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Weltpremiere BMW R 18

03.04.2020 16:23

Das Warten hat ein Ende: BMW Motorrad präsentiert die ersten offiziellen Bilder der BMW R 18. Die beste Nachricht vorab: Die Serienversion unterscheidet sich kaum von den gezeigten Concept-Bikes!
 

Wie erwartet steht der Cruiser optisch und in Teilen auch technisch ganz in der Tradition der historischen BMW-Ikone R5 von 1936. Bis in die Fünfziger Jahre hinein war das sportliche Bike richtungsweisend für die Maschinen aus Bayern. Zweizylinder-Boxer, Doppelschleifenrahmen, schwarzer Tropfentank mit weißen Zierlinien, endlos lange, barock anmutende Auspuffrohre – all das prägt auch die neue BMW R 18.
Bestes Beispiel der erfolgreichen Transformation in die Moderne ist die offen laufende Kardanwelle, die bis 1955 untrennbar mit der charakteristischen Boxermotoren-Optik verbunden war. Heute ist die glanzvernickelte, frei rotierende Welle ein Alleinstellungsmerkmal. Und ein echter Designcoup von BMW-Designchef Edgar Heinrich und seiner Mannschaft.
 

  • Heldenbrust und Design-Kollektion
    Eintausendachthundertundzwei Kubikzentimeter (1.802 ccm). Heidewitzka, was für ein Trumm. Aber was für ein Kunstwerk. Armdicke Chromauspuffrohre glänzen mit dem Motorgehäusedeckel der "First Edition" um die Wette. BMW taufte den Hingucker augenzwinkernd "Heldenbrust". Wer mag, kann die meisten Anbauteile problemlos austauschen; "Customizen" ist Trumpf bei Cruisern. Zwei Design-Kollektionen mit Aluminium-Frästeilen stehen pünktlich zur Markteinführung im Herbst 2020 auf der Aufpreisliste. BMW kooperiert hier mit namhaften Designern und Herstellern wie US-Ikone Roland Sands, Sitzhersteller Mustang Seats und Auspuff-Veredler Vance & Hines.
    Apehanger, Schwingsattel, Sichellenker, Trittbretter – dank umfangreicher Zubehörliste ist die BMW R18 ein Chamäleon. Erlkönigfotos belegen, dass sie beizeiten als schwer verkleideter Reisetourer kommen wird. Mit starrer Batwing-Verkleidung und großen Koffern im Bagger-Style. Das Concept R 18/2 zeigte auf der Eicma 2019, dass der Cruiser auch mit kleiner Lenkerverkleidung groß rauskommen kann. Aber erst mal geht es um die First Edition. Und die trägt traditionsbewusst einen schwarzen Tank mit weißer Doppellinierung, viel Chrom, voluminöse Art-Deco-Endrohre und einen Einzelsitz.
     

    Pompöser Aufschlag im Harley-Revier
    Eigentlich sollte der eindrucksvolle, hubraumstärkste Boxer in der Geschichte von BMW Motorrad am 3. April in Austin, Texas, enthüllt werden – im Herzen der USA, als Star der angesagten Custom-Messe "The Handbuilt Motorcycle Show". An gleicher Stelle debütierte letztes Jahr Revivals „Birdcage“, einer der beiden handgefertigten Vorboten des „Big Boxer“ von BMW. Aber nun: Die allgegenwärtige Corona-Pandemie ließ die US-Sause platzen.
    Mit der saucoolen, endlässigen BMW R 18 feiern die Münchener einen fetten, ausgesprochen pompösen Aufschlag im absatzstarken Cruiser-Segment – und positionieren sich direkt gegen Platzhirsch Harley-Davidson. Wichtigster Markt des in Berlin gefertigten Cruisers sind logischerweise die Vereinigten Staaten. An die Sitzposition werden sich die US-Boys vermutlich erst gewöhnen müssen: Die Füße ruhen Boxer-typisch hinter (oder vor, wie man es sehen will) den dicken Zylindern, die rechts und links wie ein Rammbock lenkerbreit in den Wind ragen. Beine ausstrecken ist also nicht. Zumindest nicht, bis ein Customizer eine passende Lösung präsentiert.

    Über 180 km/h Spitze
    Der ausladende, luftgekühlte Zweizylinder füllt den gesamten Motorbauraum aus. Er leistet 91 PS (67 kW) bei 4.750 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment gibt BMW mit bärigen 158 Nm bei 3.000 Touren an. Schon ab 2.000 U/min reißen mehr als 150 Nm den Asphalt auf – mit standesgemäßem (Euro-5-)Sound, verspricht BMW. „Über 180 km/h“ gibt BMW als Höchstgeschwindigkeit an. Der Spurt auf Tempo 100 soll in 4,8 Sekunden erledigt sein. Den Verbrauch beziffern die Bayern mit 5,6 l/100 km.
    Stilecht verdecken Gabelhülsen die 49 mm dicken Standrohre der vorderen Teleskopgabel. Das R-5-Zitat lässt die R-18-Front noch bulliger aussehen und unterstreicht die barocke Gesamtanmutung. Auf elektronische Federelemente hat BMW verzichtet. Stattdessen setzen die Techniker auf "good vibrations". Das Starrahmenkonzept der historischen Vorbilder hat die Mannschaft von Josef Miritsch, Leiter Baureihe Boxer Luft BMW Motorrad, mittels Zweiarmschwinge und einem versteckten Federbein in Cantilever-Anordnung in die Neuzeit übertragen.
    Drahtspeichenräder und das Hinterachsgetriebe mit sichtbaren Schraubverbindungen runden das Gesamtbild stilecht ab. Die Federwege messen 120 mm vorn und kernige 90 mm hinten. Für adäquate Verzögerung sorgen zwei Scheiben vorn und eine Scheibe hinten. Der Durchmesser beträgt jeweils 300 mm. Die Sitzhöhe liegt bei lümmeligen 690 mm.

    Adaptives Kurvenlicht und Keyless Ride
    Echte Kinder der Neuzeit sind der große Rundscheinwerfer in LED-Ausführung und die kleinen Led-Blinker, die hinten gleichzeitig als Rücklicht dienen. Das Rundinstrument präsentiert sich im Analog-Look mit Display. Optional bietet BMW für die R 18 das neue adaptive Kurvenlicht an, das es auch die neue Mittelklasse-Familie F 900 gibt. Die Funktion wird bei laufendem Motor, aktiviertem Abblend- oder Fernlicht und erkannter Dunkelheit aktiviert. Voraussetzung fürs Ausleuchten dunkler Ecken sind eine Fahrgeschwindigkeit von mindestens 10 km/h und eine Schräglage von wenigstens 7 Grad.
    Gestartet wird schlüssellos per Keyless Ride. Drei Fahrmodi hat der BMW-Cruiser serienmäßig an Bord. Sie tragen die originellen Namen Rock, Roll und Rain. Ebenfalls Serie sind die abschaltbare automatische Stabilitätskontrolle (ASC) und die Motor-Schleppmoment-Regelung (MSR). Gegen Aufpreis gibt es unter anderem eine Rückfahrhilfe, Hill Start Control fürs Anfahren am Berg und Heizgriffe. Übers Vorderrad in der Dimension 3,5 x 19“stülpt BMW Motorrad Reifen in 120/70 R 19 bzw. 120/70 B 19 (herstellerabhängig), auf dem Hinterrad (5,0 x 16“) darf ein Pneu der Größe 180/65 B 16 seine Runden drehen.
     

    • Welcome Box“ für die First Edition
      22.800,-- Euro möchte BMW Motorrad fürs Editionsmodell sehen. Dafür gibt es dann on top noch eine „Welcome Box“ mit allerlei Gimmicks wie einem Ledergürtel mit R-18-Schnalle, kupferfarbenen Schlitzschrauben und Montage-Handschuhen. Die abgespeckte Serienversion wird ein paar Scheine drunter liegen. Aber nun: In diesem Segment sitzen die Taler bekanntlich recht locker. Vermutlich auch in der Nach-Corona-Zeit.



      Fazination



      Customizing
       


      Kernelemente
       

       
Text: Ralf Bielefeldt , Fotos: BMW