Fahrbericht: Yamaha BOOSTER und Yamaha BOOSTER easy

Mit perfekten Wegen, Grachten und gutem Wetter ist Amsterdam perfekt für die Tests von Yamahas neuesten Zweirädern, dem S-Pedelec Booster und dem E-Bike Booster Easy.
29.06.2023
| Lesezeit ca. 5 Min.
Florian Brings, Yamaha

Auffällige Optik, der Unterschied liegt im Detail

Auf den ersten Blick unterscheiden sich das S-Pedelec Booster und das E-Bike Booster Easy nur durch Details. Zulassungsbedingt sind für das S-Pedelec ein Spiegel, eine Hupe und ein Bremslicht vorgeschrieben. Außerdem hat das S-Pedelec ein breites, mittig am Lenker sitzendes TFT-Farbdisplay, während beim E-Bike Booster Easy die Instrumente auf der linken Seite des Lenkers angebracht sind.
Optisch sticht das knallige als „Cyan Solid Aqua“ bezeichnete blau heraus, sowie die fetten Reifen. Bereits in den Achtzigern hatte Yamaha ein Fat-Tyre-Moped sehr erfolgreich im Angebot und möchte mit den Booster-Modellen an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen.

Entspannt rasant durch die City mit S-Pedelec und E-Bike

Das S-Pedelec mit 500-Watt-Motor und 75 Nm Drehmoment beschleunigt schon bei leichtem Tritt scheinbar mühelos auf Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h
Das S-Pedelec mit 500-Watt-Motor und 75 Nm Drehmoment beschleunigt schon bei leichtem Tritt scheinbar mühelos auf Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h
Die erste Runde des Fahrtests wird auf dem S-Pedelec gefahren. Dabei geht es vom Hotel, über breit ausgebaute Radwege in Richtung Hafen. Direkt fällt auf, dass das S-Pedelec mit 500-Watt-Motor und 75 Nm Drehmoment schon bei leichtem Tritt scheinbar mühelos auf Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h beschleunigt. Ohne viel Verkehr und auf breiten Wegen und Straßen lässt es sich so am Morgen herrlich durch Amsterdam cruisen. Die gelegentlich vor einem auftauchenden Rad- und E-Bike-Fahrer werden nach kurzem Überholhinweis durch die Hupe passiert und hinter sich gelassen.
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Das E-Bike Booster Easy hat die maximal zulässige Leistung von 250W, aber ebenfalls 75 Nm Drehmoment. Die erzeugen gerade in niedrigen Gängen und bei Steigungen einen wirklich bemerkenswerten Schub und machen im Stop-and-Go-Verkehr dichter Innenstädte viel Sinn und vor allem Freude.

Vier Fahrmodi und ein Automatikmodus für mehr Komfort und höhere

Insgesamt stehen mit „+Eco“, „Eco“, „Standard“ und „High“ vier verschiedene Unterstützungsstufen zur Verfügung
Insgesamt stehen mit „+Eco“, „Eco“, „Standard“ und „High“ vier verschiedene Unterstützungsstufen zur Verfügung
Wer denn auf die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h kommen möchte, nimmt kurz den Druck vom Pedal und schaltet mit der stufenlosen Schaltung von Enviolo in einen höheren Gang. Insgesamt stehen mit „+Eco“, „Eco“, „Standard“ und „High“ vier verschiedene Unterstützungsstufen zur Verfügung. Hinzu kommt der Automatikmodus, in dem der Motor automatisch erkennt, wie viel Unterstützung gerade benötigt wird und die Modi automatisch wechselt. Das hat ausgesprochen zuverlässig funktioniert und im Zusammenspiel mit der Schaltung für ein sehr stimmiges Fahrerlebnis gesorgt. Einziger Kritikpunkt: Das Schaltgefühl ist etwas zu schwach. Versucht man mit Druck zu treten und gleichzeitig zu schalten, passiert erst mal gar nichts. Wenn dann noch die Automatik in einen anderen Modus wechselt, sorgt das manchmal für Verwirrung, ob man jetzt wirklich geschaltet oder sich bloß der Fahrmodus geändert hat.

Akku bei beiden Modellen identisch, Unterschiede bei der Reichweite

Yamaha gibt an, dass die 630Wh-Batterie mit 17,5 Ah für eine Reichweite von 50 bis 110 Kilometern beim Booster und 60 bis 120 Kilometern beim Booster Easy ausreicht
Yamaha gibt an, dass die 630Wh-Batterie mit 17,5 Ah für eine Reichweite von 50 bis 110 Kilometern beim Booster und 60 bis 120 Kilometern beim Booster Easy ausreicht
Durch die identische Größe des Akkus bei halber Leistung fällt die Reichweite für den typischen Stadtverkehr allerdings ohnehin etwas höher aus.
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Yamaha gibt an, dass die 630Wh-Batterie mit 17,5 Ah für eine Reichweite von 50 bis 110 Kilometern beim Booster und 60 bis 120 Kilometern beim Booster Easy ausreicht. Die große, relativ ungenau Angabe der Reichweite hängt dabei von vielen Faktoren wie Sitzposition, Luftdruck der Reifen, Gelände und vor allem dem ausgewählten Fahrmodus ab. Während der knapp 18 Kilometer langen Testfahrt auf dem S-Pedelec und 14 Kilometern auf dem E-Bike, ließen sich zwar kaum belastbare Aussagen über die tatsächliche Reichweite ermitteln, ein Unterschied zwischen „+Eco“ und der höchsten Unterstützungsstufe „High“ war in der angezeigten Restreichweite jedoch deutlich zu erkennen. Dabei ermittelt die Elektronik die Restreichweite minütlich oder bei Wechsel des Fahrmodus automatisch.

Gute Ergonomie und Kontrolle

Eine aufrechte Sitzposition und ein relativ hoher und breiter Lenker sorgen für eine angenehme und entspannte Fahrt
Eine aufrechte Sitzposition und ein relativ hoher und breiter Lenker sorgen für eine angenehme und entspannte Fahrt
Beide Modelle teilen sich Fahrwerk, Reifen und Rahmen. Eine angenehm aufrechte Sitzposition und ein relativ hoher und breiter Lenker vermitteln die entspannte Souveränität, die Yamaha mit den City-Bikes auf die Straße bringen will. Arme und Beine sind bei der richtigen Einstellung von Sitz und Lenker jederzeit entspannt und lassen auch trotz des relativ weit hinten liegenden Schwerpunkts der Bikes, jederzeit ein gutes Handling zu.

Federung vorne in Druck- und Zugstufe einstellbar, Antrieb und Kraftübertragung aus dem Mountainbike-Bereich

Die Ferderung der Vorderradgabel ist bei beiden Modellen stufenlos in Druck- und Zugstufe einstellbar. Das ist vorwiegend dann nützlich, wenn man von Asphalt auf Schotter- oder Waldwege wechselt oder die Zuladung voll ausnutzt. Das Hinterrad ist ungefedert, leichte Schläge werden von den Ballonreifen jedoch gut weggesteckt und für grobes Gelände sind beide Varianten ersichtlich nicht gemacht. Dennoch steckt, bedingt durch die hohe Kraftwirkung des Motors, in der Kraftübertragung auf das Hinterrad die Technik aus dem „Heavy Duties“ genannten Mountainbike-Bereich Yamahas.

Zubehör und Gewicht

Yamaha stellt für beide Modelle Körbe für Front und Heck samt passender Innentaschen und Seitentaschen inklusive passender Halterung zur Verfügung
Yamaha stellt für beide Modelle, Körbe für Front und Heck samt passender Innentaschen und Seitentaschen inklusive passender Halterung zur Verfügung
Da sich Booster und Booster Easy einen Rahmen teilen, stellt Yamaha für beide Varianten dasselbe Zubehör zur Verfügung. Das beinhaltet Körbe für Front und Heck samt passender Innentaschen und Seitentaschen inklusive passender Halterung. Allein am Heck können Lasten bis zu 25 Kilogramm transportiert werden. Während Booster Easy 28 Kilogramm auf die Waage bringt, sind es beim Booster 35 Kilogramm Gewicht. Beide Fahrzeuge haben jedoch ein zulässiges Gesamtgewicht inklusive Fahrer und Gepäck von 160 Kilogramm. Wem das beim Schieben und Rangieren eventuell zu schwer sein sollte, hat Yamaha bei beiden Modellen eine elektrische Rangierhilfe mitgegeben. Per Knopfdruck lassen sich Booster und Booster Easy so auf bis zu 5 Km/h beim Schieben beschleunigen.

Farben, Preise und Verfügbarkeiten

Für beide Varianten stehen die Farben „Cyan Solid Aqua“ genanntes blau und „Tech Graphite“ grau zur Auswahl
Für beide Varianten stehen die Farben „Cyan Solid Aqua“ genanntes blau und „Tech Graphite“ grau zur Auswahl
Für beide Varianten stehen die Farben „Cyan Solid Aqua“ genanntes Blau und „Tech Graphite“ grau zur Auswahl. In Deutschland verfügbar sind beide Modelle ab Mitte/Ende Juni 2023. Für das E-Bike Booster Easy werden 3.299,-- Euro UVP fällig, das S-Pedelec Booster ist für 3.699,-- Euro erhältlich.

Fazit

Beide Varianten können viel Laune machen. Der Booster Easy überzeugt dabei durch ein etwas besseres Ansprechverhalten des Motors und eine höhere Agilität insgesamt etwas mehr. Dafür punktet das S-Pedelec Booster auf Passagen, auf denen man länger mit höherer Geschwindigkeit fahren kann. Also gut geeignet für Pendler aus Vororten. Wer in der Stadt von A nach B möchte, ist mit dem Booster Easy besser beraten.
 Pro
  • sehr kräftiger Motor
  • agiles Handling
  • guter Komfort
  • sehr gute Ergonomie
 Contra
  • Booster im Vergleich zum Booster Easy weniger agil
  • ohne Unterstützung durch E-Motor recht schwerfällig
Yamaha BOOSTER 2023 Yamaha BOOSTER Easy 2023
Motor
Nennleistung 500 W 250 W
max. Leistung 0,0 PS (0,0 kW) 0,0 PS (0,0 kW)
Drehmoment 75 Nm 75 Nm
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h 25 km/h
Kraftübertragung
Antrieb Kette Kette
Batterie
max. Reichweite 50–110 km 60–120 km
Kapazität 630 Wh, 36 V, 17,5 Ah 630 Wh, 36 V, 17,5 Ah
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Wabenstruktur-Aluminium Wabenstruktur-Aluminium
Räder 20 × 4 Zoll große Ballonreifen 20 × 4 Zoll große Ballonreifen
Bremse vorn PROMAX DSK-925 – Bremsscheibe mit Ø 180 mm PROMAX DSK-925 – Bremsscheibe mit Ø 180 mm
Bremse hinten PROMAX DSK-925 – Bremsscheibe mit Ø 180 mm PROMAX DSK-925 – Bremsscheibe mit Ø 180 mm
Maße & Gewicht
Gewicht fahrfertig 35 kg 28 kg
Fahrzeugpreis ab 3.699,-- Euro (ab Werk) 3.299,-- Euro (ab Werk)
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