacht und auch den größten Teil des nächsten Tages wird es nicht aufhören, zu regnen, aber an diesem Abend haben wir eine tolle Zeit. Im super gastfreundlichen und lustigen „Cook Saddle Saloon“ an der Hauptstraße serviert man uns ein fantastisches Abendessen, während wir unsere Regenschirme draußen vor der Tür auf uns warten lassen.

Knights Points Lookout an der Route 6
Knights Points Lookout an der Route 6

Der dritte Tag: Deshalb nennt man es Regenwald

Zum Frühstück marschieren wir um die Ecke zum „Fox Glacier Guiding Cafe“. Neben der Verkostung ihrer Gäste organisieren sie hier normalerweise Touren und Hubschrauberflüge zum Gletscher, der an diesem Tag leider in Wolken gehüllt ist. Am Ticketschalter des Hubschraubers steht der Kunde während des Buchungsprozesses auf einer Waage. Ich habe schon immer gedacht, dass es bei Flügen eine gute Idee wäre, wenn man pro Kilogramm bezahlt.
Wir starten in unseren Schlechtwettertag bei dunklem Himmel. Zwar fällt bereits Nieselregen, aber für unsere Regenbekleidung ist es noch zu trocken. Die Strecke ist großartig, aber das bewölkte und trübe Wetter macht es zur Herausforderung, die wunderbare Üppigkeit des Regenwaldes, durch den wir fahren, zu schätzen. In Haast machen wir Mittagspause und streifen nun doch die Regenkombi über – jetzt beginnt es, so richtig zu regnen.

Regenwald in der Nähe der Thunder Creek Falls
Regenwald in der Nähe der Thunder Creek Falls
Die anschließende Etappe führt uns vor Augen, woher der Regenwald seinen Namen hat. Eine stimmungsvoll schöne Fahrt, die sich auf nassem Asphalt durch den dunklen Smaragdwald schlängelt, mit einer Bergkulisse, die von mehreren Nebelschichten in unterschiedlichen Höhen umhüllt ist. Teilweise reichen sie bis auf die Straße hinunter. Nachdem wir etwa 30 km entlang des Haast River gefahren sind, machen wir halt an den „Thunder Creek Falls“ und gehen durch den tropfendnassen Wald zu einem Aussichtspunkt hinunter. Dabei fühlen wir uns ein bisschen wie Astronauten in unserer vollen Motorrad-Montur samt Regenbekleidung, aber es lohnt sich. Nach weiteren 35 km legen wir eine Pause in der „Wonderland Makarora Lodge“ ein, wo wir auch einige lokale Motorradfahrer treffen. Mit unseren neu gefundenen Freunden im Schlepptau bessert sich auch das Wetter, als wir abfahren – also raus aus den Regenklamotten! Auf trocknenden Straßen unter aufreißendem Himmel umrunden wir das östliche Ufer des türkisfarbenen Sees auf fantastischen Straßen, wie gemacht für Motorradfahrer. Zum allerersten Mal bekomme ich hier die Chance, meine MT-09 auf Herz und Nieren zu testen. Gegenüber meiner Tiger 800 hat sie spürbar mehr Leistung. Entsprechend groß ist der Spaß mit den Einheimischen!

Auf dem Weg nach Wanaka
Auf dem Weg nach Wanaka
Am „Lake Wanaka Lookout“ stoppen wir, um die Aussicht zu genießen und unsere neuen Freunde vorbeisausen zu lassen. Obwohl wir im Seengebiet der österreichischen Alpen zu Hause sind und an aquamarinfarbene Seen gewöhnt sind, sind wir von seiner Farbe beeindruckt. Dass einige der kommenden Seen noch spektakulärer sein würden, ahnen wir in diesem Moment nicht.
Nach links biegt die Straße über „The Neck“ ab, führt uns einmal um Mount Burke herum, schlängelt sich entlang der Westküste des angrenzenden und ebenso blauen Lake Hawea und führt uns schließlich ans Ende des Lake Wanaka zu unserer Basis für den heutigen Abend. Die Lakeside Serviced Apartments stellen sich als die beste Unterkunft heraus, in der wir während der gesamten Reise übernachten werden. Mit Blick auf den See, der an die französische Riviera erinnert, gibt es sogar eine abschließbare Garage für die Motorräder. Dafür haben wir die Qual der Wahl, als es um die Auswahl des Restaurants geht. Hätte man Lust, ein neues Leben auf der anderen Seite des Planeten zu beginnen – Wanaka wäre ein guter Tipp.

Der vierte Tag: anschließen und einschalten

Wir verlassen das Apartment früh mit dem Plan, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu frühstücken. Dabei dachten wir an etwas „gleich um die Ecke“. Dass wir aber rund 50 km durch die Pampa fahren würden, übersät mit diesen pelzigen weißen Tieren, für die Neuseeland so berühmt ist, hätten wir dabei nicht gedacht. Das entzückende „Tarras Country Cafe“ am Straßenrand liegt direkt neben dem zugehörigen Merinowollgeschäft, einem Gemischtwarenladen und einer Tankstelle. Ausgehungert bestellen wir alle das reichhaltige „Cooked Breakfast“ und schaffen damit endlich die passende Grundlage für unsere 150 km lange Fahrt auf dem Highway 8 Richtung Tekapo.

Liz am Pukaki See auf der Mount-Cook-Straße
Liz am Pukaki See auf der Mount-Cook-Straße
Sahen wir bisher Landschaften wie in Nordwales, Küstenebenen, felsige Flussbetten, Regenwälder und perfekte blaue Seen, so prägen nun wenig Verkehr, hohe Geschwindigkeiten und geschwungene Kurven die Strecke. Auf gutem, aber rauem Asphalt folgen wir Lindis Pass durch sanft geschwungene Hügel mit sonnenverbranntem Gras. Die Szenerie erinnert mich an eine Fahrt, die wir kürzlich in Kalifornien entlang der Eastern Sierras machten. Als wir den Pass überquert haben, verflacht sich die Landschaft auf den nächsten 60 Kilometern. Als wir eine Lachsfarm passieren, biegen wir nach links ab, um den kleinen, aber unglaublich blauen Ruataniwha-See zu erkunden. Sein Wasser sieht aus, als hätte jemand versehentlich Tausende Liter blauer Farbe hineingekippt.

Zwischen Pukaki und Mount Cook Village, entlang des Pukaki-Sees
Zwischen Pukaki und Mount Cook Village, entlang des Pukaki-Sees
Wann immer ich in der Vergangenheit blaue Seen gesehen habe, war ein Großteil der Farbe auf die Spiegelung des blauen Himmels über mir zurückzuführen. Aber hier ist tatsächlich das Wasser selbst blau und so farbig, dass die Sichtweite nur wenige Zentimeter beträgt. Nach einem kleinen Stück „offroad“ entlang des kleinen Sees, der in den späten 1970er-Jahren im Zuge des Wasserkraftprojekts Waitaki entstand, kehren wir zur Hauptstraße zurück. Am 30 km langen Pukaki-See, dem größten und sicherlich beeindruckendsten der Seen, die wir noch besuchen würden, biegen wir vom Highway 8 auf die Mount-Cook-Straße ab. Sie führt uns in Richtung Sir Edmund Hilary Alpine Center. Zuerst durch dichten Nadelwald, der sich bald zu sanften verbrannten Grashügeln lichtet.

Eindrucksvoll: Der Blick über den blaugrünen See zum Gipfel des Mount Cook

In der Ferne sind bereits die schneebedeckten Gipfel des Mount Cook zu sehen. Als wir über einen sanften Hügel kommen, erhaschen wir einen ersten Blick auf den See als leuchtendes blaues Licht am Horizont. Schnell entwickelt es sich zu einer der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten, die ich je gesehen habe. Der intensiv-blaugrüne See scheint regelrecht zu leuchten, als hätte jemand ein Stromkabel angeschlossen und ihn eingeschaltet. So weit das Auge reicht, erstreckt er sich bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des majestätischen Mount Cook, mit denen er in der Ferne zu verschmelzen scheint. Es ist einer dieser Momente, die kein Wort oder Bild wirklich vermitteln kann. Man muss es selbst sehen. Unzählige Male fahren wir die Straße auf und ab, ohne uns daran sattzusehen, bevor es Zeit wird, zum ebenso blauen Tekapo-See und zu unserem nächtlichen Stopp aufzubrechen.

Der fünfte Tag: Alpakas und Lupinien

Tausende Lupinien am Tekapo-See
Tausende Lupinien am Tekapo-See
Unsere Unterkunft am Tekapo-See befindet sich in der obersten Etage eines Hauses, nur wenige Hügel vom See entfernt und mit einer großartigen Aussicht auf ein kleines Feld mit weidenden Alpakas. Am Morgen stehe ich sehr früh auf, ziehe mich lautlos an und schleiche zu meinem Motorrad in die Garage. Den Hügel hinunter lasse ich es bis um die nächste Ecke rollen, bevor ich den Motor starte. Ich liebe es, früh rauszukommen, bevor die Orte aufwachen. Außerdem will ich ein fantastisches Feld voller Lupinien erkunden, das ich am Ufer des Sees gesehen habe. Als ich mit dem Motorrad nicht näher herankomme, marschiere ich den Rest zu Fuß. Alles glitzert noch vom Tau und wird von der niedrigen Morgensonne vor dem Hintergrund des blauen Sees und der schneebedeckten Berge beleuchtet. Hasen hüpfen hier und da herum und halten inne, um mich zu beobachten. Als sie keine Bedrohung in mir wahrnehmen, ignorieren sie mich. Ein wunderbarer Ort, der mich mit Hunderten von Fotos belohnt, bevor ich zurück zum Haus fahre.

Am Ende der Tour bei Kiwi Motorcycle Rentals in Leithfield (außerhalb von Christchurch)
Am Ende der Tour bei Kiwi Motorcycle Rentals in Leithfield (außerhalb von Christchurch)
Als wir an diesem Morgen mit den freundlichen Eigentümern der Wohnung sprechen, fällt der Entschluss, am Observatorium mit Blick auf den See zu frühstücken. Die Fahrt hinauf und die Aussicht sind großartig – das Frühstück hingegen leider nicht.

Heute ist der letzte Tag und uns bleibt nur mehr der Rückweg nach Christchurch, um unsere Motorräder zurückzugeben. Die Strecke wird zum versöhnlichen Abschluss mit ihren sanften Hügeln, Feldern, Schafen und Waldabschnitten. Wenn auch nicht so beeindruckend wie all das, was wir vorher erlebt haben. Unsere Reise ist vorbei und wie sich im Nachhinein herausstellt, hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter. Denn in den Wochen nach unserem Besuch wird unsere Route von Erdrutschen, strömendem Regen, Überschwemmungen, starkem Wind und sogar von kleineren Erdbeben geplagt. Aber so ist Neuseeland – hier kann alles passieren!


Text: Geoff Tompkinson, Liz Tompkinson, Fotos: Geoff Tompkinson


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