Über 7.000 Motorradfahrer demonstrieren deutschlandweit

Am Sonntag den 1. August 2021 wurde deutschlandweit gegen Streckensperrungen und Fahrverbote demonstriert, die ausschließlich Motorradfahrer betreffen.
Trotz durchwachsenem Wetter gingen dabei zwischen 7.000 und 10.000 Teilnehmer auf die Straßen. Wie in der Vergangenheit weichen die Zahlen der Polizei teilweise deutlich von den Angaben der Veranstalter ab.

1.700 bis 2.800 Teilnehmer in Dortmund

Mit Startpunkt an der Victor-Toyka-Straße rollte am Sonntag ein Motorradkorso durch Dortmund und Lünen. Während die Polizei in Dortmund rund 1.700 Motorradfahrer zählte, sprechen die Organisatoren von 2.800 Teilnehmern. Leider kam es während der Veranstaltung zu einem Unfall, bei der eine Motorradfahrerin aus ungeklärter Ursache stürzte und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Davon abgesehen verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle.

850 bis 1.200 Demonstranten in Hannover

Bei der Motorraddemo in Hannover kamen laut Polizei etwa 850 Motorradfahrer zusammen. Der Veranstalter spricht von 1.200 Teilnehmern. Ausgehend vom Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsee startete die Demo-Fahrt von Hildesheim nach Hannover und quer durch die Stadt über die Raschplatz-Hochstraße. Polizeiangaben zufolge verlief die Demonstration friedlich.

Motorrademo in Oldenburg sammelt spenden für Flutopfer

In Oldenburg nahmen bei anhaltendem Regen 125 Motorradfahrer am Motorradkorso gegen Fahrverbote teil. „Der harte Kern war auf jeden Fall dabei“, sagte Jonas Leifhelm vom Bikers Club Germany IG 2020, der die Demo in Oldenburg leitete. „Wir sind traurig, dass es nicht mehr sein konnten.“ Neben ihrem Protest stand bei der Veranstaltung die Hilfe für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Mittelpunkt. Mit Spendendosen sollte Geld gesammelt werden, was wegen der ständigen Regenschauer kaum möglich war. 2.541,81 Euro kamen dennoch zusammen.

Hamburg meldet 600 Teilnehmer

Zur Kundgebung quer durch Hamburg, zu der 3.000 Teilnehmer angemeldet waren, versammelten sich rund 600 Motorradfahrer am Nedderfeld. Laut Polizei hielten sich die Verkehrsbeeinträchtigungen in Grenzen. Die Initiative„Biker for Freedom“, die vor gut einem Jahr ins Leben gerufen wurde, hatte zu der Demonstration aufgerufen.

1.200 Motorradfahrer versammeln sich am Frankfurter Rebstockgelände

In Frankfurt führte ein Motorradkorso vom Rebstockgelände aus durch die Stadt und zurück zum Startpunkt. Straßensperrungen seien laut Polizei nicht notwendig gewesen und auch am Verhalten der Teilnehmer hatten die Ordnungshüter nichts auszusetzen. Auch in Frankfurt stand die Hilfe für die Flutopfer im Vordergrund. Viele Motorräder gedachten mit Trauerflor den Todesopfern.

Vier Kilometer langer Konvoi in Neuenrade

Rund 700 Motorradfahrer reihten sich in Neuenrade zu einem vier Kilometer langen Korso auf, der laut Polizei für Verkehrsstörungen entlang der Route sorgte. Zwar mussten die Beamten daraufhin den Verkehr regeln, über den friedlichen Ablauf der Veranstaltung äußerten sie sich jedoch positiv. Leider kam es im Vorfeld der Demonstrantion zu technischen Kontrollen durch die Polizei, bei denen an zehn Maschinen abgefahrene Reifen bemängelt wurden. Ein Motorrad durfte die Weiterfahrt nach der Kontrolle nicht fortsetzen. Für einen Zwischenfall während der Demo sorgte zudem ein 42-jähriger Motorradfahrer aus Nachrodt, der auf Höhe des Flugplatzes einem Vorausfahrenden auffuhr und stürzte. Dabei verletzte er sich leicht.

Saarbrücken sammelt für Kinder im Flutkatastrophengebiet

Markus Kiwitter, der Organisator der Motorraddemonstration in Saarbrücken, erklärte im Vorfeld: „Für uns als Veranstalter ist, bedingt durch die Flutkatastrophe von vorletzter Woche, unser eigenes Ziel fast komplett in den Hintergrund gerückt. Nach dieser Katastrophe haben wir den Zweck unserer Motorraddemo mit Zustimmung der Behörden erweitert und werden am Tag der Demo in der bereits genehmigten Gedenkminute insbesondere den Opfern der Flutkatastrophe gedenken.“ Insgesamt kamen rund 2.000 Motorradfahrer zur L105, in der Bliesransbacher Straße in Saarbrücken und starteten um 11 Uhr Richtung Innenstadt. Mit Sammelbüchsen wurden Spenden für die Betroffenen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zusammengetragen. „Darüber hinaus haben wir ein Onlinespendenkonto eingerichtet. Dort ist es möglich per Klick sofort Geld für die Flutopfer zu spenden. Einige unserer Motorradfahrer helfen seit Tagen im Katastrophengebiet vor Ort und die Bilder gehen uns allen sehr unter die Haut. Mit den Spenden wollen wir insbesondere betroffenen Kindern im Katastrophengebiet helfen und sie schnellstmöglich wieder in ein, den Umständen entsprechend, geordnetes soziales Umfeld zu bekommen“, sagte Kiwitter. Zahlreiche Zuschauer winkten dem Motorradkorso vom Streckenrand und von ihren Balkonen aus zu.
Text: Thomas Kryschan


#Demo#Deutschland#Lärmdebatte

Neues auf motorradundreisen.de