Mit der neuen DesertX präsentiert Ducati ein Motorrad, das mehr als nur ein Facelift bietet. Vier Jahre nach dem Debüt folgt nun die zweite Generation – rundum erneuert und angetrieben von einem Euro-5+-homologierten 890-ccm-Motor. Dieses Aggregat bringt nicht nur mehr Leistung, sondern forderte eine komplette Überarbeitung des gesamten Konzepts. Ducati hat zudem das Feedback der Kundschaft ernst genommen und Details wunschgemäß verbessert.
Cagiva-Hommage trifft auf Alltagstauglichkeit
Optisch bleibt die DesertX ihrer Linie treu. Die Anleihen an die legendäre Cagiva Elephant sind unübersehbar – besonders zeigen das die charakteristischen Doppelscheinwerfer, deren äußerer Ring als Tagfahrlicht dient. Das dreidimensional gestaltete Rücklicht und die neue Frontscheibe erinnern an klassische Zubehörteile früher Reiseenduros. Die Scheibe hält den Wind spürbar besser von der Brust fern – ein bewusst gewähltes Stilmittel, das nicht nur nostalgisch, sondern vor allem praxisnah ist.
Die Sitzhöhe von 880 mm kommt primär größeren Fahrern entgegen. Wer niedriger sitzen möchte, kann auf eine 860-mm-Bank oder sogar auf 840 mm bei reduziertem Federweg zurückgreifen. Für sportliche Ansprüche steht zudem ein 900-mm-Rallyesitz bereit.
110 PS und fein abgestimmte Elektronik
Taktgeber der neuen DesertX ist der aus Panigale, Multistrada, Monster und Hypermotard bekannte Ducati-V2-Motor mit 890 ccm Hubraum. In der Desert X leistet er 110 PS bei 9.000 U/min und 92 Nm bei 7.000 U/min. 90 Prozent des Drehmoments liegen bereits ab 4.000 Touren an – das sorgt für kräftigen Durchzug in allen Lebenslagen, egal ob sportlich auf Asphalt oder kontrolliert im Gelände. Der serienmäßige Quickshifter arbeitet in beide Richtungen und erweist sich gerade abseits der Straße als echter Komfortgewinn: Schalten ohne Kupplung, volle Kontrolle am Lenker.
Sechs Fahrmodi und mehrstufige Assistenten
Die sechs Fahrmodi – Enduro, Rallye, Urban, Touring, Sport und Wet – lassen sich individuell anpassen. Traktionskontrolle, ABS, Wheelie-Control und Engine-Brake-Control bieten jeweils acht Stufen. Die Feinjustierung erinnert an die Schwierigkeitsgrad-Einstellung eines Videospiels. Dankenswerterweise nimmt das Motorrad den Fahrer dabei an die Hand, ohne ihn bei seinen Wahlmöglichkeiten zu bevormunden.
ABS, Federung und Fahrverhalten
Das ABS lässt sich in Stufe 1 am Hinterrad komplett abschalten, in Stufe 0 sogar vorne und hinten – und das während der Fahrt. Gerade im Gelände ist das ein Pluspunkt, den man bei aktuellen Wettbewerbern selten findet. Die voll einstellbare 230-mm-USD-Gabel vorn und das ebenfalls einstellbare Federbein hinten bieten eine progressive Abstimmung, die auch schwerere Fahrer nicht aus der Reserve lockt. Die Schnelleinstellung am Federbein erleichtert Anpassungen unterwegs.
Im Kurvenbetrieb überzeugen die DesertX und ihr 21 Zoll großes Vorderrad mit leichtfüßigem Handling.
Detailverbesserungen für Tourenfahrer
Praktische Details wie zwei Ladebuchsen in unterschiedlichen Größen und abnehmbare Gummis an den Fußrasten zeigen, dass Ducati auf die Bedürfnisse von Reisenden achtet. Der serienmäßige Lenkungsdämpfer sorgt für zusätzliche Stabilität. Die Airbox ist jetzt schnell erreichbar, was die Reinigung deutlich erleichtert. Bei der alten Desert X war das ein bisschen problematisch, da die Airbox unter dem Tank versteckt war. Ducati verzichtet nun auf desmodromische Ventile, was die Wartung gerade auf Fernreisen vereinfacht.
Die Serviceintervalle liegen bei 15.000 km für den Ölwechsel und 45.000 km fürs Ventilspiel – Werte, die in dieser Klasse Maßstäbe setzen.
Funktionalität und Rallye-Charakter
Das jetzt horizontale TFT-Display (5 Zoll) bleibt bewusst kompakt, was dem Rallye-Charakter des Motorrads entspricht. Es stammt aus dem Ducati-Konzernregal und bietet ausreichend Platz für Zusatzinstrumente – eine sinnvolle Lösung für Fernreisende und Rallye-Fans. Der Tank fasst 18 Liter, optional lässt sich ein Zusatztank mit weiteren 8 Litern montieren. Die DesertX rollt auf Pirelli-Scorpion-STR-Reifen, die auf der Straße überzeugen, im Gelände aber an ihre Grenzen kommen.
Günstiger als das Vorgängermodell
Die neue DesertX kommt ausschließlich in einer matt-weißen Lackierung, was dem Motorrad einen eigenständigen Auftritt verleiht. Trotz der zahlreichen Verbesserungen ist sie mit 16.390 € sogar günstiger als das Vorgängermodell, das noch über 17.000 € kostete – ein seltener Lichtblick im Adventure-Segment. Im Alltag zeigt sich die DesertX robust: Kleine Stürze hinterlassen Spuren, doch das Motorrad bleibt einsatzbereit. Einziger Kritikpunkt: Die Handschützer sind an der entscheidenden Stelle aus Plastik und können bei Stürzen brechen, was zum Verlust des Brems- oder Kupplungshebels führen kann. Auch das Schutzblech leitet bei Belastung Energie in den Motor weiter – ein Punkt, der vor allem im Vergleich zu schwereren Reiseenduros mit massivem Unterfahrschutz auffällt.
Fazit Ducati DesertX Modelljahrgang 2026
Zusammengefasst bietet die neue Ducati DesertX ein stimmiges Gesamtpaket für anspruchsvolle Tourenfahrer und Abenteurer. Das Design zitiert gekonnt die eigene Geschichte, die Technik ist auf dem neuesten Stand, und der Preis bleibt fair. Wer sich für die DesertX entscheidet, bekommt ein Motorrad, das nicht nur optisch, sondern auch technisch und im Fahrverhalten überzeugt – und das auch mit ein paar Gebrauchsspuren noch eine gute Figur macht.
- ABS auch während der Fahrt komplett abschaltbar
- günstiger als das Vorgängermodell
- leichtfüßiges Handling trotz 21-Zoll-Vorderrad
- 880 mm Sitzhöhe – für kleinere Fahrer eine Herausforderung
- Handguards aus Plastik – Hebelbruch bei Stürzen möglich
| Technische Daten Ducati DesertX 2026 | |
|---|---|
| Nutzerbewertungen | |
| |
| Bewertung | |
| Preis/Leistung | |
| Motor | |
| Bohrung x Hub | 94 x 67,5 mm |
| Hubraum | 890 ccm |
| Zylinder, Kühlung, Ventile | Zweizylinder, flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile pro Zylinder |
| Abgasreinigung/-norm | Euro 5+ |
| CO2 Emissionen | 133 g CO2/km |
| Leistung | 110 PS (81 kW) bei 9.000 U/min |
| Drehmoment | 92 Nm bei 7.000 U/min |
| Verdichtung | 13,3:1 |
| Höchstgeschwindigkeit | 214 km/h |
| Wartungsintervalle | Ventilspielkontrolle alle 45.000 km, Ölwechsel alle 15.000 km oder zwei Jahre |
| Verbrauch pro 100 km | 5,6 Liter |
| Kraftübertragung | |
| Kupplung | Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Anti-Hopping-Funktion |
| Schaltung | 6-Gang |
| Sekundärantrieb | Kette |
| Fahrwerk & Bremsen | |
| Rahmen | Monocoque-Rahmen mit Gitterrohr-Heckrahmen |
| Federelemente vorn | 46-mm-Upside-Down-Gabel, voll einstellbar |
| Federelemente hinten | Zentralfederbein, voll einstellbar |
| Federweg v/h | 230 mm / 220 mm |
| Bodenfreiheit | 250 mm |
| Radstand | 1.608 mm |
| Nachlauf | 122 mm |
| Lenkkopfwinkel | 62,4 ° |
| Räder | Speichenräder |
| Reifen vorn | 90/90-R21 |
| Reifen hinten | 150/70-R18 |
| Felgengröße vorn | 2,15 x 21 Zoll |
| Felgengröße hinten | 4,5 x 18 Zoll |
| Bremse vorn | 305-mm-Doppelscheibenbremse |
| Bremse hinten | 265-mm-Scheibenbremse |
| Maße & Gewichte | |
| Länge | 2.390 mm |
| Breite | 960 mm |
| Höhe | 1.425 mm |
| Gewicht | 222 kg (fahrfertiges Gewicht) |
| Maximale Zuladung | 233 kg |
| zul. Gesamtgewicht | 455 kg |
| Sitzhöhe | 880 mm |
| Standgeräusch | 94 dB(A) |
| Fahrgeräusch | 77 dB(A) |
| Tankinhalt | 18 Liter (Reserve 4 Liter) |
| Fahrerassistenzsysteme | Kurven-ABS, Wheelie-Kontrolle, Traktionskontrolle, Fahrmodi, Schaltassistent/Quickshifter, Motorschleppmomentregelung, Notbremssignal |
| Optionale Systeme | Tempomat, Heizgriffe |
| Fahrzeugpreis ab | 16.735 € inkl. Nebenkosten |



