Ausprobiert: Schuberth C4 Pro Carbon

Schuberths Klapphelm mit Carbon-Glasfaser-Kevlar-Matrix-Schale muss im Praxiseinsatz zeigen, was er kann.
Test Schuberth C4 Pro Carbon
Leicht, komfortabel, leise und stabil soll er sein, der carbonisierte Bruder des C4 Pro aus dem Hause Schuberth in Magdeburg. Rund einhundert Gramm beträgt die Gewichtsersparnis unter dem Strich gegenüber dem Basis-Pro-Modell. Dazu gibt es ein glänzendes Carbon-Dekor und eine satte Preiserhöhung. Beim Erwerb des Topmodells aus Kohlenstoff klettert die UVP von 599,-- Euro auf stolze 829,-- Euro. Stöbert man abseits des Schuberth-Online-Shops beispielsweise bei Idealo.de, findet man beide Helme auch deutlich günstiger. Ein Preisunterschied im Vergleich zum "normalen" C4 Pro aber bleibt.

Helme von Schuberth haben Gewicht

Schuberth gibt ein Gewicht von 1.495 Gramm in Größe L an. Beim Nachwiegen unseres Testhelms in 63/XXL wog der Schuberth C4 Pro Carbon inklusive Pinlock sowie Lautsprecher, Mikrofon und Antenne für das SC1-Kommunikationssystem 1.690 Gramm. Das ist trotz Vollausstattung für einen Klapphelm in Carbon-Ausführung nicht wenig, aber auch nicht zu viel. Angenehm hervorzuheben ist, dass man das Gewicht während der Fahrt im Vergleich zu einem etwas leichteren Integralhelm nicht spürt. Die Aerodynamik funktioniert. Auch auf einem Motorrad mit schlechtem Windschutz und vielen Verwirbelungen lag der Helm gut im Fahrtwind. Dazu reduziert er die Geräuschkulisse auf ein Minimum. Man hört nach wie vor alles relevante im Straßenverkehr, schont aber Ohren und Trommelfelle.

Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen

Das Innenfutter ist flauschig und besteht aus antibakteriellem Öko-Tex. Ein Teil des hohen Gewichts wird durch die Vorinstallation des SC1-Kommunikationssystems sowie die Sonnenblende etwas relativiert. Ein Sena 50 S wiegt circa 165 Gramm. Ein Teil des Gewichts muss beim Vergleich mit anderen Helmen noch addiert werden. Beide Systeme sind übrigens miteinander kompatibel. Eine Pinlockscheibe gehört zum Lieferumfang. Ein Brillenkanal erleichtert das Tragen einer Sehhilfe. Sicherer Halt wird durch einen Ratschenverschluss gewährleistet. Die Riemen erschienen etwas sehr kurz geraten, sodass diese bei einer Anprobe gecheckt werden sollten.

Wetter, Wind und Sonnenschein

Bei nasskaltem Herbstwetter beschlägt der C4 Pro Carbon nicht, auch nicht ober- oder unterhalb des Pinlocks. Das Visier rastet sehr ordentlich ein und hält die Position. Die Stirnbelüftung ist dreifach verstellbar (offen, halboffen, geschlossen) und sorgt für ordentlich Durchzug, sodass ich diese bei 4°C Außentemperatur zügig wieder schließe. Im Sommer sorgt sie für ordentlich Frischluft. Die Kinnbelüftung leitet die Luft das Visier entlang nach oben, sodass der Fahrer von der frischen Brise nicht viel mitbekommt.

Meistens gut bedient

Die Kinnbelüftung sowie der Schieberegler der Sonnenblende lassen sich auch mit Handschuhen problemlos bedienen. Dadurch, dass von der Kinnbelüftung kein wirklicher Luftzug zu spüren ist, benötigt man etwas Feingefühl, um festzustellen, ob die Frischluftzufuhr nun offen oder geschlossen ist. Negativ aufgefallen ist der Schieberegler der Stirnbelüftung. Dieser ist fummelig, glatt und mit Motorradhandschuhen nur mit viel Feingefühl in die mittlere Stellung zu bekommen.

Fazit

Wer sich den Schuberth C4 Pro Carbon leistet, erhält einen schicken und hochwertigen Helm, dem es an nichts mangelt.

Bezug

Für alle, die Online bestellen möchten, lohnt sich vorab ein Preischeck auf Idealo.

 Pro
  • leise
  • flauschiges Innenfutter
  • beschlagfrei
  • Visier rastet einwandfrei
  • gute Aerodynamik
 Contra
  • kein Leichtgewicht
  • kurzer Ratschenverschluss
  • Kinnbelüftung mäßig
  • Stirnbelüftung fummelig
Text: Alexander Klose , Fotos: Schuberth


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