Motorradmuseum am Timmelsjoch: Ein letztes Mal im Rampenlicht

22.01.2021 17:03

Am Timmelsjoch stand einst das Top Mountain Motorcycle Museum. Am frühen Morgen des 18. Januar 2021 wurde das Gebäude aus Lärchenholz ein Raub der Flammen.

Motorrad & Reisen schoss vermutlich die letzten professionellen Bilder der Sammlung

Nur wenige Wochen vor dem Brand porträtierte Motorrad & Reisen das Motorradmuseum am Timmelsjoch für eine Reportage. Die dabei entstandenen Bilder könnt ihr in unserem Fotoalbum auf euch wirken lassen.

280 historische Motorräder und Autos aus aller Welt

Direkt neben der Seilbahnstation Timmelsjoch errichteten deren Betreiber, die Brüder Attila und Alban Schreiber, auf 2.200 Metern Höhe ihr Lebenswerk. Auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche stellten die leidenschaftlichen Sammler rund 280 historische Motorräder und Autos aus aller Welt aus. Neben eigenen Fahrzeugen fanden sich hier Leihgaben anderer Museen sowie Oldtimer und Stücke, die Freunde, Gönner und bekannte Sammler zur Verfügung gestellt hatten. 2016 eröffnete das Museum.
Top Mountain Motorcycle Museum abgebrannt


Feueralarm im Motorradmuseum

Am frühen Morgen des 18. Januar 2021 wurden der Hausmeister und eine weitere Person, die in einer angrenzenden Wohnung schliefen, gegen 4.40 Uhr vom Lärm der Rauchmelder aus dem Schlaf gerissen. Sie konnten sich unversehrt ins freie retten. In der Oldtimer-Ausstellung des geschlossenen Museums löste, nach derzeitigem Kenntnisstand, ein technischer Defekt im Bereich eines Präsentationsmonitors den Brand aus. Während die Feuerwehr bereits alarmiert war, versucht der Hausmeister noch den Brandherd mit einem Feuerlöscher zu ersticken. Leider vergeblich. Als die ersten Löschzüge nur 20 Minuten nach dem Alarm eintrafen, brannte bereits das gesamte Museumsgebäude.


Die geschichtsträchtige Maschinen wurden ein Raub der Flammen

Nur wenige Maschinen konnten im letzten Moment herausgeschoben werden. Der größte Teil der geschichtsträchtigen Fahrzeuge wurde ein Raub der Flammen und ist damit für immer verloren, darunter Autos wie ein Porsche Speedster, ein Ur-911 Targa und eine dreirädrige Brough Superior Austin Straight Four aus den 1930er-Jahren.


Der ideelle Schaden kann nicht beziffert werden

Während der ideelle Schaden nicht beziffert werden kann, dürfte sich der materielle Schaden auf mehrere Millionen Euro summieren. Von dem hölzernen Museumsgebäude blieb nichts übrig. Einzig ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude der Seilbahnstation und des Restaurants konnte die Feuerwehr verhindern, die mit 20 Fahrzeugen und rund 110 Mann angerückt war. „Wir hatten uns vorgenommen, das beste Motorradmuseum Europas zu werden, wollten weiter ausbauen", so Alban Schreiber gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Mittlerweile kündigten die Betreiber an, das Motorradmuseum am Timmelsjoch wieder aufbauen zu wollen.
 
 
Text: Thomas Kryschan , Fotos: Geoff Tompkinson

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