MV Agusta Enduro Veloce 950 – Adventure-Tourer aus Varese

„Lucky Explorer“-Modelle vom Tisch, der ideelle Nachfolger der Cagiva Elefant erscheint unter dem Markenlogo von MV Agusta. Erste Eindrücke vom Erlkönig.
23.10.2023
| Lesezeit ca. 2 Min.
Bernhard M. Höhne
Jahrzehntelang war die Marke MV Agusta vor allem als Edelschmiede besonders sportlicher Motorräder bekannt.

Das Aus für die Lucky Explorer?!

Um seinen Kundenkreis zu erweitern, war für 2023 der Verkaufsstart zweier „Lucky Explorer“-Modelle angedacht, einer Zweizylinder- und einer Dreizylinder-Mittelklasse-Enduro, die beide auf der Historie der Cagiva Elefant aufbauen sollten, die Ende der 80er im heutigen MV Agusta-Stammwerk in Varese produziert wurde. Es galt als gesichert, dass „Lucky Explorer“ als eigene Submarke für MV firmieren sollte, um leichter neue Kunden erschließen zu können. Geplant wurde dies bereits vor Jahren, doch beim neuen Anteilseigner Pierer Industries (KTM, Husqvarna) stießen beide Modelle auf wenig Gegenliebe und so gilt die kleinere Lucky Explorer 5.5 als QJ-Motor-Ableger mittlerweile, jedoch noch unbestätigt, als aufgegeben.

Konzerninterne Rangelei

Für die große Schwester musste unter Zeitdruck eine neue Positionierung am Markt gefunden werden, um den bereits etablierten KTM 790 und 890 Adventure und Husqvarna Norden 901 nicht ins Gehege zu kommen. Darum wurde buchstäblich auf den letzten Drücker die Submarke „Lucky Explorer“ gestrichen. Stattdessen wird das Bike in die bestehende MV Agusta-Modellfamilie eingegliedert und erst zu Beginn des Jahres 2024 in den Verkauf gehen. Das bedeutet unter anderem einen neuen Namen und damit, dass sie, analog zur Turismo Veloce, künftig als Enduro Veloce firmieren soll. Das zumindest legen übereinstimmende italienische Medienberichte nahe.

Optische Anpassungen

MV Agusta Enduro Veloce

Optisch wurde die Lackierung entsprechend angepasst und wird in typischem Rot/Silber erstrahlen, welches bei dem von uns abgelichteten und noch leicht getarnten Vorserienmodell bereits durchschimmert. Weitere optische Details wurden ebenso überarbeitet. So ist die Basis der Windschutzscheibe in der Serienversion transparent ausgeführt, die Sitzbank scheint stärker gepolstert und hochwertig ausgearbeitet.

931 Kubik Hubraum – 125 PS – Präsentation auf der EICMA

Nur wenig angepasst wird der Motor, eine MV Agusta-Eigenentwicklung mit gegenläufiger Kurbelwelle, 81 mal 60,2 Millimeter an Bohrung und Hub, verteilt auf die typischen drei Zylinder – also insgesamt 931 Kubik Hubraum. Insgesamt rund 125 PS wird dieser schließlich abgeben. Letzte Abstimmungsfahrten finden derzeit noch statt und auch Zulieferer Bosch und Anteilseigner KTM helfen beim letzten Schliff. Preisdetails sind erst nach der finalen Präsentation zu erwarten. Diese wird wohl im November auf der EICMA in Mailand stattfinden.
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