M&R-PlusErlkönig: KTM unterzieht 790 Adventure Frischzellenkur

DIe 790 Adventure bildete für KTM den Auftakt im Mittelklasse-Segment der Reiseenduros. Im kommenden Jahr wird sie nun runderneuert. Wir haben die ersten Bilder!
Erlkönig: KTM unterzieht 790 Adventure Frischzellenkur
Erlkönig: KTM unterzieht 790 Adventure Frischzellenkur Gut sichtbar: Die kommende 790 Adventure setzt auf Rahmen und Motor der aktuellen Generation
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Neun Jahre ist es inzwischen her, dass die KTM 790 Adventure erstmals die Bühne betrat, zunächst als Konzeptstudie auf der EICMA in Mailand und zwei Jahre später in serienreifer Form. Bei ihrer Markteinführung 2019 schloss sie die Lücke zwischen den schweren Reiseenduros und den Einsteigermodellen der Österreicher. Doch kaum war sie auf dem Markt, war sie auch schon wieder verschwunden. Denn wie bei der Naked-Schwester 790 Duke, wurde auch die Reiseenduro von einer

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Variante mit mehr Hubraum, der 890 Adventure, abgelöst – nur um nach 2022 als günstigere Alternative zu dieser wieder eingeführt zu werden. Verändert hat sich die 790er in dieser Zeit vor allem in Details: Der Motor wurde an Emissionsnormen angepasst, der Windschutz und mit ihm das Design überarbeitet. Stichwort Design: Die Gestaltung der 790 Adventure blieb Geschmacksache. Kontrovers diskutiert wurden vor allem die Spritfässer, die für bessere Schwerpunktverteilung vor den Füßen des Piloten verbaut werden.


Prototyp der kommenden KTM 790 Adventure auf Testfahrt
Prototyp der kommenden KTM 790 Adventure auf Testfahrt

Frisches Design mit Rally-Genen

In der kommenden Generation der Mittelklasse-Reiseenduro werden diese einer konventionellen Tanklösung weichen. Dies legt der Blick auf einen Prototyp nahe, der uns bei Testfahrten in Oberösterreich vor die Linse gefahren ist. Doch nicht nur das: Das gesamte Motorrad wird, mutmaßlich im nächsten Jahr, rundherum überarbeitet. Erkennbar wird dies sofort, denn dessen Gestaltung ändert sich drastisch – typisches KTM-Design weiterhin, doch sichtbar gefälliger als bislang. Die Straße leuchtet eine eigene Interpretation des zuletzt KTM-typischen Lampen-Designs aus, mit 3D-Elementen und auf weniger Fläche als bislang. Die steile Front dürfte dabei nicht zufällig entfernt an das Dakar-Wettbewerbsmotorrad der Österreicher erinnern und wird in ganz ähnlicher Form auch bei der größeren 990 Adventure zum Einsatz kommen. Doch anders als diese setzt die Schwester mit dem kleineren LC8c-Reihentwin auch in der nächsten Generation auf das Chassis des aktuellen Modells: Rahmen und Fahrwerk scheinen ebenso in der aktuellen Generation bewährte Teile zu sein wie der Motor selbst. Auch der Auspuff ist ein Erkennungsmerkmal und weiterhin höher installiert und voluminöser, als er dies in der 990 Adventure sein wird, wird aber neu gestaltet. Der Heckrahmen liegt künftig freier, es kommen weniger Kunststoffblenden zum Einsatz. Ebenso wird die gesamte vordere Verkleidung überarbeitet und setzt auf deutlich homogenere Gestaltung mit weniger harten Kanten. Im Vergleich zur 990 Adventure, die, wenn man den Eindruck hochbeiniger früher Prototypen heranzieht, WP-Fahrwerksteile mit mehr Federreserven aufweisen wird als ihre kleine Schwester, scheint der Fokus auf Zugänglichkeit zu liegen. Auch die Bedienung wird sich offenbar unterscheiden: Die Prototypen der 990 Adventure setzen auf das hochkant installierte große Touch-Display der 1390 Super Adventure, beim hier erwischten 790-Testträger kommt offenbar das gleiche 5-Zoll-TFT-Display zum Einsatz, das auch in den aktuellen 790- und 890-Adventure-Modellen Verwendung findet.


Heckansicht eines 790-Adevnture-Prototypen auf Testfahrt
Auch an der Schwinge zu erkennen: Chassis- und Antriebsteile bauen auf Aktuellem auf

Rahmen und Motor auf bewährter Basis

Dazu passt der Antrieb, der mutmaßlich in der gleichen Leistungsklasse bleiben wird wie derzeit. Aktuell zieht dieser aus 799 Kubikzentimetern Hubraum 95 PS und entwickelt 87 Nm Drehmoment. Wie sich die klassische Tankkonstruktion auf den Tankinhalt auswirkt, darüber lässt sich nur spekulieren. Die aktuelle 790 Adventure kommt hier auf 20 Liter, die technisch eng verwandte Norden 901 mit klassischem Tank auf 19 Liter. Jedoch ist die Verkleidung des hier gezeigten KTM-Testmotorrads vor dem Fahrer breiter ausgeprägt. Denkbar also, dass sich beim reinen Volumen kaum etwas tut. Verzögert wird, wie künftig beim Großteil der KTM-Palette, mit Bremsen der neuen hauseigenen Sparte WP Braking Systems. Wann die neue 790 Adventure präsentiert wird, lässt sich derzeit noch nicht sicher vorhersagen. Offensichtlich ist: Der hier gezeigte Prototyp ist nicht mehr weit von der Serienreife entfernt. Eine Vorstellung in diesem Jahr ist dennoch nicht wahrscheinlich. Der Rhythmus, bei dem die Mattighofener ihre neuen Modelle zuletzt meist kurz vor Saisonstart erstmals zeigten, legt eine Vorstellung im kommenden Frühjahr nahe.