Sardinien: Sandkasten des Mittelmeers - Motorrad & Reisen

Sardinien: Sandkasten des Mittelmeers

Sardinien, der Sandkasten im Mittelmeer. Jede Menge Fahrspaß auf einsamen Traumstraßen. 1.200 Kilometer in fünf Tagen, gut ein Viertel davon offroad.
Der Blick auf die Wetter-App macht glücklich: 23 bis 26 Grad, meist sonnig, die ganze Woche lang. Und das im Oktober. Die Aussichten für Hamburg verheißen im gleichen Zeitraum acht bis elf Grad und meist Regen. Also Hacken in die Hand und rein in den Flieger nach Olbia, Start und Ziel des Dainese Expedition Master 2021. Aufwendiges Packen entfällt bei dieser Art von „Expedition“: Alles, was die Teilnehmer auf der anstehenden 1.200-Kilometer-Tour an Equipment benötigen (und jede Menge mehr), erwartet sie in ihrem Hotelzimmer auf Sardinien, säuberlich verpackt in einem funkelnagelneuen, schwarz-roten, riesigen Dainese-Rollkoffer von Ogli, dem Rolls-Royce der Motorradtaschen-Hersteller.

Außergewöhnliche Reisen und Fahrtrainings

Tag 1: San Teodoro – Berchida – Oschiri – Porto Torres – Alghero
Tag 1: San Teodoro – Berchida – Oschiri – Porto Torres – Alghero
Luca – hier duzen sich alle – ist langjähriger Instruktor und erfahrener Testfahrer. Der 39-Jährige hat den vielleicht besten Job der Welt: Mindestens 200 Tage im Jahr globetrottet er für den italienischen Ausrüster auf zwei Rädern um die Welt und organisiert Reisen sowie Fahrevents. Vor unserem Sardinien-Trip war er auf der „Riding Ranch“ von Dainese-Aushängeschild Valentino Rossi. Renntrainings mit „Vale“ höchstpersönlich sind Teil der Dainese Experience. Der Kontakt zu den MotoGP-Fahrern ist ohnehin eng: Nach uns wird Ducati-Corse-Pilot Jack Miller auf eine der Multistrada V4 S steigen, mit denen wir Sardinien erobern. Sein Name steht bereits auf dem Windschild von Lucas roter Maschine. „J. Miller“ statt „L. Bono“ – Lucas breites Grinsen spricht Bände.

Welcome-Drink auf der Hotelterrasse

Da fahren wir lang: Luca Bono, Dainese Head of Experience, erklärt am ersten Abend, was uns erwartet
Da fahren wir lang: Luca Bono, Dainese Head of Experience, erklärt am ersten Abend, was uns erwartet
19 Uhr, allgemeines Kennenlernen bei Crackern, Oliven und Prosecco. Namen werden zu Gesichtern. Morgens am Abreisetag lud Vittoria, Lucas bildhübsche Assistentin, zur WhatsApp-Gruppe „Expedition Master 2021“. Seitdem klingelt es im Smartphone in einer Tour. Die Vorfreude – und vielleicht auch eine gewisse Nervosität – ist allen Beteiligten anzumerken. Schaffe ich das, rein fahrerisch? Die Frage muss erlaubt sein. Die Tagesetappen sind bis zu 290 Kilometer lang, täglich liegen 45 bis 90 km offroad an, die Anforderungen sind durchaus hoch. Und steigern sich von Tag zu Tag, wie sich zeigen wird. Wir sind ein ganz schön großer Haufen; wie es sich für eine Expedition gehört. Acht Teilnehmer, zwei „embedded journalists“, drei Instruktoren, dazu Marco und Sozius Riccardo, das Foto- und Video-Team, sowie Alessandro, Spitzname „Dottore“, der begleitende Notarzt. Macht 15 (!) Motorräder. Plus Begleit-Pick-up für Gepäck & Co. Den schwarzen Allrad-Toyota fahren Valentin, Hardcore-Surfer und Inselkenner, und Vittoria.

Kurven, Küsten, Canyons

Video-Einstimmung im Souterrain des Hotels. Kurven, Küsten, Canyons. Sardinien gilt unter Motorradfahrern völlig zu recht als Traumdestination. Der Straßenbelag ist über weite Strecken grandios, die Offroad-Passagen sind fantastisch. Luca erklärt die Tagesetappen und Abläufe. Vorneweg fährt immer einer der drei „Leadrider“: Signore Bono, der Sarde Alessandro, der hier so ziemlich jede Kurve kennt, oder Andrea Rossi, vermeintlich der „Mechaniker“ von Ducati.
De facto ist Andrea mehrfacher italienischer Rallye-Meister und seit Jahren der Offroad-Cheffahrer von Ducati. Die perfekte Abstimmung der neuen Multistrada V4 ist ihm zu verdanken. Zweimal in Folge gewann er auf einer Multistrada die Transanatolia Rally – gegen wesentlich leichtere, klassische Crossmotorräder. Aufmerksame Zeitgenossen kennen Andreas markantes Antlitz aus zahlreichen Ducati-Werbungen. Ein moderner Held, wenn ihr mich fragt. Und extrem sympathisch. Wie alle hier.

Teilnehmer aus ganz Europa

Auf ins Abenteuer: Die Route führt immer wieder über traumhafte Küstenstraßen – toller Grip, fantastische Aussichten
Auf ins Abenteuer: Die Route führt immer wieder über traumhafte Küstenstraßen – toller Grip, fantastische Aussichten
Nach dem Team kommen die Teilnehmer an die Reihe: Alex und Claude aus Luxemburg, Tom aus Österreich, Roman aus Sibirien beziehungsweise Tschechien (dort lebt er jetzt), Roland aus den Niederlanden, Walter und Andreas aus Deutschland, Santino aus Italien, dazu Collin aus Frankreich, Chefredakteur des Reisemagazins „RoadTrip“. Alles gestandene Biker. Vier von ihnen fahren selbst eine Multistrada V4 S.
Aber damit ins Gelände? Über Schotter, Stein und Staub? „Bist du irre? Das Bike kostet über 20.000 Euro“, scherzt Claude. Dann doch lieber eine Woche Quality-Lifetime on top, samt neuem Equipment und der Aussicht auf unvergessliche Tage und Touren im Kreise Gleichgesinnter. Und das sind hier wirklich alle.
08:30 Uhr, Sammeln bei den Bikes. Fein säuberlich arrangiert, steht unsere Multistrada-Armada vorm Hotelportal. Vor uns liegen 290 Kilometer, die längste Etappe der diesjährigen Dainese Expedition. Endpunkt heute Abend wird das Hotel Carlos V. in Alghero an der Westküste sein. „Dort werden wir einen der schönsten Sonnenuntergänge der Insel sehen – wenn wir rechtzeitig da sind“, sagt Luca. Dann mal los. Wer zu spät ankommt, den bestraft die Finsternis.
Jeder von uns hat sein festes Bike. Mit Namensaufkleber. Auch auf dem Helm. Anders gäbe es bei jedem Stopp Chaos: 15 identische mattschwarze AGV-Endurohelme und zwölf identische graue Ducati-Bikes (die Instruktoren fahren zur besseren Unterscheidung rote Multistrada V4 S) – wie willst du die auseinanderhalten? Eben, nur per klarer Zuordnung.

Einweisung in Bordmenü, Fahrmodi und Abstandsradar

Anschauungsunterricht an der Küste: Ducati Rallye-Ass Andrea Rossi beim Coachen
Anschauungsunterricht an der Küste: Ducati Rallye-Ass Andrea Rossi beim Coachen
Kurzer Technik-Workshop vor dem Start. Andrea weist uns in die Feinheiten der Multistrada ein. Bordmenü, Bedienelemente, Abstandsradar. Am wichtigsten fürs Erste: die Fahrmodi. Touring auf der Straße, Enduro im Gelände. Alternativ gibt es noch Sport und Urban, Letzterer reduziert die Leistung. So weit alles bekannt. Die Teilnehmer sind im Thema. Wer nicht selbst Multistrada fährt, hat meist eine große GS in der Garage. Roland, als Einziger mit einer grau-schwarzen Kombination unterwegs („Beige gab es grad nicht in meiner Größe – zu lange Beine“), hält mit einer KTM 1290 Super Duke RR dagegen.
09:15 Uhr, Abfahrt. Auf ins Abenteuerland Sardinien, die „Sandkiste“ im Mittelmeer. Fast 2.000 Kilometer Küstenlänge spricht Wikipedia der Insel im Tyrrhenischen Meer zu. Einen guten Teil davon werden wir die nächsten Tage zu sehen bekommen. Grob betrachtet geht es vom Nordosten rüber an die Westküste, dort küstennah runter fast bis an die Südspitze und dann im Osten wieder rauf nach Olbia, weitgehend durchs Landesinnere. Rund 1.200 Fahrkilometer insgesamt, gut 300 km davon offroad. Auf Schotterpisten, einsamen Gebirgspfaden und letztlich ganz schön anspruchsvollen Geröllpassagen. Aber der Reihe nach.

Reifen und Motorrad harmonieren perfekt

Wir verlassen das malerisch in einer Bucht gelegene Hotel Gran Baia in San Teodoro – Start und Ziel der Dainese Expedition – und fahren auf der SS 125 in Richtung Olbia. „Nehmt euch Zeit, baut ein Gefühl fürs Motorrad auf“, hatte Luca uns beim Aufsetzen der Helme noch zugerufen. 170 PS sind amtlich für ein Adventure Bike. Mehr hat in dieser Liga kein direkter Wettbewerber zu bieten. Fahrdynamisch ist die Multistrada V4 S bekanntlich eine Klasse für sich. Sie hängt perfekt am Gas. Auf Kommando beschleunigt sie wie ein Superbike. Genauso gut kann sie aber auch stoisch und erstaunlich leichtfüßig durchs Gelände mäandern. Perfekter Reifen für beide Disziplinen – davon können wir uns in den nächsten Tage ausgiebig überzeugen: der Pirelli Scorpion Rally STR. Super-Grip auf Asphalt, tolle Traktion auf losem Untergrund.
Erste Offroad-Lerneinheit: Bremsen auf Schotter mit und ohne ABS am Hinterrad. Wichtig dabei: Beine eng an Tank und Rahmen legen, um die Kontrolle zu behalten
Erste Offroad-Lerneinheit: Bremsen auf Schotter mit und ohne ABS am Hinterrad. Wichtig dabei: Beine eng an Tank und Rahmen legen, um die Kontrolle zu behalten
Nach rund 35 km biegen wir das erste Mal von der Straße ab. Touring-Mode raus, Enduro-Mode rein. Das dauert keine drei Sekunden und funktioniert auch beim Fahren. Vorbei an Korkeichen und Weinbergen geht es in Richtung Berchidda. Gestern bei der Ankunft hingen tiefschwarze Wolken am Horizont. Ein paar davon scheinen hier heruntergegangen zu sein, denn anfangs staubt es nur moderat. Das wird sich noch ändern. „Keep the distance“, bläuen uns Luca und Andrea immer wieder ein. „Immer Abstand halten – dann seht ihr besser und habt mehr Zeit zu reagieren.“ Blickführung ist bekanntlich das A und O – im Gelände und auf der Straße. Auf Sardinien fällt es allerdings nicht immer leicht, den Blick nur aufs Fahrgeschehen zu fokussieren. Die Insel ist traumschön. Hier im Nordosten dominiert der Monte Limbara das Panorama. Die Hänge des Gebirgsmassivs sind üppig bewaldet. Bis weit nach oben buhlen Kastanien, Kiefern, Pinien, Stieleichen und Tannen um die besten Plätze am Hang. Das kahle Granitgipfel-Duo des Massivs, der Punta Balistreri (1.363 m) und der Punta sa Berritta (1.359 m), ist allgegenwärtig und schon von Weitem zu sehen.

Aufmarsch der Spezialeinheit

Espresso-Pause. Die Einheimischen schauen uns an, als fiele eine Special-Forces-Einheit ein. 15 Ducati, teils mit Akrapovic-Anlage, darauf 15 Gestalten mit gleichem Helm, gleicher „Uniform“ und schweren Stiefeln – das macht Eindruck. Wobei die Sarden große Motorradfreunde sind. Allerorten geht der Daumen hoch, wenn wir unüberhörbar, aber gesittet durch die Ortschaften cruisen. Männer nicken anerkennend, Kids sind begeistert. Das stärkt das Selbstvertrauen. Jeder in der Gruppe hat das gute Gefühl, dass wir gerade Außergewöhnliches erleben. Und das ist in der Tat so.

Sonnenuntergang im Sattel

Finale am ersten Fahrtag: Offroad-Camp an der Küste von Sassari
Finale am ersten Fahrtag: Offroad-Camp an der Küste von Sassari
„Die Betreuung vor und während der Tour, die Organisation vor Ort, das professionelle Fahrer-Coaching, die Auswahl der Restaurants und Hotels, das hochklassige Motorrad, das gesamte Miteinander – hier stimmt einfach alles“, sagt Alex, Energie-Manager in Luxemburg. Der gestandene Abenteurer (Heli-Skiing und mehr Halsbrecherisches dieser Art) fährt erst seit drei Jahren Motorrad, das aber mit vollem Einsatz und wachsender Begeisterung. Madagaskar hat er bereits auf zwei Rädern erkundet – und natürlich so ziemlich jede Etappe rund um Luxemburg. „Aber das hier ist schon sehr außergewöhnlich. Als ich davon gelesen habe, war ich sofort fasziniert.“ Darum, im Namen aller, bereits an dieser Stelle schon mal: Congratulazioni e grazie mille, ragazzi e ragazza! Auch wenn es für den Sonnenuntergang dann doch nur im Sattel der Multistrada gereicht hat. Egal. Das Offroad-Coaching von Andrea und Luca vorm tosenden Meer war eh viel wichtiger, wie sich morgen zeigen wird.
08:30 Uhr, Sammeln auf dem Parkplatz vorm Hotel, Abfahrt gegen 9:00 Uhr. Nach ein paar Kilometern der erste Stopp: Footage-Aufnahmen, so viel Zeit muss sein auf so einer Tour wie dieser, schließlich bekommt jeder Teilnehmer ein großes Fotopaket, Auftritt im nächsten Dainese-Expedition-Video inklusive. „Mittelfristig wollen wir die Expedition Masters auf jedem Kontinent anbieten“, verrät Luca. Ohne Covid-19 wären wir jetzt eventuell auf Island. „Die Logistikkosten sind während der Pandemie allerdings derart explodiert, dass wir uns wieder für Sardinien entschieden haben.“ Wie bereits 2020.

Locations und Bikes wechseln

Seeluft tanken: kurze Pause am Strand von Sorso
Seeluft tanken: kurze Pause am Strand von Sorso
Im Vorjahr hat Yamaha den Fuhrpark für die Expedition Masters gestellt. „Die Tour war kürzer, wir waren nur drei Tage unterwegs, dafür war die Ténéré 700 ideal“, erklärt Luca das Konzept. „Dieses Mal machen wir deutlich mehr Strecke, darum ist die Multistrada V4 S meines Erachtens eines der bestmöglichen Bikes dafür.“ 2019 war Island Veranstaltungsort der Dainese Expedition Masters. Gefahren wurde auf BMW R 1250 GS. Wer im kommenden Jahr als Hersteller mit von der Partie ist, wird sich zeigen. Wie die Destination. „Ich denke, Ende des Jahres wissen wir, wo es hingehen wird“, orakelt Luca. Er hätte da schon „ein paar Ideen“. Die Idee und damit die Route für den heutigen Tag: immer am Meer entlang! Wir fahren auf der SP 105 die Küste runter, wechseln in Bosa auf die SP 49 nach Cuglieri. Auf der SS 392 geht es weiter nach S’Archittu, Kaffeepause am Meer. Zwei Fischer mit langen Bärten und löchrigen Wollmützen mustern uns irritiert. Anfang Oktober verirren sich nicht mehr viele Besucher in diese Gegend, erst recht keine, die aussehen wie ein Expeditions-Corps. Aber hey, nichts anderes sind wir, streng genommen.

Korkwälder, Gebirgspässe, tierische Exkremente

Wir fahren teils auf Straßen, die außer ein paar Wildschwein-Rotten und streunenden Kühen lange Zeit keine Seele passiert haben dürfte. Wir sehen Ecken von Sardinien, die den allermeisten Touristen und selbst Motorradreisenden verborgen bleiben dürften. Verlassene Minen und Fabriken, einsame Buchten, verwunschene Korkwälder. Wir passieren Gebirgspässe, die fest in die Obhut der Natur übergegangen sind: Ziegen- und Kuhscheiße pflastern den rissigen Belag. Mancherorts sehen sie aus wie versteinert. Ein Parcours de Merde, den du nur im Slalom bezwingst.
Immer wieder spektakulär: Industrieruinen im Hinterland von Sardinien
Immer wieder spektakulär: Industrieruinen im Hinterland von Sardinien
Aber nun, man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Auch den fahrerischen. Nach rund 125 Tageskilometern gibt es die nächste Lerneinheit: Offroad-Camp im tiefen Sand. Spätestens jetzt wissen wir, warum uns Andrea und Luca gestern am späten Nachmittag für Blickführung und Balance sensibilisiert haben. „Sucht euch immer eure Linie. Schaut, wo fester Untergrund ist. Nicht vom Gas gehen und bremsen, wenn es wackelig wird, immer weiterfahren, den Blick nach vorn. Nicht aufs Hindernis starren, sondern die Linie suchen, die euch daran vorbeiführt. Und vor allem: Nicht voll in die Vorderradbremse greifen im Kriechtempo auf losem Untergrund – dann stürzt ihr garantiert.“ Ganz wichtig: „Die Front muss leicht sein beim Offroad-Fahren! Also Gewicht auf die Fußrasten oder nach hinten verlagern, außer es geht steil bergauf.“
Aber was ist zu tun, wenn sich das Hinterrad eingräbt im feinen Sand? So richtig tief bis zur Nabe? Frage in die Runde, keine Antwort, Schulterzucken. Auflösung: zur Seite freiruckeln, Sand in die entstandene Kuhle bugsieren, festtreten, Bike aufrichten, aufsteigen, weiter geht’s. Überhaupt: das Aufrichten des Bikes. Später am Abend üben wir, wie es am besten klappt. Viele in der Gruppe haben gelernt: Rücken zum Bike, in die Hocke gehen, Lenker und Gepäckbrücke oder Rahmen am Heck packen – und dann hochstemmen.

50 ways to lift your bike up

Lauscher aufsperren: Erst kommt die Theorie, dann der Fahrspaß
Lauscher aufsperren: Erst kommt die Theorie, dann der Fahrspaß
„Kann man versuchen“, nickt Andrea, erst recht bei Boxermotoren, die latent auf dem Zylinder liegen. Besser aber, vor allem bei unserer Ducati Multistrada: Lenker auf der liegenden Seite nach vorn einschlagen, Killschalter auf „off“, falls möglich ersten Gang einlegen, mit Blick zum Bike in die Hocke gehen, Lenker und Heck packen – und dann aus den Beinen hochstemmen. „Denkt an euren Rücken“, mahnt Luca. Immer schön die Oberschenkel beanspruchen, nicht die Bandscheiben. Jeder probiert es mal aus, wahlweise allein oder zu zweit. Und siehe da: gar nicht so schwer wie gedacht, trotz der 218 Kilogramm Trockengewicht der Multistrada V4 S.
Bei der Sanddurchquerung kurz vorm Mittagessen sind immer helfende Hände im Spiel. Luca, Andrea und Alessandro spielen die Stützräder. Nacheinander fahren wir durchs Spalier der Instruktoren. Gleich der Erste kippt um, der Zweite schafft es, der Dritte auch, der Vierte liegt wieder. Die Fehler sind immer dieselben, konstatieren die Riding-Eleven, die den Seitenständer bereits auf der anderen Seite der Sandkiste ausgeklappt haben. Wissendes Nicken. Falsche Blickführung, Bremse statt Gas, rumms, schon klar. Und dann? Helm richten, zurück in den Sattel, weitermachen. Wie sagte einst Olli Kahn? „Eier, wir brauchen Eier.“ Und wir was zu essen.

Lecker Pulpo in vielen Variationen

Pulpo. Schon mal probiert auf Sardinien? Hammer lecker. Gestern Abend im Hotel gab es die erste Variation, fein mariniert, jetzt zum Mittag in der urigen „Antica Peschiera Capo Malfatano“ folgt die nächste, raffiniert lauwarm mit Kräutern in Öl, dazu Bruschetta mit Mini-Pulpos und Pasta mit einer Art Pulpo-Bolognese. Weißwein dazu wäre fein. Aber, ähem: „Sorry, guys, erst heute Abend im Hotel“, verkündet Luca. Eh klar. Alkohol trinken und Motorrad fahren geht gar nicht. Das gilt auch auf Sardinien.
Schaulaufen am Fluss: Immer wieder kreuzen Flüsse und Furten die Offroad-Trails
Schaulaufen am Fluss: Immer wieder kreuzen Flüsse und Furten die Offroad-Trails
Nach dem Espresso nehmen wir einen „Dirt Track“: Offroad an der Küste entlang, rechts brandet der Golf von Oristano. Staub liegt in der Luft. Jede Menge Staub. Das liegt zum einen in der Natur der Sache – Sandpisten stauben halt, wenn es seit Wochen trocken ist, zum anderen am „Schattenmann“. So lautet der interne Spitzname des Teilnehmers, der Leadrider Luca folgt wie ein Schatten. Egal in welcher Reihenfolge wir wo vom Hof rollen: Der Schattenmann hängt sich an ihn ran. Wenn es sein muss, überholt er dafür den gesamten Tross – eigentlich ein No-Go – und setzt sich direkt hinter Luca. Im Gelände folgt er ihm bevorzugt mit durchdrehendem Hinterrad.

Bäche, Flüsschen, Furten

Keine Bange, es ist nur eine kleine Furt, also einfach durch da
Keine Bange, es ist nur eine kleine Furt, also einfach durch da
Macht ja auch Spaß, so ein tanzendes Hinterrad, fraglos. Blöd nur, dass hinter dem Schattenmann – seinetwegen – ein gutes Dutzend Mitfahrer deutlich mehr Staub schlucken müssen. Ohne Not. Was auf Dauer ganz schön nervt. Erste Gedanken an Klassenkeile zeichnen sich in vielsagenden Blicken ab. Aber nein. Abstand halten, das hatten wir ja bereits verinnerlicht. Gilt übrigens auch für das Durchqueren von Bächen und Flüsschen, lernen wir am Nachmittag. „Schön langsam fahren“, schärft uns Luca ein, „Blick immer aufs gegenüberliegende Ufer“. Wir kommen alle trockenen Fußes durch. Nur einer lässt es auch bei diesem Offroad-Camp wieder mächtig spritzen. Aber lassen wir das.
Spätnachmittags stehen wir staunend in Piscinas vor dem tosenden Meer. Weiß branden die Wellen auf den hellen Sand. Gruppenfoto am endlosen Strand, die Sonne nippt bereits am Meer. Beseelt verlassen wir die vielleicht schönste Sackgasse der Welt. Auf dem Rückweg fährt der Schattenmann hinten.
Tag 3: Arbus – Iglesias – Narcao – S. Margherita di Pula
Tag 3: Arbus – Iglesias – Narcao – S. Margherita di Pula
08:30 Uhr, Sammeln im Hof bei den Maschinen. Wir haben im „Agriturismo Rocce Bianche“ genächtigt. Ein urgemütliches Selbstversorger-Hotel. Der Portier spricht gefühlt alle Sprachen der Welt und vermutlich auch ein paar Brocken Extraterrestrisches. Nach der Ankunft gestern gab es das erste „Stiefelbier“. Ab sofort wird es fest in den Tagesplan eingebaut: ankommen, anstoßen, abhängen – so soll das sein abends auf kräftezehrenden Expeditionen. Dann futtern – und ab ins Bett. Wir sind eh alle platt nach den Tagesetappen. Daran wird sich auch am dritten Fahrtag nichts ändern.

Umstellung auf den „Italian Style“

120 km Straße, 45 km offroad. Klingt harmlos. Strengt aber auch an, bei allem Fahrspaß. Die Sonne brennt erstaunlich konstant vom Himmel, tagsüber wird es locker die versprochenen 23 bis 25 Grad warm. Ideales Fahrwetter, so gesehen. Aber kräftezehrend. Schnelle Asphaltpassagen und zunehmend flotte Schotterfahrten wechseln sich ab. Zwischendurch gibt es immer wieder „Coaching on the fly“, heute sogar mit Videoanalyse. Luca will uns seit dem ersten Fahrtag zum „Italian Style“ bekehren: Oberkörper in die Kurve lehnen, nicht das Bike. „Glaubt mir, das macht euch schneller. Und es ist sicherer, weil der Reifen mehr Aufstandsfläche hat.“ Aha. Anfangs skeptische Blicke in der Runde. Fast ausnahmslos „drücken“ wir das Bike in die Kurve, „typischer Hypermotard-Style“, urteilen Luca und Andrea. „Macht es anders, versucht es einfach mal.“ Heute soll sich zeigen, wie viel uns davon in den vergangenen zwei Tagen bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Nacheinander fahren die einen mit Luca, die anderen mit Andrea eine besonders reizvolle Kurvenstrecke. Meine Linie versaue ich komplett. Merke ich gleich. Viel zu schnell, viel zu harte Manöver, viel zu nah an der Mittellinie – erstaunlich, wie nervös es einen (mich) machen kann, beim Fahren gefilmt zu werden zwecks späterer Analyse.

Ernüchternde Videoanalyse

So geht es: Andrea erklärt, wie man im Gelände die Kurve kriegt
So geht es: Andrea erklärt, wie man im Gelände die Kurve kriegt
Das Ergebnis abends im Hotel ist entsprechend ernüchternd: Fast jede Ideallinie gerissen, immer mal wieder in alter Manier das Bike gedrückt. Ich bin bedient. Schwacher Trost: So ergeht es einigen. Einer überholt scheinbar halsbrecherisch noch vor einer Kurve, die er niemals hat einsehen können – so jedenfalls wirkt es aus der Perspektive der Kamera. Allgemeines „Näh“, „Boah“, „Au weia“!
Klar, die GoPro filmt aus einer Perspektive drei bis fünf Meter hinter einem selbst. „Das verzerrt natürlich“, beruhigen wir uns. „Da kam kein Auto“, beteuert denn auch der Hasardeur. So oder so ist es extrem lehrreich, Fahrweisen – seine eigene und die anderer – auf diese Art mal genau zu analysieren. Andrea erklärt vertiefend anhand diverser Grafiken, wie die Ideallinie aussieht, wie man eine schnelle Linkskurve anfährt („möglichst lange möglichst weit außen bleiben“), wie eine Rechtskurve („möglichst lange an der Mittellinie bleiben, um möglichst weit in die Kurve schauen zu können“). Als mahnendes Beispiel wirft Luca noch eine Fotomontage auf den Videoscreen im Hotel „Is Morus Relais“: Sie zeigt einen Motorradfahrer, der bei einer Linkskurve extrem nah an der Mittellinie klebt. Sein Oberkörper ragt komplett in die Gegenfahrbahn. Schemenhaft sind die Umrisse eines Busses eingezeichnet, der um die Kurve kommt. Schlagartig wird es ruhig im Schulungsraum. Das wäre es dann gewesen.
Fahrspaß im Hinterland: Sardinien ist durchzogen von legal befahrbaren Schotterpisten und Feldwegen
Fahrspaß im Hinterland: Sardinien ist durchzogen von legal befahrbaren Schotterpisten und Feldwegen
09:30 Uhr Treffen, heute lassen wir es mal entspannt angehen. Luca ist äußerst zufrieden mit den „Riding Skills“, also den fahrerischen Fortschritten der Teilnehmer. Auch innerhalb des Teams wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Ich bin vorher nie so lange Strecken an einem Stück gefahren“, räumt Roman ein. Der IT-Spezialist ist unser Küken, gerade einmal 37 Jahre alt. Der Rest der Rider bewegt sich zwischen Mitte 40 und Mitte 50, Altersausreißer Tino zählt zur rüstigen Generation Ü60. Vielfahrer sind dabei wie Claude, der regelmäßig große Touren mit seiner Frau unternimmt. „Sie fährt selber, im Jahr kommen bei mir bestimmt 15.000 km und mehr zusammen.“ Roland, Unternehmensberater, verbringt fast jede freie Minute auf seinem KTM-„Biest“. Andreas berlinert sich mit seiner GS durch halb Europa.

Herausforderung „Expeditions“-Charakter

Einklinker: Besuch in der stillgelegten Mine Porto Flavia. Die Transportschiffe legten direkt unterhalb der Stollen an
Einklinker: Besuch in der stillgelegten Mine Porto Flavia. Die Transportschiffe legten direkt unterhalb der Stollen an
An den Dainese Expedition Masters reizt sie die Möglichkeit, sich fahrerisch zu verbessern, die Destination selbst und natürlich der „Expeditions“-Charakter: „Jeden Tag on- und offroad fahren, jede Nacht ein anderes Hotel, einmal um die gesamte Insel, dazu das komplette Outfit – dieses Paket bekommst du so nirgendwo anders“, sagt Walter, Ex-Manager, einer der Multistrada-Fahrer im Team. Kurz vor der Dainese Expedition hat er noch einen Offroad-Kurs belegt – zur Sicherheit. „Ich fahre primär Straße, insoweit dachte ich mir, ich bereite mich lieber vor.“ Clever, denn die Multistrada ist kein Leichtgewicht.
Im Gelände überzeugt sie gleichwohl. Die Sitzhöhe ist variabel einstellbar von 840 bis 860 mm. Berganfahrhilfe und das elektronische Ducati Safety Pack helfen einem im wahrsten Sinne über den Berg. Die „Ride-by-wire“-Gasannahme erfolgt sanft und fein dosierbar, das semiaktive Fahrwerk ist der Hit.
Und dann ist da ja noch Ducatis Rallye-Profi Andrea, der jederzeit mit Rat und Tat und italienischer Lässigkeit zur Hilfe eilt, wenn sich einer von uns in die Bredouille manövriert. Sein lakonischer Rat in solchen Fällen: „Don’t worry“.

Längste Offroad-Etappe der Expedition

Tag 4: Santa Margherita di Pula – Cagliari – Villasalto – Quirra – Cardedu
Tag 4: Santa Margherita di Pula – Cagliari – Villasalto – Quirra – Cardedu
Wir verlassen unser Öko-Ressort auf der SS 195 in Richtung Cagliari. Die Industriestadt passieren wir auf der Ortsumgehung. Auf den Salzseen am Stadtrand stolzieren Flamingos auf und ab wie die Schweizer Garde. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße führt eine Pipeline ins Meer. Merkwürdige Idylle. Genug der Urbanität für heute.
Wir biegen ab ins Weinbaugebiet der Cantina Serdiana, eine der bedeutendsten Weinregionen der Insel. 35 Kilometer jagen wir querfeldein. Ab Ogliastra säumen Wälder und Wüstenplateaus den Weg. Noch mal gut 40 km weit.
Über die SP 27 und SP 28 landen wir in Arrungia. Die nächste Flussdurchquerung steht an. Der Flumendosa kreuzt den Track zum Monte Prané Lettus (487 m). Wieder 30 km offroad. Ächz. Spaß hoch zehn, aber die Kräfte schwinden. Wir entspannen ein bisschen auf der SP 387. 15 km Asphalt, dann geht es rauf zum Monte Bacu Loci (532 m), noch mal 23 km offroad. Puh. Die Ersten atmen auf, als wir die SP 125 erreichen und links nach Cardedu abbiegen. Ich gehöre dazu. Im Perdepera Ressort, unserem Hotel, warten eine heiße Dusche und kalte Getränke auf uns. Stiefelbier, guys!
Wo ist das Loch? Andrea beim improvisierten Reifencheck
Wo ist das Loch? Andrea beim improvisierten Reifencheck
09:00 Uhr Treffen, Abfahrt – eigentlich. Erst muss ein Reifenschaden repariert werden. Gespannt schauen wir zu, wie sich Andrea mit dem Reifenkit durch den Pirelli Scorpion Rally STR arbeitet. Aus dem klitzekleinen Loch, das einen schleichenden Plattfuß zur Folge hat, macht er eine saubere, zigarettendicke Bohrung. In die stopft er den Reparaturpfropfen, Stück für Stück, immer tiefer. Was übersteht, wird weggeschnitten, fertig. Ein freundlicher Mitarbeiter des Hotels eilt mit dem Kompressor herbei, bläst den Hinterreifen auf, Abfahrt. Und wieder was gelernt.

Letzter Fahrtag. Schon?

Vor uns liegt der letzte Fahrtag. Unfassbar. Schon vorbei? Echt jetzt? Bereits beim Frühstück hängt eine gewisse Melancholie in der lauen Morgenluft. „Ich könnte noch eine Woche weiterfahren“, sagt Tom, Fahrlehrer und -trainer. Er betrachtet die Dainese Expedition nicht zuletzt als Weiterbildung: „Als Instruktor solltest du nie aufhören, dazuzulernen. Und das tue ich hier auf jeden Fall. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, sein Fahren zu verbessern – perfekt ausgestattet und vom ersten Tag an perfekt betreut.“ Andreas, erfahrener Motorsportler, sieht es genauso. „Was du hier lernst und mitnimmst, macht dich zu einem besseren Fahrer, gar keine Frage.“ Ein Blick ins Roadbook zeigt: Dieser Tag bietet alles. „Heute wird es noch einmal anspruchsvoll“, verspricht Luca. „Auf uns wartet eine der schönsten Straßen Italiens, ach was, Europas. Meine absolute Lieblingsstrecke. 40 Kilometer nichts als Kurven, eine nach der anderen. Da könnt ihr noch einmal alles umsetzen, was wir die letzten Tage geübt haben.“ Damit spielt er unter anderem aufs „Reinbremsen in die Kurve“ mit der Hinterradbremse an, die Königsdisziplin schneller Italiener. Aber dazu später mehr. Erst einmal wartet der Passo di Correboi.

Wie die Bergziegen über Steine und Geröll

Nur die Ruhe: Beim letzten Offroad-Trail wird es knifflig. Die Instruktoren assistieren, falls nötig
Nur die Ruhe: Beim letzten Offroad-Trail wird es knifflig. Die Instruktoren assistieren, falls nötig
„Ein paar Passagen sind recht technisch, seid bitte vorsichtig. Aber keine Sorge, das kriegen wir hin.“ Bis auf über 1.100 Meter windet sich der teils unterspülte Pfad. Wie die Bergziegen kraxeln wir auf unseren Multistrada V4 S über Steine und Geröll. Rechts geht es teils steil bergab, links sackt der schmale Weg zur Felswand ab. „Anspruchsvoll“, ähem, das kann man wohl sagen. Vorsichtig arbeiten wir uns voran. Graue Wolken knabbern an den Bergwipfeln, die sich in alle Richtungen bis zum Horizont aufreihen. Wir erreichen eine einsame Hütte. Fast zeitgleich kommt aus der Gegenrichtung unser Begleit-Pick-up an. Kaffeepause. Heureka. Verschnaufen. Die Ankunft des 4x4-Hilux ist ein willkommenes Indiz, dass der weitere Weg nicht mehr ganz so knifflig sein kann. Trotzdem geht es nicht gut: Walter kommt von der Strecke ab und rauscht den Berg runter. Nach zehn, zwölf Metern bremst ihn dichtes Gestrüpp. Er bleibt zum Glück unverletzt. Die Maschine ist sichtlich ramponiert. Sie wird geborgen und später vor Ort repariert. Walter setzt die Fahrt zum nahen Mittagsrestaurant als Sozius von Luca fort. Erst mal verdauen, den Schreck.

Drei Gänge sind gesetzt

Mach mal Pause: Alessandro und Andrea beim Espresso-Plausch in der Berghütte
Mach mal Pause: Alessandro und Andrea beim Espresso-Plausch in der Berghütte
Das Refugio Sa Masonarja ist dafür genau der richtige Ort. Der Selbstversorgerhof liegt am Lago Olai im Naturschutzgebiet Foresta di Montes. Eine Postkartenidylle, die kein Kulissenmaler schöner hinbekommen könnte. Im Hof faulenzen Uralthund und Katzenbabys friedlich nebeneinander. Die Reste aus der Küche teilen sie sich wie die Bremer Stadtmusikanten.
Wir bekommen „Porcheddu“. Ein kleines Schwein, der Länge nach geteilt und vor offenem Feuer über Stunden gegrillt. Eine sardische Spezialität, versichert uns Fotograf Marco. Vorab gibt es Schinken, Wurst und Käse aus eigener Herstellung, gefolgt von Pasta. Drei Gänge sind gesetzt.

Schnell noch einen Espresso im Hof, dazu Gebäck, dann brechen wir auf zum Finale

Die SS 389 von Nuoro nach Bitti. Da ist sie also, Lucas Best-of-Kurvenstrecke. „Genießt es“, sagt er. Die Kür der Expedition. Wieder in zwei Gruppen, vorneweg der Instruktor, dranbleiben lautet die Losung. Luca und Andrea haben uns dabei nach wie vor im Auge, zeigen mal auf die Schulter, mal auf den rechten Fuß. Schulter raus, reinbremsen, alles klar. Läuft. Ich will hier mal kurz was gestehen: Linkskurven waren nie so mein Ding. Auf der Rennstrecke, mit reichlich Auslaufzone, okay, da geht es, aber auf engen Landstraßen habe ich mich dabei nie so sicher gefühlt wie in Rechtskurven. Liegt an einem Bordsteinkontakt in meiner Jugend, lange her, aber nach wie vor „drin“. Jetzt nicht mehr. Grazie, Ragazzi!

Das Beste kommt zum Schluss

Alle hinter Luca her. Kurvenspaß auf der SS 389 im Norden Sardiniens
Alle hinter Luca her. Kurvenspaß auf der SS 389 im Norden Sardiniens
Wow! Luca hat kein bisschen übertrieben. Diese Strecke ist ein Traum. Ein Muss für Sardinien-Reisende. Und für uns leider der Anfang vom Ende der Expedition. Wir sammeln uns an einer Kreuzung, nehmen die SP 45 in Richtung Siniscola, biegen dort auf die vierspurige SS 125 ab nach San Teodoro. Wehmütiges Abklatschen am Hotel. Großartig war es! Und viel zu schnell vorbei. „Ihr seid alle wahre Expedition Masters“, lobt Luca abends bei der Abschlussveranstaltung. Jeder bekommt feierlich eine Urkunde überreicht und gelobt: Ich komme wieder. Auf eine Neues, wann auch immer!


Text: Ralf Bielefeldt, Fotos: Marco Marini, Ralf Bielefeldt


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Motorräder: Ducati Multistrada, Streetfighter, Panigale & Ducati DesertX, Honda NT1100, KTM 1290 Super Duke GT, Vergleich: Husqvarna Norden & Aprilia Tuareg, BMW F 900 XR, Honda: Modelle 2022, Sondermodelle von Triumph, BMW K 1600, EICMA 2021: MV Agusta, Royal Enfield, Suzuki, Yamaha, Kawasaki, CFMoto, Moto Guzzi, Brixton, Motron, & Malaguti
Reisen: Sardinien, Australien, Teneriffa & La Gomera
7 Tage : Venetien und Belluno - zwischen Dolomiten und Adria

7 Tage : Venetien und Belluno - zwischen Dolomiten und Adria

Im Nordosten Italiens - ein Traum zwischen Friaul und Trentino   Die großen Pässe der Dolomiten kennen die meisten. Doch wir fahren die andere Seite in der Bergwelt des...
Dauer: 7 Tage
Gruppengröße: max. 10 Fahrer
Art: Onroad
Schwierigkeit:
Icon mittel Icon mittel Icon mittel
8 Tage : Sardinien - Absoluter Motorradspaß im Mittelmeer

8 Tage : Sardinien - Absoluter Motorradspaß im Mittelmeer

Sardinien Motorradreise auf der Insel der Kontraste und Motorradstrecken vom Feinsten.....Kurven und Kehren bis zum Abwinken   Sardinien, die zweitgrößte Insel nach Sizilien im...
Dauer: 8 Tage
Gruppengröße: max. 10 Fahrer
Art: Onroad
Schwierigkeit:
Icon mittel Icon mittel Icon mittel
8 Tage : Dolomiten & Südtirol - Motorradeldorado in den Alpen

8 Tage : Dolomiten & Südtirol - Motorradeldorado in den Alpen

Pässe ohne Ende in den Südtiroler Dolomiten....Motorradspass bis zum Abwinken und eine Hotelküche vom Feinsten! Motorradurlaub in den Dolomiten bedeutet Kurven und Kehren ohne...
Dauer: 8 Tage
Gruppengröße: max. 10 Fahrer
Art: Onroad
Schwierigkeit:
Icon mittel Icon mittel Icon mittel

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