M&R-PlusÖstliche Pyrenäen – zwischen Katalanen und Katharern

Markus Golletz
Markus Golletz
Am Château von Castelnou, unweit der bekannten Likörfabrik von Thuir, zieht ein französischer Motorradfahrer seinen Helm vor mir. „Est-que c‘est magnifique …?“, grinst er und deutet auf die Burg von Castelnou, die vor uns auf dem Feldherrenhügel stolz Türmchen und die Trikolore in den blauen Himmel reckt. Ich stimme nicht nur aus Freundlichkeit zu und dann knattert er mit seiner alten Honda dahin. Ich verschwinde samt meiner KTM 990 allerdings erst nach ei­nem Burg-Rundgang in den wirklich nett aussehenden Hügeln hinter dem Ort.
Wenn man am DB Autozugterminal in Narbonne ankommt, erkennt man die wundervollen Pyrenäen – mein Ziel – schon gut am Horizont. Schnee ziert die Hänge des Pic du Canigou noch, den ich im großen Bogen umrunden möchte und da­mit natürlich auch die katalonische Seite des Grenz­gebirges zu Gesicht bekomme. Doch zunächst fol­ge ich der Fähr­te der geheimnisvollen Katharerburgen, der Route de Cols.
Cité von Carcassonne
Cité von Carcassonne
Wer im Languedoc ankommt, möch­te nämlich zunächst meist zweierlei: Das ganz besondere Aro­ma des Mittelmeers inhalieren und dann 70 Kilometer nordwestlich die Cité von Carcassonne, den Archetyp aller Ritterburgen, zu Gesicht bekommen! Zunächst steuere ich die KTM aber nach Font­froide, das ist eine größere Klosteranlage, mit einem stets gut belagerten Parkplatz. Mehr als 1000 Jahre alt und von Benediktinern gegründet, empfinde ich besonders den Kreuzgang und das spitzbogige Tonnengewölbe als echten Hingucker. An der Grenze des Katharerlandes gelegen, löste 1208 der Mord an ei­nem Mönch noch während der Bauzeit des Klosters den schrecklichen Albigenserkreuzzug aus. Dieser wurde von Papst Innozenz III. gestartet und richtete sich eben gegen die Katharer – auch als Albigenser bezeichnet – in Okzitanien (Süd­frankreich). Damit wurde der Untergang der Katharer eingeleitet und brachte als politisches Ergebnis die Eingliederung Okzitaniens in den Herrschaftsbereich der französischen Krone. Der Albigenserkreuzzug war übrigens der erste und einzige Ketzerkreuzzug, der gegen ein christliches Land geführt wurde.
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Seinerzeit, was das erste Ziel der Kreuzritter Béziers, welches am 22. Juli 1209 eingenommen wurde. Die Stadt wurde komplett niedergebrannt und die gesamte Bevölkerung, etwa 20.000 Menschen wurden, in einem Massaker getötet. Der päpstliche Gesandte Abt Arnaud-Amaury soll den Kreuzfahrern auf die Frage, wie sie denn die Ketzer von normalen Bewohnern unterscheiden sollten, geantwortet haben: „Tötet sie alle! Gott kennt die Seinen schon (Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius).“
Unweit von Fontfroide liegt die ehemalige Hauptstadt des Corbières Lagrasse, die auch ein ehrwürdiges Kloster beheimatet. Mich beeindruckt der historische Altstadtmarkt, auf dem lokale Produkte (allerdings zu touristisch-horrenden Preisen) feilgeboten werden. Ein Stück Fenchelsalami wandert in den Picknick-Rucksack, dann geht es endlich durch die Gorges de Alsou Carcassonne entgegen. Sie ist so etwas wie das Camelot des Südens, das Original, das allen Kinder-Plastik-Ritter­burgen Modell gestanden haben muss. Leicht erhöht liegt sie da und erstrahlt in einem Glanze, als hätte das Mittelalter eben erst begonnen. Zu meiner Überraschung laufen bei meiner Ankunft auch noch scharenweise Soldaten aus den Toren der Stadt. Soldaten, keine Ritter, wie man vielleicht erwarten würde. Hinter doppelten und dreifachen Mauern verbirgt sich ein geschäftiges Treiben. Das Innere der Cité besteht fast nur aus Geschäften, stimmungsvollen Lokalen im historischen Umfeld. Nachdem das Motorrad sicher abgestellt ist, lohnt ein Rundgang durch die Gassen. Irgendwann habe ich aber genug von Ritterromantik und dem ganzen Touri-Rummel drumherum. Ich schla­ge also den Weg nach Cazilhac ein, um dann auf kleinsten Straßen in Richtung Limoux zu fahren. Dabei zieht es mich überhaupt nicht auf die Route National, sodass es einsam und vor allem extrem kurvig weitergeht.
Château d’Arques
Château d’Arques
So komme ich ein wenig durchgeschauklet nach Arques, an dessen Ortsrand ein auf mich mysteriös wirkendes Château steht, das 1284 von einem Kreuzritter auf einem erbeuteten Lehen erbaut wurde. Genau genommen ist nämlich nur noch der Donjon (der Burgfried) des Château d’Arques übrig. Der allerdings gestaltet sich höchst imposant wegen seiner außergewöhnlichen Architektur mit romanischen Einflüssen an seinen Türmen und 25 Meter hohen Mauern. Auf mich wirkt der Donjon zudem dreieckig, er soll aber tatsächlich vier Wände haben, mit einer Basislänge von elf Metern. Die Rast hier – vor allem nach der zurückliegenden Slalomstrecke vom Feinsten – ist obendrein eine gern angenommene Wohltat, bevor ich ins sagenumwobene Rennes-le-Châ­teau aufbreche. Der Ort hat zwar keine Katharerburg zu bieten, doch ist er ein einzigartiger Beweis dafür, dass das Katharerland viel Rätselhaftes und Entdeckenswertes hinterlassen hat.
Die Geschichten um den Ort und den alten Abbé, der aus unerklärlichen Gründen zu viel Reichtum gekommen sein soll, ist ein Musterstück der modernen Legendenbildung. In den Verschwörungstheorien taucht der Heilige Gral zusammen mit den Schätzen der Templer, Katharer und sogar der Goten auf! Fakt ist aber, dass der Ort Esoterisches aus aller Welt anzieht und ganz nett auf einer Hügelkuppe liegt. Wie auch immer, hinter dem anschließend bald erreichten Col du Paradis (D 613) kann man nach Auriac abbiegen. Der einspurige Weg dorthin führt durch eine verkarstete Schlucht. Vor dem Abendbrot stehen dann noch das Château de Peyrepertuse und jenes von Queribus im Roadbook.
Château de Quéribus
Château de Quéribus
Peyrepertuse liegt – wie sollte es anders sein – auf einer Bergkuppe, zu der es sehr steil hinaufgeht. Gegen ein paar Euro Eintritt gibt es ein Museum und die gewaltige Anlage zu sehen. Am Horizont sieht man von hier aus schon den gewaltigen Wehrturm von Quéribus, einer ebenfalls unbezwingbar anmutenden Katharerburg, deren Erstürmung während der Kreuzzüge gegen die Katharer eine Men­ge Blut kostete. Heute zollt der moderne Mensch eher körperliche Anstrengung und Eintrittsgeld. Quéribus gehört zu den wenigen Burgen, die bis zum Pyrenäenfrieden von 1659 genutzt wurden und ist deswegen hervorragend erhalten. Dann habe ich aber wieder genug gesehen und will Motorrad fahren. Im letzten Tageslicht geht es so bald über einen ganz außergewöhnlichen Berg­sattel namens Grau de Maury mit seinem gezackten Kamm. Hier öffnet sich ein absolut sensationeller Rundblick in die wunderschöne Landschaft – dem „Pays Cathare“ – der Katharer. Dass dann hinter Saint-Paul-de-Fenouillet noch eine weitere traumhafte Attraktion in Form einer Schlucht namens Gorges des Galamus auf dem Weg liegt, kommt mir fast ungelegen.
Nahe der Natur: Zeltplatz bei Camps-sur-l’Agly
Nahe der Natur: Zeltplatz bei Camps-sur-l’Agly
Im Dunklen taste ich mich sozusagen durch die Schlucht und weiß, was ich mir morgen als Erstes anschauen muss. Im kleinen Nest Camps-sur-l’Agly habe ich das Glück einen Camping à la ferme mit Gite d’Ètape zu finden, in dem man ganz exzellent die Nacht verbringen kann.
Durch die Galamus-Schlucht muss ich am nächsten Morgen ohnehin fahren, weil ich im so typischen südfranzösischen Saint-Paul-de-Fenouillet ein Baguette kaufen will. So habe ich heute gleich mehrfach das Vergnügen, die enge Schlucht zu erkunden. Die oft einspurige Straße wurde mitten in die Felswand gemeißelt, manchmal gibt es Ausweichen oder Aussichtsplätze. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 30 km/h – und mehr geht wirklich nicht. Als mir dann noch eine Oldtimerausfahrt entgegenkommt, richte ich mich am Parkplatz oberhalb der Eremitage von Saint-Antoine mit meinem Baguette häuslich ein und lasse genüsslich den Tross sozusagen zum Frühstück an mir vorbeiziehen. Außerdem ist heute der Tag, an dem ich der unbezwingbaren Burg von Montségur etwas näher kommen will. Auf dem Weg dorthin liegen noch weitere Burgen an der französischen Pyrenäenroute namens Route de Cols. Von Agly über den Col de Linas gelange ich also über Umwege nach Axat an der Aude. Kurz davor passiert man das Château von Puilaurens, das seit je her immer als Musterbeispiel einer militärischen Festung gilt.
Sie war ein Außenposten des aragonischen Königreiches und wurde so von den Kreuzrittern nicht verwüstet. Die Katharerburgen Puivert und Montségur dagegen sind sehr bekannt gewordene Bollwerke der damals wirklich fleißigen, katharischen Burgenbauer.
Puivert hat eine abartig steile Auffahrt und präsentiert sich als recht verfallen. Es müssen die archetypischen Formen sein, die diese Burgruine für den Film so anziehend macht. Tavernier drehte hier 1989 „Die Passion Bernadette“ und Polanski später „Die Neunte Pforte“. Der Montségur (bedeutet: Schutzberg) ist ein 1.216 Me­­ter hoher Berg am Nordhang der östlichen Pyrenäen. Der Gipfel beherbergt die Ruine der bekanntesten Katharerburg, die ab 1232 zur Festung umgebaut wur­de, weil Montségur Haupt­stadt der katharischen Kirche wurde. Im Rahmen des römisch-katholischen Kreuz­zuges gegen die Katharer, wurde der Montségur ab 1243 zehn Monate belagert. Nahrungsmangel führte zur Aufgabe der Burgbewohner. Da die Besiegten nicht von ihrer Version des christlichen Glaubens abschwören wollten, wurden 225 Katharer unter ihrem Bischof Bertrand Marty auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Die Ruine von Roquefixade – man kommt hier einfach nicht von den vielen Burgen los – liegt exponiert auf einem Felsen, dessen katalanischer Name so viel wie „gespaltener Fels“ bedeutet. Um Felsen und mehr dreht sich auch alles an der Grotte de Niaux. Ein unterirdischer Wasserlauf hat hier ein weitverzweigtes Höhlensystem frei gespült, in dem Menschen vor rund 15.000 Jahren die ersten Zeichnungen von Steinböcken und Wisenten in den Fels gravierten. Dieser prähistorische „Showroom“ ist kunsthistorisch äußerst wertvoll und darf immer nur in Gruppen von 20 Personen betreten werden.
Im Dunstkreis des Zwergstaates Andorra erlebe ich dann tolle Schräglagen auf den bestens ausgebauten Serpentinen hinauf zum Col de Puymorens (1.920 m). Danach senkt sich die Passstraße in die Hochebene von Font-Romeu. Dort lässt sich in Odeillo ein einzigartiges Bauwerk besichtigen, das landläufig Sonnenofen genannt wird. Mittels Spiegeln wird in Odeillo einer der weltweit größten Solarschmelzöfen zu Forschungszwecken betrieben. Odeillo hat auch eine Haltestelle des berühmten „petit train jaune“, dessen schmalspurige gelbe Züge bis nach Villefranche-de-Conflent dampfen.
Wasserdurchfahrt bei Serralongue
Wasserdurchfahrt bei Serralongue
Für den Trip durch Andorra, wo die höchsten Pässe der Pyrenäen liegen, ist es diesen Frühsommer noch ein wenig zu kalt. So entscheide ich mich, der katalonischen Südseite der Pyrenäen einen Besuch abzustatten und von dort aus zu Salvador Dalí’s Heimatstadt Figueres und zur Cap de Creus-Halbinsel zu fahren. In Puigcer­dà angekommen kann man sich in jedem Fall schon einmal davon überzeugen, dass sich die Spritpreise in Spanien deutlich reisefreundlicher präsentieren, als zuvor in Frank­reich. Außerdem begleiten mich die schäumenden Wassermassen des Rio Segre parallel zur N 260 - ein tolles Bild.
Obendrein liegen an beiden Uferseiten bis zu 3.000 Meter hohe, teils noch schneebedeckte Berge, im Süden die Gipfel der Sierra de Cadí, im Norden die Ausläufer der andorranischen Pyrenäen. Die katalanische Stadt La Seu d’Urgell hält dagegen nicht, was sie von außen verspricht. In ihrem Inneren kehrt sich der Eindruck schnell um, wenn man erst die Altstadt und die alte Kathedrale aus der Nähe betrachtet hat. Dagegen begeistern die vielen attraktiven Motorradstrecken um den Ort La Seu d’Urgell, der unter Paddlern sehr beliebt ist. Im September findet hier wieder eine Kajak-Slalom-WM statt.
Über den hohen und kurvigen Collado del Canto (1725 m) umfährt man die Enduropisten der Sierra de Boumort und gelangt so über Sort in das pittoreske Noguera-Tal. Entlang der Salinen von Gerri de la Sal und durch den Desfiadero de Collegats – gehört zu den schönsten Schluchten Europas – führt die Fahrt nun. Und so komme ich in die Stadt Tremp, die den Eindruck vermittelt, es sei sie der letzte Außenposten Kataloniens an der Grenze zu Aragon. Geier kreisen bisweilen über der KTM. Außerdem kommt uns kaum ein Fahrzeug entgegen, als ich in die Isona-Ebene und zum Coll de Bóixols abbiege. Das Tal scheint von der Sonne verwöhnt: Plantagen, blühende Obstbäume und eine zunehmend felsiger und sandiger werdende Landschaft prägen das Bild. Überraschend gut ausgebaut ist dann die Strecke zum schon angesprochenen Coll de Bóixols, die über den Vorpass Col de Faidella führt und anscheinend auch bei Radlern gut ankommt. In der Nähe der Passhöhe zweigen eine Menge frischer Pisten in die Sierra ab – das wäre doch was. Aber hinter dem Pass beginnt eine völlig neue, viel grünere Vegetationszone. Die zieht mich magisch an und die Abfahrt nach Coll de Nargó bietet dann auch ein ganz großes Motorradvergnügen.
Durch Felsen geprägter Coll de Nargó
Durch Felsen geprägter Coll de Nargó
Ein ganz anders Bild zeigt sich danach auf der Strecke hinauf zum Coll de Jou. Unterhalb steiler Felswände leitet die ramponierte Straße immer an dem teils ausgetrockneten Flussbett entlang. Ob es ein Fehler war, diese Passstraße für eine Nachtruhe in Solsona zu unterbrechen, kann man kaum bewerten, denn auch der Weg dorthin bietet in der Abendsonne ein wahres Vergnügen. So öffnen sich unvergleichliche Fernblicke in die Sierra Seca und in die Monserrat-Ebene, hin zu den markanten Felsnadeln des berühmten Klosters Monasterio de Montserrat.
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Ebenso angenehm gestaltet sich am näch­sten Tag die Auffahrt zum Coll de Jou, der sicher einen Höhepunkt der Reise darstellt. Perfekte Kurvenkombinationen schlängeln sich vor dem großen Panorama der Montserrat Ebene hinunter nach Sant Llorenç de Morunys. Immer am Übergang zwischen Ebene und Hochgebirge entlang geht es dann weiter bis zum bunten Dächermeer von Berga, wo ich wie­der auf die Nationalstraße treffe. So komme ich flott über Ripoll nach Sant Paude, wo ich zu den Vulkanen der Garrotxa abbiege. Es geht über den Pass Collado de Capsacosta und weiter nach Sant Joan les Fonts. Hier begeistern eine mittelalterliche Brücke samt Kirche und sprudelnden Wasserfällen. Die Kette der Sehenswürdigkeiten reißt aber auch dann nicht ab: Castellfollit de la Roca thront rechter Hand auf einem steil abfallenden Flussufer und Besalú als alte Hauptstadt der Garrotxa glänzt mit den besterhaltenen mittelalterlichen Bauten Kataloniens. Hinter Besalú reißt die Phalanx der katalanischen Pyrenäen endgültig ab und ich rolle Figueres entgegen. Keine Stadt steht mehr im Zeichen des surrealistischen Künstlers Salvador Dalí. Schon von außen sind am Dalí-Museum seine zeitlos, aber humorvollen Objekte zu sehen.
Eine Schande wäre es auch, Dalís Wahlheimat und Wirkungsstätten, das Cap de Creus an der Costa Brava zu verpassen. Auch wenn Roses und der gigantische Jachthafen von Empuriabrava nach all der Bergeinsamkeit fast ein wenig abschreckend wirken, schlägt einem am Cap de Creus der beruhigende Geruch des Meeres entgegen. Die Straße nach Cadaqués und von dort nach El Port de la Selva ist – tief durchatmen – diesbezüglich ein Traum. Beides sind auch Orte, an denen man hervorragend den Tag am Meer ausklingen lassen kann.
Ein weiteres Mal taucht man auf der Küstenstraße von Llança nach Collioure in die Pyrenäen ein. Auffällig ist der alte Rangierbahnhof von Portbou, der wohl wegen des Neubaus der TGV-Trasse nach Perpignan-Barcelona bald außer Betrieb gehen wird. Und dann wechseln die Schilder bald wieder auf Französisch.
Unterwegs auf dem Circuit Vignoble bei Collioure
Unterwegs auf dem Circuit Vignoble bei Collioure
Einem einheimischen Tipp zufolge wechsele ich von der aussichtsreichen Küstenstraße auf die alten Weinwege des „Cirquit Vignoble“, die eine Etage höher verlaufen. Man tuckert durch die berühmten Weinberge des Banyuls-Süßweines und kann dem Aussichtspunkt Tour de Madeloc und später vielleicht dem Cap Béar bei Port-Vendres einen Besuch abstatten. Als Perle der Côte Vermeille gilt das malerische Collioure, wo dann das letzte Wegstück zurück zum DB Autozugterminal in Narbonne beginnt. Aber auch der ist schön, jedenfalls wenn man den kleinen Umweg über den Etang de Bages einplant, wo neben dem unberührten Fischerdorf Bages die Flamingos gern einbeinig rasten. Ein letztes Mal Kiefern- und Pinienduft schnuppern kann man auch in der von Kanälen durchzogenen Altstadt von Narbonne, wo sich ein schöner Platz zu Füßen der Kathedrale Saint Just darbietet.

Motorradtour Östliche Pyrenäen – zwischen Katalanen und Katharern – Infos

Motorradtour Östliche Pyrenäen – zwischen Katalanen und Katharern
Am Château von Castelnou, unweit der bekannten Likörfabrik von Thuir, zieht ein französischer Motorradfahrer seinen Helm vor mir. „Que c‘est magnifique…?“, grinst er und deutet auf die Burg von Castelnou, die vor uns auf dem Feldherrenhügel stolz Türmchen und die Trikolore in den blauen Himmel reckt. Ich stimme nicht nur aus Freundlichkeit zu und dann knattert er mit seiner alten Honda dahin. Ich verschwinde samt meiner KTM 990 allerdings erst nach ei­nem Burg-Rundgang in den wirklich nett aussehenden Hügeln hinter dem Ort.

Allgemeine Infos

Von Küste zu Küste erstreckt sich der Gebirgszug der Pyrenäen auf rund 430 km. Der Pic du Canigou liegt mit seinem Gipfel (2.784 m) auf französischem Staatsgebiet, seine Ausläufer reichen aber bis über die spanische Grenze. Kulturell stellte der Hauptkamm nie eine Grenze dar. Für viele Katalanen gilt er als Olymp, als heiliger Berg Kataloniens, allein schon deshalb, weil er immer allgegenwärtig ist, wenn man vom Meer aus an den Pyrenäen entlangfährt. Zur Sommersonnenwende feiert man in Katalonien das Johannesfest (Noche de San Juan), bei dem auf den höchsten Gipfeln und besonders am “Canigou” große Feuer entzündet werden. Damit will man auch die Einheit Kataloniens feiern.
Benzin ist in Spanien übrigens billiger als in Frankreich. Grenznahe Tankstellen gibt es auf dieser Tour zwischen dem Col d’Ares und Molló, in Camprodon und in Puigcerdà.

Beste Reisezeit

Von Mai bis Oktober und für Hartgesottene auch bis in den November - je nach Höhe - hinein.

Verpflegung

Während Olivenöl, Fisch und leckere Früchte sowie frisches Gemüse und gesunde Küche mit farbenfrohen Gerichten am Mittelmeer die Speisekarte dominieren, geht es in Richtung Aquitanien deftiger zu. Hier kommen Lammgerichte, die berühmten Trüffel des Périgords und Enten- und Gänsespezialitäten auf den Tisch. Nicht zu vergessen der originale Toulouser Eintopf Cassoulet. Achtung: Wer in Katalonien einen Salat bestellt, bekommt meist so etwas wie eine Schlachteplatte vorgesetzt.

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