BMW Motorrad International GS Trophy 2022 – Unbekannte Schönheit Albaniens

Zum 8. Mal fand die International BMW GS Trophy im September statt, diesmal in Albanien mit 21 Teams aus 11 Ländern. Die deutschen Männer- und Frauenteams schafften es aufs Podium, Südafrika landete einen Doppelsieg.
Die Strecke der GS Trophy 2022 führte über 7 Etappen und 1.230 km durch den südlichen Teil von Albanien, dabei hatten die 15 Männer- und 6 Frauenteams 15 Sonderprüfungen zu bewältigen.
Teampräsentation am Strand von Kavajë
Teampräsentation am Strand von Kavajë
Hitze, Staub und kernige Offroadstrecken waren die Merkmale des Wettbewerbs, der im Vergleich zur letzten Ausgabe in Neuseeland höhere Ansprüche an das Fahrkönnen der Teilnehmer stellte, die sich in kurzen Enduro- oder Trial-Sonderprüfungen beweisen mussten. Außer den gestoppten Zeiten wurden auch Strafpunkte fürs Fusseln oder für defekte Maschinen sowie abgebrochene Blinker oder Hebel berücksichtigt. Für das Gesamtergebnis zählten ebenso die Online-Bewertungen für die Videos zur Teampräsentation, ein Quiz und eine Spezialprüfung vom Typ „Rettungsschwimmer“ ohne Motorrad am Strand. Die Marshals aus dem internationalen Team von BMW führten die Gruppen von jeweils acht Fahrern durch die Tagesetappen von rund 200 km, da zählten neben körperlicher Fitness auch mentale Stärke und Ausdauer, denn oft waren die Fahrer täglich bis zu acht Stunden im anspruchsvollen Gelände unterwegs.
Das Zeltlager der Teilnehmer im Basiscamp in Kavajë
Das Zeltlager der Teilnehmer im Basiscamp in Kavajë
In den spektakulären Camps in der Burg von Berat, am Ohridsee an der Grenze zu Normazedonien, auf einer Farm in den Bergen oder direkt an der Adria schlugen die Teilnehmer jeden Abend ihr Zelt für die Nacht auf.

Große Herausforderungen auf der BMW International GS Trophy 2022

Das mexikanische Frauenteam kämpft sich durch die Sonderprüfung
Das mexikanische Frauenteam kämpft sich durch die Sonderprüfung
In der Damenwertung vertraten Lilla Gyarmati und Dörte Andratschke die deutschen Farben und setzen sich schon in der ersten Etappe an die Spitze. Das toll harmonierende und eingespielte Duo konnte den Vorsprung bis zur sechsten Etappe kontinuierlich ausbauen, dann setzen sich aber die Südafrikanerinnen mit einem Punkt Vorsprung an die Spitze. Sie hatten in den beiden Sonderprüfungen des Tages brilliert, wo es darum ging, zu zweit einen 3,5 Tonnen schweren Geländewagen mit Tauen über eine 20 m lange Strecke zu ziehen und blind unter Anweisung der jeweils Anderen durch einen Pylonenparcours zu fahren. In der finalen Prüfung am Strand auf der siebten Etappe fuhren Christelle und Hanneli dann den Sieg bei den Frauenteams souverän vor Deutschland und Mexiko nach Hause.

Starke deutsche Teams im Gesamtklassement

Das deutsche Männerteam beim Start zur Sonderprüfung
Das deutsche Männerteam beim Start zur Sonderprüfung
Auch das deutsche Männerteam mit Enrique Alvarez Urrutia, Tim Schlage und Patrick Mayr war seit dem Sieg beim Qualifier im Vorjahr durch gemeinsame Trainings eng zusammengewachsen und zeigte sich hoch motiviert und geschlossen. In der ersten Etappe, die sie auf dem neunten Platz beendeten, gingen sie noch etwas zögerlich zu Werk, am Ende des dritten Tages lagen sie aber schon auf dem dritten Rang im Gesamtklassement, den sie bis zum Ende verteidigten. Vor dem letzten Tag mit der schweren Sonderprüfung direkt am Strand von Kavaje lagen die ersten drei Teams Südafrika, England und Deutschland knappe 21 Punkte auseinander, da die doppelte Punktzahl vergeben wurde, wäre ein Überraschungserfolg fast noch möglich gewesen. Doch die bärenstarken Jungs aus Südafrika behielten die Nerven und gewannen zum vierten Mal in Folge, England und Deutschland komplettierten das Podium.
Bilder von spektakulären Landschaften mit traumhaften Offroadstrecken und die Begegnungen mit insgesamt 200 Menschen aus insgesamt 31 Nationen werden den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
Begeisterte Zuschauer am Straßenrand
Begeisterte Zuschauer am Straßenrand
Leider gibt es aber keine Wiederholungsmöglichkeit: Unter dem Motto „Once in a lifetime“ werden bei der nächsten Veranstaltung 2024, deren Austragungsort noch geheim ist, komplett neue Teams an den Start gehen. Wer mitfahren will, sollte sich rasch um einen Platz in den Qualifiern bemühen.

BMW Motorrad International GS Trophy 2022 Southeast Europe – Abschlusswertung:

Männerteams:

1. Südafrika 217 Punkte
2. Vereinigtes Königreich 204 Punkte
3. Deutschland 185 Punkte
4. China 2020 169 Punkte
5. USA 165 Punkte
6. Niederlande 155 Punkte
7. Thailand 146 Punkte
8. Südkorea 142 Punkte
9. Lateinamerika 141 Punkte
10. Mexiko 139 Punkte
11. Frankreich 133 Punkte
12. Indien 120 Punkte
13. China 2022 113 Punkte
14. Brasilien 100 Punkte
15. Japan 88 Punkte

Frauenteams:

1. Südafrika 297 Punkte
2. Deutschland 296 Punkte
3. Mexiko 264 Punkte
4. Frankreich 241 Punkte
5. Lateinamerika 237 Punkte
6. Brasilien 167 Punkte

BMW Motorrad International GS Trophy 2022 im Video


Text: Klaus Nennewitz, Fotos: BMW


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