Senas smarter Integralhelm Phantom ANC vereint Intercom-System und aktive Geräuschunterdrückung in einer Schale. So schlägt sich das KI-System im Alltag.
Sena zeigt auf der EICMA 2025 sechs neue Intercoms und neun smarte Helme mit Active Noise Cancellation, Slim Design, Mesh 3.0 und Wave Intercom.
Sena Phantom ANC im Test: Plug & Ride mit KI-Noice-Cancelling
Senas smarter Integralhelm Phantom ANC vereint Intercom-System und aktive Geräuschunterdrückung in einer Schale. So schlägt sich das KI-System im Alltag.
Sena kennt man als Intercom-Spezialist. Dass die Südkoreaner mittlerweile selbst Helme bauen, ist folgerichtig, und der Phantom ANC zeigt, warum. Statt ein Kommunikationssystem nachträglich anzuflanschen, haben die Entwickler das Sena-60S-System direkt in die FRP-Schale integriert. Bluetooth 5.3, Mesh Intercom 3.0 und das neue Wave Intercom sitzen damit von Anfang an im Helm. Wave läuft über Mobilfunk, arbeitet markenübergreifend und ist in Reichweite und Teilnehmerzahl nicht auf Bluetooth beschränkt. Den Wert des verbauten Systems beziffert Sena auf rund 400 €.
Geringe Wirkung auf der Autobahn
Fahrtwind-Eliminator: Die KI-unterstützte Geräuschunterdrückung mildert gezielt den Fahrtwindlärm
Der Clou des Sena Phantom ANC: aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation). Das KI-basierte ANC-System filtert die Fahrtwindgeräusche heraus und soll bis zu 20 Dezibel schlucken. Im Test auf Interceptor 650 und Ténéré 700 ließ sich das nachvollziehen, am deutlichsten bei gleichmäßigem Fahrtwind auf der Landstraße. Bei höherem Tempo auf der Autobahn wird der Lärm zu diffus; das System kommt dann weniger zur Wirkung. Wer überwiegend Autobahnkilometer fährt, sollte das einkalkulieren.
Toller Lautsprecherklang, große Akkukapazität
Das Gewicht liegt bei 1.720 Gramm in Größe M. Für einen Helm mit integrierter Elektronik ist das ein akzeptabler Wert, und der Sitz wirkt ausbalanciert. Harman-Kardon-Lautsprecher der zweiten Generation sorgen für einen sehr guten Klang, die Akkukapazität beträgt beruhigende 35 Stunden, über den USB-C-Ladeanschluss kann man den Akku bei Bedarf auch während der Fahrt mit Strom versorgen. Im Testmuster lag ein Pinlock-Einsatz bei, für beschlagfreie Sicht ist somit gesorgt. Beim Verschluss setzt Sena auf einen Doppel-D-Ring – mit Handschuhen nicht die schnellste Lösung, aber nach wie vor die sicherste. Die ANC-Variante verfügt zusätzlich über eine integrierte LED-Leuchte im Kinnbereich sowie Fahr- und Bremslichter (ebenfalls LED) auf der Rückseite. Rechts am Helm können sie über eine bündig integrierte Bedienleiste eingeschaltet werden.
Fazit Sena Phantom ANC
Der Phantom ist ein sehr ruhiger Helm. Ob das in erster Linie an der Schale liegt oder an der aktiven Elektronik dahinter, lässt sich im Fahrbetrieb kaum sauber trennen. Die digitale Geräuschunterdrückung arbeitet im Hintergrund – und das ist vielleicht das Ehrlichste, was man darüber sagen kann: Sie fällt nicht auf. Wer einen messbaren, jederzeit spürbaren Effekt erwartet, wird ihn nicht immer finden. Wer einen grundlegend ruhigen Helm mit vollständig integriertem Intercom-System sucht, bekommt genau das.
Sena stellt auf der EICMA 2025 die bisher umfassendste Modellgeneration seiner Kommunikationssysteme und smarten Helme vor. Im Fokus stehen erstmals aktive Geräuschunterdrückung, ein vereinheitlichtes, schmaleres, flacheres Geräte-Layout und die Weiterentwicklung des markenübergreifenden Wave-Intercom-Standards.
Active Noise Cancellation (ANC)
Mit Active Noise Cancellation (ANC) führt Sena eine Technik ein, die Wind- und Fahrgeräusche um bis zu 20 Dezibel reduziert. Das System kommt zunächst in der Phantom-Baureihe zum Einsatz und soll Sprachverständlichkeit und akustischen Komfort verbessern.
Das neue Slim Design wird zum Standard für alle künftigen Intercom-Modelle. Die kompaktere Bauweise fügt sich flacher in die Helmstruktur ein, reduziert den Luftwiderstand und erleichtert die Bedienung.
Bereits bekannt ist das Wave Intercom, das seit Anfang 2025 in Europa im Einsatz ist. Es ermöglicht eine unbegrenzte, markenübergreifende Kommunikation und zählt laut Sena über 200 000 aktive Nutzer.
Neue Intercom-Modelle
Sena erweitert seine Serie um fünf neue Geräte, die alle auf Mesh 3.0, Wave und das Slim Design setzen.
Das 60X bildet das Flaggschiff und kombiniert die aktuelle Intercom-Generation mit Bluetooth 5.3, Magnethalterung, Sprachsteuerung, OTA-Updates, IPX7-Zertifizierung und austauschbaren Frontplatten.
Das 60X ist das neue Topmodell aus dem Hause Sena. Es vefügt über ein vollkommen neues Design und verfügt über Bluetooth 5.3
Mit dem Apex und dem Apex Plus führt Sena eine Mittelklasse mit verbessertem Bedienkonzept ein. Beide verfügen über ein großes Drehrad und einen austauschbaren Akku. Apex Plus erlaubt Bluetooth-Kommunikation zwischen vier Teilnehmern, während Apex eine Zwei-Wege-Verbindung bietet.
Das Apex kommt sowohl in der Basis- als auch in einer Plus-Version auf den Markt. Der Unterschied liegt in der verschiedenen Höchstzahl der Teilnehmer
Das Spider X Slim bringt Mesh 3.0 in einem besonders flachen Format auf den Markt. Es richtet sich an Nutzer, die eine kompakte und einfache Lösung suchen.
Die schmalstem kompakteste Lösung aus dem Hause Sena trägt den Namen Spider X
Als Einstieg in die Produktreihe dienen Vortex und Vortex Hi-Fi. Beide setzen auf einfache Bedienung, Advanced Noise Control am Mikrofon, Magnethalterung und kabelloses Laden. Das Vortex Hi-Fi ist auf reine Audiowiedergabe ohne Gegensprechfunktion ausgelegt.
Die Vortex-Reihe ist für Einsteiger gedacht und in einer Hi-Fi-Version erhältlich, die lediglich die Wiedergabe von Audio ermöglicht
Neue Motorradhelme von Sena
Parallel zur Intercom-Serie präsentiert Sena neun neue Helmmodelle, die alle nach ECE 22.06 zertifiziert sind und Mesh 3.0, Wave Intercom und die jüngste Audiotechnik nutzen.
Phantom-Serie
Die Phantom-Motorradhelme von Sena sind in fünf verschiedenen Varianten erhältlich und erfüllen so unterschiedlichste Anforderungsprofile
Der bekannte Phantom erscheint in fünf neuen Varianten:
– Phantom ANC mit integrierter aktiver Geräuschunterdrückung (Reduktion um bis zu 20 dB, Preis 619 €) – Phantom Cam mit stabilisierter 4K-Kamera im Kinnteil – Phantom Extreme Bass mit akustischem Deflektor für verstärkte Tieftonwiedergabe (Preis 549 €) – Phantom KV mit leichter Kevlar-Schale (Preis folgt) – Phantom Unplugged ohne Elektronik, aber vorbereitet für spätere Nachrüstung (Preis 329 €)
Specter – Modularhelm
Der Sena Specter verfügt über ein Rücklicht mit Bremserkennung und kommt mit einer Laufzeit von bis zu 35 Stunden daher
Der Specter ist ein modularer Premium-Helm mit hochklappbarem Kinnteil, Mesh 3.0, Wave Intercom, Harman Kardon-Lautsprechern der zweiten Generation und AINR-Geräuschunterdrückung. Er verfügt über ein Rücklicht mit Bremserkennung, ein Pinlock-Visier und einen 1 700 mAh-Akku für bis zu 35 Stunden Laufzeit.
Outlander – Adventure Helm
Senas Adventure-Helm ist für den Straßenverkehr gedacht, verfügt er doch über LED-Leuchten an Front und Heck
Der Outlander ist Senas erster Adventure-Helm. Er verfügt über eine ECE-22.06-zertifizierte Verbundglasfaserschale, integrierte LED-Leuchten an Front und Heck mit Bremserkennung sowie Kommunikationssysteme auf Basis von Mesh 3.0 und Wave. Die Energieversorgung übernimmt ein 1.000 mAh-Akku mit einer Betriebsdauer von bis zu 20 Stunden.
Outrush 2 – Klapphelm
Der Outrush 2 ist ein All-in-One-Klapphelm mit vollständig integrierter Kommunikationslösung. Er unterstützt Mesh 3.0 und Wave Intercom, nutzt HD-Lautsprecher der zweiten Generation und Advanced Noise Control am Mikrofon. Der nach ECE 22.06 P/J zertifizierte Helm verfügt über ein klappbares Kinnteil, ein integriertes Sonnenvisier und ein mehrstufiges Belüftungssystem. Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 20 Stunden, Software-Updates erfolgen drahtlos per OTA. Erhältlich ist der Outrush 2 ab der zweiten Novemberhälfte in Mattschwarz und Glanzweiß in den Größen S bis XXL zum Preis von 349 €.
Outstar 2 – Jethelm
Der Outstar 2 ist ein vernetzter Jethelm für den urbanen Einsatz. Er kombiniert Mesh 3.0, Wave, HD-Sound, Sprachsteuerung und 20 Stunden Akkulaufzeit in einem kompakten, leichten Format. Preis: 269 €.
Hab noch einen alten Sena Klapper (Outrush), auch hier funktioniert das Kommunikationssystem sehr gut. Die Verarbeitung ist allerdings nur mittelmäßig. Der neue ANC lässt sich sehr gut tragen, wenn das in der Praxis auch noch mit der Geräuschminimierung funktioniert ist der Helm bei dem Preis durchaus eine Überlegung wert. Auch wirkt die Verarbeitung gegenüber meinem Outrush um einiges besser.
Sena Phantom ANC – Tech-Wunder mit kleinen Abstrichen
Ich habe mir den Sena Phantom (Momentum EVO) vor paar Tagen gekauft und ihn gleich ausprobieren können. Fahre beruflich als Malermeister eine Kawasaki ZZR 1100 und die H2 SX SE (beide mit leichtem Windschild), um bei über 10 Grad und einigermaßen trockenen Straßen meine Baustellen im Rhein Main Gebiet abzufahren. Also so 100 bis 200 km pro Tag.
Da ich normalerweise den Shoei GT-Air 2 fahre, ist die Messlatte für Komfort und Akustik entsprechend hoch. Hier ist mein Fazit:
Die Akustik und das ANC (Active Noise Cancellation) Eines vorweg: Der Helm ist bereits ohne aktiviertes ANC erstaunlich leise. Im direkten Vergleich ist mein Shoei GT-Air 2 ab ca. 110–120 km/h zwar noch einen Tick leiser, aber der Sena schlägt sich beachtlich. Zum ANC-Feature: - Im Stand: Wenn man das ANC bei laufendem Motor aktiviert (also für Stau und Ampel), ist der Effekt enorm. man spürt förmlich, wie die tiefen Frequenzen „weggedrückt“ werden. - Bis 100 km/h: Hier arbeitet das System top. Die Fahrt ist extrem entspannt. - Ab 100 km/h: Hier stößt die Technik an ihre physikalischen Grenzen. Da Windgeräusche im hohen Frequenzbereich liegen, kann das ANC diese systembedingt schlechter filtern. - Ab 130 km/h: Der Unterschied zwischen „An“ und „Aus“ ist kaum noch wahrnehmbar. Das Klangbild wird lediglich minimal dumpfer, was aber immer noch angenehmer ist als das schrille Pfeifen bei anderen Helmen.
Kommunikation & Bedienung Das ist die absolute Stärke des Helms. Der Klang der integrierten Lautsprecher, die intuitive Bedienbarkeit und die nahtlose Integration von Bluetooth und Mesh sind Weltklasse. Wenn ich überlege, was ich bei einem Shoei GT-Air 3 für den Helm plus ein separates, hochpreisiges Sena-System bezahlen müsste, gewinnt der Sena Phantom hier haushoch beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Keine „drangefimmelten“ Geräte, alles aus einem Guss.
Verarbeitung & Visier Im Vergleich zur Premium-Konkurrenz von Shoei gibt es zwei Punkte, bei denen man merkt, dass Sena primär ein Tech-Spezialist ist: - Sonnenvisier: Dieses ist für meinen Geschmack etwas zu hell getönt. - Visierrasterung: Die Mechanik des Hauptvisiers wirkt im direkten Vergleich zum Shoei etwas „günstiger“. Sie ist keinesfalls billig oder klapprig, aber eben nicht ganz so geschmeidig und ausgereift wie die japanische Ingenieurskunst.
Fazit Wer einen leisen Helm mit perfekt integrierter Kommunikation sucht und keine Lust auf Bastellösungen hat, ist hier genau richtig. Das ANC ist für Landstraßentempo und Stadtverkehr ein echter Gamechanger. Trotz kleinerer Abzüge beim Visierkomfort im Vergleich zu Shoei bin ich sehr zufrieden. Sterne: ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
P. S ich liebe die automatische Lautstärken Anpassung 😅. Kein ständiges lauter und leiser machen während verschiedenen Geschwindigkeiten und Halten.
Guten Morgen, sehr interessanter bericht über den Sena Phantom ANC, werde den Motorradhelm mal testen. Fahre ja den Schuberth C5 Carbon, der ist ja auch schon sehr leise.😃
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Hab noch einen alten Sena Klapper (Outrush), auch hier funktioniert das Kommunikationssystem sehr gut. Die Verarbeitung ist allerdings nur mittelmäßig. Der neue ANC lässt sich sehr gut tragen, wenn das in der Praxis auch noch mit der Geräuschminimierung funktioniert ist der Helm bei dem Preis durchaus eine Überlegung wert. Auch wirkt die Verarbeitung gegenüber meinem Outrush um einiges besser.