Kühlen Kopf bewahren – Stylishe Helme

Der Helm ist und bleibt des Motorradfahrers Zier. Und sein vermutlich verlässlichster Lebensretter. Ohne Helm geht seit Jahrzehnten nichts mehr auf dem Bike (qua Pflicht).
16.07.2023
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Egal, ob aus Carbon oder Fiberglas oder Duro-/Thermoplast: Helme schützen dein Hirn, dein Antlitz, deine Augen – und in gewisser Weise auch deine Geschmacksnerven. Wer einmal bei 100 km/h versonnen mit halb offenem Mund die Rapsfelder bestaunte, weiß, wovon ich rede (ich schmecke die mistige Fliege noch heute). Helme sind aber noch mehr als der beste denkbare Schutz gegen Stürze, Fahrtwind und Insekten: Sie sind ein Style-Statement. Niemals geschlossen, predigen die einen. Niemals ohne Kinnschutz mahnen die anderen. Hinzu kommen die Verfechter der reinen Lehre: Trage einen Adventure-Helm auf Adventure-Bikes, einen Race-Helm auf Rennmaschinen, einen Klapphelm auf Reisemaschinen, einen Jethelm auf Roadstern, einen Visor-Helm auf Rollern und, und, und.
Die Auswahl ist riesig, die Markenwelt bodenlos, Farben und Grafiken gehen mit der Mode oder prägen sie. Wichtig bei all dem: Zertifiziert sollte die schützende Kopfbedeckung sein, am besten nach neuesten Kriterien, also ECE 22.06. Hier eine kleine Auswahl für alle, die in der City und im „urbanen Umland“ gut geschützt gut aussehen wollen. Merke: Es kann nicht nur einen geben.
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Shoei Glamster 06 Bivouac

Shoei Glamster 06 Bivouac
Shoei Glamster 06 Bivouac
Made in Japan. Das ist bei Motorradhelmen vielleicht das Gütesiegel schlechthin. Shoei zählt seit Langem zu den großen Marken. Fans von Retrohelmen schwören auf den Glamster 06. Neueste Variante: der Bivouac in Schwarz (TC-9) oder Blau (TC-2). Großes Sichtfeld, einfache Visierbedienung, drei Helmschalen-, sechs Konfektionsgrößen – 53/54 (XS) bis 63/65 (XXL). Glatt wie ein Kieselstein, Lufteinlässe an Kinn und Stirn, herausnehmbare und waschbare Polster. Eine Pinlock-Scheibe ist immer dabei. Gewicht: 1.200 bis 1.300 Gramm.

HJC V60 Scoby

HJC V60 Scoby
HJC V60 Scoby
Retro-Crosshelme sind schwer angesagt: luftig wie Jethelme, aber Fullface-Schutz – das kommt an. Neben den Klassikern von AGV und Bell ist der HJC V60 ein heißer Tipp. Wie der Shoei EX-Zero hat er eine integrierte Sonnenblende – ein cooles und nützliches Gimmick in dieser Kategorie. Die Südkoreaner von HJC fertigen im Heimatland und in Vietnam. Die Qualität des Fiberglashelms gilt als ausgezeichnet. Es gibt zahlreiche Designs von Unifarben bis aufwendig lackiert. Angenehm unaufgeregt ist der dreifarbige V60 Scoby. Lufteinlässe am Kinn, schwarzes Visier, Doppel-D-Verschluss.

Scorpion EXO-230

Scorpion EXO-230
Scorpion EXO-230
KwickWick – schon mal gehört? So hat Scorpion das feuchtigkeitsabsorbierende Innenfutter seiner Exo-Modelle getauft. Das kompakte Styling der Helmschale soll für „maximalen Fahrspaß“ und „Sicherheit im täglichen Einsatz“ sorgen. Das Design wurde im Windkanal auf Aerodynamik und möglichst geringe Geräuschentwicklung getestet. Bei Bedarf sorgt ein EPS-gefütterter Kinnbügel für zusätzlichen Schutz. Schale in zwei Größen aus Polycarbonat-Verbundwerkstoff. Vier klassische Farben: zweimal glänzend in Weiß oder Schwarz, zweimal matt in Anthrazit oder Schwarz. Gewicht: größenabhängig bis zu 1.450 Gramm.
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BMW Helm System 7 Carbon Evo

BMW Helm System 7 Carbon Evo
BMW Helm System 7 Carbon Evo
Endlich ist sie enttarnt – die eierlegende Wollmichsau. Also zumindest die unter den Motorradhelmen. Der klappbare BMW Motorrad Helm System 7 Carbon Evo hat alles unter seiner Vollcarbon-Helmschale, was man sich als Premiumhelmträger wünschen kann: integrierte Sonnenblende (per Schieber bedienbar), optimierte Visiermechanik, werkzeugloser Umbau zum Jethelm, beschlaghemmendes Doppelscheibenvisier, Innenschale aus mehrfach segmentiertem Polystyrol, effektive Belüftung samt Spoiler … eine lange Liste. Das Kinnteil öffnet über eine zentrale Taste. Für optimale Sicherheit sorgt neben besten Schlagdämpfungswerten das schwedische System MIPS. Das Buchstabenkürzel steht für Multi-directional Impact Protection System. Selbiges kann bei einem Aufprall die Rotationsbewegung des Kopfes reduzieren und so das Risiko von Hirnverletzungen
minimieren.

Nolan N30-4 TP

Nolan N30-4 TP
Nolan N30-4 TP
Italienischer Chic für die City. So lautet das Werbeversprechen von Nolan für den N30-4 TP. Mancher wird sich fragen: Ist das luftige Teil noch ein Motorradhelm? Oder schon ein überdimensionierter Fahrradhelm? Fest steht: Kein Helm am Markt ist luftiger designt als die neue N30-4-Serie von Nolan. Insgesamt sind vier Versionen und mehr als 80 Farbvarianten am Start. Basis ist der Jethelm N30-4 T, dazu gibt es den TP mit Kinnbügel, den VP mit Vollvisier und den XP mit Schirm als Cross-Variante. Alle vier sorgen dank Nolans neuem „Extreme-Ventilation-System“ – fünf fette Lüftungsgitter rundum plus vier Lufteinlässe vorn – für beste Durchlüftung selbst bei Schleichfahrt. Los geht’s bei 199,99 Euro, das Ende der Fahnenstange ist erreicht bei 289,99 Euro.

Shoei Hornet ADV

Shoei Hornet ADV
Shoei Hornet ADV
Hornisse. Ulkiger Name für einen Helm, schließlich will wohl keiner eine unter dem Helm haben, nicht mal unter diesem Prachtexemplar. Shoeis Adventure-Helm kombiniert lässig die Vorteile eines luftigen Offroad-Helms mit dem Komfort eines Vollvisier- beziehungsweise Integralhelms. Sieben Dekore hat Shoei im Angebot. Auf Wunsch gibt es getönte oder verspiegelte Visiere. Hoher Tragekomfort durch optimale Belüftung. Zudem ist der Hornet ADV ein echt leiser Helm. Selbst ohne Ohrenstöpsel macht der Fahrtwind keine allzu große Lautstärkewelle an der stoßabsorbierenden Helmschale (AIM+). Bis zu 1.600 Gramm bringt der Hornet ADV auf die Waage, das ist sooo wenig nicht, trotzdem trägt er sich angenehm leicht.

Sena Outstar S

Sena Outstar S
Sena Outstar S
Vier Größen (S, M, L, XL), zwei Farben (Schwarz, Weiß) – das Motto des Sena Outstar S könnte lauten: keep it simple. Aber weit gefehlt. Der smarte Komfort-Jethelm des Intercom-Spezialisten Sena ist von Haus aus mit moderner Kommunikationstechnologie ausgestattet. Bluetooth 5.0 mit Freisprechprofil (HFP), 4-Wege-Sprechanlage (Reichweite 900 Meter), HD-Intercom-Modus, Smartphone-App, erweitertes Audio-Ausgabeprofil (A2DP) und Advanced Noise Control (Geräuschunterdrückung), integrierte Lautsprecher und Mikrofon, 12 Stunden Sprechzeit, dazu herausnehmbare und waschbare Polster, integrierte Sonnenblende … was für eine Ausstattungsliste. Der ganze Klimbim hat allerdings seinen Preis – wenn auch nur in puncto Gewicht: 1.550 Gramm bringt der nach ECE-22.05 zertifizierte Jethelm auf die Waage. An der Kasse benimmt sich der einschalige Polycarbonat-Helm dafür: Bei Onlineshops wird er teils für unter 200,– € angeboten.

Bell Custom 500 Six Days Steve McQueen

Bell Custom 500 Six Days Steve McQueen
Bell Custom 500 Six Days Steve McQueen
Das ist mal ein Name für einen Helm. Der Custom 500 ist Bells Jethelm-Klassiker. In regelmäßigen Abständen haucht ihm die US-Firma mit Sondermodellen neues Leben ein. Extrem angesagt: die Variante Six Days Steve McQueen in coolem Blau mit weiß-roten Streifen. Ein Design aus frühen Six-Days-Rennzeiten, als auch Mr. Cool um Siege rang. Schlanke Form, Lederpolsterung, fünf Schalengrößen (Fiberglas). Goodies on top: weiße Sonnenblende, coole Retro-Helmtasche, Aufkleber mit Startnummer 278 (wie einst Steve) und ein Schlüsselanhänger. Gewicht: 1.100 Gramm.

Momo FGTR-Evo

Momo FGTR-Evo
Momo FGTR-Evo
In Paris, Rom, Barcelona ist Momo seit Mitte der 1960er-Jahre eine große Nummer. Stilbewusste Südeuropäer lieben den lässigen Look des Jethelm-Klassikers im Neo-Halbschalen-Look. Das Design orientiert sich an den Helmen von Hubschrauberpiloten. Ratschenverschluss, integrierte Sonnenblende, geschwungenes Visier im Brillenstil. Großer Pluspunkt: das geringe Gewicht. Gerade einmal ein Kilo bringt die Momo-Stilikone auf die Waage.
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