Fahrbericht Triumph Speed Triple 1200 RR – Speedy mit Doppel-R-Zuschlag

Triumph hat sein neues Topmodell präsentiert. Erster Fahreindruck der 180 PS starken Speed Triple 1200 RR.
Frostige zwei Grad zeigt das Thermometer. Vor der Boxengasse des privaten Ascari Race Resorts bei Ronda streuen fleißige Helfer Salz um den sauber aufgereihten Triumph-Fuhrpark. Frost in Andalusien, das ist um diese Jahreszeit wahrlich nicht die Regel. Aber hilft ja nichts: „Zieht bitte so viele Layer an, wie ihr dabeihabt. Auf den ersten 20, 30 Kilometern wird’s richtig kalt“, weiß Maria, gestandene TT-Heldin und einer der drei „Lead Rider“ der heutigen Fahrpräsentation.

Sportlichere Sitzposition als auf der 1200 RS

Die Wintersonne lugt verheißungsvoll über die Bäume der exklusiven Anlage. Der rote Lack der Speedy-Flotte funkelt. Aufsitzen. Um zehn Uhr rollt die erste Gruppe vom Hof. Es geht rauf in die Berge, vierlagig eingepackt. Road-Modus, Griffheizung auf Stufe 3 von 3, alle Lüftungen am Helm zu, wird schon. Vorsichtig gleiten wir über die stellenweise reifverdächtigen Straßen. Die Sitzposition ist für eine Sportmaschine vergleichsweise entspannt: Die Fußrasten hat Triumph im Vergleich zum Schwestermodell Speed Triple 1200 RS um 15 Millimeter nach oben und 26 mm nach hinten versetzt. Die Lenkerstummel sitzen 135 mm tiefer und 50 mm weiter vorn.
Triumph Speed Triple 1200 RR

Die Speed Triple 1200 RR ist ein Gentleman Rider

Kultivierte Attacke ist die Devise. Die Speed Triple 1200 RR ist ein Gentleman Rider, keine Superbike-Knallschote. Dieses Gefühl transportiert auch der Sound: 98 dB(A) Standgeräusch sind zwar in manchen Gegenden drüber, dafür hält sich die Triple-Symphonie beim Fahren angenehm zurück. 81,3 dB(A) weist das Typenschild am Rahmen als Fahrgeräusch aus bei DIN-konformen 37 km/h im dritten Gang. Den Gehörgang des Fahrers erreichen sie in einem satten, wohlklingenden Mix aus Ansauggeräusch und Endtopfblubbern. Hinreißend schön und sehr stilvoll: die schmale Frontverkleidung. Triumph spricht vom „Café Racer des 21. Jahrhunderts“.
Triumph Speed Triple 1200 RR_Cockpit

Bei 11.500 Touren beginnt der rote Bereich

245 km/h Spitze stehen im Kfz-Schein. Bei 11.500 Touren beginnt der rote Bereich. Das maximale Drehmoment von 125 Nm liegt bei 9.000 Umdrehungen pro Minute an. Der große Triple will gedreht werden, keine Frage, dann zeigt er so richtig, was in ihm steckt. Speziell bei diesen Temperaturen reicht aber auch der Punch bis 5.000, 6.000 Touren, um zu überzeugen. Der neue 1200er Dreizylinder ist ein ganz famoses Stück Technik, das hat schon die 1200 RS hinlänglich unter Beweis gestellt.
Triumph Speed Triple 1200 RR_Öhlins Fahrwerk

Top: das semi-aktive Öhlins Smart EC 2.0 Fahrwerk

In der 1200 RR trifft er auf das elektronisch verstellbare, semi-aktive Öhlins Smart EC 2.0 Fahrwerk, das auch in Superbikes wie der Ducati Panigale V4 S zum Einsatz kommt und im Hyper Naked Bike Streetfighter V4. Mit der Triumph Speed Triple 1200 RR harmoniert es perfekt, zeigen die ersten Testkilometer. Stuart Wood, Chefingenieur von Triumph, gerät komplett ins Schwärmen, wenn er über die Vorzüge des mitdenkenden Fahrwerks referiert. Bei hartem Bremsen beispielsweise verhindert es das tiefe Eintauchen des Vorderrads. Gleichzeitig hält es das Hinterrad am Boden. Alles vollautomatisch und in Kopplung mit der 6-Achsen-IMU im wahrsten Sinne „smart".

Triumph Speed Triple 1200 RR im Video


 Pro
  • großartiger Motor
  • nahezu perfektes Fahrwerk
  • stilvoller Auftritt
 Contra
  • wenig Platz für Gepäck
  • eingeschränkter Soziuskomfort
Triumph Speed Triple 1200 RR 2022
Triumph Speed Triple 1200 RR
2022
Motor
Bohrung x Hub 90 x 60,8 mm
Hubraum 1160 ccm
Zylinder, Kühlung, Ventile Dreizylinder, flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile pro Zylinder
Abgasreinigung/-norm Euro 5
Leistung 180 PS (132 kW) bei 10750 U/min
Drehmoment 125 Nm bei 9000 U/min
Verdichtung 13,2:1
Höchstgeschwindigkeit 245 km/h
Wartungsintervalle alle 16000 km oder jährlich
Kraftübertragung
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung, mit Anti-Hopping-Funktion
Schaltung 6-Gang
Antrieb Kette
Fahrwerk & Bremsen
Rahmen Leichtmetall-Brückenrahmen mit angeschraubtem Leichtmetall-Heckrahmen
Federelemente vorn 43-mm-Upside-down-Gabel
Federelemente hinten Zentralfederbein
Federweg v/h 120 mm/120 mm
Radstand 1439 mm
Nachlauf 104,7 mm
Lenkkopfwinkel 23,9°
Räder Gussräder
Reifen vorn 120/70 ZR 17
Reifen hinten 190/55 ZR 17
Bremse vorn schwimmend gelagerte 320-mm-Doppelbremsscheiben
Bremse hinten 220-mm-Bremsscheibe
Maße & Gewicht
Länge 2085 mm
Breite 758 mm
Höhe 1120 mm
Gewicht 199 kg
Maximale Zuladung 195 kg
Sitzhöhe 830 mm
Standgeräusch 98 dB(A)
Fahrgeräusch 81,3 dB(A)
Tankinhalt 15,5 Liter
Fahrerassistenzsysteme
Kurven-ABS
Wheelie-Kontrolle
schräglagenabhängige Traktionskontrolle
Fahrmodi
Schaltassistent
Tempomat
Fahrzeugpreis ab 20400 €
Text: Ralf Bielefeldt , Fotos: Kingdom Creative/Gareth Harford, David Wood


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