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Inzwischen bestimmt das Thema die Tagesordnung des Bundestags. Am 28.10.2020 kamen gleich zwei Anträge zur Abstimmung. Sowohl AfD (Link zum Antrag 19/22553) als auch FDP (Link zum Antrag 19/20778) hatten gefordert, den Beschluss der Länder abzulehnen. Keiner der beiden Anträge fand eine Mehrheit auf Bundesebene.
Die Grünen greifen die Gedanken der Länder hingegen auf und stellte ihrerseits am 29.11. einen Antrag unter dem Zeichen 19/23731. Unter dem Titel "Motorradfahren ohne unnötigen Lärm" ist erneut die Rede von einer Dezibel-Grenze von 80dB(A) in allen Fahrzuständen, Frontkennzeichen für alle Motorräder und der Möglichkeit, auch in Deutschland einzelne Strecken nach dem sogenannten "Tiroler Modell" für Motorradfahrer sperren zu dürfen.
"Streckensperrungen sind nur eine Verschiebung des Lärmproblems"
Die SPD sieht Streckensperrungen "äußerst kritisch", sagte ein Vertreter der Fraktion. Sie würden das Problem lediglich auf andere Streckenabschnitte verlagern und seien keine Lösung des Lärmproblems. Eine Klärung auf europäischer Ebene zu erzielen, begrüßt die SPD hingegen. Nur so seien Geräuschsenkungen bei Neufahrzeugen durch Änderungen der Konstruktion zu erreichen. Verkehrssündern, die sich hingegen bereits heute schon illegal verhalten, müsse mit einem ausreichenden Kontrolldruck der Behörden begegnet werden. Die Anträge von AfD und FDP lehnte die SPD-Fraktion jedoch ab.
Ein verschleiertes Verbot für Motorräder mit Verbrennungsmotor
Der AfD-Vertreter befand die Initiative des Bundesrates als „fehlgeleitet“. Deshalb müsse der Bundestag deutlich Stellung dagegen beziehen. Andernfalls würden die weitreichenden Einschränkungen das Motorradfahren "faktisch unmöglich" machen, befürchtet die AfD. Die Ideen des Bundesrates seien aus Sicht der AfD-Fraktion "ein rein ideologisch motiviertes verschleiertes Verbot für Motorräder mit Verbrennungsmotor". Es entstehe der Eindruck, dass versucht werde, einen Technologiewechsel zu erzwingen, der ohne dieses Verbot nicht erreichbar sei.Neue Messmethode der "Vorbeifahrmessung" soll Lärmsünder identifizieren
Zu weit geht der Entschluss des Bundesrates auch der FDP. Der Fraktionsvertreter sehe die Forderung nach der Begrenzung der Geräuschemissionen "in allen Fahrzuständen" auf einen Grenzwert von maximal 80 dB(A) am kritischsten. Dies würde einen Technologiewechsel erzwingen und sei falsch. Als sinnvoll erachtet die FDP hingegen eine Datenbank für Motorradzubehörteile, die der Polizei als Unterstützung bei Kontrollen dient. Ähnlich eines Blitzers solle eine "Vorbeifahrmessung", die derzeit bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) entwickelt wird, zeitnah umgesetzt werden.
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Gegenüber Autofahrern kommt keiner auf die Idee, grundsätzliche Verbote zu verhängen
Die Linke stimmte dem Antrag der FDP-Fraktion zu. Unter den Motorradfahrern gäbe es in der Tat schwarze Schafe, doch existierten diese auch unter Autofahrern. Gegenüber Autofahrern käme jedoch keiner auf die Idee, "grundsätzliche Verbote zu verhängen". Das müsse anders gelöst werden, verlangte er.Grüne wollen Motorradfahrern nicht ihr Hobby verbieten
Die Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte, in ihren Anträgen suggerierten AfD- und FDP-Fraktion, es handle sich um flächendeckende Fahrverbote, die dazu führen würden, dass der überwiegende Teil der Motorradfahrer ihr Hobby aufgeben müssten. Das entspreche aber nicht den Vorstellungen ihrer Fraktion und sei der Bundesratsinitiative so auch nicht zu entnehmen. Vielmehr stellten AfD- und FDP-Fraktion die Dinge auf den Kopf und machten das Hobby einzelner Menschen zum Maß aller Dinge. Dass dies für andere Menschen zu unerträglichen Situationen führe, würde billigend in Kauf genommen, kritisierte sie.Weiter heißt es, für Motorräder würden Lärmgrenzwerte gelten, weil viele Menschen in ihren Wohnungen und Gärten sowie viele Erholungssuchende in landschaftlich attraktiven Regionen durch Motorradlärm empfindlich beeinträchtigt würden.



