Heiß wie Feuer? Sinopia Orange heißt die Lackierung, die Norton als Launchfarbe für die neue Atlas auf Island auserkoren hat. Vier weitere Farbmixe – jeweils mit schwarzen Akzenten und alufarbener Rahmenblende – stehen anfangs zur Wahl: Hellblau (Glacier Blue), Grün (Verona Green), Silber (Trophy silver) und Schwarz (Matrix Black)
Grüne Moosflächen, graue Felsen, blaues Meer (und Schilder) – und dazu die auffällig orangefarben lackierte Norton Atlas: Rein farblich haben die Briten schon mal alles richtig gemacht beim ersten offiziellen Presse-Testride ihrer neuen Zweizylinder-Reiseenduro
Wie präsentieren: das erste Adventure Bike von Norton seit 1962. In dem Jahr ging die Urversion der Norton Atlas an den Start, die freilich noch gänzlich anders aussah. Sinnbild für die Auferstehung der traditionsreichen britischen Marke (gegründet 1898) ist das moderne, flächige Design, das sie optisch klar vom Wettbewerb abhebt
Kompakter Endtopf, toller Sound: Den kernigen Auspuffklang verdankt die Norton Atlas nicht zuletzt ihrer Motorenbauweise. Der flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder arbeitet mit 270-Grad-Kurbelwelle und spendiert dazu ein markantes Ansauggeräusch
70 PS bei 9.300 Touren und 57,5 Nm bei 7.300 Umdrehungen pro Minute mobilisiert der neu entwickelte Zweizylinder mit 585 ccm Hubraum. Die Sitzposition ist arttypisch aufrecht; der schmale Übergang von Sitzbank zu Tank sorgt für einen guten Knieschluss
Fünf Fahrmodi hat Norton für die Atlas entworfen: Urban, Rain, Tour, Sport und Enduro. Im Geländemodus ist automatisch das Hinterrad-ABS abgeschaltet, zudem kann die mehrstufige Traktionskontrolle über eine Taste an der linken Lenkerarmatur deaktiviert werden. Der Wheelie-Modus lässt dann mehr Spiel zu
Quer geht mehr? Mag sein. Zumindest geht quer im Gelände sehr einfach und schön kontrollierbar mit der Atlas, wenn man es darauf anlegt. Die Topversion Atlas Apex hat serienmäßig Kurvenlicht an Bord. Die beiden Zusatzscheinwerfer dafür sitzen unterhalb des Tagfahrlichts und können übers Bordmenü wahlweise aktiviert oder abgeschaltet werden
Lesebrille überflüssig: Der Farb-Touchscreen der Norton Atlas misst amtliche 8 Zoll. TFT-Display und Bedienlogik sind identisch mit der Norton Manx R
Über den Touchscreen oder den Joystick der Bedienelemente links am Lenker gelangt man ins Untermenü
Welcome-Licht an oder aus? Dynamisches, also geschwindigkeitsabhängiges Scheinwerferlicht? Tagfahrlicht automatisch? Lässt sich alles individuell einstellen beziehungsweise aktivieren, genau wie die selbstabschaltenden Blinker, die auf Wunsch nach 30 Sekunden ausgehen
Die fünf Fahrmodi sind deutlich zueinander abgestuft. Urban und Rain gehen vorsichtig zu Werke, im Sparmodus ist die Atlas geradezu bissig unterwegs. Je nach Modus ändert sich das Farbschema des Drehzahlbands
Darf es ein wenig mehr sein? Multimedia-Steuerung (Musik und Anrufe), Navigationssteuerung, GoPro-Steuerung, Over-the-air-Updates für Software (S-OTA) und Firmware (F-OTA), Fahrt-Telematik, Reifendruckkontrolle – Norton greift elektronisch in die Vollen bei Atlas und Manx R
Über die linke Armatur können zwei Kurzzwahltasten mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden. Die Display-Ansicht kann über Widgets individuell gestaltet werden. Die Norton Rider App funktioniert aktuell noch nicht in Deutschland, soll zum Verkaufsstart (3. Quartal 2026) aber downloadbar sein
Tja, und wie fährt sich die neue britische Reiseenduro, die bei Nortons Konzernmutter TVS in Indien gefertigt wird? Das dürfen wir euch leider erst ab dem 21. Juli 2026 (13:01 Uhr) verraten, bis dahin gilt wegen der noch laufenden internationalen Fahrpräsentation ein Embargo auf Fahreindrücke
Schon mal auf Island gewesen? Ein sensationelles Revier für Motorradtouren. Der Asphalt sieht schlechter aus, als er ist. Die von TVS-Tochter Eurogrip entwickelten Reifen der Norton Atlas (vorn 19 Zoll, hinten 17 Zoll) jedenfalls kamen für meinen Geschmack bestens mit den grobporigen Oberflächen zurecht